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Marktüberblick: Geldtransfer per Handy – Überweisung ohne Bankkonto – Zukunftstrend in Afrika, Asien…?

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Wozu braucht man eigentlich noch eine Bank? Zumindest eine Bank im herkömmlichen Sinne mit Filialen und langen Schlangen an der Kasse. Jetzt beginnt man damit, auch jenen die Möglichkeit günstiger Geldtransfers zu geben, für die das bisher verwehrt war. Vor allem auf dem afrikanischen Kontinent dürfte nur eine verschwindende Minderheit überhaupt ein Bankkonto haben.

Vor 2, 3 Jahren war es noch undenkbar, daß ein Wächter oder eine Hausangestellte in Madagaskar ein eigenes Handy haben würden. Heute wird das immer normaler, da die Preise für die Geräte chinesischer Marken wie Haier, Huawei oder ZTE bei weit unter 10 Euro liegen. Die Mobilfunkbetreiber bestehen auch nicht mehr auf einem Mindestumsatz in einem definierten Zeitraum, wie es bisher war. SIM-Karten werden jetzt schon mit Mini-Guthaben zum Preis des Guthabens verkauft. Ein Handy wird bald auch im letzten Dorf am Ende der Welt etwas ganz selbstverständliches sein, also auch mögliches Zahlungsmittel. Eine Bankfiliale wird es dort vermutlich nie geben.

Da die Mobilfunkanbieter weltweit riesige Kundenzahlen vorweisen können ist man auf die Idee gekommen, diese Kundenbasis zu weiteren Diensten zu nutzen, die sich in klingende Münze umsetzen sollen. Geldüberweisung mit dem Handy, Bezahlen von Waren im Laden oder von Dienstleistungen. Einem jeden Smartphone wird damit ein neues Betätigungsfeld erschlossen.

“SMS-Geld: Vodafone bringt Handy-Überweisung nach Afghanistan”
Spiegel online berichtete im Februar 2008 unter dem Titel über diese Entwicklung. Der Betreiber Rosha soll den Dienst unter dem Namen M-Paisa betreiben. In dem Artikel wird auch davon berichtet, daß in Kenia die Vodafone-Tochter Safaricom schon seit Anfang 2007 einen solchen Service unter dem Nmaen M-Pesa am Markt etabliert hat. Die Transaktionen werden durch die Übertragung von SMS-Nachrichten zwischen den Kunden beziehungsweise zwischen den Kunden und den Agents abgewickelt. Auch an die vielen Analphabeten wird gedacht, denen man mit einer Stimmerkennung Zugang zu dem Dienst habe verschaffen wollen.

“Safaricom: Mobile Finance wird größer als SMS”

Der Artikel bei heise online berichtet über Aussagen vom CEO Michael Joseph beim kenianischen Mobilfunk-Netzbetreiber Safaricom. Der Dienst M-Pesa sei für den Konzern nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch ein Mittel zur Kundenbindung, da kein Mitbewerber derzeit ein vergleichbares System anbieten könne. Das Geld der Kunden liege auf einem Treuhandkonto und es gebe keine Zinsen, da das Geld nicht verliehen werde. “Manche Menschen haben ihr gesamtes Vermögen in M-PESA.”
Fernando Alfano von der spanischen Bankinter habe gesagt, daß die Kunden der Bank schon seit 2001 per SMS informiert würden, wenn ihre Kreditkarte benutzt würde. Mißbrauch könne so schneller beendet werden, zum Besipiel, wenn erkannt werde, daß der Ort der Kreditkarte und der des Handys zu weit voneinander entfernt sei, dann werde die Transaktion automatisch gestoppt.

“Western Union stellt digitales Programm für mobile Geld- und Banking-Plattformen vor”
Dieser Artikel berichtet, daß Western Union, die Firma, die den Markt für weltweite Geldtransfers mit sofortiger Barauszahlung beherrscht, sich auch in dem Bereich engagieren will, um nicht irgendwann mit einem nicht mehr marktfähigen Produkt vom Markt verdrängt zu werden:
Man kooperiere mit den Firmen Fundamo, mChek, Sybase 365 und Utiba Pte. Bei Utiba ist Telma (Telecom Malagasy) als Partner für Madagaskar aufgeführt.

Ein Artikel mit dem Titel
“Afrika: Gelddienste liefern Mobilfunkern Milliarden”
gibt an, daß auf dem Zukunftsmarkt der Handy-Überweisungen in Schwellenländern schon 2012 7,9 Mrd. Dollar in die Kassen der Mobilfunkprovider gespült werden sollen. “Konzerne wie France Telecom, Vodafone, Orascom Telecom, MTN Group oder der Handyhersteller Nokia mischen mittlerweile kräftig am Mobile-Payment-Markt mit.” Der Anbieter MTN sei im März 2009 in Uganda mit MTN MobileMoney gestartet und eine großflächige Expansion durch Afrika bis in den Nahen Osten sei geplant.

“Überweisungen per Handy werden 2010 zum Standard”
will ein anonymer Artikel ohne Nennung von Quellen wissen. In Brasilien und anderen Entwicklungsländern habe es erfolgreiche Versuche mit mobilen Transaktionen gegeben. In den USA und in Kanada sei es bereits heute möglich, sich per SMS über seinen Kontostand zu informieren. Mobile Bezahldienste seien schon in Brasilien, Kambodscha und im Vereinigten Königreich eingeführt worden.

“Überweisungen vom Handy zum Konto: DoCoMo Keitai Soukin – Mobile Payment System”

Laut diesem Beitrag bietet der große Mobilfunkprovider in Japan DoCoMo gemeinsam mit der Mizuho Bank den Dienst “DoCoMo Keitai Soukin” (DoCoMo Handy Überweisung), bei dem man den maximalen Betrag von 20.000 Yen (aktuell 151,42 Euro) mit dem Mobiltelefon überweisen kann. Dennoch werden Skeptiker in Deutschland und anderen entwickelten Ländern mit einem gut ausgebauten Bankwesen nach der Sicherheit der verschiedenen Zahlungssysteme fragen und diese vorerst überwiegend ablehnen. Die Kosten für mobile Geldtransfers spielen dabei sicher auch eine Rolle. Vorreiter bei der Akzeptanz der neuen, innovativen Technologie dürfte die junge Generation sein.

“Mobile-Payment boomt in Entwicklungsländern – Kaum breiter Durchbruch in hochindustrialisierten Nationen”
Dieser Artikel verdeutlicht, daß der Durchbruch mit einem Boom in Emerging Markets, speziell in Afrika, aber auch in anderen Ländern, erwartet wird. In wirtschaftlich hoch entwickelten Ländern, wie Deutschland oder Österreich werde M-Payment kaum etablierte Zahlsysteme ersetzen, es werde aber einen erhöhten Margendruck bei den etablierten Zahlungssystemen geben.

 

Ein Nachteil dieser mobilen Zahlungssysteme ist, daß sie die Bestrebungen jener nähren, die das Bargeld abschaffen wollen, wie beispielsweise in den Niederlanden.

Auch in Kenia beim Stamm der Massai wird es dann in den einfachen Holzhütten nichts ungewöhnliches mehr sein, wenn mit dem Handy eine Überweisung vorgenommen wird. Auch, wenn die junge Massai-Frau auf dem Bild unten noch Skepsis oder Erstaunen gegenüber den modernen technischen Errungenschaften, wie der digitalen Canon EOS 20D Spiegelreflexkamera des Fotografen, zeigt.

Foto oben Slider-Handy Walkman Sony Ericsson W580i:
stock.xchng / your number © Sanja Gjenero
Foto unten: pixelio.de / Gesichter Afrikas 9 © Kunstzirkus

In der Hütte bei den kenianischen Massai

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