Warum haben weder Polizei noch Armee versucht, die Plünderungen zu verhindern? Der Präsident Marc Ravalomanana hat zwar versichert, er habe den Befehl zum Nichteingreifen gegeben, da ihm Menschenleben wichtiger gewesen seien, als materielle Schäden in Kauf nehmen zu müssen.
Aber warum war der Präsident in den schlimmsten Stunden ohne Nachricht für die Öffentlichkeit quasi von der Bildfläche verschwunden? Hat er vielleicht doch große Angst gehabt, zumal er am Sonntag vorher in seinem gepanzerten Fahrzeug erstmals mit der aufgebrachten Menge konfrontiert war, die dann mit Steinen auf die ganze Präsidenten-Flotte geworfen hat. Hat er da vielleicht richtig Angst bekommen, vielleicht gar einen Schock?
Zu den Plünderungen wird berichtet, daß die Plünderer bezahlt worden sein sollen mit 5.000 Ariary oder 10.000 Ariary. Alles habe einen stark organisierten Eindruck gemacht.
In der Provinz wurde mehrfach die Meinung geäußert, daß die Aufbrecher keine Ortsansässigen gewesen sein sollen. Die Aufbrecher sollen nur die Läden aufgebrochen haben und die Plünderer sollen gewartet haben. In Tana sollen die Aufbrecher mit dem Auto gekommen sein.
Nach den Plünderern sollen dann Brandstifter gekommen sein oder sogar schon, während die Leute noch im Inneren geplündert haben, was einigen den Rückweg abgeschnitten hat, die dann den Tod gefunden haben. Wer hat diese Leute bezahlt, beauftragt? Wer zieht aus dieser Situation den größten Nutzen?
Kann man den Gerüchten glauben, die meinen, Ratsiraka wolle zurückkehren? Oder steckt gar ein ausländischer Geheimdienst hinter dem ganzen Aufruhr, wie es bisher noch von keiner Seite angedacht wurde? Wenn man die Geschichte auf dem ganzen afrikanischen Kontinent betrachtet, muß diese Frage auch hier aufgeworfen werden.
Der Verlierer steht unterdessen auf jeden Fall schon jetzt fest: Das madagassische Volk, das in letzter Zeit von den beiden Kontrahenten so gerne angeführt wird. Die Armen werden schamlos gegen ihr eigenes Volk ausgenutzt, um sich letztlich auch selbst zu schaden.
Viva TV und Radio senden wieder. Warum? Hat Präsident Ravalomanana in irgendeiner Weise ein Einsehen, oder eher Angst? Warum kann Andry Rajoelina quasi unbehelligt auf dem Platz des 13. Mai reden? Immerhin ist die angedrohte Strafe im Gesetzestext die Deportierung, wie das Präsidentenamt mitgeteilt hat.
Aktuell wird versucht, von der Ravalomanana-Regierung und deren Unterstützern, alles wieder normal erscheinen zu lassen. Aber nichts ist mehr normal! Die Leute, selbst auf dem Markt, sind nervös, haben Angst, daß ihr Aufschrei ungehört verhallt, vergeblich war und alles wieder weiter geht, wie zuvor.
Und dann hat Andry Rajoelina heute berichtet, daß die Minister in Iavoloha schlafen. Haben sie so viel Arbeit, daß sie nicht dazu kommen, nach Hause zu fahren oder haben sie ganz einfach nur Angst? Bezüglich der Söldner hat Ravalomanana in den letzten Tagen mehrfach versichert, daß es keine gebe. Rajoelina hat heute auf dem Platz des 13. Mai gesagt, daß man wisse, wo diese seien. Also gibt es sie doch? Wie muß man das dann bewerten?