Die meisten Deutschen haben sie, die Lebensversicherung. Genauer eigentlich die Kapitallebensversicherung.
Ganze Horden von Versicherungsvertretern und selbsternannten Finanzoptimierern ziehen durch die Lande und sind dabei doch hauptsächlich auf ihre Provision bedacht. Und durch die Vermittlung von Lebensversicherungsverträgen erzielen sie dann den Großteil ihres Einkommens in Form einer Abschlußprovision, die bei einer KLV, wie sie im Branchenjargon genannt wird, durchaus 4,5% ausmachen kann. Das heißt, der Vermittler erhält bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro eine Provision von etwa 4500 Euro.
Bevor dann der erste Euro überhaupt bei dem Vertrag als Guthaben gebucht wird und als Rückkaufwert zu Buche schlägt, zahlt der Kunde erst einmal für die Provision und sonstige Kosten der Versicherungsgesellschaft, was meist etwa 2 Jahre ist.
Eine Kapitallebensversicherung ist eigentlich weniger eine Versicherung, sondern eher ein Sparvertrag, der auch mit einem kleinen Teil eine Versicherung für den Todesfall beinhaltet.
Nun kann man aber durchaus darauf hinweisen, daß man das als “Legalen Betrug” ansehen kann, wie schon 1983 das Landgericht Hamburg in einer Entscheidung feststellte. Daher sollte man annehemen, daß das nicht die optimale Möglichkeit ist, sein Vermögen anzulegen. Auch nicht dann, wenn man die LV als HVT anbietet, nämlich als Hypothekenvortilgung, wo mit dem Argument geworben wird, daß man quasi mit dem Zeitpunkt des Abschlusses der Versicherung bereits beginnt, eine hypothetische Hypothek zu tilgen, die man in der Zukunft einmal aufnehmen möchte.
Das Geld der Anleger wird überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, zum Beispiel Staatsanleihen – also sicher. Sicher? Nicht wirklich, denn wenn es zu einer Hyperinflation mit anschließender Währungsreform kommt, dann bleibt da wohl kaum noch etwas davon übrig.
Irgendwann müssen die Staatsschulden getilgt werden – und eine Hyperinflation ist dafür für den Staat das optimale Mittel.
Was sollte man nun mit einer solchen Lebensversicherung jetzt in dieser Zeit der Weltwirtschaftskrise anfangen? Wenn man Vertrauen in das System hat, dann braucht man nichts zu unternehmen.
Ist man aber der Meinung, daß die exorbitante Staatsverschuldung überall auf der Welt zu einer Hyperinflation führen wird, dann sollte man seine Lebensversicherung entweder möglichst schnell kündigen und auszahlen lassen oder an eine Firma verkaufen, die sich auf den Ankauf von Lebensversicherungen spezialisiert hat, wobei in diesem Fall mit einem größeren Erlös gerechnet werden kann.
Und mit diesem erhaltenen Geld kann man sich dann echtes Geld kaufen, nämlich Silber oder Gold, das in Zeiten der Inflation immer seinen Wert behalten hat. Eine Unze Gold bleibt 1 Unze Gold und eine Unze Silber bleibt 1 Unze Silber. Unter Insidern wird der Wertentwicklung von Silber ein weitaus höheres Potential eingeräumt, als beim Gold, was damit begründet wird, daß Silber auch ein Industriemetall ist und verbraucht wird.