Pinkeln – Ein Menschenrecht

Wenn man in der Stadt ist und muß Mal ganz dringend pinkeln, dann gibt es immer wieder das Problem: Wo? Kann man einfach in ein Restaurant gehen? Oder irgendwo eine öffentliche Toilette suchen?
Ich war noch klein und meine Mutter war mit mir in Bad Nauheim im Kurpark und jemand mußte mal ganz dringend. Da gab es damals eine öffentliche Toilettenanlage, wo man dann 20 Pfennige, also zwei Zehner, reinstecken mußte, damit man die Tür öffnen konnte. Ja und, natürlich waren im Portemonnaie keine 2 Groschen, nur Fünfer, Zweier, Pfennige und Fünfziger. Aber wir hatten Glück, eine Frau kam und mußte auch – und sie hatte 2 Groschen, aber nur 2. Als sie ihr “Geschäft” beendet hatte, hielt sie uns dann liebenswerterweise die Tür offen.
Also ganz klar: Urinieren – und Kacken eigentlich auch – dürfen nichts kosten. Eine Stadt hat dafür zu sorgen, daß ausreichend öffentliche Toiletten vorhanden sind. Das ist ein Grundrecht und dafür darf man keine Bezahlung verlangen. Zumal, wenn es Erregung öffentlichen Ärgernisses ist, wenn man irgendwo in die Ecke pinkelt. Man denke nur einmal an die ganzen älteren Leute, die zunehmend Probleme mit Inkontinenz bekommen. Ja und dann kein passendes Geld? Ein entstehendes Problem sind die Ecken, wo die Leute immer wieder urinieren, wo es dann erbärmlich stinkt. Da werden die Verantwortlichen doch geradezu mit der Nase auf den Mißstand hingewiesen.
In Antananarivo, Madagaskar, gibt es nicht wenige Ecken, wo die Leute ihre Notdurft verrichten. Das sind dann nicht nur die Obdachlosen, sondern auch Passanten, die ein dringendes Bedürfnis haben. Und das muß nicht sein. In Tana gibt es zwar einige öffentliche Toiletten, aber selbst fürs Pinkeln wird Geld verlangt. Besonders die Armen pinkeln dann lieber irgendwo in die Ecke, die Obdachlosen sowieso.
Bezüglich der Finanzierung eines Staates hatte ich bereits im Artikel zur Amtseinführung von Barack Obama erwähnt, daß kein Staat Steuern zur Finanzierung seiner Ausgaben zu erheben braucht, da er das Geld ja einfach drucken kann. Folglich werden auch die anderen öffentlichen Ausgaben so finanziert.
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Montag, 30. März 2009 um 19:50
Sehe ich auch so. Wir haben in der Schule mal über die Angewohnheiten in England geredet und da hat uns unser Lehrer erzählt das man da umberechnet 3 Euro einwerfen muss. Und ein Schüler hatte dann gesagt : ” Da geht man ja lieber raus. ” Und da hat unser Lehrer gemeint das das dann sehr teuer werden kann. Und was soll man sonst machen wenn man kein Geld mit hat????? Muss man dann etwa auch noch eine strafe bezahlen wenn man sich in die Hosen macht?
Mittwoch, 1. April 2009 um 03:21
Deutsche Schüler pinkeln auch nicht mehr lange umsonst, wie dieser Artikel in der Frankfurter aufzeigt. Grundlegende menschliche Bedürfnisse sollen privatisiert werden. Und nebenbei gibt es neue Arbeitsplätze für das sogenannte “Prekariat”. Bitte nicht mehr von der “Kulturnation Deutschland” reden.
Mittwoch, 15. Dezember 2010 um 09:55
Seit in vielen Bahnhöfen die Toiletten mit Drehkreuzen blockiert sind pinkle ich schnell noch im Zug, wenn dieser in den Bahnhof einfährt. Wenn das nicht mehr klappt pinkle ich im Bahnhof in eine unbeobachtete Ecke.
Wenn ich einen Einkaufsbummel mache und keine kostenlose Toilette finde fahre ich nach Hause, gehe zu Hause ins Klo und bestelle die Einkäufe im Internet. Wenn ich in einen Laden gehe, dann kann ich nicht einkaufen, wenn mich die Blase drückt.
Städte müssen für öffentliche Sanitäranlagen sorgen, so wie das noch vor 20 Jahren überall der Fall war. Sonst kaufen die Leute eben nichts mehr in den Städten ein, weil sie zum Pinkeln nach Hause fahren müssen.
Mittwoch, 15. Dezember 2010 um 21:17
Aus dem vollen Leben gegriffen werden wir hier wieder mit dem zum Himmel stinkenden Problem konfrontiert, wenn die Menschen sich gezwungen sehen, ihre Notdurft in irgendwelchen dunklen Ecken zu verrichten.
Und dabei ist auf dieser Seite noch gar nicht erwähnt, daß Frauen diesbezüglich ganz stark im Nachteil sind, denn kaum eine Frau – wenn sie denn Hosen an hat – wird diese herunterlassen und blank ziehen wollen.
Man kann nur wünschen, daß möglichst viele verantwortliche Kommunalpolitiker immer wieder mit diesem Problem konfrontiert werden – und zwar mit dem nötigen Druck auf der eigenen Blase.