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Archiv: Dezember 2011

Air Madagascar: Eine Boeing 777 und 2 Airbus A340 für die in der EU mit Landeverbot belegten 2 Boeing 767 ?

Im April hat die EU-Kommission der Air Madagascar den Betrieb ihrer beiden Boeing 767 in der EU verboten. Wie geht die Entwicklung weiter, welche Lösungswege kommen für die Probleme in Frage?

Der Blog Vaovaogasy hat am 1. September berichtet, daß Air Madagascar seit dem Betriebsverbot für die EU eine der beiden betroffenen Boeing 767 an den Eigentümer zurückgegeben habe, während die andere Maschine weiterhin die Strecke nach Bangkok in Thailand und Guangzhou (Kanton) in China bediene.

Der kurz nach dem Verbot abgeschlossene Vertrag mit Air Italy über die Anmietung einer Boeing 767 sei am 1. September abgelaufen. Verzweifelt sei Air Madagascar auf der Suche gewesen, um ein neues Flugzeug zu mieten. Air Austral habe zwischenzeitlich mit einer ihrer Boeing 777-200ER die Strecke nach Paris bedient. In letzter Minute sei das Hallo aus Portugal gekommen. Air Madagascar habe eine Boeing 777-200ER der euroAtlantic mieten können. Die Gesellschaft sei von der FAA (FAR-129) und der AESA (JAR-OPS1) zertifiziert. Die JAR-145 zertifizierte portugiesische Gesellschaft TAP stelle die Wartung der Flotte von euroAtlantic sicher, was die Europäische Kommission beruhigen müsse. Die portugiesische Gesellschaft sei auf das Leasing von Flugzeugen spezialisiert, das Vermieten an Betreibergesellschaften und auf Dienste zur Sicherung des Betriebs.

Der Mietvertrag sei für die Dauer von einem Jahr geschlossen worden. Die Boeing 777-200ER sei mit 293 Sitzen in der Touristenklasse ausgestattet und 30 in der Business-Klasse. Die Boeing werde die Farben der Air Madagascar tragen und ihren ersten Flug zwischen Antananarivo und Paris am 2. September ausführen.
“Von der ersten Woche der Indienststellung an werden 6 Mitglieder des Flugpersonals der Air Madagascar an Bord der Maschine sein. In einem weiteren Zeitrahmen werden die Piloten von Air Madagascar, je nach Verfügbarkeit, diejenigen der portugiesischen Firma ersetzen”, habe der Kollege La Tribune de Madagascar bemerkt. Da die Boeing 777 nicht in Nosy Be landen könne, habe Air Madagascar Pendelflugzeuge eingesetzt, um den Anschluß in Antananarivo für die Flüge nach Paris sicherzustellen.

Die Lösung soll die Anschaffung von 2 Airbus A340 sein, denn Hadi Akoum, der im Verkauf bei Airbus für die Region Afrika und Indischer Ozean zuständig ist, habe gesagt, daß die madagassischen Behörden den Erwerb solcher Flugzeuge für die Nationale Fluggesellschaft beabsichtigten.

Allerdings müsse man sich in die Warteschlange einreihen, da man bei EADS noch 6.000 Bestellungen für Fluggeräte abzuwickeln habe. Frühestens in einem Jahr könne man daher über die Flugzeuge verfügen.

Jedenfalls habe Hadi Akoum hinzugefügt, daß die örtlichen Machthaber sich nach anderen Verträgen umsähen, um schon früher neue Airbusse einsetzen zu können. Die amerikanische Airbus-Tochter sei kontaktiert worden, um 2 A340 der neuen Generation mieten zu können. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit den madagassischen Behörden seien noch am Laufen.

Die Nationale Airline sehe endlich das Licht am Ende des Tunnels. Es sei angebracht, festzustellen, daß diese Firma derzeit horrende Kosten durch die Miete einer Boeing von Air Italia habe, um das Flugverbot durch die Europäische Kommission zu kompensieren. Der Abschluß eines Vertrags mit der amerikanischen Airbus könne für Air Madagascar nichts weiter sein, als eine Erleichterung.

 

Daß Air Madagascar noch immer große Probleme hat, sieht man daran, daß eine andere Airline, nämlich Air Austral von der französischen Nachbarinsel Réunion, an 2 Tagen eingesprungen ist, um die Paris-Route zu bedienen. Vergessen darf man dabei nicht, daß Air France ein Code-Share-Abkommen mit Air Madagascar hat und 2 Mal in der Woche Flüge für diese durchführt, mit der Flugnummer MD070 von Tana nach Paris (CDG) und MD071 auf dem Rückflug.

Daß man die Option, 2 Boeing 777-200ER der Air Austral mieten zu können, anscheinend nicht genutzt hat ist verständlich, wenn man mit diesem Modell nicht in Nosy Be landen kann.

Aber warum sollte man sich eigentlich für das Flugzeugmodell Airbus A340 entscheiden, wo doch das Modell Airbus A330 wegen seiner nur 2 Düsen einen um einige Prozente ökonomischeren Betrieb bietet? Hat man das bei Air Madagascar nicht in die Kalkulationen einbezogen, zumal heutzutage in vielen Unternehmen haarscharf kalkuliert werden muß, um konkurrenzfähig zu bleiben?

Die Tagesschau berichtete in ihrer Online-Ausgabe vom 10. 11. 2011 jedenfalls, daß für die Airbus A340 schon seit fast 2 Jahren keine Bestellung mehr erfolgt sei und daß man den Bau zu Gunsten der zweistrahligen Airbus A350 einstellen werde.

 

© Fotos: Pascal Maillot / Euro Atlantic Airways Boeing 777-200ER CS-TFM

Homepage Pascal Maillot

 

Georges / pixelio.de / A340 im Endanflug
Short final

Zürich - A340 im Endanflug auf Piste 14

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