Flicken der Schlaglöcher nach der Regenzeit – Die Reparatur-Arbeiten schreiten voran in Antananarivo

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In tropischen Ländern entstehen die großen Schäden an den Straßen vor allem in der Regenzeit. Wenn die Straße die ersten kleinen Risse hat und das Regenwasser in der Regenzeit oft wie aus Eimern geschüttet auf der Fahrbahn landet, dann spült das Wasser alle losen Teilchen weg. Von den Autoreifen wird das auf der Straße stehende Wasser mit Druck in die Ritzen gepreßt und noch mehr Partikel können sich lösen. Innerhalb weniger Tage können so aus aus einem kleinen Loch riesige Krater werden, die auch immer tiefer werden. Die Tücke dabei ist, daß man viele Schlaglöcher bei nasser Fahrbahn nicht erkennt, da sie bis zum Rand mit Wasser gefüllt sind und sich nicht von der intakten Fahrbahndecke unterscheiden lassen. Bei Dunkelheit ist dieser Effekt besonders ausgeprägt. Wenn man eine Strecke regelmäßig fährt, dann kennt man natürlich die Schlaglöcher. Aber selbst dann kann es passieren, daß sich neue Löcher entwickelt haben, die man noch nicht kennt. Eigentlich sollte man Schlagloch-Suchtruppen oder Straßenbegeher durch die Stadt schicken, um die Löcher in kleinem Zustand sofort wieder zu schließen. Das dürfte billiger sein, da man weniger Material benötigt und die Auswirkungen auf den Verkehr sollten sich auch positiv bemerkbar machen. Die Schlaglöcher haben verschiedene negative Seiten. Sie verursachen für die öffentlichen Kassen Kosten, die für die Reparatur anfallen. Schlimmer sind aber die Folgen, wenn Autofahrer sich genötigt sehen, um ihre Autos vor Beschädigungen zu schützen, Slalom um die Schlaglöcher zu fahren. Manchmal schert dann ein Auto plötzlich zur Seite aus, weil der Fahrer den Krater nicht früh genug gesehen hatte. Dieses Ausweichen führt dann nicht selten zu gefährlichen Situationen, die sicher auch immer wieder mal mit einem Unfall enden. Dabei kann es auch die schwächeren Verkehrsteilnehmer treffen, die keine Knautschzone haben, wie Fußgänger oder Fahrradfahrer. Während der Regenzeit gibt es dann Arbeitslose, die sich mit Spaten und Schubkarren bewaffnen und an besonders schlimmen Stellen die Löcher mit Bauschutt, Erde oder Steinen auffüllen. Eine solche provisorische Instandsetzung hält dann maximal einige Regentage und die Freiwilligen können ihre Arbeit erneut beginnen. Dafür erbetteln sie sich dann von den Autofahrern ein Entgelt. In Antananarivo werden die Löcher im Asphalt meist mehrmals durch die CUA (Commune Urbaine d’Antananarivo) repariert. Schon in der Regenzeit beginnt man mit den Arbeiten, wenn die Straße zu viele und große Löcher hat. Wenn die Regenzeit vorbei ist, dann werden alle Löcher gestopft. Nein, nicht alle, denn wir sind ja in Madagaskar! Ein großes Loch läßt man gerne mal übrig, um es erst Monate später zu schließen. Auf dem Foto oben kann man die Arbeiten in Ambohitrarahaba sehen. Das letzte Mal, als man dort die ganze Straße geteert hatte, waren am Tag nach der Asphaltierung wieder die ersten Löcher im neuen Asphalt und die Firma, die den Auftrag hatte, mußte nachbessern. Hier ist ein Problem, daß gespart wird, wo es nur geht. So wird am Teer gespart und die Steine haften dann nicht mehr so gut aneinander. Natürlich kommt es auch vor, daß die Arbeiter ein Teerfaß klauen, um es zu verkaufen. Und der Teer fehlt dann eben auf der Straße, die entsprechend kürzer hält. Ein weiteres Übel ist die meist zu dünne Asphaltdecke, weil die Ebbe in den kommunalen Kassen die Entscheidung für eine Billiglösung oft diktieren dürfte. Erstaunlich, daß man jetzt, bei der anhaltenden Krise, das Geld hat, um selbst Nebenstraßen zu reparieren. Daß die Kommunen nicht genug Geld haben, das ist aber nicht nur in Afrika ein Problem, auch in Berlin zum Beispiel weiß man nicht, wo man mit den knappen Mitteln die Prioritäten setzen soll. Als “Belohnung” am Ende noch ein Extrembeispiel: Ein brutales Schlagloch in Rußland, das schon fast die Autos verschluckt. Diese Grube dürfte für eine gehörige Schadsumme an den durchfahrenden Autos gut sein. |










