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Reisproduktion in Madagaskar – Analamanga erwartet hohe Produktionssteigerung

Entenschwarm am Reisfeld

In der Region Analamanga, zu welcher Antananarivo gehört, rechnet man für die Reisernte der Saison 2008-2009 mit 480.000 Tonnen, gegenüber 405.000 Tonnen in der vorangegangenen Periode, wie ein Artikel in der Midi Madagasikara gemeldet hatte. Die Bauern sollten dafür sensibilisiert werden, künftig im Rahmen der Grünen Revolution zu produzieren, um der Nahrungsmittelkrise zu begegnen. Das sei die Herausforderung, der sich die Regionaldirektion für ländliche Entwicklung der Region Analamanga gegenübersehe. Man habe eine Demonstrationsfläche von 50 ha bei jeder Kommune eingerichtet und könne dann vor Ort mit Einweisern über die Gemeindebüros (Fokontany) angemessene Techniken vermitteln und es gebe auch spürbare Auswirkungen darauf. Durch lybische Traktoren habe man neue Flächen nutzen können. Über 1.000 Tonnen Dünger würden den Bauern in dieser Saison zur Verfügung gestellt.

Nun kann man sich wieder fragen, was das soll! Man hat den Propheten im Land, aber da zählt er nichts? Schon vor längerer Zeit hat ein französischer Pater, Henri de Laulanié de Sainte Croix, ein Ingenieur der Agronomie, ein Verfahren gefunden, mit dem der Ertrag auf den Reisfeldern extrem gesteigert werden kann – und zwar ohne Chemie. Ich hatte darüber bereits 2003 berichtet. Laut dem Artikel der Midi von 2003 hatte Madagaskar eine durchschnittliche Produktion von 2 Tonnen Reis pro Hektar, was sehr wenig ist. Das von Laulanié entwickelte Verfahren erbringt in Madagaskar bis zu 23 Tonnen pro Hektar und wird schon in vielen anderen Ländern angewendet und auch an Universitäten wird dazu geforscht. Schon 1990 wurde zur Unterstützung dieses Systems zur intensiven Reiskultur SRI “Système de Riziculture Intensive” ein Verein mit dem Namen Tefy Saina gegründet. Tefy Saina kann man übersetzen mit “Den Verstand schmieden” oder “Die Schmiede des Verstandes”. Es gibt dazu eine Seite mit dem Namen tefysaina.org, die aber leider nur auf französisch existiert.
Schon alleine das Wissen, daß man die Pflänzchen im Ansaatfeld möglichst bald nach der Keimung einzeln pikieren muß, könnte den Ertrag der Bauern schon enorm steigern. Auf einem Dokument der Cornell University in Ithaca, New York, findet man den Hinweis, daß abgeerntete Reispflanzen wieder austreiben und noch eine Ernte erbringen können. Dieser Text in englischer Sprache ist für die meisten Leser sicher besser verständlich und wenn man ihn gelesen hat, dann ist man in gewisser Weise vielleicht ein größerer Reisexperte als die meisten Madagassen. Eine Seite aus Indien zeigt, daß man auch dort mit dem SRI arbeitet.

Es muß endlich in die richtige Richtung gedacht werden. Chemische Dünger kosten Geld und müssen importiert werden. Hinzu kommt, daß die damit produzierten Pflanzen im Vergleich zu natürlich produzierten minderwertiger sind. Das mag der Eine oder Andere jetzt nicht glauben, aber man kann das wohl anhand der Biophotonen nachweisen. Also besser sollte man mit der Natur produzieren.
Vielleicht hat das Ganze aber auch damit zu tun, daß Chemiekonzerne ihre Produkte verkaufen wollen und diese Interessen mit den entsprechenden Summen an Geld in den Markt drücken wollen. Und die Bestechlichkeit in Madagaskar ist ja durchaus ein ernstes Problem.
In Madagaskar könnte man ein Exempel statuieren und die Nutzung von chemischen Produkten, besonders von Giften, verbieten. Das würde dem Land einen außergewöhnlichen Ruf in der ganzen Welt bringen und viele Anhänger der Bio-Bewegung, die ja immer größer wird, würden in das gelobte Land pilgern: Madagaskar. Und für jede Reise würde das dann noch ein zusätzliches Argument darstellen – der Tourismus allgemein würde also auch profitieren.

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1 Kommentar

  1. Wolfgang:

    ich stimme dem letzten Absatz uneingeschränkt zu – aber leider scheint sich madagaskar zu einem Spielball industrieller (und damit nationaler)Interessen zu entwickeln.

    Leider !!

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