Selbstversorger im kostenlosen Onlinespiel – Brot und Spiele auf der Farm der Tiere – Bauernhof für Autarkie

Den Aufstieg vom Knecht zum Kaiser Schmarrn – den strebt man bei diesem Browserspiel an, ähnlich also, wie vom Tellerwäscher zum Millionär. Fangen wir also gleich an.
In der Einführung muß man Sämereien einkaufen und zur Auswahl steht lediglich nicht näher definierte Getreidesaat. Dann soll ich auf bezahlen klicken, ich sehe aber nirgends den Schriftzug “bezahlen”. Die 23 Packungen, wie ich sie ausgewählt habe, kann ich nicht kaufen – dafür habe ich nicht genug Geld. Dann kaufe ich eben nur 3 Packungen und finde ein Symbol mit einer Münze, das wohl “bezahlen” heißen soll.

Karotten habe ich danach angepflanzt, gegossen und geerntet, um schließlich zum Verkauf zu schreiten. Testweise habe ich einen Verkauf viel zu teuer gemacht, da ich mich nicht informiert hatte, wie das Preisniveau am Markt ist. Die restlichen Karotten habe ich dann billiger als der billigste Anbieter angeboten. Was mir dabei unklar war ist, ob jetzt ein anderer Spieler meine Karotten kaufen mußte? Diese Vermutung bestätigte sich dann, daß ein anderer Spieler meine Karotten gekauft hatte, es wurde mir als neue Nachricht mitgeteilt.
Problem bei der ganzen Sache: Alles dauert seine Zeit. Getreide braucht 20 Minuten bis zur Erntereife. Wenn man den Verkauf beschleunigen will, dann bietet man billiger an, als die anderen und ruckzuck ist die Ware verkauft.
Daß man das Level 2 erreicht hat wird per Mail mitgeteilt und man bekommt den Titel Karottensortierer zugewiesen.
Nach 2 Stunden erfolgte ein automatischer Logout und nach dem Wiedereinloggen kam dann eine neue Einweisung, bei der gezeigt wurde, wie man einen Hühnerstall bauen kann und wie man die Hühner füttert, damit sie Eier legen.
Eigentlich hatte ich als Vegetarier ja gehofft, daß ich mich rein auf Anbau und Ernte konzentrieren könnte – aber unverhofft kommt oft…
Also alles wie im richtigen Leben.
Das Browser Game hat interessante Ansätze, aber für mich ist es dennoch nicht geeignet.
Die Schweinsfigur empfinde ich als albern und würde stattdessen eine menschliche Figur erwarten. So kommt es mir vor, als will man den Bock zum Gärtner machen.
So manche Dinge sind auf Anhieb nicht klar, da wäre eine Verbesserung zu wünschen. Es gibt da Kleinigkeiten, die stören können, wie das auf “bezahlen” klicken, wo besser stehen sollte, daß man zum Bezahlen auf die Münze klicken soll.
Ich habe 46 Karotten, pflanze 48 Karotten davon (also 2 mehr, als ich habe) und eine Karotte bleibt noch übrig. Wo ist da die Logik? Bei der Ernte stimmt dann aber die Mathematik: Aus der verbleibenden einen Karotte wurden 145. Das heißt, daß der Einsatz einer Karotte zu zwei zusätzlichen Karotten führte. Wenn die Natur auch so knauserig wäre, dann würde etwas ganz gewaltig nicht stimmen.
Grundsätzlich würde ich mir eine größere Anlehnung an die Realität wünschen. Das heißt, wenn ich ein Getreidekorn säe, dann werde ich ein Vielfaches davon ernten. Man sollte auch erkennen, daß der Konsum von tierischen Produkten sehr viel mehr Landverbrauch nach sich zieht, denn der Logik entsprechend muß man erst Pflanzen anbauen, um sie dann an die Tiere zu verfüttern. Dabei ist der gesundheitliche Aspekt noch gar nicht berücksichtigt.
Immerhin wirbt man aber mit dem Slogan “Das erste Browsergame mit Biokraft”.
Was mir passiert ist: Ich habe den Großteil vom Spielgeld ausgegeben, um bestimmte Bereiche meines Feldes von Unkraut zu befreien, die restlichen 0,77 Kartoffel-Taler mußte ich dann als zehnprozentige Provision an den Marktbetreiber bezahlen, um etwas verkaufen zu können. Mein Preis war zu hoch gewählt und ich blieb auf der Ware sitzen. Und damit war der Spaß für mich vorbei. Ich habe mich einfach verarscht gefühlt, denn im Stall stand säckeweise das Getreide, das ich nicht verkaufen konnte.
Für wen ist das Spiel nun geeignet? Eindeutig: Für alle, denen es Spaß macht! Und um das herauszufinden sollte es jeder für sich selbst ausprobieren.

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