Durststrecke für das Bier SKOL beendet – Biermarke der neuen Brauerei in Ambatolampy als Alternative zu THB

Die Brauerei ‘Nouvelle Brasserie de Madagascar’ (NBM) mußte lange warten, bis man mit dem Vertrieb der sehnsüchtig erwarteten Flaschen beginnen durfte. Irgendein Stempel hatte wohl noch gefehlt, um alle Genehmigungen komplett zu haben.
Schon im Juli war offenbar, daß man die Erlösung von der Verurteilung zur Untätigkeit feiern konnte. Die Tageszeitung ‘L’Express de Madagascar’ berichtete in diesem Zusammenhang, daß es sich bei ‘Skol’ um eine internationale Marke dänischer Herkunft handele, die schon in 6 anderen afrikanischen Ländern präsent sei.
Im Gegensatz zur etablierten Konkurrenz der ‘Brasseries Star’ aus Antsirabe mit dem Three Horses Beer, welches in 0,65-Liter-Flaschen vertrieben wird, wird Skol in 0,5-Liter-Flaschen verkauft, wie man sie in Deutschland gewohnt ist.
Nun ist das Maisbier mit 5,5% Alkoholgehalt, welches in Lizenz von Skol International D.L. in der Brauerei in Ambatolampy gebraut wird, also überall in der Hauptstadt von Madagaskar erhältlich.

Aber halt – da waren andere schon schneller, wie man an dem leeren Regal im Supermarkt Jumbo in Ankorondrano sehen kann. Keine einzige volle Bierflasche war mehr erhältlich, daher mußte für das Foto oben eine Flasche aus dem Leergut herhalten.
Das Bier wird so stark nachgefragt, daß die Brauerei mit dem Liefern nicht nachkommt, das Management hat die Nachfrage total unterschätzt. In 10 Tagen habe man so viel Bier verkauft, wie man für einen Monat vorgesehen habe, berichtet die Zeitung ‘L’Express de Madagascar’ in einem Artikel. Hat man etwa keine verläßlichen Marktstudien vorgenommen? Ist es nicht vorhersehbar, daß ein so lange erwartetes Produkt von einer großen Menge Kunden ausprobiert werden wird? Selbstredend kann man auch davon ausgehen, daß der Geschmack des neuen Produkts nicht jedermanns Sache ist und es für viele Trinker ein einmaliger Versuch bleiben wird.

Lieferschwierigkeiten etwas anderer Art sieht man auf den beiden Bildern aus Isotry. Eine Ente mit einer Panne blockiert den gesamten Verkehr, während der Fahrer des Taxis seelenruhig unter dem Auto liegt und am Basteln ist. Die 25 Bierkästen auf dem Lasten-Pousse-Pousse haben es mit Gelassenheit ertragen.
Bei all der Freude über das neue Produkt auf dem Markt sollte man immer im Auge behalten, daß es sich hier um eine Droge handelt, die durch ihre negativen Auswirkungen auf die Gesundheit große volkswirtschaftliche Schäden verursacht. Dazu paßt der Artikel in der ‘The Times of Madagascar’, wo von 412 Toten durch exzessiven Alkoholkonsum berichtet wird.
Prost.
Im zitierten Artikel ist zwar davon die Rede, daß viele der Opfer ‘Toaka gasy’, den billigen madagassischen Rum (der meist illegal gebrannt wird) getrunken hätten.
Aber vielleicht wird ja jetzt mancher doch lieber zur Alternative greifen, dem Skol 1, welches einen stark reduzierten Alkoholgehalt von weniger als 1% haben soll, wie aus einem weiteren Artikel der ‘The Times of Madagascar’ zu erfahren ist.

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Freitag, 24. Dezember 2010 um 02:30
Ich sage nur: Eifeler Landbier – Zutaten: Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenauszung, Hefe – kein Mais!
Freitag, 24. Dezember 2010 um 15:56
Es ist reine Geschmackssache. Eine Gewohnheitssache zudem.
Madagassen essen Reis, lieben Reis.
Viele Deutsche haben’s da eher mit Kartoffeln.
In Zimbabwe liebt man Sadza, einen Maisbrei.
Es ist also reine Gewohnheit.
Maisbier ist eben etwas anders – so, wie in China das Reisbier.
Da die Brauerei ihre Gerste hätte importieren oder anbauen lassen müssen, hat man auf Mais zurückgegriffen, der in ausreichenden Mengen verfügbar ist, da er überall angebaut wird. Und da dieses Konzept mit dem Skol-Maisbier schon in verschiedenen anderen Ländern in Afrika funktioniert, hat man es auch für Madagaskar angenommen.
Das Reinheitsgebot könnte Skol auch erfüllen, wenn man Gerste durch Mais ersetzt und wenn nicht gemogelt wird mit den Angaben, die auf dem rückseitigen Etikett stehen.
“Laro: Rano, katsaka, malta & houblon”
Es soll ja durchaus Länder geben, in denen keine Deklarationspflicht für Konservierungsstoffe besteht.
Und auf das Reinheitsgebot beruft man sich oft deswegen so gerne, weil eben die Konservierungsstoffe oder andere Zutaten für einen “Dicken Kopf” am Tag nach dem Saufen verantwortlich gemacht werden.
Hopfenauszug beim Eifeler Landbier hört sich übrigens verdächtig nach Chemieeinsatz an. Sollte Hopfen als Angabe alleine nicht ausreichen?
Dienstag, 11. Januar 2011 um 20:15
Beim nächsten EK in der Brauerei frage ich mal nach…
Donnerstag, 3. Februar 2011 um 13:56
Bier eine DROGE?? Da uebertriebt aber jemand! Bier ist ein, wenn in Massen getrunken, gesundes alkoholisches Getraenk. Auch viele Afrikaner schaetzen ein kuehles Bier am Feierabend. Vergorene Getraenke auf Getreide- oder Obstbasis sind nichts neues in Afrika. die illegalen “Hinterhofgebraeue und -destillate” sind schaedlich.
Proost mit Serengeti Bier aus TZ
Donnerstag, 3. Februar 2011 um 23:38
Das ist auf jeden Fall lustig:
“Bier ist ein, wenn in Massen getrunken, gesundes alkoholisches Getraenk.”
Beim Lesen kommt es dann auf die Betonung an.
Hoffentlich war da nicht massig Serengeti Bier aus Tanzania gemeint.
Im Ernst: Es will sich mir nicht erschließen, warum Alkohol gesund sein soll!
Wenn etwas wirklich gesund ist, dann wird man auch beim Konsum von großen Massen nicht davon krank werden, denn es ist ja gesund. Beim Genuß von Alkohol in Massen kann einem schnell mal die Leber zeigen, daß sie mit dem Entgiften nicht nachkommt, was sich dann an einem leicht gelblichen Hautton zeigen kann.
Und wenn die Leber etwas entgiften muß, dann handelt es sich um ein Gift. Daß dieses Gift eine Droge ist, weiß ich aus eigener Erfahrung, da gelegentlich, anstatt in Maßen in Massen, konsumiert. Daher habe ich vor vielen Jahren beschlossen, diese Droge nicht mehr zu konsumieren.
Ich habe aber kein Problem damit, wenn es Leute gibt, die gerne mal ihr Bier trinken.
Also Prost nach Tansania.