Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Archiv: Dezember 2008

Glaspalast oder…

Neues Minihochhaus in Tana

Ein neuer Skyscraper in Antananarivo? Ein Mini-Hochhaus eher. Man kennt es ja, jeder kann bauen, wie er will. Statische Berechnungen verlangt wahrscheinlich auch keiner, nur einen Bauplan. Ob es auch eine Zufahrt gibt und ausreichende KFZ-Stellplätze? Parkplätze? Wozu! Die Leute haben doch eh kein Auto. Und wenn doch? Auf den Bürgersteig stellen.
Also dieser vermeintliche Glaspalast sieht doch irgendwie recht unprofessionell, ja dilettantisch, aus. Ob es da einen Aufzug gibt? Oder wenigstens ein vernünftiges Treppenhaus? Ob es auch reinregnen wird, wenn das Gebäude keine Baustelle mehr ist? Warum diese Frage? Weil es bei sehr vielen Häusern in Madagaskar hereinregnet, weil einfach grundlegende Faktoren mißachtet werden oder einfach unbekannt sind, am Dach kann man viel falsch machen. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß.

Kürbisranke

Kürbisranke in Madagaskar

Eine Ranke von einem Kürbis, eine Kürbisranke. Einfach nur gelungen, dieses Bild.
In Madagaskar gibt es eine Kürbisart, die, vermute ich, hier heimisch ist und die es woanders nicht gibt. Auf dem Markt, jedenfalls in Antananarivo, bekommt man immer diese eine Sorte Kürbis.

Handy-Angebot ohne Vertrag

Greifen Sie zu, solange das Angebot gilt!

Also ich empfehle, zuzugreifen, so billig finden Sie so schnell kein Handy mehr. Na gut, ich gebe zu, nicht nach dem Preis gefragt zu haben, aber es sieht doch recht billig aus – und gebraucht wird es auch schon sein. Als Ersatzhandy kann man es sicher gut gebrauchen. Oder Sie entscheiden sich für eines der anderen Handys in der Auslage, die sicher auch nicht viel teurer sein dürften.

Alles zu

Der Laden hat zu

Am Abend vom ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember, hat in Madagaskar kaum ein Laden geöffnet. Das Foto aus Ambohitrarahaba liefert den Beweis. Normalerweise, wenn man da vorbeikommt, hat dieses Geschäft geöffnet. Also Frohe Weihnachten!

Schöne Blume oder Unkraut?

Dickstielige Wasserhyazinthe - Eichhornia crassipes

Ursprünglich stammt die Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) aus dem tropischen Südamerika, von wo sie, als Zierpflanze gedacht, ihren Eroberungsfeldzug in die Tropen der ganzen Erde angetreten hat.

Auch in Madagaskar findet sich diese Pflanze, wie das Bild mit schönen Blüten zeigt.

All das hat natürlich nur einer ermöglicht: Der Mensch. Heute klagt man nun in vielen Ländern über eine Plage, denn die Pflanze kann sich so schnell vermehren, daß sich die bedeckte Wasserfläche in nur 2 Wochen verdoppelt.

Die Wasserhyazinthe kann im Schlamm und Schlick wurzeln oder frei treibend auf dem Wasser schwimmen. Die enorme Vermehrung der Pflanzen führt dann zu verschiedenen Problemen. Die Schifffahrt wird zum Beispiel behindert oder Reisfelder werden besiedelt und müssen gejätet werden.

Gelegentlich kommt es vor, daß die Pflanzen in der Trockenzeit in Madagaskar geschnitten werden, um als Viehfutter zu dienen, da Gras nur noch schwer zu finden ist.

Eine positive Eigenschaft der Pflanzen scheint ihr Wasserreinigungsvermögen zu sein. Arsen wurde von ihnen jedenfalls bei Experimenten aus dem Wasser entfernt. Weiterhin gab es Experimente, eine Aufbereitung cyanid- und kupferhaltiger Abwässer aus dem Goldbergbau mit einer alternativen Methode, nämlich dem Einsatz von Eichhornia crassipes, zu erreichen.

Dann gibt es noch eine direkte Auswirkung auf die menschliche Gesundheit. Die oberirdischen Teile der Pflanze kann man essen, und sie werden in manchen Weltgegenden als Beigabe zum Essen verwendet, da sie blähungshemmend sind. Wegen dieser hemmenden Wirkungen für Blähungen und wegen anderer Einflußnahmen im menschlichen Körper werden Eichhornia Präparate in der Homöopathie verwendet. Auf der Seite Homöopathiker steht dazu zu lesen: “Eichhornia hat im Tierversuch bewiesen, daß es eine direkte Wirkung auf den exkretorischen Teil des Pankreas besitzt. Durch die Einnahme der D2 konnten wiederholt chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sehr günstig beeinflusst werden.” Gemeint ist “Eichhornia D2″.

Kastenente Citroën 2CV AK400 Fourgonette im Stau in Antananarivo

Kastenente in Antananarivo

Da ist gerade Stau in Anatananarivo und eine Kastenente, Deux Chevaux, hat sich vor das Objektiv geschoben. Von dieser Art Auto, Citroën 2CV AK400 Fourgonette, fahren in Tana noch viele. Sie werden oft eingesetzt, um Gelegenheitstransporte vorzunehmen.

Es gibt gewisse Stellen in der Stadt, an denen sie stehen. Dort kann man hingehen und sie für eine Fuhre mieten. Es werden alle möglichen Waren oder Güter damit transportiert. Sind die Gegenstände zu sperrig, um in den Innenraum zu passen, dann werden sie auf das Dach gepackt, wie es bei Möbeln der Fall sein kann und wie man auf dem Bild sieht. Auch wenn der innere Laderaum schon vollgepackt ist wird der Rest aufs Dach gebunden.
The sky is the limit.

Gerne werden diese Fahrzeuge mit Fahrer gemietet, wenn ein Umzug ansteht. Oder es werden so viele Reissäcke eingeladen, bis der Federweg nahe null ist – der Motor schafft es irgendwie, den ganzen Ballast vom Fleck zu bringen.

Schöne Bescherung an Heiligabend

Kakerlaken fressen eine Bananenschale

Also das ist ja dann wirklich eine schöne Bescherung.

Wenn man auch Kakerlaken nicht mag, so kann es dennoch interessant sein, sie zu beoabachten. Sobald es dunkel wird, kommen sie in Massen aus dem Komposthaufen heraus. Bananenschalen, wie auf dem Bild, sind dann innerhalb einer Nacht weitestgehend abgenagt.

Diese Insekten kommen nur ihrer Aufgabe nach, die die Natur für sie vorgesehen hat. Natürlich will niemand diese Tiere im Haus haben, aber doch kommt es vor, daß nachts in der Küche eine große Kakerlake spazieren geht, oder 2, oder 3.

Die größere der beiden Arten auf dem Foto ist die Amerikanische Großschabe (Americana planeta), die Art, die auch im Haus gerne mal auftaucht und dort Tomaten und andere Lebensmittel anfrißt. Die dunklere und kleinere Art ist mir namentlich nicht bekannt, man findet diese Art aber sogar, wenn man in der Erde im Garten gräbt.

In Madagaskar gibt es am 24. 12. keine Bescherung, der Weihnachtsmann kommt in der Nacht auf den 25. und die Kinder finden dann ihre Geschenke am Morgen. Also noch etwas Geduld…

Karnivoren

Wespe fliegt zu einer Gelben Schlauchpflanze

1768 habe der Londoner Kaufmann John Ellis an den schwedischen Naturforscher Carl von Linné geschrieben und habe von einer merkwürdigen emfindlichen Pflanze berichtet, die sich von Insekten ernähre. Der damalige Botanik-Papst habe das unwirsch mit der Begründung abgetan, daß das gegen die gottgewollte Ordnung der Natur sei und daher unmöglich. Durch Linné’s Machtwort sei die Diskussion darüber für über 100 Jahre beendet worden. Erst 1875 habe dann Charles Darwin die Existenz fleischfressender (karnivorer) Pflanzen bestätigt. Heute gebe es um die 600 verschiedene Arten von Karnivoren, die bekannt seien.

Die Karnivoren haben unterschiedliche Strategien, um Tiere anzulocken, zu fangen und zu verdauen. Die Pflanzen der Gattung Sonnentau (Drosera), welche über 120 Arten zählt, haben mit klebrigen Sekreten besetzte Tentakel, um die gefangene Beute festzuhalten. Schlauchpflanzen, wie die auf dem Bild zu sehende Gelbe Schlauchpflanze (Sarracenia flava) haben eine trichterförmige Öffnung mit einem Deckel darüber.
Wen das alles genauer interessiert, der findet Informationen in dem Buch “Karnivoren. Biologie und Kultur fleischfressender Pflanzen” der Autoren Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, Prof. Dr. Stefan Porembski, Dr. Rüdiger Seine, Dr. Inge Theisen. Dort werden nicht nur die Lebensräume dokumentiert, sondern es werden auch Fangstrategien fleischfressender Pflanzen erläutert. Für Hobbygärtner hat das Buch wertvolle Tipps parat, was bei der Kultur beachtet werden sollte.
Der Artikel basiert auf den Informationen eines Presseartikels der Uni Bonn. Allerdings ist auf einer Seite zu Fleischfressenden Pflanzen dieser Satz zu finden: “Die erste Art wurde von Carl von Linné 1753 entdeckte und beschrieben.” Wer ist da heute der besser informierte Papst?

Madagaskar beherbergt 2 Kannenpflanzen der Gattung Nepenthes, die an der tropischen Ostküste zu finden sind, nämlich Nepenthes masoalensis und Nepenthes madagascariensis.

Foto: Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, Uni Bonn

Rollendes Matratzenlager

Matratzen werden auf einem Pousse-pousse transportiert

Auch wenn der Schaumstoff der Matratzen nicht so schwer erscheint, so ergibt ein ausreichend hoher Berg doch ein stattliches Gewicht, um schon bei einer kleinen Steigung für 3 Mann zu einer Kraftanstrengung zu werden. In Madagaskar ist es noch immer eine Möglichkeit, einen Transport vorzunehmen, der zwar umweltfreundlich ist und ohne technische Abgase auskommt, der aber einen Stau verursachen kann, wie es auch auf dem Bild sichtbar ist. Leider ist eine solche Anstrengung für die Arbeiter bei den Abgasen von vielen schlecht eingestellten Motoren eher schädlich für die Gesundheit.
Um zu den Matratzen etwas zu bemerken: Bei diesen Vitafoam-Matratzen bildet sich schon nach 2 Nächten eine Kuhle. Diese bleibt dann für den Rest des Matratzenlebens. Das hat dann zumindest den Vorteil, daß man nicht so leicht aus dem Bett fällt. Und Vitafoam ist die Top-Marke der madagassischen Hersteller…

Jacaranda

Blühender Jacaranda-Baum

Jacaranda ist eine Gattung aus der Familie der Trompetenbaumgewächse. Auf dem Bild handelt es ich um den Palisanderholzbaum (Jacaranda mimosifolia) in Madagaskar, der gerade blüht. Diese Bäume stammen aus Südamerika und werden wegen ihrer prächtigen lila Blüten in vielen Ländern, die ein entsprechendes Klima bieten, zur Zierde gepflanzt. Das eigenartige bei diesen Bäumen ist, daß es während der Blütezeit unter ihnen tropft. Wenn man das nicht kennt, dann meint man zuerst, daß es anfängt, zu regnen, aber wenn der Himmel blau ist, dann kann das ja nicht sein. Es ist der Jacarandabaum, der einen mit seinen Tropfen glauben läßt, daß es zu regnen beginnt.

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