Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Tag: Andry Rajoelina

Kriegsähnliche Zustände in Antananarivo

Zerstörtes Einkaufszentrum Zoom Ankorondrano

Gestern noch versetzte Marc Ravalomanana alle beteiligten Parteien bei der geplanten Vermittlungsrunde der Konfliktparteien. Andry Rajoelina hatte danach erklärt, daß er nicht mehr an diesem Treffen teilnehmen werde. Und heute versammelt sich Ravalomanana mit dem Minister für Wirtschaft, Industrie und Handel und dem Präsidenten der Nationalversammlung, Jacques Sylla, wieder am Ort der Treffen der Vortage, dem Le Hintsy in Ambohimanambola. Zu dem Treffen hatte man den Sondergesandten der Vereinten Nationen, Haile Menkerios, eingeladen, wohl wissend, daß Rajoelina am Vortag gesagt hatte, nicht mehr an diesen Verhandlungen teilzunehmen. Rajoelina erklärte zudem noch am Abend, daß er gar keine Kenntnis von dem Treffen gehabt habe. Eine reine Medienveranstaltung also.
Zur gleichen Zeit werden Demonstranten von einem massiven Aufgebot an Ordnungskräften aus Mahamasina verjagt. Die Auseinandersetzungen gehen bis zum Einbruch der Dunkelheit, wo die Demonstranten nach Anosibe verfolgt werden. Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, dann fühlt man sich unweigerlich an Krieg erinnert. Alles ist eingenebelt, es wird geschossen (eventuell mit Gummigeschossen). Tränengasgranaten werden abgefeuert.

Es wird bitter Ernst! – Geht jetzt das Licht aus in Madagaskar?

Ausgebrannte Halle von Magro, Ankorondrano

Die Beschäftigten der JIRAMA (Jiro sy Rano Malagasy – Madagassische Strom und Wasser) wollen ab morgen streiken, um damit zu Erreichen, daß der deutsche Chef der Firma geht.
Das für heute festgesetzte Treffen zwischen Marc Ravalomanana und Andry Rajoelina kam nicht zustande. Das Treffen sollte ursprünglich um 13 Uhr stattfinden. Da Ravalomanana zu der Zeit in Tamatave weilte, habe er auf eine Verschiebung auf 15 Uhr gedrängt. Anstatt aber zu dem Treffen zu kommen, sei er nach Majunga geflogen. Damit ist auch vom vermittelnden Kirchenrat Odon Razanakololona eingeräumt worden, daß die Verhandlungen gescheitert sind und er sich von den Vermittlungsbemühungen zurückzieht. Dieses Tor hat sich also geschlossen, man kann auf düstere Aussichten blicken.
Im Radiosender Ny Antsiva wurden Interviews mit Militärangehörigen gesendet, in denen die gestrige Ankunft dubioser Kisten auf dem Flughafen Ivato bezeugt wurde, die unter hohem militärischem Einsatz und im Schutze der Dunkelheit dort in Empfang genommen worden seien. Es könne sich auch um Waffen handeln. Vorgestern habe man auf der RN2 zwischen Antananarivo und Tamatave 5 von einem großen Militäraufgebot bebgleitete (vermutlich) Tieflader gesichtet, die mit Planen zugedeckte Objekte transportiert hätten. Es könne sich dabei möglicherweise um Panzer gehandelt haben.
Ein weiterer Interviewter sei ein Soldat gewesen, der ausgesagt habe, daß er bei der Aktion der Rückeroberung der 4 Ministerien am Freitag letzter Woche dabei gewesen sei. Er habe bestätigt, daß es Tote gegeben habe.
Mit Bangen kann man jetzt in die Zukunft blicken.

Marc Ravalomanana – und wieder: Der Gipfel der Afrikanischen Union

Hotelrohbau für den Gipfel der Afrikanischen Union, Ankorondrano

Gestern kam es zu einem zweiten Treffen zwischen Marc Ravalomanana und Andry Rajoelina. Im Fernsehen berichtete Rajoelina, daß er Fragen an Ravalomanana gerichtet habe, dieser aber habe gar nicht richtig zugehört und dann vom Gipfel der Afrikanischen Union und dem MAP (Madagascar Action Plan) geredet. Ständig habe er auf seine Uhr gesehen, um schließlich zu sagen, er habe einen Termin und sich zu verabschieden.
Rajoelina gab am Abend seine Forderungen bekannt: Die sofortige Freilassung des Jean Théodore Ranjivason, der ehemaliger Minister unter Ravalomanana ist und der am 20. 2. 2009 vor seinem Haus von maskierten Männern entführt wurde, um ins Gefängnis Tsiafahy gebracht zu werden. Freie Meinungsäußerung und freier Zugang zu den öffentlichen Medien, besonders RNM und TVM. Rücktritt der Minister der Regierung von Ravalomanana. Abberufung des PdS Guy Rivo Randrianarisoa auf seinem Bürgermeisterposten. Bezüglich der Treffen mit Ravalomanana habe Rajoelina angekündigt, daß, wenn keine Fortschritte erzielt würden, noch diese Woche wieder die Versammlungen am Platz des 13. Mai aufgenommen werden.
Vom Treffen zwischen Marc Ravalomanana und Andry Rajoelina am heutigen Dienstag ist bisher keine Information durchgesickert. Es hat Ravalomanana anscheinend nicht gefallen, daß die ganze Welt über sein unmögliches Verhalten informiert wurde. Es geht um die Zukunft von Madagaskar und er hat vor allem im Kopf, daß er irgendwo hin muß und den Gipfel der Afrikanischen Union, der dem Volk überhaupt nichts bringt. Man kann also den Eindruck gewinnen, daß Ravalomanana es irgendwie schaffen will, bis Juli an der Macht zu bleiben, um diesen Gipfel zu empfangen.

Kein Marsch nach Iavoloha, sondern Treffen zwischen Ravalomanana und Rajoelina!

Ausgebrannte Halle von Magro, Ankorondrano

Der an diesem Tag von Andry Rajoelina vorgesehene Marsch ist ausgefallen, da es um 13:00 Uhr zu einem Treffen zwischen ihm und Marc Ravalomanana kam. Rajoelina schickte die Leute vom Platz des 13. Mai also wieder nach Hause. Viele der Leute, die gekommen waren, blieben aber dort und harrten bis zum Einbruch der Dukelheit aus.
Am Abend um 20:00 Uhr wurde dann im Fernsehen von Viva TV ein Interview mit Rajoelina übertragen, in welchem er sagte, daß man sich am Montag wieder treffen werde. Für die Zwischenzeit sei vereinbart worden, daß:
  • jede Form der Provokation, Verleumdung und Verbreitung falscher Nachrichten über die Medien zu stoppen sei,
  • mit allen Plünderungen und jedem Vandalismus aufzuhören sei,
  • alle Demonstrationen auf den Straßen zu stoppen seien,
  • damit aufgehört werde, politisch bedingte Festnahmen und Verfolgungen auszuführen.

Um 21:45 Uhr wurde eine Ansprache von Marc Ravalomanana im Fernsehen beim Sender TVA übertragen, in der ein etwas müde und unsicher wirkender Mann sagte, er freue sich darüber, daß man zum Gespräch gefunden habe.
So war man das aber nicht gewohnt. Der starke Mann zeigt Schwäche. Jetzt darf man gespannt sein, wie die Verhandlungen am Montag weitergehen werden.

Ministerien zurückerobert. Und was wird morgen geschehen?

Ausgebranntes Gebäude von Courts, Ankorondrano

Die am Donnerstag von den Anhängern von Andry Rajoelina und Monja Roindefo besetzten Ministerien sind in der Nacht von Militärkräften zurückerobert worden. Dabei soll es laut Berichten eines Redners auf dem Platz des 13. Mai 8 Tote gegeben haben. In einer Erklärung der Gendarmerie Nationale teilt diese mit, daß es keine Toten gegeben hat und es wird betont, daß man keine Leichen versteckt. Man ruft zur Vorsicht vor Falschinformationen auf, die derzeit im Land verbreitet werden. Andry Rajoelina rief heute, am 19. 2. 2009, dazu auf, morgen zahlreich zu kommen, er werde den Marsch anführen und er werde sein Leben für Madagaskar geben, wenn es sein müsse. In seinem Fernsehsender Viva TV hat er seine Anhänger später dazu aufgefordert, zu Essen und Trinken mitzunehmen. Wohin der Marsch gehen wird hat er zwar nicht angekündigt, aber der Logik nach dürfte es sich dabei, wie am 10. August 1991, als Didier Ratsiraka ein Blutbad anrichten ließ, um den Regierungspalast in Iavoloha handeln, der etwa 11 km Luftlinie vom Platz des 13. Mai entfernt liegt.
All jenen, die daran glauben, ist empfohlen, für einen friedlichen Ausgang zu beten.

Die Protestbewegung erobert 4 Ministerien in Madagaskar

Demonstranten

Andry Rajoelina und Monja Roindefo von der selbsternannten Transitionsregierung hatten am Montag den ersten Versuch gestartet, Ministerien mit den ernannten Ministern zu übernehmen. Das klappte allerdings nicht, da Straßen von Ordnungskräften gesperrt waren und auch die Gebäude der Ministerien waren von stark bewaffneten Einheiten bewacht. Auch am Dienstag und am Mittwoch blieben solche Versuche mit Unterstüzung von ungezählten Protestlern ohne Erfolg. Am Rande dieser Ereignisse kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Mob und Polizisten, wobei es mehrere Schwerverletzte gegeben haben soll, vor allem sollen mehrere Polizisten durch Steinwürfe am Kopf getroffen worden sein.
Heute haben sich dann die Frauen der Ordnungskräfte in die erste Reihe begeben, um die Protestbewegung zu unterstützen und um dadurch ein Schießen in die Menge zu verhindern. So hat man letztlich trotz eines großen Aufgebots von Polizisten, Gendarmerie und Militär das Ministerium für Innere Sicherheit, das Erziehungsinisterium, das Innenministerium sowie das Ministerium für Dezentralisierung und Raumplanung besetzen können, nachdem man die verschlossenen Tore und Türen geknackt und aufgebrochen hatte.
Über Marc Ravalomanana hat man im Radio verbreitet, daß er gemeint haben soll, wenn das Flugzeug das Problem sei, man es verkaufen könne. Sollte das stimmen, dann zeigt das, daß er seine Felle davonschwimmen sieht. Denn zu Zugeständnissen wäre er nie bereit gewesen, wenn er sich nicht dazu gezwungen sehen würde. Andry Rajoelina hat nach zwischenzeitlichen Verhandlungen seine Position wieder geändert und bekräftigt, daß man nicht mehr verhandeln werde. Ravalomanana hat heute einen neuen Innenminister ernannt, was als ein weiteres Indiz für einen inneren Zerfall seiner Regierung gewertet werden kann. Die Chancen für einen Gipfel der Afrikanischen Union unter Ravalomanana’s Leitung scheinen also kontinuierlich zu sinken.

Der Machtkampf in Madagaskar – Auftakt zum Umsturz in vielen Ländern?

Demonstration in der Innenstadt

In Madagaskar hat der Unmut schon längere Zeit in der Bevölkerung geschwelt. Das Aufkommen öffentlicher Proteste war absolut vorhersehbar und keine Frage des ob, sondern nur eine Frage des wann.

Der Präsident hat in seiner arroganten, überheblichen Art den jungen Andry Rajoelina vollkommen unterschätzt, hat diesen quasi erst dazu gebracht, Bürgermeister von Antananarivo werden zu wollen. Als dieser dann als “TGV” Bürgermeister wurde, ging der Kampf weiter. Der Staat mischte sich in die Angelegenheiten der Commune Urbaine d’Antananarivo (CUA) ein, immer wieder gab es Vorkommnisse. Das Faß zum Überlaufen brachte die Schließung des Fernsehsenders VIVA TV, der dem ehemaligen Discjockey Rajoelina gehört.

Auslöser für die Unruhen in Madagaskar ist also nicht die derzeitige Weltwirtschaftskrise. Allerdings wird diese Krise sicherlich noch in einigen Ländern zu Unruhen führen, da der Sprengstoff so gewaltig ist, daß sogar bereits in Island durch den drohenden Staatsbankrott Unruhen ausgebrochen sind, einem Land, in dem der Wohlstand ein hohes Niveau erreicht hatte.

Ungarn, Lettland, die Ukraine und Rumänien sollen am Rande des Staatsbankrotts stehen. Da fragt man sich, welches Land als erstes tatsächlich diesen Staatsbankrott erklären wird. Sogar in der EU soll Griechenland ein großer Wackelkandidat sein und auch Italien und Spanien zählt man zu den Ländern mit sehr großem Risiko.

Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, in China, scheint man sich schon auf Unruhen einzurichten, wenn man das Miltiär auf absoluten Gehorsam einschwören will. In diesem riesigen Land mit seinen vielen ethnischen Minderheiten soll es nach offiziellen Angaben 130 Millionen Wanderarbeiter geben, von denen bereits 20 Millonen arbeitslos sind, nach inoffiziellen Schätzungen soll die Zahl der Wanderarbeiter gar bei 300 Millionen liegen. Hinzu kommen 7 Millionen Jungakademiker, die auf Arbeitssuche sind. Man stelle sich derartige Menschenmassen ohne Einkommen und ohne ein funktionierendes Sozialsystem vor. Alle diese Menschen sind ein explosiver Sprengstoff für ein weiteres friedliches Zusammenleben.

Marc Ravalomanana zeigt seine wahre Fratze: Blutbad in Antaninarenina

Schöne Blüte vor einer Granitmauer

Dieser 7. Februar ist wieder ein rabenschwarzer Tag, den Ravalomanana der Geschichte Madagaskars hinzugefügt hat. In seinem Flugzeug, das dem Volk gehört, soll er in Majunga gewesen sein, während er in Tana auf sein Volk schießen läßt. Ein ähnliches Bild, wie während der schlimmen Plünderungen in der vergangenen Woche, als Ravalomanana sich auch in seiner Boeing nach Morondava abgesetzt hatte.
Vor dem Präsidentenpalast Ambohitsorohitra in der Oberstadt Antaninarenina haben sich die Demonstranten versammelt, geführt von Monja Roindefo, der von Andry Rajoelina zum Premierminister ernannt wurde. In einem Fernsehbericht waren Gewehrsalven von Automatikwaffen zu hören, es wurde direkt in die Menge geschossen. Die schwer Getroffenen bleiben liegen, alle suchen Deckung. Mit 50 Toten ist mindestens zu rechnen. Die Zahl der Verletzten dürfte bei über 300 liegen. Ein Journalist der französischen RFI soll unter den Toten sein, wie im Radio verbreitet wurde. Damit würde, sollte sich das bestätigen, das Gemetzel gleich eine internationale Dimension bekommen haben.
Der amerikanische Botschafter in Antananarivo, Niels Marquardt, hat am Vortag in 2 Radiointerviews mit BBC und RFI die Regierungsführung von Marc Ravalomanana kritisiert, indem er meinte, der Zeitpunkt für eine bessere Regierungsführung sei gekommen und daß wenig Aussicht auf Finanzhilfen für Madagaskar bestünde, solange die wirtschaftliche und die politische Lage nicht geregelt sei. Außerdem habe er gesagt, daß man private und staatliche Interessen nicht zu sehr vermischen solle. Ravalomanana antwortet an diesem Tag mit einem Massaker. Die Ära Ravalomanana neigt sich mit großen Schritten ihrem Ende entgegen, wie es scheint.
In den Medien ist überwiegend Trauermusik zu hören. Andry Rajoelina gibt weinend ein Interview am Telefon.

Mysteriöse Vorgänge beim Machtkampf in Madagaskar

Anhänger von Andry Rajoelina

Warum haben weder Polizei noch Armee versucht, die Plünderungen zu verhindern? Der Präsident Marc Ravalomanana hat zwar versichert, er habe den Befehl zum Nichteingreifen gegeben, da ihm Menschenleben wichtiger gewesen seien, als materielle Schäden in Kauf nehmen zu müssen.

Aber warum war der Präsident in den schlimmsten Stunden ohne Nachricht für die Öffentlichkeit quasi von der Bildfläche verschwunden? Hat er vielleicht doch große Angst gehabt, zumal er am Sonntag vorher in seinem gepanzerten Fahrzeug erstmals mit der aufgebrachten Menge konfrontiert war, die dann mit Steinen auf die ganze Präsidenten-Flotte geworfen hat. Hat er da vielleicht richtig Angst bekommen, vielleicht gar einen Schock?

Zu den Plünderungen wird berichtet, daß die Plünderer bezahlt worden sein sollen mit 5.000 Ariary oder 10.000 Ariary. Alles habe einen stark organisierten Eindruck gemacht.

In der Provinz wurde mehrfach die Meinung geäußert, daß die Aufbrecher keine Ortsansässigen gewesen sein sollen. Die Aufbrecher sollen nur die Läden aufgebrochen haben und die Plünderer sollen gewartet haben. In Tana sollen die Aufbrecher mit dem Auto gekommen sein.

Nach den Plünderern sollen dann Brandstifter gekommen sein oder sogar schon, während die Leute noch im Inneren geplündert haben, was einigen den Rückweg abgeschnitten hat, die dann den Tod gefunden haben. Wer hat diese Leute bezahlt, beauftragt? Wer zieht aus dieser Situation den größten Nutzen?

Kann man den Gerüchten glauben, die meinen, Ratsiraka wolle zurückkehren? Oder steckt gar ein ausländischer Geheimdienst hinter dem ganzen Aufruhr, wie es bisher noch von keiner Seite angedacht wurde? Wenn man die Geschichte auf dem ganzen afrikanischen Kontinent betrachtet, muß diese Frage auch hier aufgeworfen werden.

Der Verlierer steht unterdessen auf jeden Fall schon jetzt fest: Das madagassische Volk, das in letzter Zeit von den beiden Kontrahenten so gerne angeführt wird. Die Armen werden schamlos gegen ihr eigenes Volk ausgenutzt, um sich letztlich auch selbst zu schaden.

Viva TV und Radio senden wieder. Warum? Hat Präsident Ravalomanana in irgendeiner Weise ein Einsehen, oder eher Angst? Warum kann Andry Rajoelina quasi unbehelligt auf dem Platz des 13. Mai reden? Immerhin ist die angedrohte Strafe im Gesetzestext die Deportierung, wie das Präsidentenamt mitgeteilt hat.

 

Aktuell wird versucht, von der Ravalomanana-Regierung und deren Unterstützern, alles wieder normal erscheinen zu lassen. Aber nichts ist mehr normal! Die Leute, selbst auf dem Markt, sind nervös, haben Angst, daß ihr Aufschrei ungehört verhallt, vergeblich war und alles wieder weiter geht, wie zuvor.

Und dann hat Andry Rajoelina heute berichtet, daß die Minister in Iavoloha schlafen. Haben sie so viel Arbeit, daß sie nicht dazu kommen, nach Hause zu fahren oder haben sie ganz einfach nur Angst? Bezüglich der Söldner hat Ravalomanana in den letzten Tagen mehrfach versichert, daß es keine gebe. Rajoelina hat heute auf dem Platz des 13. Mai gesagt, daß man wisse, wo diese seien. Also gibt es sie doch? Wie muß man das dann bewerten?

Andry Rajoelina “TGV” erklärt sich zum Führer von Madagaskar

Teilnehmer der Demonstration in Analakely

Bei der heutigen Demonstration in Analakely wiederholte der gewählte Bürgermeister von Antananarivo die Verfehlungen seines Gegners, Marc Ravalomanana und erklärte sich dann anschließend mit sofortiger Wirkung zum Führer von Madagaskar. Er erklärte an alle Behörden und Staatsorgane, daß er ab jetzt die Befehle erteilt und gab Anweisung, daß am Montag die Ministerien geschlossen bleiben. Auf der Seite von Ravalomanana gab es bis zum Abend nur eines dazu: Funkstille. Dann jedoch kam eine Mitteilung vom Präsidentenamt:
Der Präsident hat erklärt, daß sich am Montag jedermann wieder zur Arbeit begeben muß. Das Justizministerium sowie das Verfassungsgericht werden sich damit beschäftigen, daß der Bürgermeister sich selbst zum Präsidenten erklärt hat und werden die nötigen Maßnahmen treffen. Er hat daran erinnert, daß es in Madagaskar der Präsident der Republik ist, der der Staatschef ist. Er hat bemerkt, daß da 1546 Bürgermeister sind, die sich nicht alle zum Präsidenten proklamieren können. Er bleibt Präsident der Republik und wird sein möglichstes tun, das Land zu entwickeln.
Er hat erklärt, daß das Land im Norden, Süden, Osten und Westen ruhig ist, aber das große Problem ist der mangelnde Zugang der Bevölkerung zu den Produkten der Grundbedürfnisse. Er hat versichert, daß die Regierung und die internationalen Organisationen daran arbeiten, zu versuchen, die Bevölkerung zu versorgen. Er hat versichert, daß es dazu zahlreiche Gerüchte gegeben hat, besonders wegen des Nichtsendens von TVM in den Regionen, was große Auswirkungen auf die Bevölkerung gehabt hat. Aber die Lage ist im Allgemeinen im ganzen Land ruhig.
Er hat außerdem versichert, daß der Premierminister, von einer madagassischen Delegation begleitet, ihn bei der Versammlung der Afrikanischen Union in Addis Abeba nächste Woche repräsentieren wird. Madagaskar wird das Gipfeltreffen der Afrikanischen Union im Juli immer noch empfangen.

Das Bild zeigt die versammelte Menge der Demonstranten.

Madagaskar-Blog läuft unter Wordpress 2.8.4
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates