Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Archiv: Januar 2009

Pinkeln – Ein Menschenrecht

Männerklo zum Urinieren

Wenn man in der Stadt ist und muß Mal ganz dringend pinkeln, dann gibt es immer wieder das Problem: Wo? Kann man einfach in ein Restaurant gehen? Oder irgendwo eine öffentliche Toilette suchen?

Ich war noch klein und meine Mutter war mit mir in Bad Nauheim im Kurpark und jemand mußte mal ganz dringend. Da gab es damals eine öffentliche Toilettenanlage, wo man dann 20 Pfennige, also zwei Zehner, reinstecken mußte, damit man die Tür öffnen konnte. Ja und, natürlich waren im Portemonnaie keine 2 Groschen, nur Fünfer, Zweier, Pfennige und Fünfziger. Aber wir hatten Glück, eine Frau kam und mußte auch – und sie hatte 2 Groschen, aber nur 2. Als sie ihr “Geschäft” beendet hatte, hielt sie uns dann liebenswerterweise die Tür offen.

Also ganz klar: Urinieren – und Kacken eigentlich auch – dürfen nichts kosten. Eine Stadt hat dafür zu sorgen, daß ausreichend öffentliche Toiletten vorhanden sind. Das ist ein Grundrecht und dafür darf man keine Bezahlung verlangen. Zumal, wenn es Erregung öffentlichen Ärgernisses ist, wenn man irgendwo in die Ecke pinkelt. Man denke nur einmal an die ganzen älteren Leute, die zunehmend Probleme mit Inkontinenz bekommen. Ja und dann kein passendes Geld? Ein entstehendes Problem sind die Ecken, wo die Leute immer wieder urinieren, wo es dann erbärmlich stinkt. Da werden die Verantwortlichen doch geradezu mit der Nase auf den Mißstand hingewiesen.

In Antananarivo, Madagaskar, gibt es nicht wenige Ecken, wo die Leute ihre Notdurft verrichten. Das sind dann nicht nur die Obdachlosen, sondern auch Passanten, die ein dringendes Bedürfnis haben. Und das muß nicht sein. In Tana gibt es zwar einige öffentliche Toiletten, aber selbst fürs Pinkeln wird Geld verlangt. Besonders die Armen pinkeln dann lieber irgendwo in die Ecke, die Obdachlosen sowieso.

Bezüglich der Finanzierung eines Staates hatte ich bereits im Artikel zur Amtseinführung von Barack Obama erwähnt, daß kein Staat Steuern zur Finanzierung seiner Ausgaben zu erheben braucht, da er das Geld ja einfach drucken kann. Folglich werden auch die anderen öffentlichen Ausgaben so finanziert.

Foto: aboutpixel / Francesco hab ich auch

No change – Liefert Barack Obama den Beweis?

Enttäuschung, Trauer

Die Zweifel daran, daß es keinen Wechsel der Politik durch Barack Hussein Obama geben würde, waren gering. Jetzt, noch keine Woche nach seiner Amtseinführung hat er vermutlich all jene, die so viel Hoffnung in ihn gesetzt hatten, enttäuscht. Und vermutlich realisieren die Meisten seiner Anhänger das nicht ein Mal.
Was ist eigentlich passiert? Laut dem pakistanischen Geheimdienst habe es 22 getötete Zivilisten im Grenzgebiet von Pakistan zu Afghanistan gegeben. Hat Obama den Befehl zum Abschuß von Drohnen gegeben? “Abgekartetes Spiel?” fragt ein Bericht bei orf.at, in dem ausgeführt wird, daß die Angriffe ohne völkerrechtliche Legitimation oder Erlaubnis geschehen. Ein anderer Beitrag: “Yes we can.” Ist Obama damit vielleicht gar schon zum Mörder geworden? Eines kann jedenfalls festgestellt werden: Das ist kein gutes Omen, Mr. Obama. Good night america.
Foto: aboutpixel.de / peter3

TGV mit Volldampf am Platz des 13. Mai

Fernsehbild

Im Radio erinnerten heute gefragte Leute daran, daß Ravalomanana 2002 bei seinem Kampf um die Macht am Platz des 13. Mai gesagt habe, wenn er mit so vielen Menschen, die gegen ihn wären, konfrontiert wäre, dann würde er gehen. Hat er das gesagt, so stellt sich die Frage, ob er dazu steht, denn oben hat man einen kleinen Eindruck von der Menge der Leute: Wird er gehen? Am Montag wird man dann sehen können, wie viele Menschen inzwischen gegen ihn auf die Straße gehen, denn Rajoelina hat zu einer neuen Demonstration am Montag aufgerufen, wobei er diesen Tag als schulfrei erklärt hat.
Heute waren noch sehr viel mehr Menschen bei der Demonstration in Ambohijatovo, als am letzten Samstag, so, daß man wegen der Begrenztheit des Platzes beschlossen hat, zum Platz des 13. Mai umzuziehen. Das hat nun in Madagaskar schon eine gewisse Tradition. Wird das auch einmal ein Ende haben? Dabei kommen einem die Bilder eines französischen Filmberichts in den Sinn, als am 10. August 1991 der damalige Präsident Didier Ratsiraka den Befehl gab, auf die Demonstranten zu schießen, die vom Platz des 13. Mai zum Regierungspalast in Iavoloha marschierten.
Die Forderung von Rajoelina an Ravalomanana, der gerade mit seinem neuen Flugzeug in Südafrika weilt: Er soll den Rücktritt erklären.
Auf dem Bild sind die Menschenmassen in Ambohijatovo zu sehen, bevor sie nach Analakely zum Platz des 13. Mai umgezogen sind.

Der Gepard – Eine genmanipulierte Chimäre?

Gepard im Tierpark

Im Internet kann man auf die These stoßen, daß der Gepard (Acinonyx jubatus) möglicherweise schon vor langer Zeit das Produkt einer genetischen Manipulation geworden sei, da er wie eine Mischung aus Hund und Katze daherkomme, so etwas wie eine Chimäre. Vor allem die Tatsache, daß der Gepard keine scharfen Krallen hat, wie die anderen Katzenarten, hat wohl zu solchen Überlegungen geführt. Da wurde dann auch angeführt, daß Geparde ihre Krallen nicht einziehen können.
Das klang ja durchaus interessant, aber Beweise dafür fehlten. Zu dem Thema gibt es eine sehr ausführliche Arbeit von dem Biologen Christian Zuppinger zu finden. Zuppinger hat verschiedene Aspekte, die zur Klärung der aufgeworfenen Frage dienen können, analysiert, um die eingangs erwähnte These zu zerpflücken. So stellt er beispielsweise auch fest, daß der Gepard seine Krallen sehr wohl einziehen kann, allerdings nicht sehr weit. Gen-Analysen werden zu Rate gezogen, der Haushund und seine Geschichte werden analysiert. Der Haushund stammt vom Wolf ab und alle Hunderassen haben somit ihre Wurzeln im Wolf. Auch der stellvertretend erwähnte Azawakh, eine Windhundrasse aus der Sahelzone in Afrika, die in einer sehr lockeren Bindung zu den Tuareg lebt. Die Jagstrategien der verschiedenen Tiere werden betrachtet und auch die Skelette werden verglichen. Insgesamt eine sehr aufschlußreiche Arbeit, die zu dem Schluß kommt, daß mit den vorliegenden Kenntnissen nicht davon auszugehen ist, daß die Möglichkeit besteht, daß der Gepard eine durch eine Genmanipulation erzeugte Chimäre ist.

Foto: aboutpixel / Iss was? © bebe

Inflation – Preis fürs Hotelzimmer verdoppelt und dann…

Zelten unter Sternenhimmel

Es war 1991 in Zaire. Schon bevor ich, aus Uganda kommend, in Zaire eingereist war, hatte ich mitbekommen, daß es dort eine hohe Inflation gab. Ich war schon 2 Nächte in Goma am Kivu-See, und am Morgen mußte man das Hotelzimmer für die kommende Nacht bezahlen. Ich habe also mein Geld bereit und bekomme dann einen Zettel als Rechnung, auf dem gerade Mal die doppelte Summe des Preises der Vortage steht. Da habe ich sofort protestiert, aber der Angestellte konnte auch nichts ändern. Also habe ich mich gleich auf die Socken gemacht, um ein neues Zimmer zu suchen. Nur habe ich keines gefunden, es war alles belegt oder eben auch zu teuer. Also bin ich zu den Campingplätzen gegangen, um dort zu fragen. Der Preis dort war dann auch um einiges niedriger, als in einem Hotel, allerdings mußte man dazu ein Zelt haben. Hatte ich ja auch zum Glück für den Notfall dabei, denn das war jetzt eindeutig ein solcher. Am Abend, als ich dann schlafen wollte, begann es zu regnen. Es wurde ein richtiger tropischer Schauer und mein Zelt war nur ein billiges Eindachzelt, das ich zu 39,90 DM gekauft hatte. Und bei so einem Preis nur 2 kg Gewicht, das war doch ein guter Kompromiß. Nun sollte sich herausstellen, ob es wirklich ein so guter Kompromiß war. Es begann bald, an den Nähten hereinzulaufen. Also habe ich mein ganzes Gepäck bis auf das Handtuch wieder eingepackt. Eine meiner Taschen war eine wasserdichte Ortlieb Backroller der ersten Generation. Nun schüttete es draußen, wie aus Eimern und ich hockte in meinem Zelt und das Wasser lief herein. Je länger der Regen dauerte, um so mehr bemerkte ich, daß unter der Bodenwanne vom Zelt schon eine Wasserschicht war. Das Wasser lief nicht ab und die gesamte Wiese stand etwa 10 cm unter Wasser. Als der Regen nachgelassen hatte, wischte ich das ganze eingedrungene Wasser auf und beförderte es nach draußen in den See. Die Bodenwanne hielt zum Glück dicht und auch bei dem weiterhin leichten Regen kam fast kein Wasser mehr ins Zelt, so, daß ich doch noch eine angenehme Nacht hatte. Neben mir hatte allerdings eine andere Deutsche weniger Glück mit ihrem ausgeliehenen Eindachzelt. Oder sie hatte sich einfach nur dumm angestellt, das weiß ich aber heute nicht mehr. Jedenfalls wurde ihr Schlafsack naß und sie hat die ganze Nacht gefroren. Ich bin dann noch über eine Woche auf dem Campingplatz geblieben, da die Felge meines Hinterrades kaputt war und ich eine neue Felge brauchte. Bei einer kanadisch-zairischen NGO hat dann ein Helfer tatsächlich eine gebrauchte Mountainbikefelge aufgetrieben, die zwar leicht krumm war, aber unter den gegebenen Umständen ein Geschenk des Himmels. Da ich noch nie eine Felge eingespeicht hatte, brauchte ich drei Versuche und der Speichenschlüssel hätte es auch kein 4. Mal mehr gemacht. Das war so ein billiges Multi-Werkzeug für alle Nippelgrößen, das sehr schnell abgenutzt war. Die Felge war zwar noch nicht optimal zentriert, aber das war auch nicht so leicht, diesen krummen Hund gerade zu bekommen. Und da mir kein weiterer Versuch gegönnt war, war es so gut genug.

Foto: aboutpixel / Joachim Spengler

Mineralöl im Gesicht – Hautkrebs durch Sonnencreme?

Sonnenbad im Pool

Die Sonne scheint und gleich machen die Leute was? Sie schmieren sich Mineralöl auf die Haut, da das als Sonnenschutz für die Haut dienen soll. Mineralöl ist aber für die Haut nun Mal keine Substanz, an die sie gewöhnt ist. Und je länger dieses Öl den Säuren, die die Haut ausscheidet, und den UV-Strahlen ausgesetzt ist, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß sich hier ganz neue Chemikalien bilden. Und mit diesen giftigen Chemikalien weiß der Körper nicht umzugehen und startet ein abnormes Zellwachstum? Der Krebs ist da – Hautkrebs.
Der Mensch ist von der Natur so ausgestattet worden, daß die Haut ihren eigenen Sonnenschutz mit Pigmenten aufbaut. Dazu braucht sie einige Tage, bevor der volle Schutz erreicht ist. Hautprobleme werden sicherlich auch durch normale Cremes verursacht, man kleistert sich ja auch damit die Hautporen zu. Aber wenn man sich damit nicht intensiv sonnt, sind die Auswirkungen nicht gar so gravierend. Würde man eine Studie machen, in der zwischen zwei Gruppen untersucht wird, wann es häufiger Hautkrebs gibt, dann wird das sicher in der Gruppe sein, die Sonnenmilch, Sonnencreme, Sonnenöl, Hautlotion und so weiter benutzt. Je höher der “Schutzfaktor” um so größer die Hautkrebsrate? Verschwindend gering dürfte sie bei natürlich lebenden Menschen sein. Wie immer geht es hier um große finanzielle Interessen, daher sollte man sich einmal überlegen, ob an obigen provokativen Überlegungen nicht ein Fünkchen Wahrheit dran sein könnte. Die Natur kann es mit Sicherheit besser, als die Chemiefabrik. Übrigens: UV-Strahlen haben eine wachstumshemmende Wirkung auf Tumorzellen! Das soll also die Ursache für den Hautkrebs sein? Ein sehr wichtiger Faktor bei diesem Thema ist sicherlich noch eine gesunde Ernährung. Ein interessanter Artikel zum Thema und ein weiterer, nicht weniger interessanter Artikel.
Foto: aboutpixel / Thomas Pieruschek

Osteoporose – Die Milch macht’s

Milchtrinker

Wer jetzt gedacht hat, die Milch kittet die löchrigen Knochen, der hat sich geirrt. Kuhmilch ist das beste Lebensmittel, das es gibt, es gibt kein besseres – für das Kalb.

Für ein Baby ist das beste Lebensmittel die Muttermilch.

Ein Säugling und ein Kalb haben jedoch ganz andere Ansprüche an ihre Nährstoffe. Das Kalb muß schnell wachsen und braucht daher einen hohen Anteil an Proteinen und Kalzium, der Säugling legt seinen Fokus auf die Entwicklung des Gehirns und benötigt daher Fettsäuren.

Wenn das Baby oder dann schon Kleinkind nach und nach von der Muttermilch entwöhnt wird, verliert es auch bald die Fähigkeit, Laktase herzustellen, das ist das Enzym, das für die Verdauung der Laktose (Milchzucker) in der Milch notwendig ist. Das war schon beim Neandertaler so und lediglich dort, wo die Menschen seit langer Zeit Kuhmilch konsumieren, ist dieser Rückgang nicht mehr so stark.

Bei den meisten Völkern ist dieser Rückgang aber nach wie vor gegeben, wie bei den Völkern in Asien und den meisten Völkern in Afrika, wo die Massai in Kenia eine Ausnahme darstellen. Milch kann dort sehr schlecht bis gar nicht verdaut werden. Gibt man den Hungernden dort Milch oder Milchpulver, dann bekommen sie oft Durchfall.

Das Baby einer Mutter, die Milchpulver ißt, kann deshalb über die Muttermilch Durchfall bekommen und daran sterben. Da denke man nur daran, was angerichtet wird, wenn in Afrika eine Hungersnot ausgebrochen ist und als Hilfslieferung bekommen die Leute Milchpulver!

Gibt man einem Kalb nur ultrahocherhitzte, homogenisierte Milch zum Trinken, dann wird dieses Kalb das nicht sehr lange überleben. Was ein Kalb umbringt – und für das Kalb war diese Milch ursprünglich gedacht – soll für den Menschen gesund sein, wie die Werbung uns weismachen will?

Und wie ist das jetzt mit dem Kalzium? Wir brauchen doch Kalzium für unsere Knochen. Ja, wir brauchen Kalzium, aber das Kalzium der Kuhmilch können wir nicht oder nur sehr schlecht verwerten.

Fatalerweise verlieren wir sogar Kalzium nach dem “Genuß” der Milch. Der Körper scheidet nämlich tatsächlich mehr Kalzium aus, als er mit der Milch aufnimmt. Hinzu kommt, daß das Kalzium der Kuhmilch dann teilwiese im Körper als Kalk abgelagert wird.

Osteoporose tritt hauptsächlich in Ländern mit hohem Milchkonsum auf. Die Asiaten oder Afrikaner, die traditionell so gut wie keine Kuhmilch tranken, kennen diese Krankheit fast nicht.

Also halten wir fest: Osteoporose wird hauptsächlich durch Kuhmilch verursacht. Die Interessen werden immer vom Kapital vertreten, Gesundheit ist da Nebensache. Daher sind diese Wahrheiten noch so selten irgendwo zu finden.

Dem Schadstoff Kuhmilch (für den Menschen) und den daraus hergestellten Produkten, wie zum Beispiel Joghurt, Schlagsahne, Quark, Käse, Kefir oder Milcheis werden noch einige weitere Krankheiten angelastet. Die Mittelohrentzündung bei Kleinkindern oder Babys zum Beispiel, die das Hörvermögen für’s ganze Leben beeinträchtigen kann. Viele der Schwerhörigen könnten somit aufgrund des Konsums von Kuhmilchprodukten zu ihrer Schwerhörigkeit gekommen sein.

Wem etwas an seiner Gesundheit und vor allem auch an der Gesundheit seines Säuglings liegt, der sollte sich weiter mit dem Thema beschäftigen! Was immer mehr bekannt wird: Rohkost ist die dem Menschen zugedachte Nahrung. Wichtig für die Gesundheit ist dabei hauptsächlich das Blattgrün oder Chlorophyll.

Lesenswert zur Milch:

Der Murks mit der Milch
Milch ist eine feine Sache… Milch – und die Ursache von Kalziummangel
Gesund ohne Milch

Wer nun trotz der Kenntnis um die negativen Auswirkungen der Kuhmilch weiterhin Milch trinken möchte, dem sei empfohlen, sich diese frisch vom Euter bei einem Bio-Bauern zu holen. Wenn der Bauer die Rohmilch nicht als Nahrungsmittel verkaufen will, dann soll er sie eben als Badezusatz deklariert verkaufen.

Foto: aboutpixel / Thomas Pieruschek

Barack Obama, Du hast keine Chance! Nutze sie!

Grenzenloser Jubel

Nun ist also der erste Amerikaner mit Wurzeln in Afrika Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Millionen Menschen sollen extra nach Washington gekommen sein, um das mitzuerleben. Auf jeden Fall haben hunderte von Millionen oder gar über eine Milliarde Menschen der Amtseinführung von Barack Hussein Obama zugesehen. Welch ein Kontrast zu der letzten Amtseinführung von George Bush.
Die Realität ist, daß nun unglaubliche Hoffnungen und Erwartungen vom amerikanischen Volk auf seinen Schultern lasten. Und er wird diese nicht erfüllen können, denn er ist zum Scheitern verurteilt. Wohl kaum ein Präsident mußte unter so ungünstigen Bedingungen sein Amt antreten, wie jetzt Barack Obama. Warum auch sollte Obama alle Hoffnungen seines Volkes erfüllen können? Das Finanzsystem steht vor dem Kollaps und es ist ja auch so gewollt. Wer sich dazu ein paar Gedanken macht oder ein bißchen recherchiert, wird bald feststellen, daß das Zinssystem in seiner derzeitigen Form das Problem ist. Sehen wir uns dabei die Notenbank an, die Federal Reserve in den USA, dann stellen wir vielleicht mit Erstaunen fest, daß diese eine Privatbank ist! Wie bitte? Ja, so ist es, der Staat ist nicht Eigentümer der Notenbank. Alleine das ist schon so abartig, daß einem die Haare zu Berge stehen könnten. Warum muß ein Staat überhaupt Schulden machen und bei wem? Ein souveräner Staat muß keine Schulden machen, denn er kann Geld drucken. Auch die unbeliebten Steuern, wie Mehrwertsteuer, Einkommensteuer, Mineralölsteuer muß kein Staat eintreiben, da man beispielsweise das benötigte Geld für den Haushalt einfach druckt. Das ist noch ein weites Feld, soll jetzt hier aber nicht weiter erörtert werden. Also selbst dann, wenn Obama insgeheim nicht mit dem System einverstanden wäre, hätte er kaum eine Chance, etwas zu ändern. Wer den großen Machtinteressen im Weg steht, wird beseitigt, siehe John Fitzgerald Kennedy (JFK) oder auch aktuell Jörg Haider, der ja eigentlich nur ein kleineres Licht war. Was die Welt wirklich erwartet, kann man sehen, wenn man sich ansieht, welche Leute Obama verpflichtet hat. Auf der Seite von Radio Utopie kann man lesen: “Für die Welt ist es egal, welcher Vertreter des Systems, im Sinne des Systems entscheidet und das System so nicht nur unterstützt, sondern dauerhaft erhält und ausbaut.” und es wird ein Banner gezeigt: Barack O’Cain (because they’re all the same!) mit einem Kreuz daneben. Dennoch, der Mut eines JFK wäre wünschenswert.
Aber, wie man so schön sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Warnung an den Radiosender Viva

Der Firmensitz von Viva TV und Radio

Die Midi berichtet heute, am 20. 1. 2009, daß der Minister für Telekommunikation, Post und Kommunikation, Bruno Andriatavison, gestern einen Mahnbrief an die Radiostation Viva gesendet habe. In dem Brief wird auf ein Dekret verwiesen, das der Radiosender Viva mit seinen Programminhalten verletze. Jeder Verstoß gegen diese Bestimmungen stelle den Inhaber vor seine Verantwortung und konfrontiere ihn mit den dafür vorgesehenen Sanktionen.

 

Es wird hier damit gedroht, auch den Radiosender von Viva in Ambohimitsimbina zu schließen. Daher bewachen einige Entschlossene das Gebäude des Senders, wie oben auf dem Foto zu sehen ist.

Eine Woche in Zaire auf den Zug gewartet

Diesel-Lok

1991 traf ich Rick aus Kanada in Harare, der Hauptstadt von Zimbabwe. Er war, wie ich auch, mit dem Fahrrad in Afrika unterwegs. Es war unser zweites Aufeinadertreffen, nachdem wir uns Monate zuvor schon in Nairobi getroffen hatten. Rick konnte mich davon überzeugen, mit ihm zusammen bis nach Lagos in Nigeria zu fahren. Fast zwangsläufig mußten wir also durch Zaire fahren, da das Land so groß und zentral gelegen ist. Das Visum besorgten wir bei der Botschaft gleich in Harare. Wir fragten auch gleich nach dem Permis Minière, da wir wußten, daß man das in Zaire braucht, wenn man durch das ganze Land reisen wollte. Man sagte uns aber, daß man dieses nur in Kinshasa beim Ministerium bekomme.

Also machten wir uns ohne Visum auf den Weg. Ein LKW, der einer Südafrikanerin gehörte, die Rick kennengelernt hatte, nahm uns mit von Harare bis nach Chingola in Sambia, von wo aus wir dann bis nach Lubumbashi geradelt sind. Am Ende einer bequemen Tagestour waren wir also in Lubumbashi und suchten eine Unterkunft. Ich weiß nicht mehr, wie wir da hingeraten waren, aber wir sind in einem Nebengebäude einer Kirche untergekommen. Ein Jugendlicher freundete sich sogleich mit uns an und half uns bei allen Fragen. Unsere Frage war, ob und wann es einen Zug nach Kananga gibt. Die Frage, wann der Zug fahren würde, konnte er uns nicht beantworten, aber er brachte uns zum Bahnhof. Dort stellten wir fest, daß die Abfahrt des nächsten Zuges nach Kananga in 7 Tagen sein würde. Wir fragten nach dem Preis für eine Fahrkarte und unser Freund meinte dann, wir sollten die Karten noch nicht kaufen, da er jemanden kenne, der uns die Karten billiger verschaffen könne.

Am nächsten Tag sind wir also mit dem Freund des Freundes zum Bahnhof gegangen. Der neue Freund ging dort in ein Büro und sprach mit einer wichtigen Person. Als er wieder heraus kam, meinte er dann, wir müßten am Mittag nochmal hinkommen. Da der neue Freund nicht mehr kam, haben wir die Tickets zum normalen Preis gekauft und die Tage bis zur Abfahrt gewartet. Bei dem Freund, der uns die Tickets nicht mehr billiger besorgt hatte, waren wir zum Essen eingeladen. Dort ist das Hauptgericht gekochtes Maismehl, Beilage war eine aus Okra-Schoten gekochte Soße, die Fäden zog, wie Kaugummi. Wenn man es nicht gewohnt ist mit den Fingern zu essen, dann klebt der Mais einem an den Fingern fest. Unsere Gastgeber behielten fast saubere Finger, trotz des klebrigen Maisbreis. Dann wurden wir noch auf eine Hochzeitsfeier mitgeschleppt und alle freuten sich, daß wir gekommen waren. Auch einen jungen Deutschen lernten wir noch in Lubumbashi kennen, der irgendwelche krumme Geschäfte im Zusammenhang mit Kupfer machte. Lubumbashi gehört zum Copperbelt und es gibt dort viele Kupferminen.

Am Tag der Abfahrt saßen wir dann stundenlang schon im Zug und warteten auf die Abfahrt – keiner hatte uns gesagt, daß erst der aus Ilebo kommende Zug im Bahnhof sein muß, damit wir losfahren können. Dann kam ein Zug in den Bahnhof eingefahren und die ganzen Fahrgäste liefen draußen vorbei. Da sah ich Jean-Luc aus Ajaccio auf Korsika, den ich auch schon aus Kenia kannte und mit dem ich in Ostzaire bei Goma den Vulkan Nyiragongo bestiegen hatte. Er war danach in einem Einbaum auf dem Kongo bis nach Kinshasa gefahren. Und dann war er mit einer Fähre bis nach Ilebo gefahren, wo man alle Ausländer ohne Permis Minière sofort ins Gefängnis steckte und erst nach Zahlung einer hohen Strafe wieder frei ließ, wie er jetzt erzählte. Wir waren also gewarnt.

3 Tage sollte die Fahrt dauern, also genug Zeit, sich einzurichten. Ein Mitreisender aus Angola, der mit im Abteil war, hatte sich in Lubumbashi einen Radiorekorder mit eingebauter Taschenlampe gekauft und wollte das Gerät, stolz wie er war, jetzt ausprobieren und natürlich vorführen. Leider war es nun so, daß nichts funktionierte und die ganze Belegschaft des Abteils, 8 Personen, schallend lachen mußte – na gut der arme Kerl hat nur halb mitgelacht, er war es ja, der den Schaden hatte. Aber hätte er das Gerät nicht schon beim Kauf testen müssen, zumal er keine Möglichkeit haben würde, zu reklamieren? Am Abend ging es dann darum, einen guten Platz zum Schlafen zu ergattern. Die Nacht war unbequem, aber man hat sie irgendwie hinter sich gebracht.

Am nächsten Tag dann ein Aufenthalt in einem kleinen Städtchen. Der Zug bleibt stehen, und draußen am Bahnsteig ist ein buntes Treiben. Händler, die mit ihren Waren in den Zug einsteigen wollen, Verkäufer, die auf kleinen Tabletts etwas zum Essen verkaufen. Obstverkäufer, Kinder, Schaulustige. Da spricht mich ein Mann an und behauptet, Polizist zu sein, ich solle ihm doch bitte einmal meinen Paß zeigen. Da der Mann in zivil gekleidet ist, ignoriere ich ihn einfach und gehe zurück in unser Abteil, um Rick von dem Vorfall zu erzählen. Kurz danach kommt dieser Mann zu unserem Abteil, diesmal begleitet von 2 uniformierten Männern. Wieder sagt er, er sei Polizist und bittet darum, meinen Paß kontrollieren zu dürfen. Nun gebe ich ihm also meinen Paß. Auch Rick’s Paß will er dann sehen. Rick ist schlau und hält ihm den Paß hin, behält ihn aber in seinen Händen. Da meint der Polizist in zivil, ich solle doch einmal mitkommen in die Wache, die sei nicht weit weg. Er wolle kein Geld, sondern er mache ja auch nur seinen Job.

Okay, was bleibt mir übrig, er hat meinen Paß, also gehen wir mit ihm zu einem etwa 100 m entfernten Büro. Dort läßt er uns an einem Tisch sitzen und legt mir nun einen kopierten Zettel hin und fragt, ob ich französisch verstehe. Natürlich, was reden wir denn die ganze Zeit? Also soll ich den Zettel lesen. Ich lese in dem Gesetzestext, daß wer kein Permis Minière hat, bestraft werden kann mit einer Geldstrafe und oder Gefängnis. Wohlgemerkt: Eine der Strafen alleine oder beide zusammen. Nun kommt der Mann wieder und will wissen, ob ich den Zettel gelesen habe. Ich bejahe. Dann fragt er, ob ich es auch verstanden habe. Ich bejahe wieder. Dann will er wissen, was ich dazu meine. Ich sagte ihm also, daß er gesagt hatte, kein Geld zu wollen und folglich auch keines bekommen werde.

In diesem Moment tutete die Lok unseres Zuges und ich sagte sofort in einem sehr bestimmten Ton mit drohendem Finger: “Ich habe all mein Hab und Gut, inklusive meinem Geld, in dem Zug! Wenn der Zug ohne mich abfährt, dann sind Sie verantwortlich!” Der Mann überlegte kurz, um dann zu sagen: “On y va.” Wir beeilten uns, zurück zum Zug zu kommen und gingen in unser Abteil zurück. Der Zug stand dann noch eine weitere halbe Stunde dort, bevor er weiter fuhr. Da hatten wir also richtig großes Glück gehabt, das hätte nämlich auch richtig teuer werden können.

Foto: aboutpixel.de / Moonlight

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