Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Archiv: Januar 2009

Andry Rajoelina “TGV” erklärt sich zum Führer von Madagaskar

Teilnehmer der Demonstration in Analakely

Bei der heutigen Demonstration in Analakely wiederholte der gewählte Bürgermeister von Antananarivo die Verfehlungen seines Gegners, Marc Ravalomanana und erklärte sich dann anschließend mit sofortiger Wirkung zum Führer von Madagaskar. Er erklärte an alle Behörden und Staatsorgane, daß er ab jetzt die Befehle erteilt und gab Anweisung, daß am Montag die Ministerien geschlossen bleiben. Auf der Seite von Ravalomanana gab es bis zum Abend nur eines dazu: Funkstille. Dann jedoch kam eine Mitteilung vom Präsidentenamt:
Der Präsident hat erklärt, daß sich am Montag jedermann wieder zur Arbeit begeben muß. Das Justizministerium sowie das Verfassungsgericht werden sich damit beschäftigen, daß der Bürgermeister sich selbst zum Präsidenten erklärt hat und werden die nötigen Maßnahmen treffen. Er hat daran erinnert, daß es in Madagaskar der Präsident der Republik ist, der der Staatschef ist. Er hat bemerkt, daß da 1546 Bürgermeister sind, die sich nicht alle zum Präsidenten proklamieren können. Er bleibt Präsident der Republik und wird sein möglichstes tun, das Land zu entwickeln.
Er hat erklärt, daß das Land im Norden, Süden, Osten und Westen ruhig ist, aber das große Problem ist der mangelnde Zugang der Bevölkerung zu den Produkten der Grundbedürfnisse. Er hat versichert, daß die Regierung und die internationalen Organisationen daran arbeiten, zu versuchen, die Bevölkerung zu versorgen. Er hat versichert, daß es dazu zahlreiche Gerüchte gegeben hat, besonders wegen des Nichtsendens von TVM in den Regionen, was große Auswirkungen auf die Bevölkerung gehabt hat. Aber die Lage ist im Allgemeinen im ganzen Land ruhig.
Er hat außerdem versichert, daß der Premierminister, von einer madagassischen Delegation begleitet, ihn bei der Versammlung der Afrikanischen Union in Addis Abeba nächste Woche repräsentieren wird. Madagaskar wird das Gipfeltreffen der Afrikanischen Union im Juli immer noch empfangen.

Das Bild zeigt die versammelte Menge der Demonstranten.

Die Regierung für TGV oder … nichts?

Hotel de Ville in Tamatave

Den folgenden Artikel hat sobika.com als Leitartikel in französischer Sprache am 30. 1. 2009 auf seine Startseite gestellt. Der Artikel stellt die aktuelle Lage ganz gut dar.

Die Regierung für TGV oder … nichts?

Gestern hat die politische Situation eine eher diplomatische Wendung genommen. Der Präsident gab seine Bereitschaft bekannt, nach einem Treffen mit der FFKM, den Bürgermeister zu treffen. 2 Stunden später, in einem Telefoninterview mit TV5, gab auch Andry Rajoelina seinen Willen, zu diskutieren, bekannt. In einem 5-minütigen Interview konnte man etwas mehr über seine Absichten erfahren. Die Erste ist die Einführung einer Übergangsregierung. Eine Regierung, bei der er die Leitung übernehmen könne. “Es gibt kein festgelegtes Alter, um eine Übergangsregierung zu leiten”, hat er erklärt. Die Zweite ist sein Wille zur Überarbeitung der Bestimmungen der Verfassung, er hat aber nicht gesagt, welche. Jetzt, da die Positionen des Bürgermeisters erklärt sind, erwartet man vom Präsidenten, daß er seine darlegt. Was kann er aber vorschlagen, denn er ist in der Position der Verteidigung und nicht des Angriffs. Marc Ravalomanana hat sich darauf festgelegt, die Lage zu normalisieren. Ministerrat und Zusammenkunft mit dem ausländischen diplomatischen Corps und Ernennung neuer Chefs der Gendarmerie. Wenn die morgen von Andry TGV vorgesehene Demonstration ein Erfolg ist, wird der Handlungsspielraum des Präsidenten sehr gering. Wird er eine von seinem Gegner aufgezwungene Regierung akzeptieren? Das wäre sehr erstaunlich, und das würde für ihn bedeuten, sich mit seinem Mandat unter Vormundschaft zu stellen. Wait and see, was die kommenden Tage für uns vorhalten.

Schüsse auf die Demonstranten von 1991

Dieses Video von französischen Journalisten zeigt einen Teil der Ereignisse vom 10. August 1991, als der damalige Präsident und Diktator von Madagaskar, Didier Ratsiraka, den Schießbefehl zum Schießen auf die Demonstranten gegeben hatte. Ein Zug von Demonstranten war auf dem Weg vom Platz des 13. Mai in Analakely zum Präsidentenpalast in Iavoloha. Der Marsch wurde von einem großen Hubschrauber aus sowjetischer Produktion erwartet, von dem Granaten geworfen wurden. Von den Bodentruppen wurden die Leute über die Felder verfolgt und beschossen. Mehr als 20 Tote sind die Bilanz dieses Tages, der eines der vorangegangenen traurigen Kapitel in der Geschichte Madagaskars ist.

Aufruf von madagassischen Intellektuellen

Hotel des Thermes in Antsirabe

Dieser Text wurde der FFKM (Föderation der Kirchen in Madagaskar) vorgelegt von einer Gruppe von Intellektuellen, die sich Gedanken macht und den Namen sauver-mada (Madagaskar retten) hat.

Vorschläge, die durch eine Intellektuellengruppe erdacht wurden, in der Sorge ihre Beiträge zu einem Weg aus der Krise und zum Wohl der Nation zu leisten.

Angesichts des Ernstes der Lage, die derzeit herrscht und vor dem Risiko, daß die Krise sich in die Regionen ausbreitet und die ganze Insel versengt, bringen wir, eine Gruppe Intellektueller, die besorgt über die Spirale der Gewalt und der Unsicherheit ist, die bereits unschuldige Opfer verursacht hat, die vorliegenden Vorschläge hervor, bevor es zu spät ist:

1 – Reduzierung der Befugnisse des Präsidenten der Republik, die durch die Verfassung definiert wurden, und Suspension der Nationalversammlung und des Senats.

Der Präsident der Republik bleibt in seinem Amt sowohl als Symbol und Garant der nationalen Einheit. Zu diesem Zweck ernennt er einen durch Konsens ausgewählten Premierminister, der mit voller Macht ausgestattet ist, um die Ordnung und die Transparenz wiederherzustellen.

2 – Einführung einer Wohlfahrtsregierung für eine Dauer von höchstens 12 Monaten mit nicht mehr als 22 Mitgliedern.

Die Regierung unter Leitung des Premierministers hat folgende Aufgaben:

• Sicherstellung der Führung der nationalen Geschäfte und die Beziehungen mit der Außenwelt unter Berücksichtigung der momentanen Prioritäten und der internationalen Verpflichtungen.

• Vorbereitung der Einrichtung der künftigen Institutionen.

3 – Erstellen eines Ausschusses durch die Regierung für die Überarbeitung der Verfassung und die Ausarbeitung eines Wahlgesetzes, die den Erwartungen und den Forderungen der Menschen für einen die Demokratie achtenden Staat entsprechen. Die Zusammensetzung eines solchen Ausschusses soll repräsentativ für die verschiedenen Strömungen und Richtungen sein.

4 – Reduzieren der Aktivität der politischen Parteien bis zur Veröffentlichung des Verfassungsentwurfs und des Wahlgesetzes.

5 – Die nationalen Körperschaften, wie FFKM, die Personengesellschaften und der Wirtschaftsverband werden zur Umsetzung ihrer Vorschläge aufgefordert.

Das Beitragen der Institutionen des Systems der Vereinten Nationen und des Diplomatischen Corps in Madagaskar sind höchst wünschenswert ..

6 – Ein Aufruf wird an alle Landsleute gerichtet, die um den nationalen Zusammenhalt, die madagassische Identität und den Stolz besorgt sind, um ihre Unterstützung für diesen Vorschlag beizutragen, da die strahlende Zukunft unseres Landes davon abhängt.

7 – Um die Abhaltung eines ersten Treffens zu diesem Vorschlag zu ermöglichen, wird die
FFKM gebeten, die ersten Einladungen auszusenden.

Gruppe Intellektueller mada-retten

von Alain Rajaonarivony

Erschienen am 28. 1. 2009 auf dem Blog von Alain Rajaonarivony

Forscher warnen vor Gefahr durch Sonnenstürme

Rauchwolke

Wenn ein besonders starker geomagnetischer Sturm der Sonne die Erde erreichen würde, dann könnte dies in der heutigen Zeit katastrophale Folgen haben, wie eine Studie, die von der US-Raumfahrtbehörde Nasa beauftragt wurde, offenbart. Bisher sind die Auswirkungen von solchen Sonnenstürmen nicht so dramatisch gewesen, doch da heute im Hightech-Zeitalter eine weltweite Vernetzung besteht, wird die Gefahr immer größer – und das ist noch nicht überall bis zu den Schaltstellen durchgedrungen. Wenn der Fall eintritt, daß es eine besonders starke Eruption auf der Sonne gibt, dann kann es passieren, daß es einen flächendeckenden Ausfall der Stromversorgung und der Wasserversorgung gibt, denn durch die Vernetzung der Stromnetze und deren Ausfall sind auch die elektrischen Pumpen der Wasserwerke betroffen. Von der Infrastruktur der Elektrizitätsversorgung hängen in der heutigen Zeit alle anderen Wirtschaftszweige mehr oder weniger ab. Daher wäre es so fatal, wenn die Stromversorgung zusammenbricht.
Das Problem ist, daß vagabundierende Ströme in Bodennähe bei einem geomagnetischen Sturm die Kupfer-Wicklungen in Transformatoren zum Schmelzen bringen können. Wenn das in vielen Verteilstationen geschieht, dann können noch die Hochspannungsleitungen, die weite Strecken überbrücken, diese Ströme weiterleiten und somit zum Ausfall von allen angeschlossenen Verteilstationen führen. Innerhalb kürzester Zeit könnten alle wichtigen Infrastrukturen, die auf Strom basieren, zusammenbrechen: Telefonnetze, Radiosender, Fernsehsender, Satellitenstationen, Eisenbahnen, Heizungen, Klimaanlagen, Verkehrsleitsysteme. Die Aussichten wären düster, denn es braucht Wochen bis Monate, um tonnenschwere Transformatoren zu reparieren. Um solchen Ereignissen vorzubeugen, sollten die Infrastrukturen darauf eingerichtet werden daß es zu einer schweren Sonneneruption kommen kann. Man braucht also ein Vorhersagesystem, um im begründeten Ernstfall die Versorgungsnetze entkoppeln zu können.

Foto: aboutpixel / Leona24

Unversöhnliche Logik

Rauchwolke

Nach dem Beginn der Plünderungen und Brandschatzungen in Antananarivo am 26. 1. 2009 wurde als Reaktion darauf in der Zeitung “La Verité” am 27. 1. 2009 dieser Artikel veröffentlicht:

 

Während man auf einen dritten Dieb im Hinterhalt warte, scheine die vorherrschende Lage in der Hauptstadt beiden Seiten aus dem Ruder geglitten zu sein. 20 Tote am gestrigen Tag, so scheine es. Auf jeden Fall seien die verschiedenen brennenden Gebäude von gestern perfekt dafür ausgewählt worden, daß sie Symbole für die ewigen Ableger des aktuellen Regimes gewesen seien, und zwar seit 2002.

Die Unzufriedenheit habe seit sehr langer Zeit in einer verarmten Bevölkerung geschwelt, jeden Gefühls der Sicherheit beraubt und vor allem kein Vertrauen mehr in die aktuellen Führer habend. Es habe permanent unterschwellige Anzeichen gegeben. Die aktuellen Führer seien ständig bei zahlreichen Gelegenheiten angepöbelt worden und die Alarmglocken hätten von allen Seiten geläutet. Aber sie hätten sich taub gestellt und hätten sich in dieser scheinheiligen Überzeugung gefallen, allmächtig und ungestraft zu sein, anders gesagt, über dem Gesetz zu stehen. Niemand, einschließlich der internationalen Gemeinschaft, aber auch die Anhänger des Regimes, könne das bestreiten. Noch vorgestern hätten die Treuen des Regimes Ravalomanana sich in ihrer Haltung der Leichtgläubigkeit in ihrem Lügengebäude verfangen, als sie eine Demonstration der Stärke zeigen wollten, einerseits durch die Dienstverpflichtung aller Beamten, besonders unter den Stäben der Ministerien und andererseits durch die Bezahlung von Empfangsgruppen in den Vierteln. Denn dieses Regime sei überzeugt gewesen, daß man alles kaufen könne, die Seelen, die Wahlstimmen und die Menschen. Außerdem hätten sie die Anhänger in den Randgebieten aufgehetzt. Ungeahnte Energien hätten sich freigesetzt bei dieser vom aktuellen Regime total unterdrückten Bevölkerung, ohne Skrupel und ohne Furcht. Es sei keine Frage, die Gewalttaten sowie den Vandalismus zu billigen. Diese, man müsse sie auch erkennen, seien bereits das tägliche Los der Bevölkerung. Ganz zu schweigen vom Sittenverfall und dem Verfall der Mentalitäten, ein Abbild jener der Führer, die alles andere seien, als Waisenknaben, trotz ihrer vorgeführten Religiosität, besonders dazu bestimmt, das Volk zu verdummen und ihre Perversität zu verbergen. Es gehe also darum, die Gründe dafür zu verstehen. Und da brauche man nicht weit weg zu suchen. Die Aspekte des täglichen Lebens dieser Bevölkerung seien beredt und erklärten für sich das Abgleiten der aktuellen Situation. Vor allem, daß die Führung, angesichts der ständigen Appelle an sie, diese systematisch mit Gleichgültigkeit und Verachtung beantwortet hätte. Es sei klar, daß das Land und die gesamte Bevölkerung nicht unbeschadet aus diesem Chaos und dieser Glut herauskämen. Die Aufrufe zum Dialog, wie alle anderen Aufrufe bezüglich der Entgleisungen des einen oder anderen, würden vergeblich bleiben. Es gebe nun auch noch genug Raum, um den am weitesten verbreiteten Schluß zu bestreiten, gemäß dem in Madagaskar in Sachen Entwicklung einmal mehr alles wieder von vorn zu beginnen sei. Denn faktisch habe seit 2002 oder davor nichts begonnen. Außer den Straßen. Die Führungsriege habe sich, um beim Staatschef und seiner Familie zu beginnen, vor aller Augen in unverschämter Weise bereichert, vor dem ganzen Volk, welches machtlos dem beigewohnt habe, durch wucherischen Ankauf und Inbesitznahme aller Gewerbezweige, ab dem Punkt, an dem Aktivitäten rentabel gewesen seien. Der ganze Staatsapparat sei bis in die letzte Ecke schamlos abgeriegelt gewesen. Das Problem sei, daß die Verpflichtung, den Geldgebern zu gefallen, und im Bemühen der internationalen Gemeinschaft zu gefallen, Ravalomanana den Demokrat gespielt habe. Eine Rolle, die ihm nicht wirklich gepaßt und die er zweifellos verabscheut habe. Aber weitgehend gut gezahlt. Mehr, als die besser bezahlten Akteure Hollywoods. Und das sei das schlagende Argument. Er sei in seinen Ambitionen unersättlich gewesen. Ein abgemessener Appetit mit umstrittenen Zutaten, um sich zu bereichern, das Volk aushungernd: 300% Preissteigerung beim Reis, fast ebenso fürs Wasser und die Elektrizität, sowie die Kraftstoffe – während die Löhne mit lächerlichen und armen 10% Wachstum pro Jahr gestiegen seien. Manche fragten sich, ob das ausreichende Gründe für diese Entgleisungen für vandalistische Taten seien, die dabei seien, sehr beunruhigende Ausmaße anzunehmen und nichts gutes verhießen für das Land, welches buchstäblich unbeherrschbar geworden sei. Das, was klar sein müsse ist, daß die Taten von gestern, die verwerflich und verurteilbar seien, der Ausdruck dieses Unmuts, von dem die Medien ohne Unterlaß gesprochen hätten, seien. Man dürfe auch nicht den Fehler begehen, zu erklären, daß die gesamte madagassische Bevölkerung, daß das Land dennoch einen Stillstand gekannt habe.
Dies möge stimmen, aber das ändere keinesfalls den Mißbrauch, der von den Behörden an der Bevölkerung begangen worden sei. Auf jeden Fall sei das, was derzeit passiere, in jeder Hinsicht beklagenswert, zeige eine unversöhnliche Logik einer Situation, deren Verantwortung zu einem sehr großen Anteil einem einzigen Mann zuzuschreiben sei. Dieser habe tatsächlich den Regen und das gute Wetter im Land gemacht…

Geschrumpfte Münzen – Ein Hokuspokus?

Stromversorgung

Münzen können geschrumpft werden, wenn man sie dem Magnetfeld einer Spule aussetzt. Schon Nikola Tesla, das Genie der Physik, dem wir zum Beispiel das Radio zu verdanken haben und den Wechselstrom, hatte viel mit Spulen und Elektromagnetismus experimentiert. Wie das nun genau funktioniert, sollte man sich auf der Originalseite ansehen, denn es ist auf den ersten Blick faszinierend, wie geschrumpfte Münzen aussehen. Mit bis zu 12.000 Volt Spannung und bis zu 100.000 Ampere Strom werden die Spulen beschickt, die mit ihrer elektromagnetischen Schockwelle die Münze kleiner hämmern. Dieser Strom der Spule induziert dann in der Münze vielleicht 1 Million Ampere. Die momentane Energie, die dabei in die Spule geht, ist vergleichbar mit dem Verbrauch einer mittleren Stadt. Jede Münze benötigt eine eigene Spule, die bei dem Prozeß in einer Explosion zerstört wird. Wer also auch ein Experiment dieser Art machen möchte, sollte sehr genau wissen, was er da macht.
Nicht alle Metalle sind gleich gut geeignet für diesen Prozeß des Münzschrumpfens. Silber, Kupfer und Aluminium aber sind besonders geeignet. Beim Ergebnis, also bei der geschrumpften Münze, bleibt das Gesamtvolumen der Münzen exakt erhalten, dafür nimmt die Dicke entsprechend zu. Das heißt, die Dichte vom Material bleibt, wie sie ist, die Münzen werden also nicht wirklich geschrumpft, sondern eher umgeformt. Eine physikalische Spielerei also, die einen großen Aufwand erfordert.
Das Foto zeigt einen 10.000 Ariary Geldschein und eine 10 Ariary Münze aus Madagaskar.

Magro auch in der Provinz Ziel der Plünderer

Rauchwolke

Heute soll Andry Rajoelina wegen des Dialogs mit Marc Ravalomanana befragt worden sein und er habe diesen abgelehnt. Nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien, könne ein Dialog stattfinden. Die Forderung eines bedingungslosen Rücktritts der Regierung bleibt also bestehen. Einzelne Regierungsvertreter sollen geflüchtet sein oder zurückgetreten sein.

Vom Flugzeug, der neuen Boeing 737-700 “Force One” von Ravalomanana, wird berichtet, daß es gestern in Ivato gegen 18:35 Uhr abgeflogen sei. Gegen 20:45 Uhr sei das Flugzeug wieder auf der Landepiste gesichtet worden. Wo ist der Präsident? Ist er noch im Land?

In Tamatave, Majunga und Tulear habe man heute die Filialen von Magro (Malagasy Grossiste) geplündert. Da dachten die Leute wohl, die Gelegenheit sei günstig, um sich einen Reissack zu holen.
Dabei haben sie auch ignoriert, daß unter den berichteten etwa 20 Toten von Tana einige Plünderer gewesen sein dürften. Wahrscheinlich waren die Mehrzahl dieser Toten Plünderer.

Ergänzung etwa 12:00 Uhr:
Radio Viva sendet wieder.

Ergänzung 13:30 Uhr:
Die Familie Ravalomanana soll mit “ihrem” Jet in Morondava sein.
Rajoelina hat für morgen dazu aufgerufen, zum Platz des 13. Mai zu kommen, da er eine große Nachricht mitzuteilen habe.

Video von der Plünderung einer Filiale von Magro in Tana

Auf dem kurzen Film, der im Internet zirkuliert, sieht man, wie die Plünderer ihre Beute bei Magro wegschleppen. Bei den Säcken dürfte es sich um Reissäcke handeln. Das Video ist am 26. Januar 2006 in Antananarivo (vermutlich bei der Magro-Filiale in Tanjombato) entstanden, als die Wut in Teilen der jungen, armen Bevölkerung überschäumte. Die Bilanz ist traurig, wie schon im letzten Bericht zu lesen war. Zudem hat es erste Tote gegeben. Auch für den Filmer dieser Szenen ist es ein Risiko gewesen, die Diebe bei ihrem üblen Treiben mit der Digicam zu filmen. Der Mob kann grausam und unberechenbar sein.
Selbst auf das Fahrzeug des deutschen Botschafters soll man laut einem Bericht von gestern mit Steinen geworfen haben.

Andry Rajoelina ruft zum Platz des 13. Mai – Jetzt

Rauchwolke

Letzte Nacht sollen neben dem Rova Teile von Sendeanlagen von Söldnern, die von 100 bis 200 Soldaten begleitet und beschützt wurden, abgebaut worden sein. Seitdem sendet Radio Viva nicht mehr. An vielen Stellen in der Stadt hat es Straßensperren von der Bevölkerung gegeben. Die Demonstration am Platz des 13. Mai am Morgen war von vielen Menschen sehr gut besucht gewesen. Von den großen Radiostationen sendet keine mehr. Ein Sender ist noch im Fernsehen zu empfangen: TV-Plus. Dort wurde in einem Schriftband gerade (etwa 15:45 Ortszeit) eingeblendet, die Leute sollen jetzt wieder zum Platz des 13. Mai kommen, da der Bürgermeister Andry Rajoelina etwas zu sagen habe.

Ergänzung 22:30 Uhr

Heute wurde an vielen Stellen der Stadt geplündert und gebrandschatzt.
Opfer der Angriffe sind: Radio und TV Nationale, MBS (Malagasy Broadcasting System), alle 3 Magro-Filialen und Tiko. Aktuell, 22:15 Uhr wird Naza Electronic und Shoprite in Analakely heimgesucht durch Brandschatzer, wie eine der verbliebenen Radiostationen berichtet.

Laut dem Premierminister soll Ravalomanana mit Rajoelina verhandeln.

Jumbo, Leaderprice, Courts in Ankorondrano sowie Citic, das Chinesencenter wurden geplündert.

Drei Radiosender senden noch: Don Bosco, Radio Antsiva und RFI
Eine Fernsehstation soll noch senden: LTV. Der Sender TV-Plus, der am Nachmittag noch sendete, ist nicht mehr zu empfangen.

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