Curaçao gehört mit Aruba und Bonaire zu den Inseln unter dem Winde und zu den Niederländischen Antillen. Zusammen werden die Inseln, die vor der Küste von Venezuela liegen, aber auch ABC-Inseln genannt. Curaçao ist mit 444 km² die größte Insel dieser Inselgruppe, zu der noch die Inseln über dem Winde Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba gehören. Geographisch sind die Inseln der Inselgruppe nicht direkt benachbart, sondern in 2 Gruppen weit auseinander liegend. Aruba gehört seit 1986 nicht mehr zu den Niederländischen Antillen, welche ein Land innerhalb des Königreiches der Niederlande bilden. Ab dem 10. Oktober 2010 wird es bezüglich des politischen Status eine Änderung geben, denn die Niederländischen Antillen sollen aufgelöst werden – was für den Urlauber aber kaum etwas ändern dürfte.
Curaçao hat eine lange Geschichte und weit vor der “modernen” Zivilisation muß es schon eine andere Kultur auf der Insel gegeben haben, denn in der Hato Tropfsteinhöhle, die man in der Nähe vom Flughafen findet, hat man Höhlenzeichnungen gefunden, deren Alter man auf mindestens 1500 Jahre schätzt. Die Höhle diente dann später als Unterschlupf für geflohene Sklaven.
Mit ihrer bunten Mischkultur kann die Insel als ein Beispiel dafür gelten, daß Multikulti funktionieren kann. 1499 schon wurde das Eiland durch den Spanier Alonso de Ojeda für die Kolonisatoren aus Europa entdeckt. Niederländer übernahmen die Insel im Jahr 1634 für die Niederländische Westindien-Kompanie. In späteren Jahren wurden afrikanische Sklaven auf die Insel verschleppt. Noch heute sind die Nachkommen dieser ehemaligen Leibeigenen dort ansässig und es hat Vermischungen mit den einstigen Kolonialherren gegeben. Man lebt zusammen und hat eine eigene Sprache entwickelt: Papiamentu oder Papiamento wird auch auf Bonaire und Aruba gesprochen und enthält Elemente aus verschiedenen Sprachen, hauptsächlich aber Spanisch, Niederländisch und Portugiesisch. Papiamentu gehört zu den Kreolsprachen und ist noch relativ jung, die Grammatik besticht mit dem Merkmal der Einfachheit.
Der Hafen, der einen bedeutenden Pfeiler für die Wirtschaft der Insel darstellt, befindet sich mitten in der Stadt und besteht aus einer großen Bucht, die nur über eine enge Zufahrt erreichbar ist. Kreuzfahrtschiffe legen regelmäßig dort an und die Kreuzfahrer kommen aus dem Bauch der oft riesigen Schiffe und fallen über Willemstad und den Rest der Insel her – je nachdem, wie viel Zeit ihnen ihr straffes Karibik Kreuzfahrt-Programm läßt, bevor man bei seiner Schiffsreise die nächste Karibik-Perle ansteuert, oder vielleicht nach Miami oder auch New York zurückkehrt. Um Investoren für Industrie und Handel anzuziehen hat man schon vor langer Zeit einen Freihafen eingerichtet, der eingezäunt ist und 57 ha umfaßt.
Auch Industrie ist auf der Insel vertreten, so gibt es im großen Hafen Werften und ein Containerterminal. Auch eine Ölraffinerie gibt es, für die in der Bullen Bay Industrieanlagen in Form riesiger Ölspeichertanks stehen. Die Raffinerie wird derzeit von der Petróleos de Venezuela S.A. (PdVSA) betrieben, wo man das aus dem nahen Venezuela angelieferte Rohöl raffiniert. Die Zukunft der Raffinerie ist allerdings ungewiß, da es veraltete Anlagen sind, die entsprechende Umweltprobleme verursachen. Allerdings sollen 90% der Einnahmen der Insel aus dem Export durch die Raffinationsprodukte erlöst werden, und unter diesem Gesichtspunkt erscheint es dann doch unwahrscheinlich, daß man eine Schließung der Anlagen anordnet.
In der Fotogalerie von Curaçao Harbors kann man Luftbilder mit Docks und sonstigen Hafenanlagen finden, aber auch Bilder mit Kreuzfahrtschiffen und der Brücke. Auch, wenn man die Insel mit Google Earth betrachtet, kann man einige neue Erkenntnisse gewinnen.
Firmen, die sich auf E-Commerce spezialisieren und deren Dienste hauptsächlich für Kunden außerhalb der Insel gedacht sind, gibt es keine Umsatzsteuer und lediglich 2% Ertragsteuer. Curaçao ein Steuerparadies?
Wenn man schon so fragt, dann muß man auch erwähnen, daß die Insel im Offshore Banking genau diesen Ruf hat, da im Finanzsektor eine entsprechende Infrastruktur existiert. Da wissen aber wenige wirklich genau Bescheid – oder wer kennt in Europa zum Beispiel die Maduro & Curiel’s Bank? Allerdings dürften auch hier Maßnahmen getroffen worden sein, um nicht von den Ländern an den Pranger gestellt werden zu können, aus denen Schwarzgeld eine Steueroase sucht. Indiz dafür ist, daß Curaçao bereits 2002 ein Abkommen mit den Usa über den Austausch von Steuerinformationen geschlossen hat.
Die höchste Erhebung von Curaçao ist im Norden der Insel der Sint-Christoffelberg mit einer Höhe von 375m. Der Berg liegt im Nationalpark Christoffel Park.
Willemstad ist die größte Stadt der Insel und auch Hauptstadt. Sie soll 135.000 Einwohner haben, die aus 55 Nationen stammen. Es ist eine typische Hafenstadt, die in die zwei Stadtteile Otrobanda und Punda aufgeteilt ist, die über die Queen Emma-Pontonbrücke miteinander verbunden sind. Das kann man gut erkennen auf dem Bild der Webcam, die im Penthouse vom Plaza Hotel ihren Standort hat.
Der Strand am Seaquarium ist beliebt bei jungen Leuten und Familien. Auch nach Einbruch der Dunkelheit, besonders an den Wochenenden, läßt sich ein buntes Treiben dort ausmachen, es gibt Konzerte und selbst Filme werden dort vorgeführt.
Landwirtschaft ist wegen des trockenen Klimas ein trockenes Brot in Curaçao. Für die meisten Kulturen dürfte eine Bewässerung nötig sein. Selbst Mangobäume benötigen auf Curaçao viel Wasser, um Früchte zu produzieren. Unbewässerte Bäume leisten sich nicht den Luxus, zu fruchten. Nennenswerte Pflanzungen gibt es mit Plantagen von Bitterorangen, aus denen der Curaçao-Likör hergestellt wird, die eventuell auch heute nicht bewässert werden, aber eigentlich Valencia-Orangen hätten sein sollen. Bekannt ist in Deutschland eher der blaue “Blue Curaçao” Likör, es gibt ihn zwar auch mit roter Farbe als “Red Curaçao”, aber eigentlich ist er ungefärbt und hat eine Farbe ähnlich wie Apfelsaft. Nicht wenigen Zeitgenossen dürfte es noch heute unbekannt sein, daß Curaçao nicht nur ein Synonym für ein blaues Getränk ist, sondern eine Insel, die dem bunten Gesöff den Namen gab. Vernebelt hier der Alkohol die Sinne?
Betrachtet man die Handelsdaten auf der Investoren-Seite, so findet man dort folgende Landwirtschftsprodukte angeführt: Aloen, Sorghum, Erdnüsse, Gemüse und Tropenfrüchte.
Der Großteil der Nahrungsmittel wird aber auf jeden Fall importiert, vor allem aus den USA, aus Venezuela und auch aus den Niederlanden. Frisches Obst und Gemüse wird hauptsächlich aus Venezuela eingeführt.
Bei den Bewohnern der Insel ist eine dort Chimaruku genannte rote Frucht, die etwa kirschgroß wird, beliebt. Es dürfte sich um Acerola (Malpighia glabra) handeln, auch unter den Namen Antillenkirsche oder Acerolakirsche bekannt.
Die Homepage des Curaçao-Tourismusbüros beteuert, daß es auf der Insel keine Touristenfallen gibt. Die Touristen sollen sich unter die mit einer reichen Kultur gesegneten Einheimischen mischen können, die sich aus vielen Nationalitäten zusammensetzen.
Wer hat da nicht gleich Lust, die Koffer zu packen und in den Flieger zu steigen?
Wetter und Klima von Curaçao
Das Klima auf der Venezuelas Küste vorgelagerten Insel ist ganzjährig warm bis heiß und sinkt nicht unter 20°C. Regen fällt eher selten und somit ist die Vegetation der Insel auch darauf eingestellt, mit dem raren Naß zu knausern. Viele der Pflanzen sind mit Dornen bewehrt, inklusive großer Säulenkakteen. Das Bild aus dem Auto erinnert daher auch an das Dornenland im Süden von Madagaskar.
Da das Wetter so oft mit Sonnenschein aufwarten kann ist Curacao auch entsprechend attraktiv als Urlaubsinsel, zumal es dort auch sehr gefällige Strände gibt, die von Riffen gesäumt werden. Die Riffe wiederum sind die Anziehungspunkte für Taucher. Das Wasser ist auch noch um einiges wärmer, als man es von anderen Regionen gewohnt sein mag. Optimale Tauchgründe also.
Flora und Fauna auf Curaçao: Es gibt auf der Insel interessante Tierarten zu beobachten, wie Leguane, Papageien oder Kolibris, wobei die Artenvielfalt noch größer ist, als hier jetzt herausgepickt. Bilder Tiere Auch für Liebhaber von Pflanzen gibt es einiges zu entdecken. Wegen der Trockenheit haben sich viele Pflanzen mit Stacheln oder Dornen bewehrt, um mögliche Freßfeinde von einem Verbiß abzuhalten, aber auch, um die intensive Sonnenstrahlung etwas zu reduzieren.
Ein besonderer Dank gilt Roger Cannegieter für die Überlassung der vielen Bilder.
Fotos: Curaçao Photography © Roger Cannegieter
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