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Taschenlampentest: Lichtzauber im Reisfeld – Zweibrüder LED-Lenser M1, M5 und K3 bringen Licht ins Dunkel

[Trigami-Review]

Die Taschenlampe liegt in der Papaya

Da Madagaskar in den Tropen ist wird es schon am frühen Abend dunkel, je nach Jahreszeit so zwischen 17 und 18 Uhr. Die Phase der Dämmerung dauert dabei vielleicht eine halbe Stunde und dann ist es richtig dunkel, rabenschwarze Nacht. Wenn man also mal länger irgendwo bleibt, als geplant, dann kommt man schnell in die Dunkelheit. Dafür könnte man eine kleine LED-Taschenlampe gebrauchen, die man immer in der Tasche hat. Da kann man dann auch durch’s Reisfeld heimgehen, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Man wird von den Abgasen der Autos verschont und hat auch noch ein abenteuerliches Naturerlebnis.

Ich wollte also eine Taschenlampe kaufen und habe dazu im Internet nach einer kleinen LED-Taschenlampe geforscht, die mit nur einer AAA-Batterie auskommt. Bei ebay wurde ich fündig. Das Ding war neu und für einen Euro plus 2 Euro Versandkosten habe ich es bekommen. Ich habe es mir dann nach Madagaskar mitbringen lassen.
Die Enttäuschung war groß, denn es war keine LED-Taschenlampe, sondern eine herkömmliche Lampe mit Glühbirnchen, welches den Strom dann auch schnell in Wärme umgewandelt hat, weniger in Licht.

Jetzt aber hat mir die Firma Zweibrüder Optoelectronics aus Solingen zum Glück richtig gute Taschenlampen zur Verfügung gestellt: Das Modell LED Lenser M1, das Modell LED Lenser M5 und noch das Modell LED Lenser K3.

LED Lenser M5 der Firma Zweibrüder am hellichten Tag

Kurzes Portrait der Firma und ihrer beiden Chefs, welche die Zwillingsbrüder Harald und Rainer Opolka sind: “Millionäre dank Taschenlampen“.

Schon auf den Bildern sehen die Hightech-Geräte richtig edel aus und auch die Realität läßt dann, wenn man sie in den Händen hat, erkennen, daß es sich um sehr hochwertige Produkte handelt, eben Hochleistungs-LED-Taschenlampen.

Nimmt man die Lampe in die Hand, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, man hält die Lampe so, wie man es von einer Taschenlampe gewohnt ist, dann muß man die andere Hand zum Schalten nehmen – oder man nimmt die Lampe so, daß man sie mit der Hand schalten kann, in der man sie hält. Der Finger zum Schalten ist dann üblicherweise der Daumen. Wenn man in dieser Lage mit der Lampe dann nach vorne leuchten will, dann muß man den Unterarm nach oben nehmen oder die Hand etwas verkrampft halten oder die Lampe umdrehen. Passender im Sinne der Ergonomie wäre also, wenn der Schalter an der Seite vom Lampengehäuse wäre und nicht im Batterifachdeckel integriert.

Mit dem Tastschalter kann man 4 Funktionen schalten: Im Haupt-Modus fließt kein Strom und die Lampe bleibt dunkel. Im Power-Modus brennt die LED volles Rohr, im blendfreien Dimm-Modus ist Sparflamme mit 15% angesagt und im Strobe-Modus blinkt die Lampe wie ein Stroboskop-Blitz in der Disco. Das ist eigentlich als Funktion zur Selbstverteidigung gedacht, aber wer erinnert sich in einer Schocksituation eines Angriffs an die Funktion und tippt den Schalter 2 Mal an, um beim dritten Mal die Taste durchzudrücken?

LED Lenser K3 von der Firma Zweibrüder

Was sind denn nun die Vorteile der LED Lenser M1, die hier jetzt getestet wird?

Beginnen kann man da mit dem ansprechenden Design. Wenn man das High-Tech-Gerät in die Hand nimmt, dann stellt man fest, daß es mit einer Länge von 9,7 cm und einem Gewicht von 78 g mit Batterie gerade so groß ist, um nicht zu klein zu sein. Hochtechnologie in einer Taschenlampe – ja, so muß man das nennen, denn schon der Fakt, daß es sich bei so einem kleinen Teil um eine fokussierbare LED-Taschenlampe handelt, die die Vorteile eines Reflektors mit den Vorteilen einer Linse verbindet, gebietet das. Das Verfahren ist zum Patent angemeldet und heißt “Advanced Focus System”. Das System mit dem Speed-Focus-Schiebesystem funktioniert ähnlich, wie ein Zoomobjektiv bei einer Kamera, nur, daß es hier umgekehrt ist, denn hier wird kein Licht eingefangen, sondern entfesselt – mit einer dynamischen Lichtkegelregulierung.

Schraubt man die Endkappe mit dem Tastschalter ab, so sieht man, daß die Kontakte für die Batterie hartvergoldet sind, damit keine Korrosion das Fließen des Stroms be- oder gar verhindern kann. Zum Einsatz kommt eine hochstromfähige CR123 Lithium-Batterie mit 3 V.

Wenn man dann mit dem aus Metall bestehenden Taster, der vom Prinzip mit dem meiner Digitalkamera ähnlich ist, den Strom dann erst mal zum Fließen gebracht hat, dann gelangt dieser in eine Mikroprozessor-Steuerung, wo der Strom gepulst wird, was eine entscheidende Ersparnis bewirkt. So beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Batterie bei diesem Modell 8 Stunden.

Es wäre allerdings wünschenswert, daß man die Elektronik aller angebotenen Lampen so auslegt, daß sie problemlos mit Batterien oder Akkus betrieben werden können! Derzeit steht auf dem Beipackzettel der M5: “Die Verwendung von hochstromfähigen Batterien und Akkus ist wegen anderer elektrischer Werte nicht zugelassen.” Dennoch ist dieses Modell für den Betrieb mit Akkus freigegeben, wie man lesen kann.

Jetzt knipsen wir das Wunderding also endlich an: Das Licht kommt aus der Cree-LED geschossen – und man ist baff. Sooo hell ist die Lampe mit ihren 155 Lumen. Schon die kleine K3 mit ihren 14 Lumen ist fast so hell, wie eine chinesische LED-Lampe mit 26 LED’s. Die M5 stellt das bei weitem in den Schatten und die M1 stellt dann nochmal die M5 in den Schatten. Mit dem gebündelten Lichtstrahl der M1 kann man Dinge extrem weit erhellen, laut Prospekt sollen das erstaunliche 146 m sein. Leider ist bei meiner Lampe aber ein kleiner Widerstand beim Fokussieren, was vielleicht von einer fehlerhaften Gummidichtung herrührt. Beim Zurückschieben gibt es den Widerstand nicht.

Wem der Power-Modus zu hell ist, der schaltet vielleicht gleich weiter zum blendfreien Dimm-Modus. Spätestens da fällt dann auf, daß der Lichtkreis, den die Lampe im Defokussier-Modus auf die Wand projiziert, recht homogen erscheint, wie man ihn bei anderen Lampen noch nicht gesehen hat. Bei weiter entfernten Objekten, deren Ausleuchtung man wünscht, fokussiert man mit dem Lampenkopf und hat so die optimale Lichtausbeute.

Lichtspiel im Reisfeld

Was jetzt noch erwähnenswert ist: Die Firma Zweibrüder hat eine Community eingerichtet, um sich über ihre Produkte austauschen zu können. Dort werden von den Spezialisten der Firma auch alle technischen Fragen beantwortet, man kommt also durchaus zu interessanten neuen Erkenntnissen.

Zu der Fotosession im Reisfeld:
Die besten Bilder kann man machen, wenn man die besondere Lichtstimmung der Dämmerung nutzt. Da die Sonne in Madagaskar, wie oben schon erwähnt, so schnell verschwindet, ist der Zeitraum für eine solche Aktion recht knapp. Es sind nur etwa 10 Minuten mit dem besten Licht. Davor ist es noch etwas zu hell und danach ist es schon zu dunkel. Bei dem Foto mit dem Helfer im Bild war es so: Die LED Lenser M1 wurde mit einem Nähfaden an eine 3 m lange Bambusstange gebunden und so in den Schlamm eingetaucht, wobei das Wasser wider Erwarten so trübe war, daß sich kein weiter Strahl im Wasser zeigen konnte. Also habe ich mit der K3 in der rechten Hand und lang gestrecktem Arm einen Lichtkegel auf die Wasseroberfläche projiziert, während der Helfer auf der anderen Seite vom Reisfeld stand und mit der M5 für das Gegenlicht sorgte. Dann löste ich mit der linken Hand den Auslöser der Digitalkamera aus, die auf einem Stativ stand.

Das Foto ohne Statist entstand zum Schluß der Fotoserie. Eigentlich war es da schon etwas zu dunkel. Ich habe auch nur dieses eine Bild mit dieser Idee gemacht. Als ich nämlich die M1 mit der Bambusstange wieder aus dem Wasser geangelt habe, baumelte diese in der Luft über dem Reisfeld. Damit nun der Lichtkegel der Lampe ins Bild geriet mußte ich das Bambusrohr ganz unten anpacken, um möglichst weit zu kommen. Das ist eine schwierige Situation für den Fotografen, denn sie erfordert etwas Anstrengung mit der einen Hand, weil die Stange in ihrer ganzen Länge ja einen nicht zu vernachlässigenden Hebeleffekt hat. Die linke Hand wurde natürlich wieder zum Auslösen benötigt, für einen Blick auf das Display des Fotoapparats hat es da nicht mehr gereicht, einfach abdrücken. Das Leuchtobjekt oben in der Mitte auf dem Bild ist übrigens die baumelnde Taschenlampe, nicht der Mond oder gar ein UFO.

Reisfeld wird von oben angeleuchtet

Den etwa 20-minütigen Tauchgang mit Schlamm hat die M1 zwar überstanden, aber es ist wohl doch etwas Wasser eingedrungen, wie sich an dem Kondenswasser an der Linse zeigt. Vermutlich hängt das mit meiner Annahme zusammen, daß am Widerstand beim Fokussieren ein defekter Dichtungsgummi schuld ist. Wenn die Fabrik in China in der Nähe eines Reisfelds liegt, dann könnte man ja in Erwägung ziehen, jede Taschenlampe dort auf Wasserdichtheit zu testen? Jetzt fragt sich nur: Wo ist das Fenster zum Lüften? Gut, daß es das Modularsystem bei den Lampen gibt. So kann man nämlich tatsächlich das Fenster öffnen und das Wasser verdunsten lassen, indem man den oberen Teil, den Lampenkopf nämlich, einfach abschraubt – sofern man genug Kraft in den Fingern hat und das kleine Ding auch noch kraftvoll packen kann.

Eine LED Lenser: Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, dann will man nichts anderes mehr, da juckt es sogar, zu erfahren, wie hell das Spitzenmodell LED Lenser X21 wirklich ist. Abschließend kann man somit festhalten, auch, wenn manche Kleinigkeiten noch verbesserungsfähig sind:
Zu diesen Lampen gibt es keine Alternative.

Kondenswasser nach Wassereinbruch nach Schlammbad

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3 Kommentare

  1. tanalahy:

    Würde Dir ja gerne eine Neue M1 verkaufen, aber…

  2. admin:

    Ja, wenn die noch nicht lieferbar ist, dann bist Du eben groß im Vorteil. Verkaufe Dein Testexemplar doch meistbietend bei ebay, vielleicht kannst Du sie ja richtig teuer losschlagen mit dem Neuheiten-Bonus?

  3. tanalahy:

    Gute Idee! Geht leider nicht, meine Familie ist schon ganz heiss darauf. Und Weihnachten steht vor der Tür.

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