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Echte Feige (Ficus carica) – Die einzige Feige am Feigenbaum ist reif: Weich, wässrig und honigsüß – ein Genuß

Feigenviertel vor dem Verzehr

Die Gattung der Feigen zählt mehrere hundert verschiedene Arten, eine davon ist die Echte Feige, die die Früchte liefert, die man aus dem Supermarkt oder vielleicht von einem Türkeiurlaub oder einem Urlaub in einem anderen Land um’s Mittelmeer kennt.

Das Eigentümliche bei den Feigen ist, daß alle Feigenarten von kleinen Wespen befruchtet werden. Viele Feigenarten sind dabei auf eine bestimmte Wespenart angewiesen, das heißt, daß das Verschwinden des einen Partners unweigerlich das Verschwinden des anderen Partners zur Folge haben wird.

Bei der Echten Feige ist die Sache mit der Bestäubung recht kompliziert, beim Artikel von Wikipedia weiß man aber in etwa, wie das ablaufen könnte. In der englischen Version erfährt man, daß die Blüte die Frucht ist, die Frucht ist also eine Scheinfrucht.

In Antananarivo habe ich auf den Märkten bisher noch keine Feige im Angebot gesehen. Da stellt sich die Frage, warum eigentlich nicht? Werden Feigen denn nicht angebaut in Madagaskar? Oder bin ich immer zum unpassenden Moment auf den Markt gegangen?

Aber es gibt sie doch, die Pflanzen, die man aus Stecklingen vermehrt und in Anosy auf dem Blumenmarkt und Pflanzenmarkt zum Kauf anbietet. Da kommt unser Baum jedenfalls her, der jetzt so 3 m hoch sein dürfte. Die Frucht hat es bis zur Reife gebracht und man könnte vermuten, daß dafür eine Parthenokarpie oder auch Jungfernfrüchtigkeit verantwortlich ist.

Jedoch ist zu beachten, was im oben verlinkten Wikipedia-Artikel steht: “Die Blütenökologie ist bei der Echten Feige noch komplizierter als bei der Gattung Feigen generell, da hier nicht nur Feige und Feigenwespen interagieren, sondern zusätzlich zwei Feigenvarietäten zusammenspielen müssen.”

Die Frucht an unserem Bäumchen sah von außen irgendwie krank oder gar faul aus und bei leichter Druckprüfung fühlte sie sich untypisch weich an für eine Feige – zumindest dann, wenn man nur die festen rot-violetten Feigen aus dem Supermarkt kennt, die innen auch recht trocken sind. Aber der Geruchstest und der gleich anschließende Geschmackstest nach dem Aufschneiden wurde voll bestanden, zuckersüß waren die extrem weichen und saftigen Frucht-Eingeweide, wobei das Aroma noch etwas intensiver hätte sein dürfen. Von der Optik allerdings erinnert das Fruchtfleisch irgendwie an Maden.

Da Feigen sehr gesund sind und auch gut schmecken, sollte es doch auch in Madagaskar möglich sein, daß sie irgendwann in der Zukunft das Angebot des lokalen Obsthandels erweitern.

Unreife Feigen-Scheinfrucht

Feige in verzehrbereitem Zustand

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