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Mobilfunk und Handy in Kenia und anderen Ländern in Afrika: Bedeutender Faktor für die wachsende Wirtschaft

Auftritt einer Gruppe

Das Handy tritt seinen Siegeszug auf dem afrikanischen Kontinent dank der billigen chinesischen Technologie an. Kenia ist dabei einer der Vorreiter, da man dort ein Handy-Geldüberweisungssystem zuerst eingeführt hat, M-Pesa nämlich.

“Afrikanische Handy-Kultur – Der Reichere zahlt”
Anklingeln oder Beepen oder Flashen, das ist das, was ganz normale Kommunikation mit einem Mobiltelefon in Afrika ist. Entweder, man hat vorher vereinbart, was man tun wird, wenn der andere beept oder es ist meist die Aufforderung für einen Rückruf, jedenfalls wird das Gespräch nicht angenommen. Für viele ist das Aufladen des Gesprächsguthabens einfach zu teuer, das Geld zu knapp. Hauptsache, man hat ein Handy und ist erreichbar. Ein Mini-Guthaben ist allerdings immer erforderlich, um den Lockruf der kostenlosen Telekommunikation, überhaupt ausführen zu können, denn der weit überwiegende Teil der Mobilfunkkunden hat einen Prepaid-Vertrag. Auf Rechnung wäre einfach zu unüberschaubar.

“SMS-Geld in Kenia – Das Handy wird zur Bankfiliale”
Bezahlen mit dem Handy war in Deutschland ein Flop, die Firma Paybox ist mit dem Versuch der Einführung eines solchen Systems gescheitert. Die Vodafone-Tochtergesellschaft Safaricom in Kenia hat mit ihrem mobilen Zahlungssystem allerdings bei den Kenianern, offene Türen eingerannt. Außerhalb der großen Städte, wie Nairobi oder Mombasa, welche die beiden größten Städte des Landes sind, besitzen nur sehr wenige Menschen ein Bankkonto. Bietet sich eine unerwartete Anwendungsmöglichkeit, so wird diese bald genutzt, denn Afrikaner haben Improvisationstalent und sind offen für Neuerungen. Daher wundert es nicht, wenn 20 bis 30% aller Anrufe Beeping sein sollen. So kann man beispielsweise eine Guthabenkarte kaufen und den Code per SMS an die Familie oder einen Freund schicken, und das auch grenzüberschreitend. So gibt es beispielsweise in London solche Guthabenkarten aus Nigeria und anderen Ländern in spezialisierten Telefonläden zu kaufen, die die Gastarbeiter per SMS an ihre Familien im Heimatland schicken können. Ein Beitrag der Mobilfunkprovider ist die Tatsache, daß man bei vielen von ihnen inzwischen Gesprächsguthaben direkt von Handy zu Handy übertragen kann und das wiederum auch über Landesgrenzen hinweg.

Ansicht von Nairobis Zentrum mit Hochhäusern

“Afrika wird mobil
Der Schwarze Kontinent glänzt weiter mit hohen Wachstumsraten. Handys krempeln ganz Afrika um”

Handys sind nicht subventioniert und sollen zu Preisen von 1 bis 5 Dollar zu haben sein. So billig dürfte es aber kaum Neugeräte geben, zumindest nicht in Madagaskar, das sollte sich auf Gebrauchtgeräte beziehen. Der durchschnittliche Monatsumsatz eines Mubilfunkkunden soll in Afrika bei ein bis zwei Euro liegen, was von Land zu Land variieren dürfte. In Ruanda wenden die Leute angeblich 35% ihres Monatseinkommens für’s Handy auf. Da stellt sich dann wirklich die Frage, ob das wirklich sein muß, denn vermutlich wird das im wahrsten Sinne des Wortes vom Munde abgespart.

In abgelegenen Gegenden fährt ein Pick-Up mit einer mobilen Sende- und Empfangsanlage durch die Dörfer und stellt dort für kurze Zeit die Möglichkeit der Nachrichtenübermittlung zur Verfügung. Teilweise ist das nicht erforderlich, denn es reicht schon, für einen akzeptablen Empfang, den nächsten Hügel zu besteigen oder einfach nur einen Baum.

Durch die verbesserte Informationsübermittlung kommt es zu einer gesteigerten Produktivität. Ein Handwerker kann so an jedem Ort einen neuen Auftrag annehmen und sich direkt zum neuen Auftraggeber begeben oder erst noch ein benötigtes Ersatzteil vorher besorgen. Vorher mußte der Handwerker immer nach Hause gehen, um dort von einem neuen Kunden zu erfahren.

Foto oben: stock.xchng / Masai Tribe of Africa © Subhadip Mukherjee
Foto unten: stock.xchng / Kenyatta Center – Uhuru Park, Nirobi © Subhadip Mukherjee

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1 Kommentar

  1. Theodor:

    Das ist ja sehr schön.Oh Mann, das ist ja unglaublich…Wie können einige Länder so Fortgeschritten zu sein, im vergleich zu anderen, die gar nicht davon wissen…? Interessant!

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