Feuerbrand im Obstbau am Apfelbaum? Lieber bio-logisch gesund – Bio-Hefe ist besser, als Streptomycin
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Feuerbrand (Erwinia amylovora) ist eine Bakterien-Krankheit, von der besonders Obstbäume betroffen sind. Die bisherigen Ansätze für eine Behandlung kamen für Bio-Bauern eigentlich nicht in Betracht. Man verwendete nämlich zum Beispiel das Antibiotikum Streptomycin (Handelsname Strepto), von dem bei Untersuchungen häufig Rückstände in Äpfeln und in Honig gefunden wurden. Außerdem finden die Produkte Plantomycin und “Firewall 17 WP” noch Verwendung. Feuerbrand ist eine in Österreich und Südtirol schon bei Verdacht meldepflichtige Pflanzen-Krankheit, die epidemisch auftreten kann. Befallen werden können besonders Rosengewächse wie Kernobst (Apfel, Birne, Quitte) und verwandte Zierpflanzen, wie zum Beispiel Cotoneaster. Bei betroffenen Pflanzen welken die Blätter vom Stiel und verfärben sich braun oder schwarz, Zweige krümmen sich wegen des Wasserverlusts nach unten. Relativ auf den Bestand werden hauptsächlich Birnbäume befallen, an zweiter Stelle stehen Apfelbäume. Allerdings ist die Anzahl der angepflanzten Apfelbäume weitaus größer, als die der Birnbäume. Bei Befall in einer Obstplantage kann das durch die verursachten Schäden schnell auch die Existenz des Pflanzers kosten. Besonders groß ist die Gefahr bei Niederstämmen, da diese im Gegensatz zu den Hochstämmen eine relativ kleine Krone haben und bei einem Schnitt mit dem Sicherheitszuschlag dies einer kompletten Rodung gleichkommen kann. Hochstamm-Apfelbäume im Streuobst-Anbau sollen laut NABU den Befall der Erreger über den Winter aussitzen können und im Folgejahr zeige sich kein Feuerbrandbefall mehr. Wegen der häufigen und überhöhten Rückstandswerte im Honig haben Die Grünen in Baden-Württemberg ein Verbot von Streptomycin gefordert, welches beim Einsatz die Schäden um bis zu 90 % eindämmen soll, und die Förderung und Nutzung von “Hefepräparaten” propagiert, die minimal weniger wirksam sind. Nun haben die Bio-Obstbauern und natürlich auch die anderen Obstbauern etwas bessere Karten, denn es gibt bei Blüteninfektion, welches der häufigste Übertragungsweg für die Krankheit ist, also biologische Alternativen zu dem Gift aus der Chemiefabrik. Die bio-ferm GmbH in Tulln bietet zum Beispiel als Alternative zu den gesundheitsbedenklichen Antibiotika das Pflanzenschutzmittel “Blossom Protect fb” als Produkt an. Das Mittel basiert auf dem hefeartigen Pilz Aureobasidium pullulans und ist jetzt in Österreich zugelassen. Der Pilz Aureobasidium pullulans, der in Gebäuden wiederum selbst als gefährlicher Schädling betrachtet wird, entzieht anderen Mikroben die Lebensgrundlage, ohne dabei die Pflanze selbst zu schädigen. Ein weiteres Pilz-Produkt ist Candida sake, welches für Privatanwender nicht erhältlich sein soll. Dann gibt es noch ein Mischprodukt aus Candida sake und Metschnikowia pulcherrima. Das Tonerdepräparat Myco-Sin soll eine Teilwirkung gegen Feuerbrand haben. “Biocontrol-Präparate mit Gegenspieler-Organismen wie Bacillus subtilis (BioPro, Serenade)“ Calciumhydroxid oder Löschkalk ist ein weißes Pulver, welches einen pH-Wert von 12-13 hat und daher ätzend auf die meisten Organismen wirkt, die auf der Blattoberfläche oder Blütenoberfläche angesiedelt sind. In Deutschland wird das Mittel, welches nicht ganz unumstritten ist, im Obstanbau eingesetzt. Die Strittigkeit kommt daher, weil die Chemikalie auch Nützlinge töten kann. Weitere mögliche Mittel, die gegen Feuerbrand eingesetzt werden könnten, verrät eine Diplomarbeit, sofern man bereit ist, dafür 48 Euro zu bezahlen.
Und jetzt wird berichtet, daß Obstbau-Forscher am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München (TUM) daran forschen, den Wirkmechanismus des Spritzmittels zu ergründen, das auf dem Aureobasidium pullulans basiert.
So, wie auf dem obigen Foto könnte man den Feuerbrand bei einem Apfel zwar auch interpretieren, aber dazu findet man beispielsweise bei Wikipedia ein realistischeres Bild. Foto: aboutpixel.de / Mosquita
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