Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Kategorie: Madagaskar-Themen

Kein Monteur der Jirama kam am Wochenende – 3 Tage ohne Strom wegen Baumfällung in der Nachbarschaft

Maststeiger mit Steigeisen und Gummihandschuhen

Es ist nichts Ungewöhnliches in Tana, daß die Jirama, der staatliche Stromversorger in Madagaskar, einfach in verschiedenen Stadtvierteln den Strom abschaltet. So war es dann auch am Freitag Mittag nicht verdächtig, als der Strom ausfiel. Maximal sollte das 2 Stunden dauern, aber in der Zwischenzeit fiel mir auf, daß aus der Nachbarschaft dumpfe Bässe einer Stereoanlage zu hören waren. Ein Blick aus dem Fenster zeigte dann, daß an einem Haus in einiger Entfernung die beiden Energiesparlampen, die als Nachtbeleuchtung dienen, brannten.

Warum hatten die Strom und wir nicht? Da war etwas faul, das war gleich klar. Als ich dann an der Straße langlief, wo unser Stromkabel zu den Grundstücken abzweigt, sah ich dann, daß mehrere Männer direkt neben der Straße einen Baum gefällt hatten und das Stromkabel hing unten am Dach des Hauses. Der Strommast hatte eine leichte Neigung.

Ich fragte die Leute, ob sie die Jirama schon angerufen hätten und bekam darauf eine positive Antwort. Als ich fragte, ob sie heute noch kämen, sagte der Mann, das wisse man noch nicht.

Vom Riß des Stromkabels waren etwa 10 Häuser betroffen.

Wir warteten also blauäugig ohne eigenes Zutun auf die Reparatur des Schadens.

Aber es kam, wie es kommen mußte: Kein Technikertrupp war am Wochenende da. Am Montag Mittag gab es immer noch keinen Strom. Meine Frau hat dann die Nachbarin getroffen und die erzählte ihr, es gebe erst in einer Woche wieder Strom, da der Mast kaputt sei und die Betroffenen müßten erst einen Antrag bei der Jirama unterschreiben.

Das kann ja mal überhaupt nicht sein. Also wollte ich zum nächsten Jirama-Büro fahren und bei der Schwiegermutter vorher die Akkus für die Taschenlampen zum Aufladen einstecken, die inzwischen leer waren. Gerade als ich das Hoftor aufmachte kam der Filius der Nachbarn zu mir und sagte, daß die Jirama schon da sei.
Da rief meine Frau schon aus dem Fenster:
ES GIBT WIEDER STROM!

Ich bin dann gleich zu dem Strommast gegangen, damit dieser Bericht auch ein Foto vorzuweisen hat. Außerdem habe ich noch mit dem verantwortlichen Elektriker geredet. Seit wann er von diesem Schadensfall wisse, wollte ich wissen und staunte, als er sagte, seit 20 Minuten. Das würde ja heißen, daß die sehr fix waren. Ich fragte also nach einer Telefonnummer und ob sie auch am Wochenende arbeiteten. Die Telefonnummer sei Tag und Nacht erreichbar, man arbeite auch am Wochenende.

Vielleicht hilft die Nummer ja einem Leser aus Antananarivo in einem ähnlichen Fall weiter: 034 8 330 771

Eine interessante Erfahrung, mal 3 Tage ohne Strom zu sein. Man merkt so richtig, wie abhängig man davon ist. Da bei uns normalerweise auch mit Strom gekocht wird, merkt man das noch mehr, als die ganzen Nachbarn, die mit Gas kochen oder mit Holzkohle auf einem Fatapera. Für Notfälle, wie diesen, haben wir auch einen solchen Kleinofen in der Garage stehen.

Nervig war der Lärm eines Nachbarn, der bis in die Nacht hinein einen Stromgenerator laufen ließ – wenn man keinen Strom hat, geht man nämlich viel früher ins Bett.

Vom Zyklon Giovanna, der Antananarivo direkt von Osten nach Westen kurz aber heftig bestürmt hat

Beim Zyklon auf dem Dach arbeiten

Schon die Woche zuvor hat man auf Satellitenbildern klar erkennen können, daß ein Wirbelsturm auf dem Weg ist in Richtung Madagaskar. Die eingeschlagene Richtung hat er recht geradlinig durchgezogen und hat so auch die Hauptstadt Antananarivo direkt überquert. Ein eher seltenes Ereignis, daß ein Zyklon mit seinem Zentrum über Tana hinwegzieht, aber an diesem 14. Februar 2012 war es wieder einmal der Fall.

Wegen des Zyklons wurde ein Feiertag ausgerufen. Das hat dann allen die Möglichkeit gegeben, sich um ihre eventuell undichten Dächer und Fenster kümmern zu können. Schon die Nacht ließ mit ihrem Lärm vom starken Wind und dem Regen den Schlaf sehr unruhig werden. Ohrenstöpsel brachten nur eine kleine Linderung.

Weiter verstärkte Winde kamen am nächsten Morgen, als es wieder hell war. Strom gab es keinen, also war damit zu rechnen, daß der Wind eine wichtige Stromleitung des Stromversorgers Jirama gekappt haben könnte. Folglich war damit zu rechnen, daß die Pumpen für die Wasserversorgung auch ohne Strom sein würden und daß man ohne fließendes Wasser dastehen könnte. Das bestätigte sich auch, als dann noch am Morgen sich der letzte Tropfen aus dem Wasserhahn ergoß. Da heißt es, sich vorher einen kleinen strategischen Vorrat anzulegen.

Der Zyklon Giovanna biegt die Bäume

Der Blick aus dem Fenster war sehr interessant, denn die Naturgewalten üben neben Angst und Schrecken auch eine gewisse Faszination auf die Menschen aus. Der Garten war übersät mit Blättern von Bäumen und Papayastauden. Der Hauptstamm unserer Papaya, die geschätzt schon über 8m hoch gewesen sein dürfte, konnte dem Sturm nicht widerstehen, bezog aber noch immer aufrecht stehend Stellung eine Etage tiefer, genau auf der schmalen 2,5m hohen Mauer, gestützt vom nachbarlichen Gestrüpp. Das Bild, auf dem sie links zu sehen ist, entstand kurz zuvor.

Wasser hat Giovanna in großen Mengen abgeliefert und ich selbst habe 5 Liter davon aufgewischt, die im ersten Stock an 2 Fenstern und unter der Balkontür vom Tropensturm hereingedrückt wurden. Diese Phase hat aber zum Glück nur etwa eine Stunde angehalten. In dieser Phase sind auch die Fotos entstanden. Die Nachbarn befürchteten sicherlich, daß der Wind ihnen das Dach abdeckt, und mit eindringendem Wasser dürften sie auch zu tun gehabt haben.

Am Nachmittag flauten die Winde immer weiter ab, der Regen hörte auch auf. Strom gab es bei einsetzender Dämmerung wieder. So konnte man sich die Berichte im Fernsehen ansehen, wo einige Schäden gezeigt wurden. Vom Park in Ambohijatovo stürzte ein richtig dicker Baum über die angrenzende Straße. Die Straße zwischen Ankadikely und Sabotsy Namehana wurde zu einer Wasserstraße und hat dort auch einige Straßenfahrzeuge unter Wasser gesetzt. Die Jovenna-Tankstelle war überschwemmt zu sehen und die nicht allzuweit entfernte Galana-Tankstelle dürfte das gleiche Schicksal ereilt haben, wie auch die direkt gegenüberliegende Filiale der Bank of Africa.

Nicht selten sieht man eine Woche keine Sonne in Tana, wenn ein Zyklon in gebührender Entfernung vorbeizieht. Giovanna fegte in Windeseile übers Land: Am Tag vor dem Zyklon und am Tag nach dem Zyklon schien die Sonne.

Ausbesserungsarbeiten bei peitschendem Regen

Air Madagascar: Eine Boeing 777 und 2 Airbus A340 für die in der EU mit Landeverbot belegten 2 Boeing 767 ?

Im April hat die EU-Kommission der Air Madagascar den Betrieb ihrer beiden Boeing 767 in der EU verboten. Wie geht die Entwicklung weiter, welche Lösungswege kommen für die Probleme in Frage?

Der Blog Vaovaogasy hat am 1. September berichtet, daß Air Madagascar seit dem Betriebsverbot für die EU eine der beiden betroffenen Boeing 767 an den Eigentümer zurückgegeben habe, während die andere Maschine weiterhin die Strecke nach Bangkok in Thailand und Guangzhou (Kanton) in China bediene.

Der kurz nach dem Verbot abgeschlossene Vertrag mit Air Italy über die Anmietung einer Boeing 767 sei am 1. September abgelaufen. Verzweifelt sei Air Madagascar auf der Suche gewesen, um ein neues Flugzeug zu mieten. Air Austral habe zwischenzeitlich mit einer ihrer Boeing 777-200ER die Strecke nach Paris bedient. In letzter Minute sei das Hallo aus Portugal gekommen. Air Madagascar habe eine Boeing 777-200ER der euroAtlantic mieten können. Die Gesellschaft sei von der FAA (FAR-129) und der AESA (JAR-OPS1) zertifiziert. Die JAR-145 zertifizierte portugiesische Gesellschaft TAP stelle die Wartung der Flotte von euroAtlantic sicher, was die Europäische Kommission beruhigen müsse. Die portugiesische Gesellschaft sei auf das Leasing von Flugzeugen spezialisiert, das Vermieten an Betreibergesellschaften und auf Dienste zur Sicherung des Betriebs.

Der Mietvertrag sei für die Dauer von einem Jahr geschlossen worden. Die Boeing 777-200ER sei mit 293 Sitzen in der Touristenklasse ausgestattet und 30 in der Business-Klasse. Die Boeing werde die Farben der Air Madagascar tragen und ihren ersten Flug zwischen Antananarivo und Paris am 2. September ausführen.
“Von der ersten Woche der Indienststellung an werden 6 Mitglieder des Flugpersonals der Air Madagascar an Bord der Maschine sein. In einem weiteren Zeitrahmen werden die Piloten von Air Madagascar, je nach Verfügbarkeit, diejenigen der portugiesischen Firma ersetzen”, habe der Kollege La Tribune de Madagascar bemerkt. Da die Boeing 777 nicht in Nosy Be landen könne, habe Air Madagascar Pendelflugzeuge eingesetzt, um den Anschluß in Antananarivo für die Flüge nach Paris sicherzustellen.

Die Lösung soll die Anschaffung von 2 Airbus A340 sein, denn Hadi Akoum, der im Verkauf bei Airbus für die Region Afrika und Indischer Ozean zuständig ist, habe gesagt, daß die madagassischen Behörden den Erwerb solcher Flugzeuge für die Nationale Fluggesellschaft beabsichtigten.

Allerdings müsse man sich in die Warteschlange einreihen, da man bei EADS noch 6.000 Bestellungen für Fluggeräte abzuwickeln habe. Frühestens in einem Jahr könne man daher über die Flugzeuge verfügen.

Jedenfalls habe Hadi Akoum hinzugefügt, daß die örtlichen Machthaber sich nach anderen Verträgen umsähen, um schon früher neue Airbusse einsetzen zu können. Die amerikanische Airbus-Tochter sei kontaktiert worden, um 2 A340 der neuen Generation mieten zu können. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit den madagassischen Behörden seien noch am Laufen.

Die Nationale Airline sehe endlich das Licht am Ende des Tunnels. Es sei angebracht, festzustellen, daß diese Firma derzeit horrende Kosten durch die Miete einer Boeing von Air Italia habe, um das Flugverbot durch die Europäische Kommission zu kompensieren. Der Abschluß eines Vertrags mit der amerikanischen Airbus könne für Air Madagascar nichts weiter sein, als eine Erleichterung.

 

Daß Air Madagascar noch immer große Probleme hat, sieht man daran, daß eine andere Airline, nämlich Air Austral von der französischen Nachbarinsel Réunion, an 2 Tagen eingesprungen ist, um die Paris-Route zu bedienen. Vergessen darf man dabei nicht, daß Air France ein Code-Share-Abkommen mit Air Madagascar hat und 2 Mal in der Woche Flüge für diese durchführt, mit der Flugnummer MD070 von Tana nach Paris (CDG) und MD071 auf dem Rückflug.

Daß man die Option, 2 Boeing 777-200ER der Air Austral mieten zu können, anscheinend nicht genutzt hat ist verständlich, wenn man mit diesem Modell nicht in Nosy Be landen kann.

Aber warum sollte man sich eigentlich für das Flugzeugmodell Airbus A340 entscheiden, wo doch das Modell Airbus A330 wegen seiner nur 2 Düsen einen um einige Prozente ökonomischeren Betrieb bietet? Hat man das bei Air Madagascar nicht in die Kalkulationen einbezogen, zumal heutzutage in vielen Unternehmen haarscharf kalkuliert werden muß, um konkurrenzfähig zu bleiben?

Die Tagesschau berichtete in ihrer Online-Ausgabe vom 10. 11. 2011 jedenfalls, daß für die Airbus A340 schon seit fast 2 Jahren keine Bestellung mehr erfolgt sei und daß man den Bau zu Gunsten der zweistrahligen Airbus A350 einstellen werde.

 

© Fotos: Pascal Maillot / Euro Atlantic Airways Boeing 777-200ER CS-TFM

Homepage Pascal Maillot

 

Georges / pixelio.de / A340 im Endanflug
Short final

Zürich - A340 im Endanflug auf Piste 14

Internetprovider Blueline nimmt neue Sendeanlage in Ambohitrarahaba in Betrieb – Stromabschaltung von Jirama

Baustelle mit Installation für eine Sendeanlage

Schon seit einigen Monaten war der Empfang der Blueline Internetverbindung 4G nicht mehr so optimal gewesen. Ganz einfach deswegen, weil der Nachbar anfing, direkt an der Grundstücksgrenze in seinem Garten ein großes Haus hochzuziehen. Daher mußte ich für mein Modem mit integrierter Antenne einen Standort mit besseren Empfangseigenschaften suchen. Im ersten Stock, in der oberen linken Ecke des Fensters, direkt hinter dem immer geschlossenen Vorhang, war der Empfang gerade noch akzeptabel.

Mit der Höhe des Rohbaus wurde die Qualität des Empfangs zusehends schlechter. Zeitweise hatte anscheinend die Wetterlage den entscheidenden Einfluß darauf. Es konnte dann sein, daß stundenlang nichts mehr ging. Und da erschien dann der Lichtblick, wie oben auf dem Bild zu sehen.

Eigentlich hätte die neue Sendeanlage schon letzten Dezember in Betrieb genommen werden sollen, aber der Eigentümer des Grundstücks, auf dem man schon den Sendemast aufgestellt hatte, soll seine Zustimmung widerrufen haben. Sollte er das wegen gesundheitlicher Bedenken getan haben, so hat er sicherlich Recht, denn eigentlich kann das nicht gut sein, wenn überall diese Antennen stehen. Man kann das mit einem lachenden Auge (endlich optimaler Empfang) und einem weinenden Auge betrachten (der gesundheitliche Aspekt).

Beim ersten Anblick der Baustelle mit dem Antennenmast am 15. September war dann eines gleich klar: Das muß der Ersatz-Standort der neuen Blueline-Antenne sein.

Am 4. Oktober stellte ich dann am späten Abend fest, daß die Empfangsstärke so gut war, wie noch nie zuvor, seit ich letzten November bei Blueline Kunde geworden war. Ich montierte also das Modem ab und stellte es, nachdem ich alles gründlich gesäubert hatte, wieder auf seinen alten Platz.

Als Erstes wollte ich testen, ob man mit dem optimalen Empfang Videostreams ruckelfrei ansehen kann. Dazu setzte ich mein Headset auf – und kaum hatte ich das Ding auf den Ohren, da ging das Licht aus. Der Computer gleich mit, weil die Batterie meiner USV, hier sagt man fälschlicherweise Onduleur, kaputt ist. Also saß ich um 21:20 Uhr im Dunklen.

Normalerweise dauerte eine Stromabschaltung in Ambohitrarahaba maximal eine Stunde. Und das war ein eher selten vorkommender Fall. Vermutlich wegen der Klinik Maternité d’Ilafy gab es in den letzten Jahren eigentlich gar keine Stromabschaltungen, wenn auch aus anderen Quartieren berichtet wurde, daß mehrfach am Tag der Strom abgeschaltet wurde.

Letzte Aufräumarbeiten an der Baustelle

Beim Aufstehen gab es dann auch keinen Strom, und das Wasser kam mit einem verdächtig niedrigen Druck aus der Leitung. Da habe ich gleich reagiert und einen kleinen strategischen Vorrat angelegt. Zu Recht, denn in anderen Haushalten und in ganzen Stadtvierteln gab es bereits kein fließendes Naß mehr aus der Leitung.

Um kurz nach 11:00 Uhr gab es wieder Strom und auch der Druck in der Wasserleitung normalisierte sich im Laufe des Tages.

Nein, natürlich hatte die Jirama den Strom nicht wegen Blueline abgeschaltet und auch nicht wegen mir. Aber wenn wir betrachten, was die Presse dazu zu melden hatte, dann ist das ganz interessant. Da ist der Artikel “Électricité – Black-out à Antananarivo” der “L’Express de Madagascar” und dann ist da der Artikel “Madagascar: la Jirama en panne de carburants” der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua auf der Seite der afriquinfos.com.

Die Express meint, eine Quelle habe gesagt, der Vorrat an Schweröl der Galana für die Kraftwerke der Jirama sei fast zur Neige gegangen. Ansonsten wird nebulös die Frage zur finanziellen Situation der Jirama gestellt. Der Xinhua-Artikel verrät sogleich, daß gemäß einer Quelle die Jirama Zahlungsrückstände von mehreren Milliarden Ariary bei einer madagassischen Ölfirma habe. 200.000 Liter Schweröl müsse diese Firma jeden Tag liefern, um den Betrieb aller Kraftwerke für Tana sicherzustellen, man habe aber in 2 Tagen nur 150.000 Liter geliefert.

Hinzu komme, daß wegen der Trockenheit das Wasserkraftwerk von Andekaleka lediglich mit einer Kapazität von 62% betrieben werden könne, obwohl dieses Kraftwerk bis zu 40% zum Strombedarf von Tana liefern könne. Die Jirama verfüge über 114 Kraftwerke, wobei 100 davon Dieselgeneratoren seien.

Am Samstag konnte die Xinhua dann eine Bestätigung des Energieministers Elysé Ratsiraka melden, daß eine Lieferfirma nicht ausreichend Kraftstoff geliefert habe, ohne jedoch deren Namen zu nennen. Die Jirama sei nicht am Rande des Bankrotts, die Angestellten arbeiteten korrekt und würden auch regelmäßig pünktlich bezahlt, wenn die Gesellschaft auch Probleme mit ihren Finanzen habe, so habe sie genug Mittel für ihren Betrieb.
Die Chinesen sind gut informiert, könnte man meinen.

Der See liegt direkt an der RN2

Salon International des Mines et des Hydrocarbures – Premierminister Camille Vital auf der ersten Minenmesse

Messestand der Explorationsfirma

Vom 6. Mai bis zum 8. Mai fand in Antananarivo die erste Minenmesse Madagaskars statt. Firmen mit großen Minenprojekten waren ebenso mit Ständen vertreten, wie regionale Verbände, die im Minensektor tätig sind.

Im Internationalen Konferenzzentrum von Ivato (Centre des Conférences Internationales d’Ivato), wo letztes Jahr auch die FIM stattfand, beherbergte man Aussteller aus verschiedenen Ländern, von denen manche auch börsennotiert sind:

Zu den älteren in Madagaskar ansässigen Firmen zählt die 1975 verstaatlichte Kraomita Malagasy S. A.. Kraoma, die 1966 unter dem Namen COMINA (Compagnie minière d’Andriamena) gegründet wurde, hat ihre Hauptaktivität darin, Chromerz bei Briéville-Andriamena im Nordwesten Madagaskars zu gewinnen. Die jährliche Produktion soll 100.000 bis 140.000 Tonnen sein. Neuerdings ist man angeblich auch dabei, nach Goldvorkommen zu schürfen. Auf der Homepage gibt man an, 380 Beschäftigte zu haben, ein auf der Messe ausliegender Flyer dagegen besagt, daß man über 450 Personen beschäftige. Was soll man da glauben?

Seit über 50 Jahren ist die aus der Macoma hervorgegangene Holcim (Madagascar) S.A., eine Tochter des weltweit tätigen Zementherstellers Holderbank aus der Schweiz, in Madagaskar tätig. Holcim betreibt in Ibity bei Antsirabe eine Zementfabrik mit einem Jahresausstoß von 150.000 Tonnen Zement und ein Silo in Tamatave mit der Kapazität, 180.000 Tonnen Zement einzusacken.

Proben der Zwischenprodukte nach der Materialtrennung

Rio Tinto, einer der größten Konzerne im Minengeschäft weltweit, ist in Fort Dauphin über die 80%-Tochter QIT Madagascar Minerals S.A. auf der roten Insel vertreten, wo man seit wenigen Jahren Ilmenit abbaut, welches im Sand enthalten ist. Dafür hat man einen komplett neuen Hafen gebaut, den Port d’Ehoala Madagascar. Der Hafen gehört zwar der Rio Tinto-Gruppe, kann aber auch von anderen Firmen genutzt werden, zum Beispiel zum Festmachen von Kreuzfahrtschiffen oder Handelsschiffen.

Schaut man sich die Gegend um Fort Dauphin bei Google Earth an, dann kann man sehr viel neu geschaffene Infrastuktur in und um die Stadt erkennen. Viele Straßen, ganze Wohnsiedlungen und mehrere Schürfgebiete. Für die Verarbeitung des Mineralsandes wurden große Hallen gebaut, wobei in Madagaskar nur eine mechanische Trennung der Bestandteile des Sands erfolgt. Der chemische Prozeß, um das Leichtmetall Titan oder genauer Titandioxid zu gewinnen, erfolgt außer Landes. Bilder auf der Homepage von Rio Tinto geben einen Einblick aus der Normalperspektive.

Die 1994 in West Perth in Australien gegründete Firma Madagascar Resources NL hat die Tochterfirma Toliara Sands Sarl, die nördlich von Tulear 2 Ilmenit-Projekte besitzt: Ranobe und Manombo-Morombe. Beim Projekt von Ranobe fehlt nur noch der Papierkrieg und die Finanzierung für die Ausbeutung der identifizierten Lagerstätte. Man will dort bis zu 600.000 Tonnen Ilmenit im Jahr fördern. Madagascar Resources NL scheint keine Webseite zu haben und die Homepage von Toliara Sands ist recht unprofessionell. Im Mai noch zeigte man gestreckte Bilder dort und wenig umfangreiche Informationen. Jetzt findet sich nur noch der Hinweis auf die baldige Einführung einer neuen Webseite.

Firmen-Schriftzug

Ein Multi-Milliarden-Dollar-Projekt haben die Firmen Sherrit aus Kanada (40%), Sumitomo Corporation aus Japan (27,5%), Korea Resources Corporation (27,5%) und SNC-Lavalin Group Inc. (5%) mit dem Nickel-Kobalt-Projekt Ambatovy bei Moramanga auf die Beine gestellt. Die Firmen Ambatovy Minerals S.A. und Dynatec Madagascar S.A. sind die Tochtergesellschaften in Madagaskar, die den Abbau der Nickel-Kobalt-Lagerstätte im Hochland vorbereiten.

Für den Transport des Laterit-Erzes hat man eine Pipeline nach Tamatave gebaut, um es dort zu raffinieren. Die Mine soll über mindestens 27 Jahre jährlich 60.000 Tonnen Nickel fördern und 5.600 Tonnen Kobalt. Was wird man mit der ganzen unbrauchbaren Erde in Tamatave machen? Einen Berg auftürmen? Ein größeres Problem dürfte darin zu sehen sein, daß das Erz mit Säure ausgewaschen werden soll. Dafür werden riesige Mengen an Säure benötigt. Was wird mit den Abfallstoffen gemacht, gibt es eventuell Säuredämpfe, die in Wohngebiete ziehen können? Oder wird es gar ganze Säure-Seen geben? Solche Fragen stellen Kritiker.

Erdöl wird in Madagaskar inzwischen auch gefördert, doch weder der französische Konzern Total, noch der amerikanische Konzern Exxon waren auf der Messe vertreten. Vertreten war die Firma Madagascar Oil S. A.

Produktprobe zur Anschauung

Etwas seltsam erscheint, daß Madagascar Oil 2008 die Mehrheit des Blocks 3102 von Bemolanga, nämlich 60%, ausgerechnet an den französischen Ölkonzern Total abgegeben hat, als Ravalomanana, der bekanntermaßen den französischen Einfluß in Madagaskar reduzieren wollte, noch an der Macht war.

Wikipedia schreibt:

Madagascar Oil ist in Besitz der Ölsandfelder von Tsimiroro (geschätzte 3 Milliarden Barrels) und Bemolanga (geschätzte 16,6 Milliarden Barrels).

Hinzu kommen die Felder von Manambolo, Morondava und Manandaza.

Allerdings ist der Abbau von Ölsandfeldern sehr schädlich für die Umwelt, wie bei survie.org berichtet wird, wo als Beispiel die kanadische Provinz Alberta angeführt wird: Verknappung der Wasserressourcen (auf ein Barrel Öl komme die 6fache Menge Wasser), Ausstoß von Schwefel, Schwermetallen, saurem Regen. Auch bei der elektronischen Zeitschrift schattenblick.de ist man zu dem Thema sehr kritisch eingestellt. Man bemängelt die niedrigen vereinbarten Zahlungen an den madagassischen Staat, die in den ersten 10 Jahren lediglich 1% der Einnahmen ausmachen sollen, was man als lächerlich niedrig bezeichnet. Aufgrund der bestehenden sozialen Spannungen in Madagaskar attestiert man dem Vertrag eine enorme Sprengkraft und prophezeiht Rajoelina reichlich Gegenwind.

Sterling-LKW auf der Minenmesse

Erst am 29. 11. 2010 wurden die Aktien von Madagascar Oil in London an der AIM eingeführt. Seit dem 6. 1. 2011 waren die Aktien der in Bermuda registrierten Firma vom Handel ausgesetzt, da die madagassische Regierung drohte, dem Unternehmen die Liegenschaften, an denen es 100% der Anteile hält, zu entziehen, da 9 Millionen $ Steuern nicht gezahlt worden sein sollen. Erst Ende Juni wurde die Notierung mit einem Abschlag von über 50% wieder aufgenommen.

Eines scheint sicher: Wenn es um sogenannte Ölsande geht ist das ein extrem dreckiges Geschäft. Selbst Aktionäre von Shell haben sich gegen das Ölsandprojekt in der kanadischen Provinz Alberta ausgesprochen.

Chinesen auf der Minen-Messe

Bisher sind sie noch nicht erwähnt worden, aber die Chinesen sind auch in Madagaskar auf der Suche nach Rohstoffen, um ihren riesigen Rohstoffhunger zu sättigen. Auf der Messe waren mehrere chinesische Firmen vertreten. Der Stand von Madagascar Wisco Guangxin Kam Wah Resources war nicht sehr informativ, die chinesische Firma will aber im Gebiet der Küstenstadt Soalala, die etwa 112 km westlich von Majunga liegt, ab 2014 zum Abbau einer riesigen Eisenerzmine schreiten, die etwa 600 bis 700 Millionen Tonnen Eisen beherbergen soll. Milliarden-$-Investitionen sollen dafür geplant sein, inklusive dem Bau eines neuen Hafens.

Schwere Minengeräte

Da wollen wir die Inder aber nicht Abseits stehen lassen, denn bei Jindal Madagascar plant man ebenfalls einen neuen Hafen – und das direkt in Tulear, da die Kalkstein-Lagerstätte Miary sich nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt befindet. Man will aber nicht die gesamte Förderung des Kalksteins exportieren, sondern man denkt auch an den Bau einer Zementfabrik.

Die unter dem Namen Tantalus Rare Earths AG in Deutschland an der Börse gelistete Firma, die in Madagaskar ein Seltene Erden-Projekt exploriert, war leider nicht auf der Messe vertreten. Gerne hätte ich ein paar Fragen gestellt.

Die kanadische Firma Energizer Resources Inc., die 2007 einen Claim im Süden von Madagaskar abgesteckt hat, um dort hauptsächlich Vanadium aus der Erde zu fördern, soll auch noch Erwähnung finden. Man hat die Absicht erklärt, Vanadium in einer so hohen Reinheit herstellen zu wollen, wie es für eine Vanadium-Redox-Batterie benötigt wird.

Der madagassische Ministerpräsident

Das Green Giant Vanadium-Projekt bei Fotadrevo soll eine der größten Vanadium-Lagerstätten weltweit sein. Nach dem kanadischen Minenstandard NI 43-101 hat man bereits Resourcen von 343.035 Tonnen V2O5 errechnen können. Für die fehlende Infrastruktur hofft man, sich mit den Eignern der etwa 30km entfernten Sakoa Kohlelagerstätte über eine gemeinsame Nutzung einigen zu können, was die Kosten für beide Parteien senken würde. Für die Kohleverschiffung soll an der Küste, direkt im Westen der Lagerstätte, ein neuer Hafen gebaut werden, der mit einer Eisenbahnlinie angebunden werden soll.

Schließlich noch der Hinweis zur Bohrfirma Tugela Drilling Solutions, die eine lange Kundenliste publiziert, für welche Explorer sie tätig ist. Ich kann mich zwar nicht erinnern, Tugela Drilling Solutions auf der Messe gesehen zu haben, aber für den Interessierten ist das sicherlich ein aufschlußreicher Hinweis mit Namen von weiteren Firmen, die eine Erkundung oder Förderung der Bodenschätze von Madagaskar durchführen.

Ausstellung des Maschinenparks

Das in meinen Augen für Madagaskar sinnvollste Projekt ist das Kohle-Projekt von Sakoa, da man dann vor allem in den Städten von Madagskar selbst diese Kohle zum Kochen benutzen kann, anstatt Holzkohle. Das könnte eine Entlastung für die madagassischen Wälder bringen, die Köhler allerdings müssen sich dann eine andere Einahmequelle suchen.

Madagaskar ist zwar reich, gehört aber dennoch zu den ärmsten Ländern weltweit. Man ist nur potentiell reich – reich an Rohstoffvorkommen. Und was hat der Durchschnits-Madagasse davon? Bisher eigentlich nichts, denn bei ihm kommt so gut wie nichts an.

Einige der letzten Wälder müssen weichen, damit man die Rohstoffe der Erde entreißen kann. Angesichts der massiven Umweltzerstörungen der madagassischen Landschaft mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna wird nicht nur so manchem Biologen das Herz bluten.

Der wachsende Wohlstand in den Entwicklungsländern fordert seinen Preis.

Viele Madagassen werden zwar Arbeit in der Minenindustrie finden, aber die Firmen bringen auch viele Fachleute aus dem Ausland mit. Und diese ausländischen Fachleute bekommen ein sehr viel höheres Gehalt, als die Madagassen, was wiederum Einfluß auf das direkte Umfeld einer Minenregion hat, indem das allgemeine Preisniveau steigt. Die ärmsten Bevölkerungsschichten fallen dabei – einmal mehr – hinten runter.

Ammonit mit interessantem Muster

Air Madagascar: Verbot der Nutzung der 2 Boeing 767 im Luftraum der EU durch die EU-Kommission

Man kann zwar die Erste Klasse bei Air Madagascar buchen, die Unterhaltung der Flugzeuge hingegen scheint eher Low Budget zu sein. Die Flotte der Air Madagascar-Jets ist schon recht alt, wie planespotters.net weiß. Für die Airline hat schon so mancher Schlimmes befürchtet, da in der letzten Zeit gehäuft Zwischenfälle bei den beiden betagten Boeing 767 aufgetreten sind. Nun hat die EU-Kommission den Flugbetrieb damit im Gemeinschaftsgebiet verboten, da bei deren Betrieb und Überwachung anhaltende Mängel aufgetreten sind.

Die Tageszeitung ‘Les Nouvelles’ schreibt, daß eine Klappe zum Laderaum schlecht geschlossen habe und sich beim Flug hätte öffnen können, was einen Druckverlust in der Passagierkabine zur Folge gehabt hätte. Auch beim folgenden Flug habe man dieses Problem nicht korrekt repariert.

Bei ihrer “Schwarzen Liste” hat die EU-Behörde die Fluggesellschaft Air Madagascar nicht komplett hinzugefügt, aber den beiden Langstreckenflugzeugen der Fluggesellschaft, die regelmäßig nach Paris und Mailand geflogen sind, hat man wegen erheblicher Sicherheitsmängel ein Verbot erteilt.

Seltsam erscheint dabei auf den ersten Blick, daß ja gerade diese 2 Flugzeuge nur in der Lage sind, die Flughäfen in Europa ohne mehrere Zwischenstopps zu erreichen. Da am 31. 3. 2011 die Komoreninsel Mayotte zu einem französischen Übersee-Département und einer Übersee-Region wurde und somit Mitglied der EU geworden ist, kann Air Madagascar trotzdem mit ihren beiden Boeing 737 weiterhin dorthin fliegen. Gleiches gilt für die Nachbarinsel Réunion, die auch zu Frankreich gehört.

Die betroffenen Flugzeuge: Die Boeing 767-383ER mit dem Kennzeichen 5R-MFG wurde am 26. 3. 1991 an SAS ausgeliefert und die Boeing 767-3Y0ER mit dem Kennzeichen 5R-MFJ wurde am 1. 9. 1992 an Aeromexico ausgeliefert.

Anläßlich des Betriebsverbots der 2 Flugzeuge von Air Madagascar im EU-Luftraum hat die Tageszeitung ‘Tribune de Madagascar’ in ihrem Editorial einen interessanten Standpunkt veröffentlicht, der dem amtierenden Regime die Verantwortung zuweist. Interessant sind auch die Leserkommentare.

Es stellt sich nun die Frage, wie man dieses große Problem bei Air Madagascar lösen will.

Durststrecke für das Bier SKOL beendet – Biermarke der neuen Brauerei in Ambatolampy als Alternative zu THB

Leergut

Die Brauerei ‘Nouvelle Brasserie de Madagascar’ (NBM) mußte lange warten, bis man mit dem Vertrieb der sehnsüchtig erwarteten Flaschen beginnen durfte. Irgendein Stempel hatte wohl noch gefehlt, um alle Genehmigungen komplett zu haben.

Schon im Juli war offenbar, daß man die Erlösung von der Verurteilung zur Untätigkeit feiern konnte. Die Tageszeitung ‘L’Express de Madagascar’ berichtete in diesem Zusammenhang, daß es sich bei ‘Skol’ um eine internationale Marke dänischer Herkunft handele, die schon in 6 anderen afrikanischen Ländern präsent sei.

Im Gegensatz zur etablierten Konkurrenz der ‘Brasseries Star’ aus Antsirabe mit dem Three Horses Beer, welches in 0,65-Liter-Flaschen vertrieben wird, wird Skol in 0,5-Liter-Flaschen verkauft, wie man sie in Deutschland gewohnt ist.

Nun ist das Maisbier mit 5,5% Alkoholgehalt, welches in Lizenz von Skol International D.L. in der Brauerei in Ambatolampy gebraut wird, also überall in der Hauptstadt von Madagaskar erhältlich.

Supermarkt Getränkeabteilung

Aber halt – da waren andere schon schneller, wie man an dem leeren Regal im Supermarkt Jumbo in Ankorondrano sehen kann. Keine einzige volle Bierflasche war mehr erhältlich, daher mußte für das Foto oben eine Flasche aus dem Leergut herhalten.

Das Bier wird so stark nachgefragt, daß die Brauerei mit dem Liefern nicht nachkommt, das Management hat die Nachfrage total unterschätzt. In 10 Tagen habe man so viel Bier verkauft, wie man für einen Monat vorgesehen habe, berichtet die Zeitung ‘L’Express de Madagascar’ in einem Artikel. Hat man etwa keine verläßlichen Marktstudien vorgenommen? Ist es nicht vorhersehbar, daß ein so lange erwartetes Produkt von einer großen Menge Kunden ausprobiert werden wird? Selbstredend kann man auch davon ausgehen, daß der Geschmack des neuen Produkts nicht jedermanns Sache ist und es für viele Trinker ein einmaliger Versuch bleiben wird.

Biertransporter

Lieferschwierigkeiten etwas anderer Art sieht man auf den beiden Bildern aus Isotry. Eine Ente mit einer Panne blockiert den gesamten Verkehr, während der Fahrer des Taxis seelenruhig unter dem Auto liegt und am Basteln ist. Die 25 Bierkästen auf dem Lasten-Pousse-Pousse haben es mit Gelassenheit ertragen.

Bei all der Freude über das neue Produkt auf dem Markt sollte man immer im Auge behalten, daß es sich hier um eine Droge handelt, die durch ihre negativen Auswirkungen auf die Gesundheit große volkswirtschaftliche Schäden verursacht. Dazu paßt der Artikel in der ‘The Times of Madagascar’, wo von 412 Toten durch exzessiven Alkoholkonsum berichtet wird.
Prost.

Im zitierten Artikel ist zwar davon die Rede, daß viele der Opfer ‘Toaka gasy’, den billigen madagassischen Rum (der meist illegal gebrannt wird) getrunken hätten.
Aber vielleicht wird ja jetzt mancher doch lieber zur Alternative greifen, dem Skol 1, welches einen stark reduzierten Alkoholgehalt von weniger als 1% haben soll, wie aus einem weiteren Artikel der ‘The Times of Madagascar’ zu erfahren ist.

Bierkästen Skol

Fokussierbare Akku-Taschenlampe im Test – Papayas im Lichtzauber der erstaunlich hellen LED Lenser M7R

[Trigami-Review]

Die LED Lenser M7R ist ein Schwestermodell der LED Lenser M7 und der taktischen Taschenlampe LED Lenser MT7 aus dem Hause Zweibrüder. Schon die M7 konnte mit der Regelung der Lichtleistung als Innovation glänzen und auch die M7R hat wieder eine Innovation zu bieten: Dieses Modell ist für den Akkubetrieb mit einem CR-18650 Lithium-Ionen Akku konzipiert, der in Deutschland noch wenig gebräuchlich ist, dessen Vorzüge aber die hohe Spannung von 3,7 Volt und die Kapazität von 2.200 mAh beim gelieferten Modell sind. Hinzu kommt, daß ein Magnethalter, welcher in dieser Form eine neue Erfindung darstellt, bei der lichtstarken LED-Lampe auch mitgeliefert wird.

Wenn der LED-Strahler M7R aufgeladen werden soll, dann ist man recht flexibel bei der Wahl der Energiequelle, denn es gibt dazu das Floating Charge System. Die herkömmliche Ladevariante ist die an der Steckdose – allerdings ist das Ladekabel mit der LED-Leuchte durch einen speziellen Magnetkontakt verbunden, an dem auch eine Ladezustandsanzeige integriert wurde. Am anderen Ende des Kabels befindet sich ein Stecker, den man ins Ladenetzteil stecken kann, welches von 100-240 Volt benutzt werden kann. Den Stecker kann man aber auch direkt in einen PC stecken, da es sich um einen USB-Stecker handelt. Man ist also in der Lage, sich auch an einem Computer zu bedienen – ja, man kann sogar den Akku von seinem Notebook, Laptop oder Netbook anzapfen. Man kann diese Outdoor-Taschenlampe also auch draußen laden, wenn man unterwegs ist. Und das dann aber auch direkt von der Sonne gespeist, denn ein Solar-Ladegerät mit USB-Anschluß gibt es auch.

Taschenlampe im Koffer

Der Magnethalter der M7R ist ein Feature dieser multifunktionalen Taschenlampe, das eine einfache Bedienung erleichtert, denn der Magnet ist sehr stark und ein versehentliches Trennen der beiden Teile sollte nicht vorkommen, sofern man umsichtig genug ist. Hängt man die LED-Handlampe an die Ladehalterung mit der Wandbefestigung an die Wand, dann könnte man das gar als Schwebende Aufladung bezeichnen. Lädt man die Arbeitsleuchte im Liegen, dann kann man die Wandhalterung als Ladeschale benutzen.

Als Zubehör kann man sich noch einen Adapter zulegen, mit dem man im Auto die Zigarettenanzünderbuchse zur Aufladung nutzen kann – eine komfortable LED-Taschenlampe also, wenn man die Möglichkeiten betrachtet.

Wegen des neuen Akkuformats hat man die große Schwester M7R auch gleich etwas verlängert. Damit ist sie laut den Prospektangaben bei einer Länge von 156 mm gegenüber der LED Lenser M7 um 19 mm länger. Extrem viel länger ist auch die Leuchtdauer der M7R gegenüber der M7: 20,5 Stunden stehen 11 Stunden gegenüber.

Taschenlampe mit Ladekabel

Gegenüber der Nutzung mit Batterien hat man eine Variante, die sehr kostengünstig ist, denn das Aufladen am Stromnetz dürfte eher geringe Kosten verursachen. Neben der Einsparung, die man dadurch hat – ein Akku soll bis zu 1.000 Mal wieder aufgeladen werden können – hat man auch eine Vermeidung von Müll in Form von leeren Batterien.

Für das Energie-Management gibt es 2 Modi, zwischen denen man wählen kann. Wählt man die Konstantstromregelung, so ermöglicht diese eine relativ konstante Helligkeit auf höchstem Niveau über die gesamte Nutzungsdauer des Akkus, bis dieser nahezu erschöpft ist. Diese Funktion genießt für mich klar den Vorzug, zumal man sich ja auch einen Ersatzakku leisten könnte. Als Alternative kann man die Leistungsentnahme so einstellen, daß die Lampe mit der Zeit immer dunkler wird, wie man es bisher von allen Funzeln gewohnt war.

Mit verschiedenen Programmen der Smart Light Technology (SLT) kann man, durch Microcontroller gesteuert, intelligentes Licht aus der programmierbaren Taschenlampe herauskitzeln. Es sollen angeblich 8 Lichtfunktionen in 3 Lichtprogrammen verfügbar sein, ich komme beim Zählen aber nur auf 6 verschiedene Funktionen.

Taschenlampe von vorn

Die 3 Programme sind der Easy Mode, der Professional Mode und der Tactical Defense Mode. Im Easy Mode hat man einen Lichtspender, der nach dem Einschalten die volle Leistung bringt und nach kurzem Antippen des Schalters wird die Leistung auf 15% reduziert. Hält man den Finger länger auf den Schalter, dann dimmt die Lampe das Licht stufenlos herunter und hoch, so lange, bis man den angetippten Schalter wieder losläßt, um die gewünschte Helligkeit zu wählen. Im Tactical Defense Mode gibt es 100% und beim Antippen des Schalters wird ein Stroboskopblitzen aktiviert, das der Verteidigung dienen soll. Im Professional Mode gibt es dann die drei schon bekannten Funktionen mit dem Strobo-Effekt, dem Dimmen und der 15%igen Lichtleistung, zusätzlich ein permanentes Blinken und ein SOS-Morse-Blinken.
Ich brauche eigentlich nur möglichst helles Licht, die anderen Funktionen kommen mir eher als Spielerei vor. Gut, da werden andere Leute anderer Meinung sein.

Caterpillar-Spielzeug-Planierraupe

Wie schon bei der M7 gilt auch hier bei der M7R, daß man den kleinen Zettel mit der Kurzbedienungsanleitung für die Funktionen der Lampe bevorzugt im Innenraum derselben verstauen sollte. Da kann man sie nicht verlieren und man kann immer darauf zugreifen. Da möchte ich den sehen, der nach einem halben Jahr, in dem er die Programme nicht geändert hat, noch weiß wie oft er zum Programmwechsel den Schalter antippen muß.

Wenn die Energie aus dem Akku kurz vor dem Ende ist, dann blinkt die Lampe immer wieder kurz, bis sie ganz abschaltet.

Das weltbeste Fokussiersystem bei fokussierbaren Taschenlampen, Advanced Focus System genannt, welches mit Einhandfokussierung aufwarten kann, wurde auch der M7R mitgegeben, die Reflektorlinse ist die gleiche, wie bei der M7, die gegenüber dem Vorgängermodell LED Lenser P7 vergrößert und optimiert wurde.

Beleuchtung auch am hellichten Tag

Neu ist das Fast Lock System, mit dem man den Lampenkopf durch eine kleine Drehung feststellen kann, damit die gewählte Fokussierung sich nicht verstellen kann. Leider kann aber auch der gegenteilige Effekt erzielt werden, nämlich der, daß man die Fokussierung ändern will, aber es nicht gleich oder nur schwer geht. Gut gedacht zwar, aber für mich ist diese Funktion störend, da sie den Einhandbetrieb doch beeinträchtigt.

Mit dem Intelligent Clip, der auch im Lieferumfang enthalten ist, kann man seine intelligente Taschenlampe am Gürtel befestigen und in die gewünschte Richtung leuchten lassen.

Wegen dem ganzen Zubehör wird die LED Lenser M7R in einem kleinen Plastikköfferchen verkauft, wie man auf den Fotos sehen kann.

LED-Taschenlampe

LED LENSER fördert den Umweltschutz
Im Rahmen dieser Testaktion hat die Firma Zweibrüder aus Solingen gleich 2 LED Lenser M7R geliefert. Eine dieser konfigurierbaren Taschenlampen war für mich als Tester bestimmt und die zweite Lampe sollte an eine private Person verschenkt werden, die sich besonders für den Umweltschutz einsetzt.

Die Wahl fiel auf eine Person, die dem Umweltschutz in einer besonderen Weise dient. Auf dem Bild sieht man die Übergabe einer Lampe in ihrem Köfferchen im Namen von LED Lenser.
Die Beteiligten sagen: “Danke!”
Im Zusammenhang damit werde ich demnächst einen eigenen Beitrag verfassen.

LED-Taschenlampe wird überreicht

Bei den Testbildern habe ich den Fotoapparat auf dem Balkon auf ein Stativ montiert. Die Papayas in unserem Garten habe ich mit der M7R angestrahlt. Sie haben wegen der Trockenzeit nur ganz wenige und kleine Blätter, die Früchte reifen auch mit verminderter Geschwindigkeit. Die Belichtungszeit betrug jeweils 6 Sekunden. Beim Bild mit eingesetzter Lampe wurde diese mit dem größtmöglichen Abstrahlwinkel verwendet.

Bei den Fotos mit den Häusern habe ich die Entfernung manuell eingestellt, da der Autofokus nicht mehr genug Licht zum Scharfstellen hatte. Die Belichtung habe ich mit der Automatik bei Blende 5,6 und ISO 200 vorgenommen, wobei das dunkle Bild 15 Sekunden belichtet wurde und das andere mit Einsatz der Handlampe 20 Sekunden. Das erste Bild ohne LED-Licht, und das zweite Bild 2 Minuten später mit der fokussierbaren LED-Lampe M7R bei maximal gebündeltem Lichtstrahl. Das hintere der angestrahlten Häuser hat nach einer Messung bei Google Earth etwa eine Entfernung von 300 m, eine unglaubliche Lichtleistung also, wo Zweibrüder im Prospekt doch nur 255 m Leuchtweite angibt. Aber ehrlich gesagt kam mir die Helligkeit in der Realität nicht ganz so hell vor, wie auf dem Bild. Das Da wäre es mal interessant, wie die technischen Werte zur Leuchtweite bei den Prospektangaben definiert sind.

Die Überstrahlung, die auch am Himmel zu sehen ist, kommt hauptsächlich wohl dadurch zustande, weil jetzt noch die Trockenzeit herrscht und extrem viel Staub in der Luft ist. Wenn man die Windschutzscheibe am Auto gründlich geputzt hat, dann kann man spätestens eine halbe Stunde später wieder einen deutlichen Staubbelag darauf erkennen.

Die animierten gif-Bilder, die hier zuerst blinkten, waren qualitativ nicht der Weisheit letzter Schluß, daher habe ich sie, wie angekündigt, durch jpg-Dateien ersetzt, welche durch ein Skript gewechselt werden. Wer in seinem Browser kein Skript aktiviert hat, wird diese Vergleichsbilder nicht sehen.

Wer an außergewöhnlichen Fotografien Gefallen findet, dem sei die Lenser Gallery empfohlen. Dort kann man sich Fotos ansehen, die mit Hilfe von LED Lenser Taschenlampen gemacht wurden.

Ein Forum für Anhänger von erstaunlich hellen Taschenlampen findet sich im Led Lenser Forum. Auch bei Twitter oder Facebook kann man einen Klick riskieren.

Abschließend ist zu sagen, daß es sich bei der M7R um eine High-End Taschenlampe handelt – was sich leider auch am Preis bemerkbar macht.

Jetzt zum Produkt.

Tour Orange – Antananarivo bekommt einen neuen Wolkenkratzer, es wird kräftig investiert

Foto

Erst vor einigen Monaten wurde das alte Bauwerk von Sipromad in Ankorondrano abgerissen und jetzt ist daraus eine Baustelle geworden und der Grundstock von einem neuen Hochhaus ist schon zu sehen, die Arbeiten sind in vollem Gange.

Man glaubt also in diesen Kreisen anscheinend an eine blühende Zukunft Madagaskars, sonst hätte man ein solches Vorhaben kaum in Angriff genommen.

Diesem Glauben kann man sich gerne anschließen.

Foto

Barfuß-Artistik im Blaumann auf dem Dach in Antananarivo – Weißbinder oder Anstreicher in Madagaskar

Foto

Wenn in Tana jemand sein Haus neu streichen lassen will, dann holt er oft keine Firma, die das professionell erledigt (gibt’s das überhaupt?), sondern es wird ein Feld- Wald- Wiesen-Handwerker engagiert. Solche Arbeiter sind billig zu haben und normalerweise sieht man das dann auch am Arbeitsergebnis. Ob man die dann als Maler bezeichnen sollte?

Laufende Farbe, auch als Rotznase bezeichnet, wird in der Regel nicht beseitigt, auch die ganzen Farbspritzer, egal wo man sie findet, bleiben dort, wo sie sich halt ergeben haben. Auch, wenn mit Lacken gearbeitet wird, ist das so. Fensterscheiben sehen dann entsprechend aus, der Boden auch. Daß etwas abgeklebt wurde, habe ich erst ein Mal gesehen. Entsprechend sehen verschiedenfarbige Übergänge von Decke zu Wand und so weiter aus. Und der Boden, auf den alles fällt – natürlich nicht abgedeckt.

Bei einer so geringen Bezahlung will der Handwerker, der zudem keine oder nur eine rudimentäre Ausbildung genossen hat, möglichst schnell seinen Auftrag abschließen.

Pfusch am Bau kennt man also nicht nur in Deutschland, sondern auch auf der Südhalbkugel unseres schönen Planeten.

In Madagaskar ist aber ein weiterer Faktor, daß die Handwerker sich kaum gutes Werkzeug leisten können, da dies meist Importware ist, die richtig teuer ist.

Madagaskar-Blog läuft unter Wordpress 2.8.4
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates