Madagaskar-Blog

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Kategorie: Wirtschaft - Politik

Salon International des Mines et des Hydrocarbures – Premierminister Camille Vital auf der ersten Minenmesse

Messestand der Explorationsfirma

Vom 6. Mai bis zum 8. Mai fand in Antananarivo die erste Minenmesse Madagaskars statt. Firmen mit großen Minenprojekten waren ebenso mit Ständen vertreten, wie regionale Verbände, die im Minensektor tätig sind.

Im Internationalen Konferenzzentrum von Ivato (Centre des Conférences Internationales d’Ivato), wo letztes Jahr auch die FIM stattfand, beherbergte man Aussteller aus verschiedenen Ländern, von denen manche auch börsennotiert sind:

Zu den älteren in Madagaskar ansässigen Firmen zählt die 1975 verstaatlichte Kraomita Malagasy S. A.. Kraoma, die 1966 unter dem Namen COMINA (Compagnie minière d’Andriamena) gegründet wurde, hat ihre Hauptaktivität darin, Chromerz bei Briéville-Andriamena im Nordwesten Madagaskars zu gewinnen. Die jährliche Produktion soll 100.000 bis 140.000 Tonnen sein. Neuerdings ist man angeblich auch dabei, nach Goldvorkommen zu schürfen. Auf der Homepage gibt man an, 380 Beschäftigte zu haben, ein auf der Messe ausliegender Flyer dagegen besagt, daß man über 450 Personen beschäftige. Was soll man da glauben?

Seit über 50 Jahren ist die aus der Macoma hervorgegangene Holcim (Madagascar) S.A., eine Tochter des weltweit tätigen Zementherstellers Holderbank aus der Schweiz, in Madagaskar tätig. Holcim betreibt in Ibity bei Antsirabe eine Zementfabrik mit einem Jahresausstoß von 150.000 Tonnen Zement und ein Silo in Tamatave mit der Kapazität, 180.000 Tonnen Zement einzusacken.

Proben der Zwischenprodukte nach der Materialtrennung

Rio Tinto, einer der größten Konzerne im Minengeschäft weltweit, ist in Fort Dauphin über die 80%-Tochter QIT Madagascar Minerals S.A. auf der roten Insel vertreten, wo man seit wenigen Jahren Ilmenit abbaut, welches im Sand enthalten ist. Dafür hat man einen komplett neuen Hafen gebaut, den Port d’Ehoala Madagascar. Der Hafen gehört zwar der Rio Tinto-Gruppe, kann aber auch von anderen Firmen genutzt werden, zum Beispiel zum Festmachen von Kreuzfahrtschiffen oder Handelsschiffen.

Schaut man sich die Gegend um Fort Dauphin bei Google Earth an, dann kann man sehr viel neu geschaffene Infrastuktur in und um die Stadt erkennen. Viele Straßen, ganze Wohnsiedlungen und mehrere Schürfgebiete. Für die Verarbeitung des Mineralsandes wurden große Hallen gebaut, wobei in Madagaskar nur eine mechanische Trennung der Bestandteile des Sands erfolgt. Der chemische Prozeß, um das Leichtmetall Titan oder genauer Titandioxid zu gewinnen, erfolgt außer Landes. Bilder auf der Homepage von Rio Tinto geben einen Einblick aus der Normalperspektive.

Die 1994 in West Perth in Australien gegründete Firma Madagascar Resources NL hat die Tochterfirma Toliara Sands Sarl, die nördlich von Tulear 2 Ilmenit-Projekte besitzt: Ranobe und Manombo-Morombe. Beim Projekt von Ranobe fehlt nur noch der Papierkrieg und die Finanzierung für die Ausbeutung der identifizierten Lagerstätte. Man will dort bis zu 600.000 Tonnen Ilmenit im Jahr fördern. Madagascar Resources NL scheint keine Webseite zu haben und die Homepage von Toliara Sands ist recht unprofessionell. Im Mai noch zeigte man gestreckte Bilder dort und wenig umfangreiche Informationen. Jetzt findet sich nur noch der Hinweis auf die baldige Einführung einer neuen Webseite.

Firmen-Schriftzug

Ein Multi-Milliarden-Dollar-Projekt haben die Firmen Sherrit aus Kanada (40%), Sumitomo Corporation aus Japan (27,5%), Korea Resources Corporation (27,5%) und SNC-Lavalin Group Inc. (5%) mit dem Nickel-Kobalt-Projekt Ambatovy bei Moramanga auf die Beine gestellt. Die Firmen Ambatovy Minerals S.A. und Dynatec Madagascar S.A. sind die Tochtergesellschaften in Madagaskar, die den Abbau der Nickel-Kobalt-Lagerstätte im Hochland vorbereiten.

Für den Transport des Laterit-Erzes hat man eine Pipeline nach Tamatave gebaut, um es dort zu raffinieren. Die Mine soll über mindestens 27 Jahre jährlich 60.000 Tonnen Nickel fördern und 5.600 Tonnen Kobalt. Was wird man mit der ganzen unbrauchbaren Erde in Tamatave machen? Einen Berg auftürmen? Ein größeres Problem dürfte darin zu sehen sein, daß das Erz mit Säure ausgewaschen werden soll. Dafür werden riesige Mengen an Säure benötigt. Was wird mit den Abfallstoffen gemacht, gibt es eventuell Säuredämpfe, die in Wohngebiete ziehen können? Oder wird es gar ganze Säure-Seen geben? Solche Fragen stellen Kritiker.

Erdöl wird in Madagaskar inzwischen auch gefördert, doch weder der französische Konzern Total, noch der amerikanische Konzern Exxon waren auf der Messe vertreten. Vertreten war die Firma Madagascar Oil S. A.

Produktprobe zur Anschauung

Etwas seltsam erscheint, daß Madagascar Oil 2008 die Mehrheit des Blocks 3102 von Bemolanga, nämlich 60%, ausgerechnet an den französischen Ölkonzern Total abgegeben hat, als Ravalomanana, der bekanntermaßen den französischen Einfluß in Madagaskar reduzieren wollte, noch an der Macht war.

Wikipedia schreibt:

Madagascar Oil ist in Besitz der Ölsandfelder von Tsimiroro (geschätzte 3 Milliarden Barrels) und Bemolanga (geschätzte 16,6 Milliarden Barrels).

Hinzu kommen die Felder von Manambolo, Morondava und Manandaza.

Allerdings ist der Abbau von Ölsandfeldern sehr schädlich für die Umwelt, wie bei survie.org berichtet wird, wo als Beispiel die kanadische Provinz Alberta angeführt wird: Verknappung der Wasserressourcen (auf ein Barrel Öl komme die 6fache Menge Wasser), Ausstoß von Schwefel, Schwermetallen, saurem Regen. Auch bei der elektronischen Zeitschrift schattenblick.de ist man zu dem Thema sehr kritisch eingestellt. Man bemängelt die niedrigen vereinbarten Zahlungen an den madagassischen Staat, die in den ersten 10 Jahren lediglich 1% der Einnahmen ausmachen sollen, was man als lächerlich niedrig bezeichnet. Aufgrund der bestehenden sozialen Spannungen in Madagaskar attestiert man dem Vertrag eine enorme Sprengkraft und prophezeiht Rajoelina reichlich Gegenwind.

Sterling-LKW auf der Minenmesse

Erst am 29. 11. 2010 wurden die Aktien von Madagascar Oil in London an der AIM eingeführt. Seit dem 6. 1. 2011 waren die Aktien der in Bermuda registrierten Firma vom Handel ausgesetzt, da die madagassische Regierung drohte, dem Unternehmen die Liegenschaften, an denen es 100% der Anteile hält, zu entziehen, da 9 Millionen $ Steuern nicht gezahlt worden sein sollen. Erst Ende Juni wurde die Notierung mit einem Abschlag von über 50% wieder aufgenommen.

Eines scheint sicher: Wenn es um sogenannte Ölsande geht ist das ein extrem dreckiges Geschäft. Selbst Aktionäre von Shell haben sich gegen das Ölsandprojekt in der kanadischen Provinz Alberta ausgesprochen.

Chinesen auf der Minen-Messe

Bisher sind sie noch nicht erwähnt worden, aber die Chinesen sind auch in Madagaskar auf der Suche nach Rohstoffen, um ihren riesigen Rohstoffhunger zu sättigen. Auf der Messe waren mehrere chinesische Firmen vertreten. Der Stand von Madagascar Wisco Guangxin Kam Wah Resources war nicht sehr informativ, die chinesische Firma will aber im Gebiet der Küstenstadt Soalala, die etwa 112 km westlich von Majunga liegt, ab 2014 zum Abbau einer riesigen Eisenerzmine schreiten, die etwa 600 bis 700 Millionen Tonnen Eisen beherbergen soll. Milliarden-$-Investitionen sollen dafür geplant sein, inklusive dem Bau eines neuen Hafens.

Schwere Minengeräte

Da wollen wir die Inder aber nicht Abseits stehen lassen, denn bei Jindal Madagascar plant man ebenfalls einen neuen Hafen – und das direkt in Tulear, da die Kalkstein-Lagerstätte Miary sich nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt befindet. Man will aber nicht die gesamte Förderung des Kalksteins exportieren, sondern man denkt auch an den Bau einer Zementfabrik.

Die unter dem Namen Tantalus Rare Earths AG in Deutschland an der Börse gelistete Firma, die in Madagaskar ein Seltene Erden-Projekt exploriert, war leider nicht auf der Messe vertreten. Gerne hätte ich ein paar Fragen gestellt.

Die kanadische Firma Energizer Resources Inc., die 2007 einen Claim im Süden von Madagaskar abgesteckt hat, um dort hauptsächlich Vanadium aus der Erde zu fördern, soll auch noch Erwähnung finden. Man hat die Absicht erklärt, Vanadium in einer so hohen Reinheit herstellen zu wollen, wie es für eine Vanadium-Redox-Batterie benötigt wird.

Der madagassische Ministerpräsident

Das Green Giant Vanadium-Projekt bei Fotadrevo soll eine der größten Vanadium-Lagerstätten weltweit sein. Nach dem kanadischen Minenstandard NI 43-101 hat man bereits Resourcen von 343.035 Tonnen V2O5 errechnen können. Für die fehlende Infrastruktur hofft man, sich mit den Eignern der etwa 30km entfernten Sakoa Kohlelagerstätte über eine gemeinsame Nutzung einigen zu können, was die Kosten für beide Parteien senken würde. Für die Kohleverschiffung soll an der Küste, direkt im Westen der Lagerstätte, ein neuer Hafen gebaut werden, der mit einer Eisenbahnlinie angebunden werden soll.

Schließlich noch der Hinweis zur Bohrfirma Tugela Drilling Solutions, die eine lange Kundenliste publiziert, für welche Explorer sie tätig ist. Ich kann mich zwar nicht erinnern, Tugela Drilling Solutions auf der Messe gesehen zu haben, aber für den Interessierten ist das sicherlich ein aufschlußreicher Hinweis mit Namen von weiteren Firmen, die eine Erkundung oder Förderung der Bodenschätze von Madagaskar durchführen.

Ausstellung des Maschinenparks

Das in meinen Augen für Madagaskar sinnvollste Projekt ist das Kohle-Projekt von Sakoa, da man dann vor allem in den Städten von Madagskar selbst diese Kohle zum Kochen benutzen kann, anstatt Holzkohle. Das könnte eine Entlastung für die madagassischen Wälder bringen, die Köhler allerdings müssen sich dann eine andere Einahmequelle suchen.

Madagaskar ist zwar reich, gehört aber dennoch zu den ärmsten Ländern weltweit. Man ist nur potentiell reich – reich an Rohstoffvorkommen. Und was hat der Durchschnits-Madagasse davon? Bisher eigentlich nichts, denn bei ihm kommt so gut wie nichts an.

Einige der letzten Wälder müssen weichen, damit man die Rohstoffe der Erde entreißen kann. Angesichts der massiven Umweltzerstörungen der madagassischen Landschaft mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna wird nicht nur so manchem Biologen das Herz bluten.

Der wachsende Wohlstand in den Entwicklungsländern fordert seinen Preis.

Viele Madagassen werden zwar Arbeit in der Minenindustrie finden, aber die Firmen bringen auch viele Fachleute aus dem Ausland mit. Und diese ausländischen Fachleute bekommen ein sehr viel höheres Gehalt, als die Madagassen, was wiederum Einfluß auf das direkte Umfeld einer Minenregion hat, indem das allgemeine Preisniveau steigt. Die ärmsten Bevölkerungsschichten fallen dabei – einmal mehr – hinten runter.

Ammonit mit interessantem Muster

Silber strahlt in besonderem Glanz – Auf welches Niveau wird der Silberpreis für eine Silberunze noch steigen?

Der Preis für Silber steigt und steigt und steigt und am Ostermontag wurde nach einem Gap-up ein neues Rekordhoch knapp unter der 50 $-Marke erreicht. Inzwischen kam es zu einer heftigen Korrektur, die von vielen Marktteilnehmern schon seit einiger Zeit erwartet wurde. Die Frage ist bloß, wie weit die Korrektur gehen wird und ob der Silberpreis dann weitersteigen wird? Sollte man jetzt noch einsteigen?

Daß das Edelmetall Silber gegenüber Gold verschiedene Vorzüge hat kann man inzwischen vielerorts lesen: Silber ist ein Industriemetall, das verbraucht wird, daher gibt es eine Verknappung des Angebots, wenn viel Silber zu Anlagezwecken gekauft wird. Durch diese Verknappung kommt es zu einer Preissteigerung, denn die Industrie kann oft nicht auf diesen Rohstoff verzichten und muß zu jedem Preis kaufen. Das fällt meist auch nicht so ins Gewicht, da bei vielen Produkten nur relativ kleine Mengen benötigt werden, die auf den Preis des Endprodukts keinen so großen Einfluß haben.

Dreistellige Kursziele werden von verschiedenen Seiten als Ziel für den Silberpreis kolportiert. Thorsten Schulte, der sich auf die Spekulation in Silber spezialisiert hat, sieht beispielsweise bis 2012/13 einen Preis von 100 Dollar vorher, wie aus dem oben verlinkten Artikel der FAZ hervorgeht.

Der Börsenbriefschreiber Jochen Steffens hat einen Chart vorgestellt, in dem die Inflation beim Silberpreis eingerechnet wurde. Betrachtet man sich diesen Chart, so kann man leicht zu dem Schluß kommen, daß noch einiges an Platz ist bis zum Allzeithoch von 1980 – so bis etwa 220 $. Und die Überwindung dieser Hürde erwarten nicht wenige. Allerdings müßte dazu erst einmal der nominale Höchstkurs von 1980 und die Schwelle bei 50 $ nachhaltig überwunden werden.

Und dann: The sky is the limit.

Oder ist der Boden der Tatsachen viel, viel tiefer?
Betrachtet man die drohende Inflation und das ungelöste Problem der Staatsverschuldungen, dann spricht das langfristig eher für einen weiter steigenden Silberpreis. Momentan hat aber der MACD-Indikator ein Verkaufsignal generiert, die Korrektur könnte sich also noch fortsetzen, wenn nicht tagesaktuelle Ereignisse die Angst der Investoren schüren und diese zum Kauf schreiten lassen.

Die Münze auf den Fotos ist eine One Dollar American Silver Eagle
Silberunze mit einer wandelnden Liberty-Figur.

Durststrecke für das Bier SKOL beendet – Biermarke der neuen Brauerei in Ambatolampy als Alternative zu THB

Leergut

Die Brauerei ‘Nouvelle Brasserie de Madagascar’ (NBM) mußte lange warten, bis man mit dem Vertrieb der sehnsüchtig erwarteten Flaschen beginnen durfte. Irgendein Stempel hatte wohl noch gefehlt, um alle Genehmigungen komplett zu haben.

Schon im Juli war offenbar, daß man die Erlösung von der Verurteilung zur Untätigkeit feiern konnte. Die Tageszeitung ‘L’Express de Madagascar’ berichtete in diesem Zusammenhang, daß es sich bei ‘Skol’ um eine internationale Marke dänischer Herkunft handele, die schon in 6 anderen afrikanischen Ländern präsent sei.

Im Gegensatz zur etablierten Konkurrenz der ‘Brasseries Star’ aus Antsirabe mit dem Three Horses Beer, welches in 0,65-Liter-Flaschen vertrieben wird, wird Skol in 0,5-Liter-Flaschen verkauft, wie man sie in Deutschland gewohnt ist.

Nun ist das Maisbier mit 5,5% Alkoholgehalt, welches in Lizenz von Skol International D.L. in der Brauerei in Ambatolampy gebraut wird, also überall in der Hauptstadt von Madagaskar erhältlich.

Supermarkt Getränkeabteilung

Aber halt – da waren andere schon schneller, wie man an dem leeren Regal im Supermarkt Jumbo in Ankorondrano sehen kann. Keine einzige volle Bierflasche war mehr erhältlich, daher mußte für das Foto oben eine Flasche aus dem Leergut herhalten.

Das Bier wird so stark nachgefragt, daß die Brauerei mit dem Liefern nicht nachkommt, das Management hat die Nachfrage total unterschätzt. In 10 Tagen habe man so viel Bier verkauft, wie man für einen Monat vorgesehen habe, berichtet die Zeitung ‘L’Express de Madagascar’ in einem Artikel. Hat man etwa keine verläßlichen Marktstudien vorgenommen? Ist es nicht vorhersehbar, daß ein so lange erwartetes Produkt von einer großen Menge Kunden ausprobiert werden wird? Selbstredend kann man auch davon ausgehen, daß der Geschmack des neuen Produkts nicht jedermanns Sache ist und es für viele Trinker ein einmaliger Versuch bleiben wird.

Biertransporter

Lieferschwierigkeiten etwas anderer Art sieht man auf den beiden Bildern aus Isotry. Eine Ente mit einer Panne blockiert den gesamten Verkehr, während der Fahrer des Taxis seelenruhig unter dem Auto liegt und am Basteln ist. Die 25 Bierkästen auf dem Lasten-Pousse-Pousse haben es mit Gelassenheit ertragen.

Bei all der Freude über das neue Produkt auf dem Markt sollte man immer im Auge behalten, daß es sich hier um eine Droge handelt, die durch ihre negativen Auswirkungen auf die Gesundheit große volkswirtschaftliche Schäden verursacht. Dazu paßt der Artikel in der ‘The Times of Madagascar’, wo von 412 Toten durch exzessiven Alkoholkonsum berichtet wird.
Prost.

Im zitierten Artikel ist zwar davon die Rede, daß viele der Opfer ‘Toaka gasy’, den billigen madagassischen Rum (der meist illegal gebrannt wird) getrunken hätten.
Aber vielleicht wird ja jetzt mancher doch lieber zur Alternative greifen, dem Skol 1, welches einen stark reduzierten Alkoholgehalt von weniger als 1% haben soll, wie aus einem weiteren Artikel der ‘The Times of Madagascar’ zu erfahren ist.

Bierkästen Skol

Wie im Bürgerkrieg: Militär-Gefechte mit Granatwerfern und Automatikwaffen in Antanimora, Antananarivo

Treppe in den blauen Himmel - Centre de Conférence Internationale CCI Ivato

Dieser 20. 5. 2010 dürfte ein Novum sein für Madagaskar. Militärische Einheiten bekämpften sich gegenseitig in der Hauptstadt. Die Deutsche Botschaft informierte ihre Gemeinde schon am Morgen über heftige Schußwechsel um das Mausoleum und FIGN, sowie Rova.

Auch in Deutschland war man Dank Twitter schon informiert.

Am Abend wurden dann die Szenen von den Unruhen im Fernsehen gezeigt: Die angreifenden Truppen näherten sich an der steilen Straße, die zum Mausolee hochführt, einem Gebäudekomplex und feuerten Gewehrsalven und Granaten ab.

Der anscheinend Verantwortliche bei der Miltäraktion war ein Herr mit dem Namen Ravalomanana, Vorname nicht Marc, der mehrfach Interviews gab.

Etwa 600 treue Krieger sollen bei dem Angriff beteiligt gewesen sein und 20 Abtrünnigen gegenübergestanden haben, die dann unerkannt entkommen sein sollen!?

 

Viele Psychopathen waren wieder unterwegs. Werden die Menschen jemals kapieren, warum es immer wieder zu Kriegen kommt, obwohl die große Mehrheit eigentlich nur in Frieden leben möchte?

Es ist zu hoffen, daß man es bei den kriegerischen Handlungen dieses einen Tages bewenden läßt!

Bank mit Bankkonto im Handy: MVola von Telma – Geldtransfer und Zahlungssystem, Überweisung per Handy

Instandhaltung für das Telefonnetz auf dem Leitungsmast

Nachdem sich mobile Bezahlsysteme per Handy schon in einigen anderen Ländern etabliert haben, bietet nun auch Telma (Telecom Malagasy), der einstige Staatskonzern und Monopolist für Telekommunikation, eine solche Lösung auf dem Markt an: MVola. Damit wird es jetzt in den entlegensten Winkeln Madagaskars möglich, Bankgeschäfte zu tätigen – voruasgesetzt, es gibt dort eine Netzabdeckung durch Telma.

Um den Dienst so attraktiv wie möglich zu gestalten, ist die Kontoführung kostenlos und man braucht kein Mindestguthaben. Das Maximalguthaben ist allerdings auf 5.000.000 Ariary beschränkt, was bei einem Umtauschkurs von 2.650 Ariary pro Euro 1.886,79 Euro entspricht. Wer eine größere Summe vor externem Zugriff, zum Beispiel durch Diebe, auf einem Konto sichern will, der kann sich eine weitere SIM-Karte mit einer anderen Nummer zulegen.

Die Gebühren betragen 750% des zu überweisenden Geldbetrags – wenn man den kleinstmöglichen Betrag zur Überweisung von 100 Ariary wählt, an einen Empfänger, der kein Telefon hat. Hat der Empfänger ein Telma-Konto MVola, dann sinken diese Kosten auf 250%. Je höher man den Überweisungsbetrag wählt, um so geringer fällt die prozentuale Gebühr aus. Beim Höchstbetrag von 5.000.000 Ariary sind 3.000 Ariary Gebühr fällig, was dann 0,06% entspricht. Als Vergütungssystem hat man eine Tabelle mit festen Beträgen in einem Stufensystem festgelegt. Was das Bild der spiegelverkehrten Geldscheine auf der Tarif-Seite wohl für eine Bedeutung haben soll?

Mit dieser Finanzdienstleistung für den ‘Kleinen Mann’, bei dem man die Bankfiliale zur Hälfte schon in der Tasche hat, kann man Geldüberweisungen vornehmen, Rechnungen bezahlen und Geld sicher aufbewahren.

In Kenia ist der Mobilfunkprovider Safaricom mit seinem M-Pesa-Dienst schnell zur größten “Bank” des Landes aufgestiegen, in Madagaskar hat Telma vorsorglich vom Start ab die Partnerschaft mit einer Bank gesucht, nämlich der BFV – Société Générale. Ein weiterer Partner ist die Firma Jovenna, die ein Tankstellennetz mit 66 Tankstellen in Madagaskar betreibt.

Der Lieferant, der für Telma die Plattform mit der Technologie stellt, ist die seit 2001 in Singapur ansässige Utiba Pte.Ltd., die sich mit über 200 Millionen Nutzern laut ihrer Homepage selbst als Marktführer im Bereich der mobilen Finanztransaktionen sieht. Daher wird es in absehbarer Zeit vermutlich auch möglich sein, internationale Finanztransaktionen vorzunehmen. Dazu ist interessant, daß Western Union auch mit Utiba eine Vereinbarung getroffen hat, künftig auf deren Know-how und Services zurückzugreifen.

Jetzt müssen die Marktteilnehmer erst einmal die Nutzungsmöglichkeiten vom mobilen Zahlungssystem MVola ausloten, um die Vorteile zu erkennen, damit sich ganz neue Strukturen des Wirtschaftens bilden können. Ein Geschäftsfeld, dem die Türen jetzt geöffnet sind, sind Verkaufsplattformen im Internet.

Geldscheine aufgefächert

FIM 2010 in Ivato – Messe-Aussteller ziehen viele Besucher zum Sheraton-Hotel und Konferenzzentrum

Farbband am Messestand

Die größte Messe Madagaskars hatte ihre Pforten wieder geöffnet, diesmal wurde die FIM (Foire Internationale de Madagascar) aber nicht mehr in Andranomena, sondern in und vor dem Centre de Conférence de Madagascar in Ivato abgehalten. Im Vergleich zum letzten Jahr dürften diesmal wieder mehr Besucher da gewesen sein, allerdings läßt sich anhand der Parkplatzbelegung kein Vergleich ziehen, da die Parkplätze beim neuen Messegelände nicht so übersichtlich sind. Im Gegenteil, dort scheinen nicht wirklich Parkplätze vorgesehen zu sein. Auf dem folgenden Bild kann man das ansatzweise nachvollziehen.

Parkende Autos vor Hochhaus-Kulisse

Die Deutsche Botschaft war wieder mit einem Stand auf der Messe vertreten, aber eine deutsche Firma ist mir nicht mit einem eigenen Stand aufgefallen. Wer jetzt meint, da steht doch ein Schild von Sixt, dem sei gesagt, daß lediglich Prospekte des madagassischen Kooperationspartners dieser deutschen Autoverleih-Firma verteilt wurden. Und wen das interessiert: Ja, man kann dort Autos ohne Fahrer mieten.

Gäste am Stand der Deutschen Botschaft in Madagaskar

Bei der Messe wurde deutlich, wie stark Frankreich die Wirtschaft Madagaskars beeinflußt: Im Hauptzelt “Pavillon France” waren ausschließlich französische Firmen oder von Franzosen geführte Firmen vertreten. Auf dem Foto ist rechts der Stand der Bank BFV-SG, eine Tochtergesellschaft der Société Générale.

Messestand BFV-SG und Messebesucher gehen vorbei

Mehrere Firmen boten ihre Dienste für jene an, die jetzt wegen der vermehrten Überfälle und Einbrüche Angst um ihr Hab und Gut haben. Sicherheitstechnik ist eine Branche mit Zukunft, wenn die Kluft zwischen Arm und Reich zunimmt.

Andere Produkte für Wohlhabende, wie verschiedene Automarken aus China, wurden auf der Messe ausgestellt, aber auch solche Dinge, die man dem Segment Luxus zuordnen kann. Zum Beispiel mehrere Jet-Skis, wie man auf dem nächsten Foto mit einem Modell von einem Sea-Doo Jetboot sieht, welches mit einem Rotax 4-TEC Motor aus Österreich ausgestattet ist.

Jetboot auf der Messe

Bezüglich der Telekommunikationsunternehmen erstaunte, daß der Mobilfunk-Provider Zain fehlte, ebenso, wie Telma (Telecom Malagasy) und die auf den Internetzugang spezialisierte Tochtergesellschaft Moov. Dabei hat doch Telma kürzlich ein neues Produkt vorgestellt, welches die madagassische Wirtschaft revolutionieren könnte: MVola, ein mobiles Bezahlsystem.

Orange hatte neue Angebote zu präsentieren, nämlich den mobilen Internetzugang. Man hat lange warten müssen, nachdem das Lion-Kabel in Tamatave angeschlossen wurde, aber jetzt wird der mobile Internetzugang mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Mbit/s angeboten. Und nun stellt man vielleicht enttäuscht fest: Es gibt keine Flatrate, sondern nur volumenbegrenzte Tarife. 1 GB zu 100.000 Ariary, was bei einem Wechselkurs von 2.700 Ariary pro Euro 37,04 Euro entspricht! Ist das Limit überschritten, dann läuft der Zähler weiter und es wird richtig teuer. Für große Downloads ist diese Lösung also nicht empfehlenswert.

Respektable 0,99Mb/s erreichte die Anzeige der Geschwindigkeit bei der Vorführung am Stand von Orange bei speedtest.net. Zumindest da bewegt sich was. Nur ist dabei zu bedenken, daß derzeit noch nicht viele Kunden diese Lösung nutzen und es wahrscheinlich ist, daß sich diese Geschwindigkeit reduzieren wird, wenn viele Kunden das vorhandene Kontingent der Bandbreite gleichzeitig nutzen.

Letzte Diskussion vor der Heimfahrt

Blueline steigt in den Mobilfunk ein. Bisher war man für Privatkunden der Spezialist für den Internetzugang, jetzt erweitert man die Produktpalette durch das Angebot eines Mobilfunk-Dienstes. Laut Angaben einer Hostess am Blueline-Stand greift man auf die Netz-Infrastruktur von Telma zurück, man ist also nur Reseller.

Beim Internetzugang hat man das alte Flatrate-Produkt FreeDSL umbenannt zu ‘BOX 4G 512kbps illimité’ und die maximale Zugangsgeschwindigkeit, bei gleichbleibendem Preis von monatlich 109.000 Ariary, verdoppelt. Was man nicht geschafft hat: Die neuen Angebote und Tarife am Tag nach dem Messeende auf der Homepage erscheinen zu lassen.

Die weiteren Angebote sind ‘BOX 4G 1Mbps illimité’ zu 229.000 Ariary, ‘BOX 4G 2Mbps illimité’ zu 390.000 Ariary monatlich und ‘BOX 4G 4Mbps illimité’ zu 690.000 Ariary pro Monat.

Auf die billigen Angebote muß man also, wie schon von mir erwartet, weiter warten.

Messe-Beraterin am Messestand

Ein Unternehmer aus Indien hatte für seine Firma Sanitec einen Stand, auf dem er die geplante Herstellung von Kloschüsseln mit kleinen Modellen zur Schau stellte, die mit Lackfarbe gestricken waren. Die richtigen sollen allerdings emailliert werden. Es handelt sich bei den Produkten um die Version mit einem Loch im Boden, nicht um ein Modell auf dem man wie auf einem Thron sitzen kann, also ‘französische’ Toiletten. Wenn die Brennstraße fertig ist, dann kann man vielleicht sogar daran denken, Eß-Geschirr herzustellen?

An mehreren Ständen bot man Ätherische Öle an und informierte über die verschiedenen Produkte, die man anbaut und verarbeitet. Auch der Purgiernuß (Jatropha curcas) konnte man auf der Messe begegnen, der Pflanze, in die so viele Hoffnungen gesetzt werden, da man daraus Bio-Diesel herstellen will. Samen wurden ausgestellt und daraus gepreßtes trübes Öl.

Das moderne Hochhaus auf den Bildern ist das wegen der für 2009 geplanten Versammlung der Staatschefs der Afrikanischen Union gebaute Sheraton Hotel. Das Gebäude machte den Eindruck, derzeit nicht genutzt zu werden – oder warum gibt es innen keine Beleuchtung? Oder hat man einfach nur vergessen, an die Beleuchtung zu denken, wie beim Stand von Blueline?

Nach dem Sonnenuntergang

Gerald Celente: Obamageddon naht mit Wirtschaftskollaps und Zusammenbruch des Amerikanischen Imperiums

Foto vom Abendhimmel in Madagaskar mit Baumsilhouette

Dunkle Wolken ziehen auf, Gerald Celente, der in den Vereinigten Staaten sehr bekannte Trendforscher, hat in einem Interview gewohnt düstere Aussichten hören lassen. Da er in der Vergangenheit meist Recht hatte mit seinen Vorhersagen, kann man nun annehmen, stehen der Menschheit richtig gravierende Umwälzungen bevor. Die Welt geht zwar nicht unter, aber für viele könnte die Welt dennoch untergehen, denn der vorausgesagte Zerfall des amerikanischen Imperiums dürfte für viele sehr schwer wiegen, wenn er denn so kommen sollte.

Celente sagt, daß die Leute alles verlieren! Nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihre Pensionen und ihre Zukunft!

Indien, China und Rußland sollen in Gesprächen über eine neue Leitwährung sein. Sie wollen alle raus aus dem Dollar. Man könne nicht Geld drucken, das auf nichts basiert, während man nichts werthaltiges herstellt, ohne die Wirtschaft zu zerstören.

Auch der Ökonom Nouriel Roubini, Ex-Berater des amerikanischen Finanzministeriums, sieht die USA in Gefahr: Das Schuldenproblem habe eine viel größere Dimension: “Das Risiko, dass den USA etwas Ernstes passiert, ist erheblich.” Was aber soll uns die Schwarzmalerei dieses System-eigenen Krisenpropheten wirklich sagen? Roubini wird längst nicht so konkret, wie Celente.

Währenddessen ist eine große Umverteilung von Kapital im Gange, die durch eine alltägliche große kriminelle Verschwörung begünstigt wird. Eine entscheidende Rolle dabei spielen – wieder einmal – die Ratingagenturen, die der Menschheit ja zuvor schon finanztechnischen Müll als erste Sahne bescheinigt haben!

So ziehen also milliardenschwere Spekulanten mit dem fallenden Euro noch ihre Milliardengewinne aus der Tatsache, daß man Griechenland und bald vielleicht noch Portugal, Irland, Italien und Spanien beschleunigt in die Nähe des Staatsbankrotts treibt. Wo ist aber der Unterschied der Finanzlage dieser Länder zu der der USA oder von Großbritannien? Die Verschuldungsquote von Japan erscheint rekordverdächtig – wann ist da Schluß?

Nicht unerwähnt bleiben soll, daß deutsche Banken hohe Milliardenbeträge in griechische Staatsanleihen investiert haben. Damit diese nicht abgeschrieben werden müssen, wird die Marionetten-Regierung in Berlin angewiesen, die Rettung der griechischen Staatsfinanzen zu übernehmen – der Deutsche Michel wird die Folgen tragen!

Sollte es dazu kommen, daß auch der letzte Investor kein Vertrauen mehr in das Schuldensystem hat, dann werden die Kurse der Staatsanleihen fallen und das Zinsniveau würde entsprechend stark steigen. Inflation, viele sehen gar eine Hyperinflation am Himmel aufsteigen, wäre die unvermeidliche Folge – und damit automatisch auch die Entschuldung der Staaten. Aber um welchen Preis für diejenigen, die Geld bei der Bank angelegt haben oder für ihre Altersvorsorge mit einer Lebensversicherung gespart haben?

Im Newsletter des Silberjungen von Thorsten Schulte gibt es folgendes zu lesen:

In diesem Zusammenhang zitieren wir Klaus Kaldenmorgen, dem Chef der DWS (Investmentfondstochter der Deutschen Bank) aus einem Interview mit dem Handelsblatt (Ausgabe vom 26. April 2010, Seite 4): „Nicht ohne Grund hat der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in einem Interview mit unserem Hause gerade gesagt, er würde keine deutschen Regierungsanleihen mehr kaufen. Man mache sich das einmal klar: Das sagt jemand, der vor kurzer Zeit noch für die Finanzen unseres Landes verantwortlich war.“

Und dann könnte wieder der Moment gekommen sein, in dem man von innenpolitischen Problemen ablenken will, indem man eine Bedrohung von außen konstruiert. Die Konstruktion dieses Szenarios ist schon recht konkret und könnte in einem Angriff auf den Iran gipfeln. Auch bei der Bundeswehr liegt schon ein Persisch-Sprachführer vor, der kriegerische Vokabeln auf Persisch lehrt, zum Beispiel: “Hände hoch!” oder “Mund halten!”

Der Euro wird überleben, sagt Milliardär Jim Rogers, in 20 Jahren wird es den Euro daher nicht mehr geben!

Ein Haufen Fuffzicher etwas geknittert

Jim Rogers hat das zwar nicht so und in einem Satz gesagt, aber in einem am 10. 3. 2010 veröffentlichten Interview bei diepresse.com wird er mit dem folgenden Zitat wiedergegeben:

Wäre ein Griechenland-Bankrott nicht auch das Ende des Euro?
Rogers:
Im Gegenteil. Längerfristig würde das die Währung stärken, weil Investoren sähen, dass es Europa ernst meint mit seinen strengen Regeln. Griechenland wird aber vor dem Bankrott gerettet werden. Das wird zwar kurzfristig zu einer Rally des Euro führen. Es wird damit aber längerfristig verdeutlicht, dass die Probleme der Währungsunion nicht gelöst werden können. In 20 Jahren wird es den Euro daher nicht mehr geben.

Und beim Handelsblatt wird Jim Rogers am 11. 3. 2010 folgendermaßen wiedergegeben:

Aber was ist mit Bundesanleihen und der deutschen Sicht auf die Anleihemärkte?
Die Europäische Union als Region ist nicht in so schlechter Verfassung wie die USA – aber Griechenland ist es. Das Risiko liegt in einer Auflösung des Euro. Ich glaube allerdings, dass die Währung überleben wird. Griechenland muss seine Probleme lösen. Sollte Griechenland die Währungsgemeinschaft verlassen, würde es zunächst große Unruhe an den Märkten. Aber sehr schnell wäre der Euro – dann ohne diese Belastung – stärker als vorher. Was mich angeht: Ich habe momentan keine Positionen in griechischen Bonds, weder Long noch Short.

Hat der Multi-Milliardär Rogers keine feste Meinung, oder hat einer der Journalisten nicht richtig zugehört?

Vielleicht hält er es ja, wie Adenauer: “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.”

Auch, wenn viele Leute, besonders in der Finanzbranche, eine hohe Meinung von Jim Rogers haben und ihn als Investorenlegende hochstilisieren, so ist er dennoch kein Heiliger. Man sollte auf jeden Fall annehmen, daß seine Aussagen auch die Märkte beeinflussen und daß er auch gezielt versucht, seinen Profit daraus zu ziehen.

Was macht nun so ein Millardär mit seinen ganzen Milliarden? Bequem leben, klar. Aber auch Macht ausüben, denn Geld ist Macht. Und viel Geld ist viel Macht. Glänzen diese Milliardäre auch, wenn es um ihre Mitmenschen geht, um soziales Engagement?

 

Und was wird nun aus dem Euro? Ist der Euro dem Untergang geweiht oder nicht? Die Zeit wird es zeigen, oder time will tell, wie man Rogers in den Mund legen könnte. Vielleicht ist es das, was er uns sagen will?

Fotos: stock.xchng / money matters © peter lammers

Zerknitterte Geldscheine

Aktien-Empfehlung der Tantalus Rare Earths AG mit Seltene Erden-Projekt – Warnungen bei wallstreet-online

Äste im Wald - Alles grünt trotz Trockenheit

Madagaskar ist reich an Naturschätzen, aber auch an Rohstoffen. Daher setzt ein deutsches Explorationsunternehmen auf den Rohstoffreichtum der großen roten Insel im Bereich Rare Earth Elements (REE). Die Tantalus Rare Earths AG gibt an, Tantal, Niob, Zirkonium, Hafnium und andere Seltenmetalle in ihrem Konzessionsgebiet nahe Ambanja und Nosy Be, auf der Ampasindava-Halbinsel, in riesigen Mengen fördern zu wollen.

Derzeit wird der Markt der Seltenerdmetalle zu 97% von China beherrscht, welches fast schon ein Monopol hat. Für die Verarbeiter dieser Elemente wäre es folglich interessant, ein Fördergebiet außerhalb des Reichs der Mitte zu haben, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Das Problem mit den Chinesen ist, daß sie sowieso der größte Verbraucher der meisten Rohstoffe im Seltenerd-Sektor sind und bei einer Knappheit erhöhte Exportzölle verlangen könnten oder gar einen Exportstopp beschließen könnten.

Die Metalle der Seltenen Erden sind die Elemente Scandium (Ordnungszahl 21), Yttrium (39) und Lanthan (57) sowie die 14 auf das Lanthan folgenden Elemente, die Lanthanoide: Cer (58), Praseodym (59), Neodym (60), Promethium (61), Samarium (62), Europium (63), Gadolinium (64), Terbium (65), Dysprosium (66), Holmium (67), Erbium (68), Thulium (69), Ytterbium (70) und Lutetium.

Viele dieser seltenen Elemente werden für Anwendungen benötigt, ohne die ein gewisser technischer Fortschritt nicht möglich gewesen wäre. Als Technologiemetalle sind sie aufgrund ihrer zentralen Funktionen in Handys, Festplatten, Solarzellen, Elektromotoren, Displays und Windkraftturbinen gefragt. Gezielt kann man durch den Austausch des verwendeten Seltenerdmetalls Eigenschaften verändern und den Erfordernissen anpassen. Oft genügt aber der billigere Einsatz von Mischmetall, das eine Metall-Legierung aus mindestens 98% der Seltenerdmetalle darstellt. Solche Elemente ermöglichen eine Miniaturisierung, die ohne sie nicht möglich wäre – jeder iPod, jede Digitalkamera und jeder TFT-Flachbildschirm benötigt sie. Neodym wird zu besonders starken Permanentmagneten verarbeitet und das Element Tantal, welches nicht zu den Seltenerdmetallen gehört, wird zur Herstellung von Mikro-Kondensatoren eingesetzt.

Kürzlich hat der kostenlose Börsenbrief-Newsletter Small Cap Scout aus Zürich in der Schweiz eine Empfehlung für die Aktien der Tantalus Rare Earths AG (WKN: A0SMSL) herausgegeben, die sich recht euphorisch anhört. Es wurde von Mineralgehalten von bis zu 31% geschrieben, was sensationell sei. Die Gesamtquote für alle Seltenerd-Erze und Seltenmetallerze liege bei etwa 1,52%.

Wenn man die Small Cap Scout Aktienempfehlung etwas genauer liest, dann stößt man bei dieser Publikation hinter dem Impressum auf einen Risikohinweis, der auch folgende Aussage beinhaltet: “Small Cap Scout/ISCR AG und seine Mitarbeiter werden für die Vorbereitung und elektronische Verbreitung der Veröffentlichungen sowie für andere Dienstleistungen entlohnt.” Es wäre also naheliegend, wenn die Tantalus Rare Earths AG oder deren Hauptaktionäre die Empfehlung im Newsletter beauftragt hätten.

Was auf der Homepage der Tantalus Rare Earths AG auffällt ist die Aussage: “Allein der In-Ground Wert der Erzvorkommen des Hauptprospektes von über 15 Millionen Tonnen liegt in der Größenordnung von 1,477 Mrd. USD, das zusätzliche Potenzial kann als enorm bezeichnet werden.” Wie kann man das behaupten, wenn es noch keine Bohrungen gegeben hat und die Tiefe von Vererzungen nur geschätzt werden kann? Im Konjunktiv wäre der Satz glaubwürdiger, und abgesehen davon wäre bei einer so vagen Angabe die aufgerundete Zahl 1,5 Millionen Tonnen angebrachter. Es sind ja quasi noch keine tief gehenden Arbeiten auf dem Gelände der Tantal-Lagerstätte erfolgt, außer dem Bau und Ausbau von Zufahrtswegen und einigen Gräben. Bohrungen sollen erst diesen April beginnen.

Laut Angaben von Tantalus Rare Earths liege die Quote für Tantalumpentoxid, welches bei Untersuchungsproben gewonnen wurde, bei etwa 510 Gramm pro Tonne. 510 Gramm je Tonne entspricht einem Prozentsatz von 0,051%. Dabei gibt die Firma an, daß das gesamte Vorkommen im Tagebau abbaubar sei.

Jetzt bietet TRE aber noch ein Dokument zum Download in englischer Sprache an, auf welchem der Gehalt von Tantalumoxid nur mit 210ppm angegeben wird, was nur noch 0,021% entsprechen würde. Zusätzlich soll es 1900ppm Niobiumoxid geben, was 0,19% entspräche. Wie kann es sein, daß hier so krass unterschiedliche Angaben gemacht werden?

Hinzu kommt, daß in diesem Dokument angegeben wird, daß es einen Gehalt von etwa 2% Zirconium gebe. Wir erinnern uns aber, daß die Gesamtquote der Erzvorkommen bei 1,52% liegen soll. Gehört Zirkonium nicht dazu? Warum wird hier so eine Verwirrung gestiftet? Die meisten Interessenten für ein Investment in die Aktien dürften blutige Laien sein. Warum werden die Zahlen häppchenweise über viele Seiten verstreut? Kann man nicht alle relevanten Zahlen auf einer einzigen Seite zusammenfassen, damit man sich einen klaren Überblick verschaffen kann?

Dicke Gewitterwolken in der Ferne

Wer an ein Investment in die Aktien der Tantalus Rare Earths AG denkt, der sollte die kritischen Beiträge bei diesem Forum gelesen haben. Auch bei Wallstreet-Online auf der Seite werden weitere Kritikpunkte aufgezeigt und es scheint dabei Ungereimtheiten zu geben, allerdings ist der Thread sehr lang und man benötigt einige Zeit, um alle entsprechenden Stellen zu finden.

Liest man sich zum Beipiel den Beitrag #303 dort durch und recherchiert die Fakten, dann spricht das nicht gerade für die Yalta AG, deren Vorstand ehemals ein Mathias Stüfe gewesen ist. Sollte das etwa jener Mathias Stüfe sein, der heute Aufsichtsratsvorsitzender der Tantalus Rare Earths AG ist?

“Alleine Nordamerika verbraucht jährlich Seltene Erden mit einem Wert von USD 1,5 bis 2 Billionen.”, schreibt man. Sollte man nicht besser die im amerikanischen Englisch als ‘billion’ bezeichnete Zahl zu ‘Millarde’ übersetzen? Ist das vielleicht ein Hinweis auf fehlende Fachkompetenz? Die Homepage einer frisch an der Börse notierten Aktiengesellschaft sollte doch schlüssige Informationen darstellen, damit die potentiellen Investoren auch gewillt sind die Aktien zu ordern.

Einen faden Beigeschmack hat der plötzliche Wechsel des Vorstandsvorsitzenden. Bisher war das ein Herr Peter Küsters und seit 9. April soll das ein Herr Stephen Forman sein. Bezeichnend, daß in der Unternehmensmitteilung der Name des scheidenden Posteninhabers nicht mehr erwähnt wird. Was ist da los, gibt es interne Querelen?

Bei graumarktinfo.de gibt es eine Warnung vor der Tantalus Rare Earths AG, weil es weder eine JORC-konforme Ressourcenschätzung, noch veröffentlichte Finanzberichte der Firma gebe, die an der Börse aber mit mehr als 200 Millionen Euro bewertet werde.

Ein Punkt, der bisher nirgends angesprochen wurde, ist die Zerstörung von größeren Waldflächen. Wenn man sich die Bilder ansieht, dann sieht das teilweise nach ursprünglichem Wald aus. Gibt es dazu Forschungen von Biologen, welche seltenen, eventuell bedrohten Tierarten und Pflanzenarten betroffen sind? Wird eine Umsiedlung von Tieren in Erwägung gezogen? Gibt es Pläne, nach dem Kahlschlag und der Ausbeutung der Erzlagerstätte, eine Wiederaufforstung vorzunehmen, oder will man eine Wüste hinterlassen?

Ein weiterer möglicher negativer Punkt ist die angedachte Förderung von Uran auf dem Lizenzgebiet. Welche bedrohliche Gefährdung die Uranförderung darstellen kann, deutet der Artikel von Spiegel Online an. Dazu kann angemerkt werden, daß die Tourismushochburg Madagaskars, nämlich die Insel Nosy Be, gleich um die Ecke liegt.

Vorerst sollte der geneigte Investor sein Pulver trocken halten, sofern er Zweifel an der Firma hegt und sich nicht zu den skrupellosen Zockern zählt. Dem Management sollte daran gelegen sein, vertrauensbildende Maßnahmen für die vielen potentiellen Kleinaktionäre zu ergreifen, auch im Hinblick auf die zu erwartenden Umweltschäden. Wenn die Firma sich mit dem Projekt weiterentwickeln sollte und schweres Gerät, wie Bagger und Radlader angefahren kommen, dann kann man immer noch in die Aktien investieren. Aber im nächsten Schritt sollten zunächst die Bohrungen des umfangreichen Bohrprogramms erfolgen, um greifbare Zahlen auf den Tisch zu bekommen.

In der Ausgabe vom 6. 4. 2010 wurde vom Small Cap Scout mitgeteilt:

Tantalus Rare Earths AG – Update
Verkauf
Wir hatten ihnen Tantalus Rare Earth, in der Hoffnung, dass sich die Aktie, wie viele andere unserer Empfehlungen, kurzfristig positiv entwickeln würde, bei 131 Euro zum Kauf empfohlen. Leider ist das von uns erhoffte kurzfristige positive Momentum nicht eingetreten. Wir verkaufen daher die Aktie wieder zum Einstandspreis.

Reifenprofil und andere Details einer großen Maschine

Eröffnung eines Handelszentrums im Madagaskar-Haus in Coimbatore zur Handelsförderung nach Indien

Indisches Mädchen mit Kolam in der Stadt Coimbatore

COIMBATORE: Das Madagaskar-Haus in Indien könne laut dem madagassischen Generaldirektor Tiana Soloniaina Andrianarivelo helfen, den direkten Handel zwischen Indien und Madagaskar zu fördern.

Bei der Einweihung habe er gesagt, Madagaskar sei mit seinen natürlichen Ressourcen eines der reichsten Länder der Welt. Indien sei nicht neu für Madagaskar, da einige Inder sich dort niedergelassen hätten und Unternehmen dort gegründet hätten. “Wir wollen direkten Handel mit Indien”, habe er gesagt und die Unternehmer dort aufgefordert, Chancen in Madagaskar zu nutzen.

Der ehemalige Unions-Minister R. Prabhu, der das Madagaskar-Haus in Indien eingeweiht habe, habe gesagt, Madagaskar sei reich an Ressourcen und Möglichkeiten. Coimbatore habe eine große Anzahl an Unternehmern, besonders Kleinunternehmer, welche künftig mit Madagaskar handeln könnten.

Der Vorsitzende vom Madagaskar-Haus in Indien, Arvindkumar R. Shaw, habe gesagt, Coimbatore sei eine sich schnell entwickelnde Stadt. Obwohl Madagaskar reich an natürlichen Ressourcen sei, müsse es noch entwickelt werden. Das jetzt geöffnete Zentrum könne Unterstützung geben, um Handel und Tourismus mit Madagaskar zu fördern.

Der Präsident der Indisch-Madagassischen Industrie- und Handelskammer, Azeez Arambathickal habe gesagt, die wachsenden Chancen würden Geschäfte und Kooperationen zwischen den beiden Ländern verstärken.

Quelle: Ein Artikel in englischer Sprache, der am 8. 4. 2010 bei der Online-Ausgabe der indischen Tageszeitung The Hindu, mit einem Bild der beteiligten Personen, erschien.

 

In einem anderen Artikel zu dem Ereignis, der in der Online-Ausgabe der Financial Chronicle mydigitalfc.com erschienen ist, findet man die folgenden Aussagen.

Während der Einweihung vom “House of Madagascar”, einem Handelszentrum in Coimbatore, habe Generaldirektor Tiana Soloniaina Andrianarivelo gesagt, das Zentrum könne helfen, direkten Handel und Geschäfte mit Indien zu fördern.

Er habe gesagt, der Großteil der in Madagaskar angepflanzten Gewürze würde nach Indien exportiert, um hinzuzufügen, daß sein Land die Pläne der USA zunichte gemacht habe, Gewürze zu importieren, um sie nach Indien zu reexportieren.

Coimbatore sei traditionell eine Industriestadt mit vielen Geschäftsaktivitäten, was sie zu einem idealen Standort für das Zentrum mache.

Madagaskar habe einen ambitionierten Plan aufgestellt, sich nach Singapur zu formen, habe er hinzugefügt.

 

Leider lassen die Artikel offen, wer dieser Herr Andrianarivelo ist und in wessen Auftrag er genau in Coimbatore tätig ist, denn die madagassische Presse hat laut Google nicht über diesen Herrn und sein Madagaskar-Haus berichtet.

Coimbatore, wo ist denn das? Ah, im indischen Bundesstaat Tamil Nadu in Südindien, über 900.000 Einwohner laut letzter Zählung 2001, 2,4 Millionen mit Vorstädten.

Für Handelsbeziehungen sind gewisse Infrastrukturen unverzichtbar. Die derzeit einzige Flugverbindung zwischen Indien und Madagaskar ohne Airlinewechsel besteht über Air Mauritius ab Antananarivo, es werden die Städte Mumbai (Bombay), New Delhi, Chennai (Madras) und Bengaluru (Bangalore) angeflogen. Da eine Hafenstadt eine wichtige Infrastuktur für den Handel hat, wären also Mumbai oder Chennai vielleicht eine bessere Wahl gewesen?

So, so, Madagaskar strebt dem Vorbild Singapur nach und will sich umbilden!?? Singapur und Madagaskar sind aber doch kaum zu vergleichen, die Voraussetzungen sind zu verschieden. Madagaskar ist ein Agrarland, Singapur importiert nahezu alle Agrarprodukte. Singapur liegt verkehrsgünstig an den wichtigsten Handelsrouten zwische Europa und Asien, Madagaskar liegt abgelegen im Indischen Ozean. Betrachtet man den politischen Zirkus, so mutet es an, wie eine Lachnummer.

Wenn in der fernen Zukunft Afrika im Welthandel eine herausragende Stellung einnehmen sollte, nicht nur als Rohstofflieferant, dann wäre Madagaskar in einer geographisch günstigen Lage für sich neu entwickelnde wichtige Handelsrouten nach Asien.

Man kann ja mal träumen…

Foto oben: stock.xchng / Kolam – Lights © Suresh .

Schiff im Hafen mit Lagergebäude

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