Sainte Marie und Ile aux Nattes: Probleme für die Bewohner, statt Fortschritt und Entwicklung durch Tourismus

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Die Touristen sind laut einem Lebensmittelhändler auf Sainte Marie notwendig, denn er sagt: “Ohne Tourismus läuft hier überhaupt nichts”. Der Tourismus bringt zwar Geld, aber eben auch Probleme. Meist fühlten sich die Ausländer überlegen und ließen das die Einheimischen auch spüren. Mehr dazu lesen kann man bei der Lighthouse Foundation, der ‘Stiftung für die Ozeane und die Meere’. Die Ausländer, die ihr Domizil auf den beiden Inseln bezogen haben, verursachen eigene Probleme. So kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit den Vazahas wegen anderer Auffassungen. Wegerechte spielen dabei beispielsweise eine Rolle. Unter Madagassen ist es üblich, daß ein schmaler Weg für die Allgemeinheit freigelassen wird, allerdings fällt es den Madagassen schwer, diese auch von den Neusiedlern zu fordern, da diese ja auf so einem hohen Sockel stehen. Einigen Familien bringt der Tourismus, der auf Sainte Marie haupsächlich von individualreisenden Rucksacktouristen geprägt wurde, einen erhöhten Wohlstand. Das führt dazu, daß ein Konkurrenzdenken, mit all seinen negativen Folgen, einsetzt. Man will sich vielleicht, ebenso wie der Nachbar, einen großen Fernseher leisten, man will zeigen, daß man mithalten kann. |

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Das kann dann auch dazu führen, daß man der Verlockung des Geldes erliegt und sein Grundstück verkauft. Nach relativ kurzer Zeit ist der Reichtum dann wieder verflogen, da man nie lernte, vorausschauend mit viel Geld zu wirtschaften – das angestammte Stück Land hat aber jemand anderes. Die Jugend orientiert sich an neuen Werten, will nicht mehr in der traditionellen Lebensweise leben, denn die Glotzkiste zeigt ja das ‘Wahre Leben’. Finanzielle Verlockungen der Prostitution sind es, denen junge Frauen und auch schon minderjährige Mädchen anheim fallen, die die wohlhabenden Touristen sogartig nähren. Das wird von den älteren Generationen zwar mit Mißfallen betrachtet, aber man sieht sich der Lage mit Ohnmacht gegenüber. Die kulturelle Entwurzelung und die ganzen anderen Probleme bieten dem Alkoholismus dann ein Ansichten und Argumente der fremden Investoren findet man in der Doktorarbeit von Lutz Redecker mit dem Titel “MORA-MORA – WARUM ANDERS? TOURISMUS UND SOZIOKULTURELLER WANDEL AUF SAINTE MARIE, MADAGASKAR” ab dem Kapitel 3.3.-2. Ein Zitat daraus:
“Es ist sehr schwierig mit den Einheimischen auszukommen. Sie verstehen nichts von Geld, sind unzuverlässig und man muß ständig hinter ihnen her sein. Vieles muß man ihnen zehnmal sagen, bis sie es begriffen haben.” Hier wird die Kluft der Wertvorstellungen überdeutlich, es muß zwangsweise zu Konflikten kommen, denn mit moramora hat der ‘normale’ Vazaha wenig oder gar nichts am Hut. Als einer der Faktoren dieser Inkompatibilität der Wertesysteme ist natürlich ein eklatanter Unterschied im Bildungsniveau anzusehen. Das schon seit langem in den entwickelten Ländern installierte Geld- und Wirtschaftssystem mit seinem Wachstumszwang wegen des Schuldgeldes mit seinen Zinsen ist den beschaulich lebenden Menschen auf einer paradiesischen Insel schwer vermittelbar. Das hängt auch damit zusammen, daß eine größere Vorratshaltung durch den fehlenden Winter nie zwingend notwendig war und folglich das Denken seit Generationen ganz anders, auf jeden Fall aber viel kurzfristiger ausgerichtet war und immer noch ist. In ihrer Semesterarbeit Ethik “Tourismus in Entwicklungsländern – Am Beispiel von Burkina Faso und Madagaskar” treffen Christine Wisler und This Born folgende Aussagen:
Ich selbst habe die Insel besucht und war betroffen, wie wenig von einem “intelligenten Tourismus” hier anzutreffen war. Zwar ist die Auswahl an kleineren, einfachen, Wohn- und Essmöglichkeiten relativ gross, doch werden diese Unterkünfte fast aussschliesslich von Europäern angeboten. Ein deutliches Konfliktpotenzial ist zu erkennen, wenn die Voraussetzungen so kraß differieren. Als Fazit übernehme ich ein Zwischenfazit aus der Semesterarbeit Ethik:
Zu hoffen ist, dass die staatlichen und zum Teil auch privaten Tourismusprojekte zu Gunsten eines sinnvollen Tourismus Erfolg haben, und die Madagaskarbesucher einsehen, dass nicht der gebotene Komfort die “guten” Ferien ausmacht, sondern viel mehr die Verträglichkeit der Auswirkungen ihres Aufenthaltes. |

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Donnerstag, 13. Mai 2010 um 00:10
Aber wie machen denn das die Mädchen sogartig? Wie schon hier im Blog irgendwo geschrieben, so gibt es vom AA nun auch eine Kontaktwarnung für Touristen. Hoffentlich steht an der Rezeption ne Grusige, sonst muss man glatt zum Mitbewerber wechseln. :http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Madagaskar/Sicherheitshinweise.html#t7
Donnerstag, 13. Mai 2010 um 23:09
Welche sogartigen Praktiken die Mädchen auf Sainte Marie drauf haben entzieht sich meiner Kenntnis.
Der Satz ist so zu verstehen:
Finanzielle Verlockungen der Prostitution sind es, die die wohlhabenden Touristen sogartig nähren. Diesen Verlockungen fallen junge Frauen und auch schon minderjährige Mädchen anheim.
Samstag, 15. Mai 2010 um 02:41
Die Mädchen reisen, sie besuchen Clubs und Diskotheken, erleben im Hotel oft zum ersten Mal einen geschützten intimen Raum, sie werden zum Essen ausgeführt und mit Konsumgütern beschenkt. Soweit alles öffentlich und in Madagaskar gut zu beobachten, auch wenn Mann nicht teilnimmt. Und als potente Ernährerin einer Großfamilie bekommt das Mädchen einen Verantwortungs-Status, der zur Anschlußbeziehung zwingt. Dieses Detail wird von den abreisenden Männern gerne übersehen.
Sonntag, 16. Mai 2010 um 00:19
Und aus den üblichen interkulturellen Missverständnissen die zwischen Madagass(In)en, Europäern, US-Amerikanern und Japanern auftreten können folgt (?) ein dehnbares Gesetz in suboptimaler juristischer Umgebung und eine Reiseempfehlung des AA ca. 50% der Bevölkerung dort mit Argwohn zu begegnen.
Fragt sich wem das hilft, oder wem nützt es?