Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Die Airline Neos aus Italien bietet, wie die Fluggesellschaft Air Italy, Flüge ab Mailand zur Ferieninsel Nosy Be an

Blauer Passagagierjet vor blauem Himmel

In der Online-Ausgabe der Midi Madagasikara wird berichtet, daß die Fluggesellschaft Neo ab 1. April eine Flugroute von Mailand nach Nosy Be bedienen werde. Dazu muß angemerkt werden, daß die Airline Neos heißt.

Ein verfrühter Aprilscherz scheint das Ganze allerdings dennoch nicht zu sein, denn auf der Webseite von Neos, die nur auf italienisch verfügbar ist, kann man die Destination Nosy Be (NOS) schon ausmachen. Nur gibt es momentan noch keine Möglichkeit, einen Flug zu buchen oder weitere Infos dazu zu erhalten.

Die Midi schreibt abschließend, daß Neos als Verstärkung der Air Italy hinzukommen werde. Tana ist weit weg von Nosy Be – aber tatsächlich, auf der Homepage bei Air Italy ist Nosy Be ab den Städten Rom und Mailand im Angebot. Diese Fluggesellschaft denkt schon etwas internationaler und bietet auch Englisch als Sprache an.

Für den einen oder anderen Touristen, besonders wenn man eine Reise als Individualtourist plant, könnte diese Flugstrecke eine Alternative für die Anreise auf die Insel, wo der Pfeffer wächst, sein. Für Reisende aus Österreich, aus der Schweiz oder auch aus Süddeutschland könnte die geographische Nähe zu Mailand ein Vorteil sein.

Ob es bei den beiden Fluglinien Billigtickets für Flüge nach Madagaskar zu ergattern gibt muß dann jeder von Fernweh geplagte selbst herausfinden.

Foto oben: NEOS Boeing 737-86N(WL) über Rom Fiumicino (FCO), Italien © Mario Serranò
Foto unten: Air Italy Boeing 767-304(ER) Abflug von Curaçao Hato (CUR), Niederländische Antillen © Roger Cannegieter

Italienisches Passagierflugzeug über dem Meer am Himmel

Ein Liebesfilm – Youtube-Video: Filmmusik mit integriertem Trailer vom Kinofilm “Die Legende von Johnny Lingo”

Kinoatmosphäre mit Kinositzen

Den sehr schönen Film gibt es zwar nicht vom Anfang bis zum Ende bei Youtube, aber das Video von einem Lied aus dem Film beinhaltet einige Filmszenen. Zum Soundtrack hat die Gruppe Te Vaka aus Neuseeland beigetragen, die auch Mitglieder aus Tokelau, Tuvalu, Samoa und von den Cook Inseln hat. Der Titel des hier gezeigten Liedes ist “Tamahana”, der Name der weiblichen Hauptdarstellerin (Mahana).

Die MLM-Firma Tahitian Noni Internatinal hat den Spielfilm in Auftrag gegeben und durch die geweckten Emotionen ist dieser für den “Saftladen” auch ein hervorragendes Werbemittel gewesen. Obwohl Noni-Saft, das Produkt der Firma, in dem Film nur am Rande eingebunden wurde. Wenn man davon nichts weiß, dann fällt einem das nicht mal auf. Ein echtes Productplacement gibt es dabei nämlich nicht, eine Nonisaft-Flasche ist nicht zu sehen, nur die Früchte und ihre manuelle Verarbeitung.

Dem Film, der 2003 von dem Regisseur Steven Ramirez gedreht wurde, blieb der ganz große Erfolg versagt – ein Kassenschlager zieht mehr Zuschauer in die Kinos. Das liegt wohl auch daran, daß das Vermarktungskonzept dies nicht vorsah und der Film nicht entsprechend beworben wurde. So lief er in den Kinos nur nebenher im Programm, viele Kinos dürften den Film überhaupt nicht gezeigt haben.

Wer einen Film sehen will, der ans Herz geht, der sollte sich den DVD-Film besorgen, denn dazu ist er sehr empfehlenswert. Sensible Naturen sollten sich ein Taschentuch bereitlegen, da es leicht passieren könnte, daß in den entscheidenden Szenen vor Rührung kein Auge trocken bleibt.

Um sich entfernt eine Ahnung vom Inhalt des Films machen zu können: Die Geschichte “Acht Kühe für Johnny Lingos Frau“, könnte eine Anregung für das Drehbuch zum Film gewesen sein.

Eine traumhafte Kulisse – nicht nur für die Schauspieler – hat man als Drehort für den Film in Polynesien ausgesucht, denn Produzent Gerald Molen hat den Film auf Aitutaki, einer Trauminsel im Süd-Pazifik, die zu den Cook-Inseln gehört, und in Neuseeland drehen lassen. Der Katamaran mit den weinroten Segeln bildet auf dem Aitutaki-Atoll einen attraktiven Kontrast zu den Farben der atemberaubend schönen Location, dem weißen Sandstrand und dem blauen Himmel.

Aitutaki - Traumstrände im Pazifik

Das Bild unten zeigt eine etwas klein geratene Noni genannte Frucht des Indischen Maulbeerbaums (Morinda citrifolia), die ich letztes Jahr im Garten hatte. Die Früchte haben erstaunliche Heilwirkungen und wurden schon lange von den Menschen zu Heilzwecken genutzt.

Foto der Kinositze: shutterstock.com / Movie Theater © vhpfoto
Insel-Foto: aboutpixel.de / Strand in Aitutaki (One Foot Island) / Cook Islands © Ralf Peiler

Noni-Frucht mit Heilwirkung

Schöne Sinnsprüche, Zitate, Weisheiten zum Nachdenken über Freundschaft, Leben, Glück, Gott und die Welt

Indische Freundinnen beim Bad im Meer

Bei Recherchen zu Madagaskar habe ich eine Seite mit schönen Sprüchen, Zitaten, Sprichwörtern gefunden. 3 Weisheiten, die aus Madagaskar stammen sollen, enthält die Liste, die direkt hier folgen:

* Freundschaft ist kostbarer als Geld. Lieber Geld verlieren als Freunde. *

* Gut zusammen leben ist wichtiger als Geschäfte machen. *

* In welche Hand man sich auch schneidet, der ganze Körper spürt den Schmerz. *

 

Ein Sinnspruch zum Geburtstag für einen guten Freund bereitet Freude. Einem jungen Ehepaar kann man zur Hochzeit eine Weisheit ins Poesiealbum schreiben.

Denksprüche zum Freundsein:

* Freund: Jemand, der alles von Dir weiß und Dich trotzdem gern hat. (Elbert Hubbard) *

* Ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann. (Ralph Waldo Emerson) *

* Keine Straße ist lang mit einem Freund an der Seite. (Herkunft unbekannt) *

 

Die Auflistung der Denksprüche ist lang, aber sehr gut ausgewählt – und wer will kann auch die anderen Sprüche und Lebensweisheiten lesen, die Georg Schraml als Motivationszitate aufgelistet hat, um Seminare zur Persönlichkeitsbildung für Führungspersönlichkeiten im sozialen Bereich anzubieten. Wofür hier aber keine Werbung gemacht werden soll. Hier wird mit einer kleinen Auswahl ausschließlich auf die schöne Sprüche-Sammlung hingewiesen.

* Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln. (Herkunft unbekannt) *

* Das Glück kann man nur multiplizieren, indem man es teilt. (Albert Schweitzer) *

 

Foto oben: stock.xchng / Two girls on Marina beach, chennai © Asif Akbar

Foto unten: stock.xchng / Maija & Gloria © Juanita De Paola

2 Jungs in ihrer Vertrautheit

Oldtimer Peugeot 404 in schwarz mit Chromleisten und Haifischflossen parkt am Straßenrand in Antananarivo

Oldtimer mit Haifischflossen

1960 wurde die Baureihe des Peugeot 404 als Nachfolger des Peugeot 403 auf den Markt gebracht. Die Antriebstechnik bei diesem Mittelklasse-Fahrzeug bedient sich eines Heckantriebs. Beim Design ließen sich die französischen Entwickler in Sochaux vom damaligen Zeitgeist in Amerika anstecken, wo in den 50er Jahren die Straßenkreuzer mit großen Haifischflossen populär waren. Auch Daimler Benz folgte 1961 mit dem Mercedes 190 (Modellreihe W110) diesem Trend und führte ein Fahrzeugmodell mit kleinen Haifischflossen in den Handel ein. In Europa hat man den gestalterischen Ausdruck dieser Modeerscheinung aber viel dezenter umgesetzt, als das bei den Ami-Schlitten, wie Cadillac und Lincoln, den Prestige-Marken von General Motors und Ford.

Die Mode ist an ihnen vorbeigegangen und noch heute gibt es in Madagaskar viele Fahrzeuge der Baureihe 404, die noch im Einsatz sind – vielfach als Arbeitstier. Das trifft besonders auf den Peugeot 404 Pick-up zu, aber auch auf die Limousine, die man in Tana gelegentlich auch als Taxi sieht. Das Kombi-Modell dient mit 3 Sitzreihen gelegentlich noch als Taxi-Brousse.

Ein Blechkleid mit edel aussehendem schwarzem Lack trifft man allerdings selten an. Das Auto auf dem Foto könnte man sich gut mit Weißwandreifen vorstellen, aber in der Regenzeit mit schlammigen Schlaglöchern und Schlammpfützen würden die Weißwandreifen oft voll mit Dreck sein. Wenn man die dann nicht nach jeder Ausfahrt reinigt, dann wären sie die längste Zeit weiß gewesen, denn der eingetrocknete Schlamm ist sogar auf den schwarzen Reifen extrem hartnäckig und nur mit einigem Aufwand wieder zu entfernen. Die Radzierkappen aber, die hier fehlen, würden der Optik des Fahrzeugs auch trotz der Schlammpackungen gut zu Gesicht stehen und zur Reinigung bedarf es da nur eines nassen Lappens und die Kiste ist wieder ansehnlich.

Auf dem unteren Foto kann man feststellen, daß ein Staubfilm auf dem Lack liegt, wie es in Tana tägliches Los ist. Über dem Dichtungsgummi der Heckscheibe ist gut ein Metallplättchen mit Nieten zu erkennen. Man hat diese Krallen deshalb dort festgenietet, damit sich nicht Unbefugte die Scheibe krallen – es dient also als Schutz vor Diebstahl. Ich meine, das dürfte heute nicht mehr üblich sein. Oft hat man in die Scheiben auch die Autonummer vom Nummernschild eingraviert, was ebenfalls als Diebstahlschutz gedacht war. Mit Nieten geht man recht spendabel um, denn auch die Chromzierleiste hat man ohne Skrupel einfach angenietet, wie man direkt neben der Rückleuchte erkennen kann.

Bilder fotografiert mit Sony Ericsson K800i

Staufschicht auf schwarzem Lack beim Oldtimer

Forestle Betrug? Infosuche zur grünen Suchmaschine – Alternativ: ecosia.org benefind.de dofair.org ecocho.com

Mit dem Finger deuten

In den ersten Tagen des Jahres sind auffällig viele Besucher zu meinem Artikel Die Alternative – Die “grüne” Suchmaschine Forestle läßt Yahoo die Suche machen zur Forestle Suchmaschine gekommen, die mit der Suchwortkombination “forestle betrug” gesucht hatten. Auch weiterhin kommt es jetzt noch fast täglich zu solchen Zugriffen auf meine Seite. Warum plötzlich die Suche mit dieser Wortkombination?

Die erste Feststellung war, daß Forestle sich nicht aufrufen ließ. Sollte das der Grund sein, warum die Leute gleich auf den Gedanken von Betrug kommen? Vorher war die Suche nach Forestle oft mit dem Wort Lüge verknüpft. Das läßt darauf schließen, daß die Nutzer wissen wollen, ob die gemachten Versprechen auch gehalten werden, nämlich ob wirklich Regenwald gekauft und geschützt wird.

Um klärende Worte zu erhalten, schickte ich eine E-Mail an Christian Kroll, den Initiator der Suchmaschine Forestle, und bat um eine Aufklärung, um denen, die hier Betrug wittern, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Leider blieb meine Anfrage ohne Antwort. Der Vorwurf des Betrugs macht in meinen Augen bei einer nicht Aufrufbarkeit einer Suchmaschine keinen Sinn, denn wenn die Seite Offline ist, dann kann auch kein Geld gewonnen werden.

Da erscheint es vielleicht eher angebracht, eine der angeblich renommiertesten Hilfsorganisationen zu hinterfragen. Bei meinem oben genannten Artikel hat jemand einen Link als Kommentar hinterlassen, der zu der Aussage führt, daß der Ex-Chef von Goldman Sachs bei Forestle’s Partnerorganisation “The Nature Conservancy” mit dem Programm Adopt an Acre Chef war. Beschäftigt man sich etwas genauer mit der Firma Goldman Sachs und den obskuren Machenschaften mit Verstrickungen im Bereich Geld und Macht im Umfeld, dann können einem durchaus Gedanken in den Sinn kommen, die die Seriosität der Organisation stark in Zweifel ziehen. Zu dem Thema kann sich jeder seinen eigenen Reim machen.

In einem Blog bin ich auf ein Suchformular zu einer Suchmaschine mit dem Namen ecosia.org gestoßen, die mit dem Konzept arbeitet, daß für den Großteil der Werbeerlöse Regenwald gerettet werden soll. In diesem Fall soll ein Regenwaldschutzprogramm des WWF unterstützt werden. Auf der “about us”-Seite steht dann unter Address: Ecosia.ORG, Berliner Chaussee 50, 06886 Wittenberg, Germany. Bei der Who-is-Abfrage bestätigt sich die Vermutung, daß der Inhaber der gleiche Christian Kroll ist, der auch Domaininhaber der Domain forestle.org ist. ecosia.org wurde am 4. 10. 2009 registriert.

Allerdings ist gerade heute ecosia.org nicht erreichbar – anscheinend hat man jetzt da ein Problem mit dem Server. Der Vollständigkeit halber sei noch znout.org erwähnt, eine weitere Kroll-Suchmaschine, die mit Google sucht und verspricht, CO2-neutral zu sein.

Wenn man zum WWF googelt, dann steht dieser Verein auch nicht gerade im besten Licht da. Das Problem ist, wie so oft, daß an der Basis versucht wird, gute Arbeit zu leisten, aber die Köpfe der Organisation nicht immer in diesem Sinne handeln. Wenn man diese Warnung vor Psyochopathen gelesen hat, dann könnte man auf gewisse Gedanken kommen. Das bleibt aber dem Leser nun selbst überlassen.

Dazu, daß Forestle als Betrug angelegt sein könnte, gibt es nach meinen Recherchen keine Indizien. Wenn es mal technische Probleme mit einem Serverausfall gibt oder mit einem Bug in der Software oder einer Virusattacke, dann sollte man vielleicht erst mal etwas Geduld haben und einfach warten. Warum gleich das Schlechteste vermuten?

So läßt sich denn auch dazu etwas bei Utopia, der Internet-Plattform für strategischen Konsum, finden. Unter dem Pseudonym aspirinia gibt sich dort eine Jana Kroll zu erkennen, die als Schwester von Christian Kroll bei Ecosia/Forestle Pressetante ist. “Es gab ein Serverproblem welches sich leider nicht so schnell beheben ließ…” hat sie dort als Ursache der Störung angegeben.

Die Idee mit der Regenwaldrettung über die Werbeeinnahmen einer Suchmaschine ist gut; vielleicht sollten die Partner einer solchen Initiative aber so ausgewählt werden, daß man nicht so leicht zu negativen Assoziationen geführt wird, wenn man denn danach im Internet sucht. Aber man sieht wenigstens, daß man an Forestle arbeitet und so kann man jetzt einstellen, daß man 50 Suchergebnisse angezeigt bekommen möchte.

Dazu bietet die Suchmaschine benefind.de, die Bing von Microsoft suchen läßt, eine Alternative, bei der man sich entscheiden kann, welche unter zahlreichen verschiedenen gemeinnützigen Organisationen von den eigenen generierten Umsätzen profitieren soll. Auch die “German Toilet Organization e. V.” zählt zu diesen Profiteuren. Zu diesem Thema gibt es den Artikel “Pinkeln – Ein Menschenrecht“.

dofair.org ist eine Suchmaschine, die eine ausführliche Seite über die beteiligten Macher hat. Der Domaininhaber Alex Brommer in Paderborn ist der Kopf des ganzen Teams: Florian H. Dirks, Alexander Herwix, Michael Damm, Onno Horst, Jenny Martin, Alexandra Pierskalla und Katharina Vorbeck, die aber nicht mit Foto vorgestellt wird. In dieser Ausführlichkeit ist das jedenfalls schon mal eine Investition in die Vertrauensbildung. Einkommen wird nicht nur über die Suchmaschine von Google generiert, sondern auch über die Verkaufsplattformen Ebay und Amazon. Alternativ kann man auch Bing, Ask.com, Yahoo und WolframAlpha als Suchdienst wählen.

dofair.org hat keinen Regenwald im Angebot, sondern derzeit 5 einegtragene Vereine aus Deutschland, unter denen man wählen kann:

Westfälisches Kinderdorf e.V.
Studieren ohne Grenzen e.V.
Future Hope People e.V.
Deutscher Kinderschutzbund e.V.
subvenio e.V.

Der Future Hope People e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die etwas in Afrika tut und zur Zeit eine Computerschule in Ghana baut.

ecocho.com ist ein Suchgerät, welches seine Wurzeln nicht in Deutschland zu haben scheint, denn die Domain ist auf die Firma Yield Media in Bondi Junction, New South Wales Australien registriert und der Server steht in Houston, Teaxas, USA. Es scheint nur für jene gedacht, die in englischer Sprache suchen wollen. Man kann zwar deutsch als Suchsprache auswählen, bei mir kamen aber nur englische Ergebnisse. Die Erklärung der Tätigkeit erscheint etwas abwegig mit dem Erwerb von Emissionszertifikaten. Wem nutzt es, wenn man angibt, Kohlenstoff-neutral zu sein? Wo ist der Baum, der dafür gepflanzt wurde?

Das Bild unten mit der Luftaufnahme zeigt einen kleinen Teil der Ostküste von Madagaskar. Rechts von der kleinen Insel, hinter der Landzunge am Bildrand, befindet sich die Stadt Fenoarivo oder Fénérive Est. An den Buchten nach links, in Realität nach Süden, liegen Mahambo und Foulpointe (Mahavelona). Viel weiter im Norden hat man letztes Jahr aufgrund des politischen Chaos in den letzten größeren Regenwäldern gewütet und wertvolle Bäume gefällt. Hunderte von Containern wurden mit dem Tropenholz, besonders Rosenholz, in Nacht- und Nebel-Aktionen exportiert. Vermutlich sind die meisten der Abnehmer in China zu suchen. Für diese Wälder wäre auch ein echter Schutz nötig, denn man hat auch in Nationalparks wie Masoala massiv gewildert.

Foto oben: stock.xchng / look! © Niels Rameckers

Foto

Sahelzone Afrika: Erfreulicher Klimawandel – Akazien-Bäume wachsen, Waldausbreitung stoppt Wüstenbildung

Silhouette von Akazien in Tansania

Dürre, Hungersnot, von derlei Katastrophen hat man über Jahrzehnte aus aus dem Sahel vernommen, doch daß ein Wandel stattfindet, das hat die große Öffentlichkeit noch nicht festgestellt: Der Wald gewinnt Terrain, gebietet der Wüste Einhalt.

Die Wüste lebt! Chris Reij, Geograf von der Freien Universität Amsterdam, kann das belegen mit Satellitenbildern, Fotos, Zahlen, Daten und Fakten, wie der Artikel in der Online-Ausgabe des Spiegel von Hilmar Schmundt zeigt. Reij kommt seit 30 Jahren mehrmals im Jahr in den Sahel und hat dabei natürlich die Entwicklung hautnah miterleben können.

Alleine im Staat Niger kommen seit 20 Jahren jährlich 250.000 Hektar neuer Baumbestand hinzu! Das entspricht zusammengenommen einer Fläche, die etwa so groß ist, wie die Niederlande. Und darüber sollte man sich freuen, wenn es mal eine positive Nachricht ist und keine Katastrophenmeldung, die einen da aus Afrika erreicht.

Als im Niger viele junge Männer in der Hoffnungslosigkeit zu versinken drohten, machten sie sich auf, im ölgesegneten Nigeria Arbeit oder zumindest ein Auskommen zu suchen. Auch im Dorf Dan Saga war das der Fall. Fremdarbeiter auf den Feldern hatten dann nach der nächsten Regenzeit eine deutlich bessere Hirseernte, da sie keine Zeit gehabt hatten, die Gaos, wie die Akazien dort genannt werden, abzuhacken. So lernte man also, daß die Akazien den Hirsepflanzen Windschutz bieten und ein besseres Gedeihen ermöglichen. Die Bauern aus Nachbardörfern wurden darauf aufmerksam und setzten die neuen Erkenntnisse in den Folgejahren auf ihren eigenen Anbauflächen beim Hirseanbau um, sie pflanzten Akazien in die Getreidefelder.

Die Akazien haben die Fähigkeit, Stickstoffknöllchen an den Wurzelspitzen zu bilden, wovon auch andere Pflanzen profitieren können. Sie haben natürlich noch andere positive Effekte, denn man kann Äste ernten, um sie als Feuerholz zu verbrennen und die Blätter können dem Vieh in der Trockenzeit als Futter dienen. Dem Vieh dienen die Bäume in der Mittagshitze auch als Schattenspender und so bekommen sie eine ordentliche Portion Dung durch den Kot der Tiere.

Sven Titz bestätigt in seinem Artikel beim Rheinischen Merkur diese Sicht der Dinge, es wird gar von Überflutungen in Westafrika im ehemaligen Trockengürtel berichtet. Der Geograph Stefan Kröpelin von der Uni Köln, der seit 30 Jahren auf Forschungsmission durch die Sahara und die angrenzende Sahelzone reise, habe von deutlichen Anzeichen berichtet, daß sich die Sahelzone nach Norden ausdehne, vor allem in den Staaten Westsahara (annektiert von Marokko), Mauretanien, Tschad, Sudan und Ägypten. “Am besten erkennt man das abseits der stark wachsenden Siedlungen, dort, wo der Boden wenig durch Menschen genutzt wird.”

Grüne Blätter am Tamarindus indica

Im Norden des Sudan sei Kröpelin das frische Grün besonders aufgefallen. In der Gegend hätten früher Wüstenbedingungen geherrscht, heute aber habe er eine üppige Fauna und Flora mit Akazienbäumen und zwitschernden Vögeln vorgefunden. Immer mehr Gazellen grasten dort. Die Nomaden mit ihren Herden seien dort seit Menschengedenken noch nie so weit nach Norden gezogen, wie sie ihm erzählt hätten.

Der Autor Alexander Göbel hat für die Deutsche Welle einen Artikel mit dem Titel “Kampf gegen die Wüste” abgeliefert, der nicht erahnen läßt, daß die Natur vielleicht selbst dazu beiträgt, daß die Wüste zurückgedrängt wird. Berichtet wird von dem Dorf Kokorou im Département Tera, wo die Bewohner mit vollen Kräften dafür arbeiten, die Schäden ducrh Winderosion und Degradation wieder in Grün zu verwandeln. “Die Menschen wollen die Wüstenbildung aufhalten, mit Pflanzen, Steinwällen, kleinen Dämmen.” Der Chef der Nationalen Umweltbehörde, Attaou Laminou, habe gesagt, daß es dort noch viel weniger regne als früher, und jedes Jahr gingen im Niger 55.000 Hektar Ackerland für immer verloren.

Der Geo-Artikel von Michael Stührenberg läßt mit dem Titel “Sahara: Wüste auf dem Vormarsch” die Sache in einem ähnlichen Licht erscheinen, auch, wenn Chris Reij, der Professor für Humangeographie aus Amsterdam, Erwähnung findet. Das aber quasi nur in einem Nebensatz, der imaginär mit einem mitleidigen Lächeln dargestellt wird.

Sollten da jetzt doch wieder Zweifel an dem eingangs geschilderten erfreulichen Szenario aufkommen? Wer soll das schon wirklich wissen? Jedenfalls ist unbestritten, daß es Erfolge mit der Aufforstung von Akazien und anderen Baumarten gibt. Die werden bei Stührenberg aber eher Italienern und besonders Deutschen von der der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) zugesprochen. So wird geschrieben, daß der neue Reichtum der Bauern von Bagaye dem jüngsten GTZ-Projekt im angrenzenden Tal zu verdanken sei. Drei Jahre zuvor habe dort noch Trockenheit mit Stein und Staub geherrscht, jetzt aber gedeihe dort eine Landschaft aus Weiden und Feldern.

Im Dorf Yerimana-3 sind die meisten Häuser in etwa 3 Monaten annähernd vom Sand begraben worden. Allerdings gehört die Region dieses Dorfes zu dem Gebiet um den Tschadsee, wo man den Fluß Komadougou Yobé massiv angezapft hat, um Felder zu bewässern.

Schwarzmalerei in Schwarzafrika ist dann verständlich, wenn man berücksichtigt, daß die meisten Staaten zum Großteil ihre Staatshaushalte vom Ausland finanzieren lassen. Je schwärzer die Lage erscheint, um so spendabler werden die ausländischen Geldgeber sich zeigen. Auch Investitionen in Entwicklungshilfeprojekte wird dann eher stattgegeben.

Es erstaunt, daß es in keinem der 4 Artikel eine Erwähnung von Solaröfen gibt. Sollte das heißen, den Leuten wird nicht die Möglichkeit geboten, die fatale Brennholznutzung gegen eine umweltgerechtere Kochmethode mit Parabolspiegeln zu ersetzen? Wenn man auf das Problem des nächtlichen Holzdiebstahls trotz verbotener Abholzung eingeht, dann gehört das solare Kochen in einer solchen Region aber mindestens auch erwähnt, da hier doch eine entscheidende Schnittstelle für den Kampf gegen die Verwüstung zu sehen ist.

Es gibt sie aber, eine kleine Initiative, die dafür sorgt, daß auch der entscheidende Faktor im Niger propagiert wird: Die Verbreitung von Solarkochern! Leider hat sich der Verein FreundeInnen von Aouderas e.V. aus Braunau in Österreich nicht auf das Propagieren der Solarkocher spezialisiert: “Wir können nicht allen helfen. Darum haben wir beschlossen, es für Aouderas zu tun, einem Dorf am südlichen Rand der Sahara.”

Warum muß es eigentlich ein Parabolspiegelkocher sein? Eine Kockiste oder genauer gesagt eine Solarkochkiste ist billiger und kann im jeweiligen Land mit schon vorhandenen Mitteln hergestellt werden. Das würde einen wichtigen Teil der Wertschöpfung im Land erhalten, zumal solche Länder im Subsahara-Afrika immer Probleme mit der Devisenbeschaffung haben. Alles auf Spenden aufzubauen kann nicht der richtige Ansatz sein, wie man aus vielen Fällen in der Entwicklungshilfe inzwischen weiß. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto: Die Leute sollen sehen, daß, wenn man etwas tut, Leistung sich lohnt.

Foto oben: stock.xchng / Serengeti Sunset 1 © Barbara Schneider

Foto unten: aouderas.com © FreundeInnen von Aouderas e.V.

Parabolspiegelkocher bei Vorführung mit Kochtopf

Marktüberblick: Geldtransfer per Handy – Überweisung ohne Bankkonto – Zukunftstrend in Afrika, Asien…?

Eintippen der Nummer

Wozu braucht man eigentlich noch eine Bank? Zumindest eine Bank im herkömmlichen Sinne mit Filialen und langen Schlangen an der Kasse. Jetzt beginnt man damit, auch jenen die Möglichkeit günstiger Geldtransfers zu geben, für die das bisher verwehrt war. Vor allem auf dem afrikanischen Kontinent dürfte nur eine verschwindende Minderheit überhaupt ein Bankkonto haben.

Vor 2, 3 Jahren war es noch undenkbar, daß ein Wächter oder eine Hausangestellte in Madagaskar ein eigenes Handy haben würden. Heute wird das immer normaler, da die Preise für die Geräte chinesischer Marken wie Haier, Huawei oder ZTE bei weit unter 10 Euro liegen. Die Mobilfunkbetreiber bestehen auch nicht mehr auf einem Mindestumsatz in einem definierten Zeitraum, wie es bisher war. SIM-Karten werden jetzt schon mit Mini-Guthaben zum Preis des Guthabens verkauft. Ein Handy wird bald auch im letzten Dorf am Ende der Welt etwas ganz selbstverständliches sein, also auch mögliches Zahlungsmittel. Eine Bankfiliale wird es dort vermutlich nie geben.

Da die Mobilfunkanbieter weltweit riesige Kundenzahlen vorweisen können ist man auf die Idee gekommen, diese Kundenbasis zu weiteren Diensten zu nutzen, die sich in klingende Münze umsetzen sollen. Geldüberweisung mit dem Handy, Bezahlen von Waren im Laden oder von Dienstleistungen. Einem jeden Smartphone wird damit ein neues Betätigungsfeld erschlossen.

“SMS-Geld: Vodafone bringt Handy-Überweisung nach Afghanistan”
Spiegel online berichtete im Februar 2008 unter dem Titel über diese Entwicklung. Der Betreiber Rosha soll den Dienst unter dem Namen M-Paisa betreiben. In dem Artikel wird auch davon berichtet, daß in Kenia die Vodafone-Tochter Safaricom schon seit Anfang 2007 einen solchen Service unter dem Nmaen M-Pesa am Markt etabliert hat. Die Transaktionen werden durch die Übertragung von SMS-Nachrichten zwischen den Kunden beziehungsweise zwischen den Kunden und den Agents abgewickelt. Auch an die vielen Analphabeten wird gedacht, denen man mit einer Stimmerkennung Zugang zu dem Dienst habe verschaffen wollen.

“Safaricom: Mobile Finance wird größer als SMS”

Der Artikel bei heise online berichtet über Aussagen vom CEO Michael Joseph beim kenianischen Mobilfunk-Netzbetreiber Safaricom. Der Dienst M-Pesa sei für den Konzern nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch ein Mittel zur Kundenbindung, da kein Mitbewerber derzeit ein vergleichbares System anbieten könne. Das Geld der Kunden liege auf einem Treuhandkonto und es gebe keine Zinsen, da das Geld nicht verliehen werde. “Manche Menschen haben ihr gesamtes Vermögen in M-PESA.”
Fernando Alfano von der spanischen Bankinter habe gesagt, daß die Kunden der Bank schon seit 2001 per SMS informiert würden, wenn ihre Kreditkarte benutzt würde. Mißbrauch könne so schneller beendet werden, zum Besipiel, wenn erkannt werde, daß der Ort der Kreditkarte und der des Handys zu weit voneinander entfernt sei, dann werde die Transaktion automatisch gestoppt.

“Western Union stellt digitales Programm für mobile Geld- und Banking-Plattformen vor”
Dieser Artikel berichtet, daß Western Union, die Firma, die den Markt für weltweite Geldtransfers mit sofortiger Barauszahlung beherrscht, sich auch in dem Bereich engagieren will, um nicht irgendwann mit einem nicht mehr marktfähigen Produkt vom Markt verdrängt zu werden:
Man kooperiere mit den Firmen Fundamo, mChek, Sybase 365 und Utiba Pte. Bei Utiba ist Telma (Telecom Malagasy) als Partner für Madagaskar aufgeführt.

Ein Artikel mit dem Titel
“Afrika: Gelddienste liefern Mobilfunkern Milliarden”
gibt an, daß auf dem Zukunftsmarkt der Handy-Überweisungen in Schwellenländern schon 2012 7,9 Mrd. Dollar in die Kassen der Mobilfunkprovider gespült werden sollen. “Konzerne wie France Telecom, Vodafone, Orascom Telecom, MTN Group oder der Handyhersteller Nokia mischen mittlerweile kräftig am Mobile-Payment-Markt mit.” Der Anbieter MTN sei im März 2009 in Uganda mit MTN MobileMoney gestartet und eine großflächige Expansion durch Afrika bis in den Nahen Osten sei geplant.

“Überweisungen per Handy werden 2010 zum Standard”
will ein anonymer Artikel ohne Nennung von Quellen wissen. In Brasilien und anderen Entwicklungsländern habe es erfolgreiche Versuche mit mobilen Transaktionen gegeben. In den USA und in Kanada sei es bereits heute möglich, sich per SMS über seinen Kontostand zu informieren. Mobile Bezahldienste seien schon in Brasilien, Kambodscha und im Vereinigten Königreich eingeführt worden.

“Überweisungen vom Handy zum Konto: DoCoMo Keitai Soukin – Mobile Payment System”

Laut diesem Beitrag bietet der große Mobilfunkprovider in Japan DoCoMo gemeinsam mit der Mizuho Bank den Dienst “DoCoMo Keitai Soukin” (DoCoMo Handy Überweisung), bei dem man den maximalen Betrag von 20.000 Yen (aktuell 151,42 Euro) mit dem Mobiltelefon überweisen kann. Dennoch werden Skeptiker in Deutschland und anderen entwickelten Ländern mit einem gut ausgebauten Bankwesen nach der Sicherheit der verschiedenen Zahlungssysteme fragen und diese vorerst überwiegend ablehnen. Die Kosten für mobile Geldtransfers spielen dabei sicher auch eine Rolle. Vorreiter bei der Akzeptanz der neuen, innovativen Technologie dürfte die junge Generation sein.

“Mobile-Payment boomt in Entwicklungsländern – Kaum breiter Durchbruch in hochindustrialisierten Nationen”
Dieser Artikel verdeutlicht, daß der Durchbruch mit einem Boom in Emerging Markets, speziell in Afrika, aber auch in anderen Ländern, erwartet wird. In wirtschaftlich hoch entwickelten Ländern, wie Deutschland oder Österreich werde M-Payment kaum etablierte Zahlsysteme ersetzen, es werde aber einen erhöhten Margendruck bei den etablierten Zahlungssystemen geben.

 

Ein Nachteil dieser mobilen Zahlungssysteme ist, daß sie die Bestrebungen jener nähren, die das Bargeld abschaffen wollen, wie beispielsweise in den Niederlanden.

Auch in Kenia beim Stamm der Massai wird es dann in den einfachen Holzhütten nichts ungewöhnliches mehr sein, wenn mit dem Handy eine Überweisung vorgenommen wird. Auch, wenn die junge Massai-Frau auf dem Bild unten noch Skepsis oder Erstaunen gegenüber den modernen technischen Errungenschaften, wie der digitalen Canon EOS 20D Spiegelreflexkamera des Fotografen, zeigt.

Foto oben Slider-Handy Walkman Sony Ericsson W580i:
stock.xchng / your number © Sanja Gjenero
Foto unten: pixelio.de / Gesichter Afrikas 9 © Kunstzirkus

In der Hütte bei den kenianischen Massai

Mobilfunk und Handy in Kenia und anderen Ländern in Afrika: Bedeutender Faktor für die wachsende Wirtschaft

Auftritt einer Gruppe

Das Handy tritt seinen Siegeszug auf dem afrikanischen Kontinent dank der billigen chinesischen Technologie an. Kenia ist dabei einer der Vorreiter, da man dort ein Handy-Geldüberweisungssystem zuerst eingeführt hat, M-Pesa nämlich.

“Afrikanische Handy-Kultur – Der Reichere zahlt”
Anklingeln oder Beepen oder Flashen, das ist das, was ganz normale Kommunikation mit einem Mobiltelefon in Afrika ist. Entweder, man hat vorher vereinbart, was man tun wird, wenn der andere beept oder es ist meist die Aufforderung für einen Rückruf, jedenfalls wird das Gespräch nicht angenommen. Für viele ist das Aufladen des Gesprächsguthabens einfach zu teuer, das Geld zu knapp. Hauptsache, man hat ein Handy und ist erreichbar. Ein Mini-Guthaben ist allerdings immer erforderlich, um den Lockruf der kostenlosen Telekommunikation, überhaupt ausführen zu können, denn der weit überwiegende Teil der Mobilfunkkunden hat einen Prepaid-Vertrag. Auf Rechnung wäre einfach zu unüberschaubar.

“SMS-Geld in Kenia – Das Handy wird zur Bankfiliale”
Bezahlen mit dem Handy war in Deutschland ein Flop, die Firma Paybox ist mit dem Versuch der Einführung eines solchen Systems gescheitert. Die Vodafone-Tochtergesellschaft Safaricom in Kenia hat mit ihrem mobilen Zahlungssystem allerdings bei den Kenianern, offene Türen eingerannt. Außerhalb der großen Städte, wie Nairobi oder Mombasa, welche die beiden größten Städte des Landes sind, besitzen nur sehr wenige Menschen ein Bankkonto. Bietet sich eine unerwartete Anwendungsmöglichkeit, so wird diese bald genutzt, denn Afrikaner haben Improvisationstalent und sind offen für Neuerungen. Daher wundert es nicht, wenn 20 bis 30% aller Anrufe Beeping sein sollen. So kann man beispielsweise eine Guthabenkarte kaufen und den Code per SMS an die Familie oder einen Freund schicken, und das auch grenzüberschreitend. So gibt es beispielsweise in London solche Guthabenkarten aus Nigeria und anderen Ländern in spezialisierten Telefonläden zu kaufen, die die Gastarbeiter per SMS an ihre Familien im Heimatland schicken können. Ein Beitrag der Mobilfunkprovider ist die Tatsache, daß man bei vielen von ihnen inzwischen Gesprächsguthaben direkt von Handy zu Handy übertragen kann und das wiederum auch über Landesgrenzen hinweg.

Ansicht von Nairobis Zentrum mit Hochhäusern

“Afrika wird mobil
Der Schwarze Kontinent glänzt weiter mit hohen Wachstumsraten. Handys krempeln ganz Afrika um”

Handys sind nicht subventioniert und sollen zu Preisen von 1 bis 5 Dollar zu haben sein. So billig dürfte es aber kaum Neugeräte geben, zumindest nicht in Madagaskar, das sollte sich auf Gebrauchtgeräte beziehen. Der durchschnittliche Monatsumsatz eines Mubilfunkkunden soll in Afrika bei ein bis zwei Euro liegen, was von Land zu Land variieren dürfte. In Ruanda wenden die Leute angeblich 35% ihres Monatseinkommens für’s Handy auf. Da stellt sich dann wirklich die Frage, ob das wirklich sein muß, denn vermutlich wird das im wahrsten Sinne des Wortes vom Munde abgespart.

In abgelegenen Gegenden fährt ein Pick-Up mit einer mobilen Sende- und Empfangsanlage durch die Dörfer und stellt dort für kurze Zeit die Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung zur Verfügung. Teilweise ist das nicht erforderlich, denn es reicht schon, für einen akzeptablen Empfang, den nächsten Hügel zu besteigen oder einfach nur einen Baum.

Durch die verbesserte Informationsübermittlung kommt es zu einer gesteigerten Produktivität. Ein Handwerker kann so an jedem Ort einen neuen Auftrag annehmen und sich direkt zum neuen Auftraggeber begeben oder erst noch ein benötigtes Ersatzteil vorher besorgen. Vorher mußte der Handwerker immer nach Hause gehen, um dort von einem neuen Kunden zu erfahren.

Foto oben: stock.xchng / Masai Tribe of Africa © Subhadip Mukherjee
Foto unten: stock.xchng / Kenyatta Center – Uhuru Park, Nirobi © Subhadip Mukherjee

Personalisierte Google-Suche? Google-Suchergebnis vom Seitenzugriff mit Suchworten “seo” + “blog” nicht da

Porträt - Blauäugige Mädels im Steinbruch

An Weihnachten hatte ich den Artikel “Eine Internet-Weihnachtsgeschichte mit der Link-Magie der Weihnacht: Seo Jones und der Weihnachtsmann” veröffentlicht. Das war mein erster Artikel, der das Kürzel für search engine optimization, zu deutsch Suchmaschinenoptimierung, beinhaltete. In der Folge wurde ein Websitebesucher auf der Feedjit Live Traffic-Seite für meinen Blog angezeigt, der bei google.de “seo” und “blog” gesucht hatte. Die Ergebnisse sind die 10 ersten der Suchabfrage und da hätte mein Madagaskar-Blog aufgelistet sein sollen. Ich war ganz überrascht, daß ich mit diesen Suchbegriffen so weit vorne landen sollte. Beim Aufruf der Suche im Firefox-Browser kam mein Madagaskar-Blog dann allerdings in den ersten 556 Ergebnissen, ohne übersprungene Ergebnisse, nicht vor.

Jetzt habe ich erfahren, daß Google seit kurzem für jeden Nutzer über Cookies gesteuerte, personalisierte Suchergebnisse liefert.

Eine denkbare Lösung des Rätsels ist die Vermutung, daß es sich um einen Stammleser meines Blogs handelte, dem dann auch bei dieser Suche mein Blog als präferiertes Ergebnis unter den ersten 10 Suchresultaten angeboten wurde. Oder sollte es so sein, daß Google manchmal etwas wirr wird und falsche Ergebnisse ausspuckt?

Meine persönliche Linkliste mit Google-Suchformular sucht jetzt jedenfalls wieder althergebracht, ohne die von Google personalisierte Suche, denn ich habe dem Formular den Befehl “&pws=0″ im input-Tag als Parameter hinzugefügt. Vorausgesetzt, es stimmt, was der SEO-Blog in seinem oben verlinkten Beitrag berichtet hat.

Foto: aboutpixel.de / Schwesternliebe © bussibär Martin Wimmer

 

Nachtrag 17. 1. 2010

Heute gab es von google.de eine Zuteilung eines Besuchers aus Flörsheim, wieder mit den Suchworten “seo” und “blog”, diesmal aber auf diesen Artikel hier, wie der Screenshot zeigt. Wobei diesmal sogar die Einstellung auf weltweite Suche war. Bei meiner Kontrolle ist mein Blog wieder nicht bei den 666 angezeigten Suchresultaten, ohne die übersprungenen Ergebnisse von 49.300.000, dabei.

Vielleicht kann der nächste Besucher, der über die Suchworte “seo” und “blog” bei Google kommt, einen Kommentar hinterlassen, der zur Aufklärung beitragen könnte? Für SEO-Spezialisten ist das sicherlich von Interesse.

Feedjit-Screenshot eines Zugriffs mit den Suchworten 'seo' + 'blog'

ZTE S312: Solar-Handy-Angebot des Mobilfunkproviders Orange für ländliche Gebiete ohne Stromversorgung

Stück vom Handy-Cover als Müll

Auch in anderen Ländern in Afrika, zum Beispiel in Uganda, wird das mit Solarzellen ausgestattete Handy des chinesischen Herstellers ZTE vermarktet.

Dort sind die Bewohner ländlicher Gegenden ohne Anschluß an das öffentliche Stromnetz dazu gezwungen, sich ihre Handy-Akkus von Dienstleistern laden zu lassen, die speziell dazu Notstromaggregate laufen lassen. Da diese Stromgeneratoren relativ teuer im Betrieb sind und die Betreiber auch noch ihren Gewinn brauchen, sind die Kosten für die Ladekunden entsprechend hoch. Im oben verlinkten Artikel wird erwähnt, daß ein solcher Unternehmer bis zu 60.000 Shs an einem Tag an Verdienst haben kann, was heute etwa 21,60 Euro entspricht.

Für einen solchen Kleinunternehmer stellt das ZTE Solarhandy natürlich eine Bedrohung des Geschäftsmodells dar. Allerdings stellt sich die Frage, warum dort niemand auf die Idee kommt, ein externes Solar-Ladegerät anzubieten. Solche Geräte gibt es in China doch auch auf dem Markt.

Bei Orange Madagaskar wird das ZTE S312 (solaire) Solarhandy zu 39.000 Ariary angeboten, was derzeit etwa 13,55 Euro entspicht. Der Verkaufspreis für Uganda, wie er im verlinkten Artikel genannt wird, lag im September 2009 mit aktualisiertem Umtauschkurs (das Gesprächsguthaben herausgerechnet) bei etwa 27,36 Euro.

Für ein Unternehmen wie Orange kann so ein autarkes Handy natürlich ein wichtiger Baustein in der Marktdurchdringung sein. Wollen die Konkurrenten Telma und Zain gleichziehen, so müssen sie das innovative Handy auch in ihr Angebotsspektrum aufnehmen. Es ist aber auch wahrscheinlich, daß andere Handy-Hersteller, wie Huawei oder Haier künftig auch eine solche kleine Solarfabrik herstellen werden.

Grundsätzlich ist ein solches Handy mit Solarlader zu begrüßen, da es nicht nur im ländlichen Bereich Vorteile hat. Auch in den elektrifizierten Gebieten kann man den Strom der Jirama sparen. Bei großer Nutzerzahl kann das schon einiges ausmachen. Zur Einsparung eines Kraftwerks wird es vermutlich nicht reichen, aber es dürfte sich bemerkbar machen.

Auch das Solarhandy wird irgendwann den Geist aufgeben und vielleicht achtlos weggeworfen, wie es der Rest von einem Handy-Cover oben auf dem Bild verdeutlicht. Recycling von Elektronikschrott oder auch von Altbatterien ist in Madagaskar einfach (noch) nicht vorgesehen.

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