Air Madagascar: Verbot der Nutzung der 2 Boeing 767 im Luftraum der EU durch die EU-Kommission

Man kann zwar die Erste Klasse bei Air Madagascar buchen, die Unterhaltung der Flugzeuge hingegen scheint eher Low Budget zu sein. Die Flotte der Air Madagascar-Jets ist schon recht alt, wie planespotters.net weiß. Für die Airline hat schon so mancher Schlimmes befürchtet, da in der letzten Zeit gehäuft Zwischenfälle bei den beiden betagten Boeing 767 aufgetreten sind. Nun hat die EU-Kommission den Flugbetrieb damit im Gemeinschaftsgebiet verboten, da bei deren Betrieb und Überwachung anhaltende Mängel aufgetreten sind.
Die Tageszeitung ‘Les Nouvelles’ schreibt, daß eine Klappe zum Laderaum schlecht geschlossen habe und sich beim Flug hätte öffnen können, was einen Druckverlust in der Passagierkabine zur Folge gehabt hätte. Auch beim folgenden Flug habe man dieses Problem nicht korrekt repariert.
Bei ihrer “Schwarzen Liste” hat die EU-Behörde die Fluggesellschaft Air Madagascar nicht komplett hinzugefügt, aber den beiden Langstreckenflugzeugen der Fluggesellschaft, die regelmäßig nach Paris und Mailand geflogen sind, hat man wegen erheblicher Sicherheitsmängel ein Verbot erteilt.
Seltsam erscheint dabei auf den ersten Blick, daß ja gerade diese 2 Flugzeuge nur in der Lage sind, die Flughäfen in Europa ohne mehrere Zwischenstopps zu erreichen. Da am 31. 3. 2011 die Komoreninsel Mayotte zu einem französischen Übersee-Département und einer Übersee-Region wurde und somit Mitglied der EU geworden ist, kann Air Madagascar trotzdem mit ihren beiden Boeing 737 weiterhin dorthin fliegen. Gleiches gilt für die Nachbarinsel Réunion, die auch zu Frankreich gehört.
Die betroffenen Flugzeuge: Die Boeing 767-383ER mit dem Kennzeichen 5R-MFG wurde am 26. 3. 1991 an SAS ausgeliefert und die Boeing 767-3Y0ER mit dem Kennzeichen 5R-MFJ wurde am 1. 9. 1992 an Aeromexico ausgeliefert.
Anläßlich des Betriebsverbots der 2 Flugzeuge von Air Madagascar im EU-Luftraum hat die Tageszeitung ‘Tribune de Madagascar’ in ihrem Editorial einen interessanten Standpunkt veröffentlicht, der dem amtierenden Regime die Verantwortung zuweist. Interessant sind auch die Leserkommentare.
Es stellt sich nun die Frage, wie man dieses große Problem bei Air Madagascar lösen will.

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Sonntag, 24. April 2011 um 21:18
Das Editorial schreibt von Finanz- und Tourismuskrise und meint fehlende Kohle. Aber ist diese MadAir denn ein Wirtschaftsunternehmen?
Diese Staatsairline ist ein Macht-Faktor! Wenn die Nomenklator samt Hausangestellten kostenlos zum Shoppen nach Paris fliegt…
Solche Flüge kann man auch verschenken, ohne dass einem selbst die Beziehungspflege was kostet.
Da träumt man mal von nem Flieger voll Korumpel – und dass dann – nun – die Klappe klapperte, oder so…
Sonntag, 24. April 2011 um 23:20
Zu Ratsirakas Zeiten gab es viele Inhaber von Freitickets, die die Plätze, die man noch verkaufen konnte, entsprechend reduzierten. Ravalomanana engagierte Lufthansa Consulting, die diese Friflugscheine dann einkassierte.
Daß es jetzt wieder eine ganze Nomenklatur mit Freischeinen gibt ist mir in dieser Form noch nicht bekannt geworden, nur, daß Air Madagascar ausbluten soll.
Hast Du dazu konkrete Kenntnisse?