Babys müssen getragen werden und brauchen Körperkontakt Tag und Nacht – Das ist die Basis für das Glück

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Wie werden Babys aber in unserer Kultur heute behandelt? Anstatt das Neugeborene der Mutter auf den Bauch zu legen, wird das kleine, hilflose Wesen sofort abgenabelt, gewaschen, gewogen und dergleichen Blödsinn mehr. Das war so nie vorgesehen im göttlichen Plan für das Baby. Das setzte sich dann fort in der weiteren Behandlung, denn man legte die Babys in einen Raum zusammen, getrennt von ihrer Mutter. Eigentlich sollte man sich einmal überlegen, ob das nicht seelische Grausamkeit ist, die schon an Folter grenzt. Leider wird den Menschen in unserer technisierten Welt immer mehr das Zulassen von Gefühlen abtrainiert, man richtet sich nach irgendwelchen technisch und rational orientierten Ratgebern, Intuition oder Gefühl sind kaum noch gefragt. Eher Gefühlskälte, wenn man rät, das Baby schreien zu lassen. Folglich fährt man sein Baby dann auch im Kinderwagen durch die Gegend, anstatt ihm das zu geben, was es erwartet und braucht: Körperkontakt! Viele Mütter machen sich heutzutage gar so sehr Sorgen um die Optik ihrer wohlgeformten Brüste, daß sie ihrem Baby die für es bestimmte und durch nichts zu ersetzende Muttermilch vorenthalten. Durch diese ganzen Fehlbehandlungen, die der Mehrheit von uns zuteil geworden sind, kann man ganz klar gravierende Defizite erkennen, die sich im Leben bemerkbar machen, beim einen mehr, beim anderen weniger. Der Mangel an körperlicher Nähe, Liebe und Zuwendung setzt sich dann im folgenden Leben immer weiter fort. Das Konkurrenzdenken dominiert die Erziehung, die Gesellschaft – selbst bei Spielen geht es fast immer um Konkurrenz. So wundert es nicht, wenn das System dieser Gesellschaft eine Negativ-Auslese als das Nonplusultra für das Staatswesen favorisiert. Von der Amerikanerin Jean Liedloff wurde zwar schon vor langer Zeit bei den Yequana-Indianern im Urwald von Venezuela erkannt, woran unser System krankt, doch leider haben sich ihre Erkenntnisse nicht weit genug herumgesprochen. Ihr Buch “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück: Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit” ist zwar zu Recht ein gut verkauftes Buch, vielleicht gar ein Bestseller, aber wann sieht man in Deutschland oder in Europa mal jemanden ein Baby tragen, zum Beispiel beim Einkaufen? Jean Liedloff hat den Begriff Kontinuum-Konzept geprägt. Wer schon mal einen Eindruck von den Erkenntnissen aus der Feder von Frau Liedloff bekommen will, der lese den Artikel “Die große Bedeutung des Getragenwerdens” auf den Seiten des deutschsprachigen Liedloff Continuum Netzwerks, wo man auch noch weitere interessante Artikel finden kann. Es ist zu hoffen, daß jetzt jedem ein Licht aufgeht und daß diese Erkenntnisse immer mehr umgesetzt werden, sie scheinen der Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft zu sein. Auch in Madagaskar ist es bei den ärmeren sozialen Schichten noch ganz normal, daß das Baby immer am Körper getragen wird, immer dabei ist. Wenn man das Buch von Jean Liedloff gelesen hat, dann fällt einem nachträglich etwas dazu auf: Von solchen Säuglingen hört man kaum einmal ein lautes Schreien, wie von den Babys, die nicht immer getragen werden. Langanhaltendes Schreien hört man eigentlich nur von den Reichen – welch’ Armut… Bei kleinen Kindern kann man übrigens versuchen, noch etwas gutzumachen, indem man sie nachts im elterlichen Bett schlafen läßt – so lange, bis sie nach ihrem eigenen Bett verlangen. Das Bild oben zeigt, wie es nicht nur in Madagaskar sein sollte: Das Baby wird mitgenommen, auf dem Arm getragen. Die Zeitschrift Eltern hat auf ihrer Internetpräsenz einen interessanten Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, der über Erkenntnisse der Forscherin Dr. Heidi Keller, Professorin für Psychologie (Fachgebiet Entwicklung und Kultur) der Universität Osnabrück, berichtet. Besonders wird vom Umgang mit Kindern und Babys beim Volksstamm der Nso berichtet, der in Kamerun in Afrika lebt. |






