Madagaskar-Blog

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Tag: Analakely

Söldner am Platz des 13. Mai in Analakely – Ultimatum der AU an Ravalomanana

Grab in Antananarivo

Im Fernsehen wurden heute wieder kriegsähnliche Bilder aus den an Analakely angrenzenden Stadtteilen gezeigt. Vom Markt Petite Vitesse in Tsaralalana wurden alle Anwesenden, inklusive der Marktfrauen, mit Waffengewalt vertrieben. In Isotry wurde ein Mann erschossen, dessen Leiche im Fernsehen gezeigt wurde, und es soll noch einen weiteren Toten gegeben haben. Analakely selbst war von miltitärisch ausgerüsteten Truppen abgeriegelt. Direkt am Platz des 13. Mai wurden 6 Weiße Männer gezeigt, die dort mit den madagassischen Truppen zusammenstanden und die dann in eines der madagassischen Fahrzeuge eingestiegen sind. Sie hatten militärisch kurz geschnittene Haare, waren aber in ziviler Kleidung. Ganz Analakely ist abgeriegelt und Vazaha-Söldner sind am Platz des 13. Mai. Man konnte den Eindruck gewinnen, als würden die Männer den Ort inspizieren. Für einen späteren Einsatz dort? Auf sobika.com ist von Südafrikanern die Rede. Außerdem wird dort berichtet, daß die Afrikanische Union ein Ultimatum an Marc Ravalomanana gerichtet habe. Wenn nicht innerhalb von 15 Tagen wieder normale Verhältnisse hergestellt würden, dann werde das Gipfeltreffen nicht in Madagaskar stattfinden.
Die Radiosender Viva und Ny Antsiva sind großenteils nicht zu empfangen, werden anscheinend gestört, wie auch Viva TV schon seit Tagen.
Was wird Ravalomanana jetzt tun, sollte die Sache mit dem Ultimatum keine Fehlinformation sein? Alle Demonstranten erschießen, damit Ruhe einkehrt? Also das erscheint wenig praktikabel. Andererseits ist kaum anzunehmen, daß die Demonstrationen jetzt plötzlich aufhören werden, damit der Gipfel in Madagaskar stattfinden kann. Eher im Gegenteil, das wird Ansporn sein, alles zu tun, damit der Gipfel nicht kommt. Also wird Ravalomanana sich daran gewöhnen müssen, daß man ihm seinen Gipfel entziehen wird, er wird ihn begraben müssen. Aber was kommt dann? Setzt er sich dann in die Boeing?

Andry Rajoelina “TGV” erklärt sich zum Führer von Madagaskar

Teilnehmer der Demonstration in Analakely

Bei der heutigen Demonstration in Analakely wiederholte der gewählte Bürgermeister von Antananarivo die Verfehlungen seines Gegners, Marc Ravalomanana und erklärte sich dann anschließend mit sofortiger Wirkung zum Führer von Madagaskar. Er erklärte an alle Behörden und Staatsorgane, daß er ab jetzt die Befehle erteilt und gab Anweisung, daß am Montag die Ministerien geschlossen bleiben. Auf der Seite von Ravalomanana gab es bis zum Abend nur eines dazu: Funkstille. Dann jedoch kam eine Mitteilung vom Präsidentenamt:
Der Präsident hat erklärt, daß sich am Montag jedermann wieder zur Arbeit begeben muß. Das Justizministerium sowie das Verfassungsgericht werden sich damit beschäftigen, daß der Bürgermeister sich selbst zum Präsidenten erklärt hat und werden die nötigen Maßnahmen treffen. Er hat daran erinnert, daß es in Madagaskar der Präsident der Republik ist, der der Staatschef ist. Er hat bemerkt, daß da 1546 Bürgermeister sind, die sich nicht alle zum Präsidenten proklamieren können. Er bleibt Präsident der Republik und wird sein möglichstes tun, das Land zu entwickeln.
Er hat erklärt, daß das Land im Norden, Süden, Osten und Westen ruhig ist, aber das große Problem ist der mangelnde Zugang der Bevölkerung zu den Produkten der Grundbedürfnisse. Er hat versichert, daß die Regierung und die internationalen Organisationen daran arbeiten, zu versuchen, die Bevölkerung zu versorgen. Er hat versichert, daß es dazu zahlreiche Gerüchte gegeben hat, besonders wegen des Nichtsendens von TVM in den Regionen, was große Auswirkungen auf die Bevölkerung gehabt hat. Aber die Lage ist im Allgemeinen im ganzen Land ruhig.
Er hat außerdem versichert, daß der Premierminister, von einer madagassischen Delegation begleitet, ihn bei der Versammlung der Afrikanischen Union in Addis Abeba nächste Woche repräsentieren wird. Madagaskar wird das Gipfeltreffen der Afrikanischen Union im Juli immer noch empfangen.

Das Bild zeigt die versammelte Menge der Demonstranten.

Schüsse auf die Demonstranten von 1991

Dieses Video von französischen Journalisten zeigt einen Teil der Ereignisse vom 10. August 1991, als der damalige Präsident und Diktator von Madagaskar, Didier Ratsiraka, den Schießbefehl zum Schießen auf die Demonstranten gegeben hatte. Ein Zug von Demonstranten war auf dem Weg vom Platz des 13. Mai in Analakely zum Präsidentenpalast in Iavoloha. Der Marsch wurde von einem großen Hubschrauber aus sowjetischer Produktion erwartet, von dem Granaten geworfen wurden. Von den Bodentruppen wurden die Leute über die Felder verfolgt und beschossen. Mehr als 20 Tote sind die Bilanz dieses Tages, der eines der vorangegangenen traurigen Kapitel in der Geschichte Madagaskars ist.

TGV mit Volldampf am Platz des 13. Mai

Fernsehbild

Im Radio erinnerten heute gefragte Leute daran, daß Ravalomanana 2002 bei seinem Kampf um die Macht am Platz des 13. Mai gesagt habe, wenn er mit so vielen Menschen, die gegen ihn wären, konfrontiert wäre, dann würde er gehen. Hat er das gesagt, so stellt sich die Frage, ob er dazu steht, denn oben hat man einen kleinen Eindruck von der Menge der Leute: Wird er gehen? Am Montag wird man dann sehen können, wie viele Menschen inzwischen gegen ihn auf die Straße gehen, denn Rajoelina hat zu einer neuen Demonstration am Montag aufgerufen, wobei er diesen Tag als schulfrei erklärt hat.
Heute waren noch sehr viel mehr Menschen bei der Demonstration in Ambohijatovo, als am letzten Samstag, so, daß man wegen der Begrenztheit des Platzes beschlossen hat, zum Platz des 13. Mai umzuziehen. Das hat nun in Madagaskar schon eine gewisse Tradition. Wird das auch einmal ein Ende haben? Dabei kommen einem die Bilder eines französischen Filmberichts in den Sinn, als am 10. August 1991 der damalige Präsident Didier Ratsiraka den Befehl gab, auf die Demonstranten zu schießen, die vom Platz des 13. Mai zum Regierungspalast in Iavoloha marschierten.
Die Forderung von Rajoelina an Ravalomanana, der gerade mit seinem neuen Flugzeug in Südafrika weilt: Er soll den Rücktritt erklären.
Auf dem Bild sind die Menschenmassen in Ambohijatovo zu sehen, bevor sie nach Analakely zum Platz des 13. Mai umgezogen sind.

Finaler Kaufrausch

Trubel bis auf die Straße

Am 18. 12. 2008 ist Weihnachten auch in Madagaskar nicht mehr weit. Daher treibt es die Leute, wie jedes Jahr, in Scharen nach Analakely und auch nach Behoririka, wo es ungezählte chinesische Händler gibt, die Waren aus ihrem Heimatland anpreisen. Die letzte Jagd nach Geschenken ist in vollem Gange und die vielen Verkäufer, die man als fliegende Händler bezeichnen kann, haben einen Teil der Straße in Beschlag genommen. Und diese fliegenden Händler decken sich wohl alle bei den Chinesen in den angrenzenden Läden ein. Das Bild soll einen kleinen Eindruck von dem vorweihnachtlichen Trubel in Tana vermitteln. Fotografiert wurde übrigens mit einem Handy, einem Sony-Ericsson K800. Die Farbcharakteristik ist leider nicht so ansprechend.

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