Madagaskar-Blog

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Tag: Antananarivo

Sonnenhalo am Morgen – Halo der Sonne über Antananarivo

Sonnenhalo

Am Himmel war heute Vormittag eine Lichterscheinung um die Sonne zu sehen, ein sogenannter Halo. Die meisten Menschen haben so eine Erscheinung wahrscheinlich noch nicht bewußt gesehen, denn viele reckten ihre Hälse, um das Himmelsphänomen sehen zu können. Im Radio wurde am Mittag berichtet, um die Sonne habe es einen kreisrunden Regenbogen gegeben.

Am Abend berichtete der Fernsehsender Viva auch über den Halo. Schon am Vortag soll es eine solche Naturerscheinung am Himmel gegeben haben.

Wer einen Sonnenhalo noch nicht kennt, wird bei Wikipedia fündig. Dort wird die Lichterscheinung mit Eiskristallen begründet, an denen es Reflexion und Brechung des Lichts gibt. Zu sehen ist das dann als ein bunter Ring um die Sonne.

Das obere Bild wurde übrigens aus 2 Bildern zusammengesetzt, da die Weitwinkelbrennweite des Zoomobjektivs von 18mm nicht ganz ausreichte, um den Halo komplett abbilden zu können.

Papayapflanze und Halo der Sonne

Internetprovider Blueline nimmt neue Sendeanlage in Ambohitrarahaba in Betrieb – Stromabschaltung von Jirama

Baustelle mit Installation für eine Sendeanlage

Schon seit einigen Monaten war der Empfang der Blueline Internetverbindung 4G nicht mehr so optimal gewesen. Ganz einfach deswegen, weil der Nachbar anfing, direkt an der Grundstücksgrenze in seinem Garten ein großes Haus hochzuziehen. Daher mußte ich für mein Modem mit integrierter Antenne einen Standort mit besseren Empfangseigenschaften suchen. Im ersten Stock, in der oberen linken Ecke des Fensters, direkt hinter dem immer geschlossenen Vorhang, war der Empfang gerade noch akzeptabel.

Mit der Höhe des Rohbaus wurde die Qualität des Empfangs zusehends schlechter. Zeitweise hatte anscheinend die Wetterlage den entscheidenden Einfluß darauf. Es konnte dann sein, daß stundenlang nichts mehr ging. Und da erschien dann der Lichtblick, wie oben auf dem Bild zu sehen.

Eigentlich hätte die neue Sendeanlage schon letzten Dezember in Betrieb genommen werden sollen, aber der Eigentümer des Grundstücks, auf dem man schon den Sendemast aufgestellt hatte, soll seine Zustimmung widerrufen haben. Sollte er das wegen gesundheitlicher Bedenken getan haben, so hat er sicherlich Recht, denn eigentlich kann das nicht gut sein, wenn überall diese Antennen stehen. Man kann das mit einem lachenden Auge (endlich optimaler Empfang) und einem weinenden Auge betrachten (der gesundheitliche Aspekt).

Beim ersten Anblick der Baustelle mit dem Antennenmast am 15. September war dann eines gleich klar: Das muß der Ersatz-Standort der neuen Blueline-Antenne sein.

Am 4. Oktober stellte ich dann am späten Abend fest, daß die Empfangsstärke so gut war, wie noch nie zuvor, seit ich letzten November bei Blueline Kunde geworden war. Ich montierte also das Modem ab und stellte es, nachdem ich alles gründlich gesäubert hatte, wieder auf seinen alten Platz.

Als Erstes wollte ich testen, ob man mit dem optimalen Empfang Videostreams ruckelfrei ansehen kann. Dazu setzte ich mein Headset auf – und kaum hatte ich das Ding auf den Ohren, da ging das Licht aus. Der Computer gleich mit, weil die Batterie meiner USV, hier sagt man fälschlicherweise Onduleur, kaputt ist. Also saß ich um 21:20 Uhr im Dunklen.

Normalerweise dauerte eine Stromabschaltung in Ambohitrarahaba maximal eine Stunde. Und das war ein eher selten vorkommender Fall. Vermutlich wegen der Klinik Maternité d’Ilafy gab es in den letzten Jahren eigentlich gar keine Stromabschaltungen, wenn auch aus anderen Quartieren berichtet wurde, daß mehrfach am Tag der Strom abgeschaltet wurde.

Letzte Aufräumarbeiten an der Baustelle

Beim Aufstehen gab es dann auch keinen Strom, und das Wasser kam mit einem verdächtig niedrigen Druck aus der Leitung. Da habe ich gleich reagiert und einen kleinen strategischen Vorrat angelegt. Zu Recht, denn in anderen Haushalten und in ganzen Stadtvierteln gab es bereits kein fließendes Naß mehr aus der Leitung.

Um kurz nach 11:00 Uhr gab es wieder Strom und auch der Druck in der Wasserleitung normalisierte sich im Laufe des Tages.

Nein, natürlich hatte die Jirama den Strom nicht wegen Blueline abgeschaltet und auch nicht wegen mir. Aber wenn wir betrachten, was die Presse dazu zu melden hatte, dann ist das ganz interessant. Da ist der Artikel “Électricité – Black-out à Antananarivo” der “L’Express de Madagascar” und dann ist da der Artikel “Madagascar: la Jirama en panne de carburants” der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua auf der Seite der afriquinfos.com.

Die Express meint, eine Quelle habe gesagt, der Vorrat an Schweröl der Galana für die Kraftwerke der Jirama sei fast zur Neige gegangen. Ansonsten wird nebulös die Frage zur finanziellen Situation der Jirama gestellt. Der Xinhua-Artikel verrät sogleich, daß gemäß einer Quelle die Jirama Zahlungsrückstände von mehreren Milliarden Ariary bei einer madagassischen Ölfirma habe. 200.000 Liter Schweröl müsse diese Firma jeden Tag liefern, um den Betrieb aller Kraftwerke für Tana sicherzustellen, man habe aber in 2 Tagen nur 150.000 Liter geliefert.

Hinzu komme, daß wegen der Trockenheit das Wasserkraftwerk von Andekaleka lediglich mit einer Kapazität von 62% betrieben werden könne, obwohl dieses Kraftwerk bis zu 40% zum Strombedarf von Tana liefern könne. Die Jirama verfüge über 114 Kraftwerke, wobei 100 davon Dieselgeneratoren seien.

Am Samstag konnte die Xinhua dann eine Bestätigung des Energieministers Elysé Ratsiraka melden, daß eine Lieferfirma nicht ausreichend Kraftstoff geliefert habe, ohne jedoch deren Namen zu nennen. Die Jirama sei nicht am Rande des Bankrotts, die Angestellten arbeiteten korrekt und würden auch regelmäßig pünktlich bezahlt, wenn die Gesellschaft auch Probleme mit ihren Finanzen habe, so habe sie genug Mittel für ihren Betrieb.
Die Chinesen sind gut informiert, könnte man meinen.

Der See liegt direkt an der RN2

Durststrecke für das Bier SKOL beendet – Biermarke der neuen Brauerei in Ambatolampy als Alternative zu THB

Leergut

Die Brauerei ‘Nouvelle Brasserie de Madagascar’ (NBM) mußte lange warten, bis man mit dem Vertrieb der sehnsüchtig erwarteten Flaschen beginnen durfte. Irgendein Stempel hatte wohl noch gefehlt, um alle Genehmigungen komplett zu haben.

Schon im Juli war offenbar, daß man die Erlösung von der Verurteilung zur Untätigkeit feiern konnte. Die Tageszeitung ‘L’Express de Madagascar’ berichtete in diesem Zusammenhang, daß es sich bei ‘Skol’ um eine internationale Marke dänischer Herkunft handele, die schon in 6 anderen afrikanischen Ländern präsent sei.

Im Gegensatz zur etablierten Konkurrenz der ‘Brasseries Star’ aus Antsirabe mit dem Three Horses Beer, welches in 0,65-Liter-Flaschen vertrieben wird, wird Skol in 0,5-Liter-Flaschen verkauft, wie man sie in Deutschland gewohnt ist.

Nun ist das Maisbier mit 5,5% Alkoholgehalt, welches in Lizenz von Skol International D.L. in der Brauerei in Ambatolampy gebraut wird, also überall in der Hauptstadt von Madagaskar erhältlich.

Supermarkt Getränkeabteilung

Aber halt – da waren andere schon schneller, wie man an dem leeren Regal im Supermarkt Jumbo in Ankorondrano sehen kann. Keine einzige volle Bierflasche war mehr erhältlich, daher mußte für das Foto oben eine Flasche aus dem Leergut herhalten.

Das Bier wird so stark nachgefragt, daß die Brauerei mit dem Liefern nicht nachkommt, das Management hat die Nachfrage total unterschätzt. In 10 Tagen habe man so viel Bier verkauft, wie man für einen Monat vorgesehen habe, berichtet die Zeitung ‘L’Express de Madagascar’ in einem Artikel. Hat man etwa keine verläßlichen Marktstudien vorgenommen? Ist es nicht vorhersehbar, daß ein so lange erwartetes Produkt von einer großen Menge Kunden ausprobiert werden wird? Selbstredend kann man auch davon ausgehen, daß der Geschmack des neuen Produkts nicht jedermanns Sache ist und es für viele Trinker ein einmaliger Versuch bleiben wird.

Biertransporter

Lieferschwierigkeiten etwas anderer Art sieht man auf den beiden Bildern aus Isotry. Eine Ente mit einer Panne blockiert den gesamten Verkehr, während der Fahrer des Taxis seelenruhig unter dem Auto liegt und am Basteln ist. Die 25 Bierkästen auf dem Lasten-Pousse-Pousse haben es mit Gelassenheit ertragen.

Bei all der Freude über das neue Produkt auf dem Markt sollte man immer im Auge behalten, daß es sich hier um eine Droge handelt, die durch ihre negativen Auswirkungen auf die Gesundheit große volkswirtschaftliche Schäden verursacht. Dazu paßt der Artikel in der ‘The Times of Madagascar’, wo von 412 Toten durch exzessiven Alkoholkonsum berichtet wird.
Prost.

Im zitierten Artikel ist zwar davon die Rede, daß viele der Opfer ‘Toaka gasy’, den billigen madagassischen Rum (der meist illegal gebrannt wird) getrunken hätten.
Aber vielleicht wird ja jetzt mancher doch lieber zur Alternative greifen, dem Skol 1, welches einen stark reduzierten Alkoholgehalt von weniger als 1% haben soll, wie aus einem weiteren Artikel der ‘The Times of Madagascar’ zu erfahren ist.

Bierkästen Skol

Schlange stehen am Visa-Geldautomaten der Bank of Africa in Analakely für den Einkauf zum Muttertag

Foto

Auch in Madagaskar gibt es schon einige Leute, die mit Plastikgeld in der Gegend herumlaufen. Überwiegend wird es sich dabei um einfache Kundenkarten der großen Banken handeln, aber auch Visa-Karten bieten die Banken ihren Kunden an..

Letztlich war an einem Samstag das Schlangestehen auf dem Foto zu beobachten. Die Bank of Africa (BOA) hatte in ihrer Filiale in Analakely gegenüber vom Bahnhof gerade an diesem wichtigen Wochentag, an dem viele ihre Einkäufe machen, nur einen der 3 vorhandenen Geldautomaten in Betrieb. Mindestens 30 Personen standen in der Schlange und warteten darauf, ihre Karte in den Geldautomaten stecken zu können, um sich anschließend mit Bargeld in das Verkaufsgetümmel in Analakely zu stürzen.

Da jeder Nutzer für die Benutzung des Gerätes eine gewisse Zeit braucht, kann man durchaus vermuten, daß mancher Bankkunde eine Stunde oder gar länger gewartet hat. Man fragt sich, warum gerade an einem Samstag nur einer der 3 Geldautomaten zur Nutzung offen steht.

Ein Madagasse meinte, daß es sein könne, daß den Beamten ihr Salär ausgezahlt worden ist. Es komme regelmäßig bei der BOA vor, daß sich dort dann lange Schlangen bildeten. Bei der BNI-Filiale bei der Feuerwehr in Tsaralalana um die Ecke, standen am gleichen Tag keine Leute mit Bargeldmangel in einer Schlange, lediglich ein Mann zog sich Geld aus dem Automaten. Bei der BFV-Filiale beim Autohaus Sicam standen etwa 5 Leute am Geldautomaten.

Flughafentransfer mit Airport Shuttle Bus zum Flughafen Ivato Antananarivo, sichere Fahrt ins Innenstadt-Hotel

Flughafentransfer mit Kleinbussen

Wer eine Individualreise nach Madagaskar geplant hat und in Ivato auf dem Flughafen ankommt, für den stellt sich meist die Frage, wie man den nächsten Schritt organisiert.

Raus aus dem Flugzeug, rein in den Bus.

Seit einiger Zeit gibt es nämlich schon den Bus-Pendeldienst des Flughafenbetreibers ADEMA (Aeroports de Madagascar) mit Bussen und Kleinbussen vom und zum Hotel im Stadtzentrum. Auch bei verschiedenen Hotels an der Strecke wird von dem Zubringerdienst Halt gemacht. Kleinbus und Minibus haben abweichende Routen, die sie bedienen, aber als Stadtbus fungieren alle.

Dieser Service einer Busverbindung von und zur Herberge wird zu einem für Touristen attraktiven Preis angeboten. Mit den größeren Nissan-Bussen des Modells Civilian hat der Passagier ein geräumigeres Platzangebot und muß dafür weniger tief in die Tasche greifen, der Preis für die Fahrt beträgt 6.000 Ariary. In den Minibussen, in denen es etwas enger zugeht, muß man 12.000 Ariary für den Transfer bezahlen.

Die kleineren Fahrzeuge pendeln auf folgender Route:

  • Flughafen Ivato (Busparkplatz)
  • Stadtteil Talatamaty (Hotel le Carrefour)
  • Andohatapenaka (Hotel Etoile Rouge)
  • Andavamamba (Kunsthandwerkerdorf CENAM/Hotel Nalugaro)
  • Anosy (Hotel Carlton)
  • Antaninarenina (Hotel Du Louvre und Hotel Colbert)
  • Analakely (Hotel Le Glacier)
  • Anosy (Hotel Carlton)
  • Andavamamba (Madahotel)
  • Andohatapenaka (Hotel Etoile Rouge)
  • Flughafen Ivato

Die großen Busse pendeln auf folgender Route:

  • Flughafen Ivato (Busparkplatz)
  • Stadtteil Ambodivonkely (Hotel Des Orchidees)
  • Antanimena (Hotel Astauria)
  • Analakely (Hotel Tana Plaza)
  • Tsaralalana (Hotels White Palace/Anjary und Cactus Vert)
  • Antanimena (Hotel Zina, Immeuble Deco Center)
  • Ankorondrano (Hotel Ibis)
  • Antanety Ambohimanarina (Chambre d’Hotes Au Zenith)
  • Talatamaty (Hotel Ile du Paradis)
  • Flughafen Ivato

Wie im Bürgerkrieg: Militär-Gefechte mit Granatwerfern und Automatikwaffen in Antanimora, Antananarivo

Treppe in den blauen Himmel - Centre de Conférence Internationale CCI Ivato

Dieser 20. 5. 2010 dürfte ein Novum sein für Madagaskar. Militärische Einheiten bekämpften sich gegenseitig in der Hauptstadt. Die Deutsche Botschaft informierte ihre Gemeinde schon am Morgen über heftige Schußwechsel um das Mausoleum und FIGN, sowie Rova.

Auch in Deutschland war man Dank Twitter schon informiert.

Am Abend wurden dann die Szenen von den Unruhen im Fernsehen gezeigt: Die angreifenden Truppen näherten sich an der steilen Straße, die zum Mausolee hochführt, einem Gebäudekomplex und feuerten Gewehrsalven und Granaten ab.

Der anscheinend Verantwortliche bei der Miltäraktion war ein Herr mit dem Namen Ravalomanana, Vorname nicht Marc, der mehrfach Interviews gab.

Etwa 600 treue Krieger sollen bei dem Angriff beteiligt gewesen sein und 20 Abtrünnigen gegenübergestanden haben, die dann unerkannt entkommen sein sollen!?

 

Viele Psychopathen waren wieder unterwegs. Werden die Menschen jemals kapieren, warum es immer wieder zu Kriegen kommt, obwohl die große Mehrheit eigentlich nur in Frieden leben möchte?

Es ist zu hoffen, daß man es bei den kriegerischen Handlungen dieses einen Tages bewenden läßt!

Neue Tageszeitung in Antananarivo! Passend zur fortschreitenden Verarmung der Leser ist die Zeitung kostenlos

Foto

Beim Supermarkt Jumbo in Ankorondrano wurde die Gratis-Zeitung am Eingang zur Mitnahme ausgelegt. Die aktuelle Ausgabe vom 20. März ist die Nummer 9. Das Informations- und Werbemedium ist also noch jung.

Der Leitartikel thematisiert den von Telma am Vortag ausgeführten Anschluß von Tulear an das Breitbandkabel von EASSY. Auf Seite 7 gibt es zu diesem epochalen Ereignis für die Internet-Kultur Madagaskars auf der halben Seite 6 weitere Artikel.

In einem Artikel greift man das ominöse Jahr 2012, welches das letzte Jahr des Maya-Kalenders ist, auf und schreibt von wissenschaftlichen Beweisen, die Forscher eines Forschungszentrums in Boulder, Colorado, in einer neuen Studie gefunden hätten. So werde die maximale Sonnenaktivität für das genannte Jahr um 30 bis 50 % über der des vorhergehenden Zyklus liegen.

Wenn die Zeitung unentgeltlich abgegeben wird muß sie sich über Werbekunden finanzieren. Die insgesamt 8 Seiten enthalten denn auch 2,75 Seiten Werbung, eine Quote, die durchaus noch steigerungsfähig erscheint.

Der Mobilfunkprovider Orange ist der größte Kunde dieser Ausgabe mit 3 Annoncen über eine ganze Seite, eine viertel Seite und eine achtel Seite. Dann wird noch auf einer halben Seite von der Firma Auto Diffusion für ein Einführungsangebot eines neuen Automodells der Marke Foton geworben, einen Foton MP-X. Auf einer weiteren halben Seite kündigt der Stromversorger Jirama für Sonntag eine Abschaltung der Elektrizität für einige Vororte von Antananarivo und auch Ampefy und Analavory an, die von 9 Uhr bis 17 Uhr vorgesehen ist.

Laut Impressum ist die Firma NPM S.A. Herausgeber der Zeitung. Die Auflage beträgt 20.000 Stück und wird von der Druckerei “Ultima Media” gedruckt, die auch für die Werbung in dem Blatt als zuständig ausgewiesen wird.

Telma hat Tuléar an das EASSy-Kabel angeschlossen – Internetcafé am Reisfeld wartet auf bessere Verbindung

Center für Telekommunikationsdienstleistung am Siedlungsrand

Nachdem letztes Jahr im Juni Orange die Verbindung mit dem Kabel Lion in Tamatave hergestellt hat, hat nun Telma (Telecom Malagasy) die Verbindung mit dem EASSy-Kabel in Tuléar erreicht.

Eigentlich könnte jetzt der Run um die Kunden beginnen. Aber halt, wir sind in Madagaskar, da gehen die Uhren etwas anders. Das Kabel von Orange soll jetzt seit November mit Tana eine Verbindung haben und was hat es den Kunden bisher gebracht? Nix! Alles steckt im Sumpf fest. Woran das liegen mag?

Und da wir in Madagaskar sind, sind berechtigte Zweifel daran angebracht, daß die Tarife auf ein so tiefes Niveau sinken, wie die lokale Presse in ihren kühnen Phantasien zu berichten pflegte. Lieber weniger Kunden, aber dafür teuer. Yield Management at its best?

Jetzt wird also abzuwarten sein, ob demnächst wirklich mal echte DSL-Geschwindigkeiten durch die Leitungen brausen. Oder ob man auf das Hochgeschwindigkeits-Internet noch bis zum ominösen Jahr 2012 warten muß?

Wer mehr zum aktuellen Anschluß an den Backbone wissen will: Ein Bild sagt mehr, als 1000 Worte – was sagen dann erst über 40 Bilder? Hier also gleich der Link zum bunt bebilderten Bericht von madagate.com, das dem Telekommunikationsminister Augustin Andriamananoro von der international nicht anerkannten HAT-Regierung gehört, der bei der Einweihung des Kabels den Startknopf gedrückt hat und der auch auf der Seite zu sehen ist.

Wer noch ein wenig Zerstreuung sucht und auf bunten Fotos einige Damen betrachten möchte, die das Ereignis ausschmückten, der kann wieder bei madagate gucken.

Grauköpfchen-Papageien (Agapornis canus) suchen Reiskörner im Reisstroh – Ein Schwarm Unzertrennliche

Schwarm Grauköpfchen (Agapornis canus) sucht Körner im Reisstroh

Die Grauköpfchen sind eine von 3 Papageienarten in Madagaskar und die einzigen dort heimischen Agaporniden. In Antananarivo habe ich jetzt erstmals einen frei lebenden kleinen Schwarm dieser Vogelart gesehen. Sie haben an einem Platz, wo Reis gedroschen wurde, nach ganzen Reiskörnern oder Bruchreis gepickt. Auf meinen gemachten Bildern sind 6 verschiedene Vögel abgebildet, wobei 5 davon Männchen sind. Die Gesamtanzahl war höchstens 8.

Die Grauköpfchen sind Vögel aus der Ordnung der Papageien und gehören zur Gattung Unzertrennliche. Männchen und Weibchen lassen sich sehr leicht unterscheiden, da nur die Männchen die grauen Federn an Kopf, Kehle und Brust haben, die Weibchen sind grün in verschiedenen Schattierungen.

Leider ist die Qualität vom Bild oben nicht ganz optimal, da ich eine Ausschnittvergrößerung machen mußte. Meine Kompaktkamera hat als maximale Brennweite nur 140mm, bezogen auf Kleinbild. Ich mußte mich also dem Papageienschwarm vorsichtig nähern. Nach jedem Schritt der Annäherung habe ich ein neues Bild mit maximaler Brennweite gemacht und bei etwa 5m Entfernung war dann die Fluchtdistanz unterschritten und die Vögel traten die Flucht auf die nächste Mauer an. Und das reichte eben nicht, um die kleinen Vögelchen formatfüllend zu fotografieren.

Nach etwas Recherche stellt man fest, daß es diese Vögel weder im Hochland und schon gar nicht in Tana geben dürfte. “Das Landes- innere wird gemieden, besonders in Höhenlagen von über 1.200 m über NN und in Bereichen der wenigen verbliebenen feuchten Tropenwälder.” weiß man bei lietzow-naturfotografie.de. “Sie gelten als ausgesprochen scheu und suchen bei der geringsten Störung ihr Heil in der Flucht.” sagt tierdoku.de. Dann hätten die Vögel mich aber nicht auf etwa 5m herankommen lassen dürfen.

Vogelkäfige zum Verkauf, Vögel zu verkaufen

Daher ist die Vermutung nicht ganz abwegig, daß es sich um Tiere handelt, die aus der Gefangenschaft beim Menschen, wo sie als Käfigvögel gehalten werden, entkommen sind. Vielleicht kann ja jemand anhand der Abbildung bestimmen, welcher der Unterarten die Vögel zuzuordnen sind, Agapornis canus canus oder Agapornis canus ablectaneus.

Auf den Fotos mit den Käfigen sind die unglücklichen Tiere zu sehen, die in Ankorondrano auf der Straße zum Verkauf angeboten werden. Es handelt sich vermutlich um Wildfänge, da es wenig wahrscheinlich erscheint, daß der barfüßige Verkäufer ein Papageienzüchter ist. Es gibt noch Fodys im Angebot und einen etwas größeren grauen Papagei, der vermutlich ein Kleiner Vasapapagei (Coracopsis nigra) ist.

Vogelkäfige auf dem Bürgersteig zum Verkauf

Auf der Seite der Internet Bird Collection kann man Links zu weiteren Fotos von Grauköpfchen finden, auch 2 kurze Videos sind im Angebot.

Das Google Keyword-Tool deutet darauf hin, daß “Lovebirds: Owners Manual and Reference Guide” vom Autor Dirk van den Abeele ein gesuchtes Buch für Halter und Züchter von Agaporniden zu sein scheint.

3 Grauköpfchen in Gefangenschaft in engem Vogelkäfig

Oldtimer Peugeot 404 in schwarz mit Chromleisten und Haifischflossen parkt am Straßenrand in Antananarivo

Oldtimer mit Haifischflossen

1960 wurde die Baureihe des Peugeot 404 als Nachfolger des Peugeot 403 auf den Markt gebracht. Die Antriebstechnik bei diesem Mittelklasse-Fahrzeug bedient sich eines Heckantriebs. Beim Design ließen sich die französischen Entwickler in Sochaux vom damaligen Zeitgeist in Amerika anstecken, wo in den 50er Jahren die Straßenkreuzer mit großen Haifischflossen populär waren. Auch Daimler Benz folgte 1961 mit dem Mercedes 190 (Modellreihe W110) diesem Trend und führte ein Fahrzeugmodell mit kleinen Haifischflossen in den Handel ein. In Europa hat man den gestalterischen Ausdruck dieser Modeerscheinung aber viel dezenter umgesetzt, als das bei den Ami-Schlitten, wie Cadillac und Lincoln, den Prestige-Marken von General Motors und Ford.

Die Mode ist an ihnen vorbeigegangen und noch heute gibt es in Madagaskar viele Fahrzeuge der Baureihe 404, die noch im Einsatz sind – vielfach als Arbeitstier. Das trifft besonders auf den Peugeot 404 Pick-up zu, aber auch auf die Limousine, die man in Tana gelegentlich auch als Taxi sieht. Das Kombi-Modell dient mit 3 Sitzreihen gelegentlich noch als Taxi-Brousse.

Ein Blechkleid mit edel aussehendem schwarzem Lack trifft man allerdings selten an. Das Auto auf dem Foto könnte man sich gut mit Weißwandreifen vorstellen, aber in der Regenzeit mit schlammigen Schlaglöchern und Schlammpfützen würden die Weißwandreifen oft voll mit Dreck sein. Wenn man die dann nicht nach jeder Ausfahrt reinigt, dann wären sie die längste Zeit weiß gewesen, denn der eingetrocknete Schlamm ist sogar auf den schwarzen Reifen extrem hartnäckig und nur mit einigem Aufwand wieder zu entfernen. Die Radzierkappen aber, die hier fehlen, würden der Optik des Fahrzeugs auch trotz der Schlammpackungen gut zu Gesicht stehen und zur Reinigung bedarf es da nur eines nassen Lappens und die Kiste ist wieder ansehnlich.

Auf dem unteren Foto kann man feststellen, daß ein Staubfilm auf dem Lack liegt, wie es in Tana tägliches Los ist. Über dem Dichtungsgummi der Heckscheibe ist gut ein Metallplättchen mit Nieten zu erkennen. Man hat diese Krallen deshalb dort festgenietet, damit sich nicht Unbefugte die Scheibe krallen – es dient also als Schutz vor Diebstahl. Ich meine, das dürfte heute nicht mehr üblich sein. Oft hat man in die Scheiben auch die Autonummer vom Nummernschild eingraviert, was ebenfalls als Diebstahlschutz gedacht war. Mit Nieten geht man recht spendabel um, denn auch die Chromzierleiste hat man ohne Skrupel einfach angenietet, wie man direkt neben der Rückleuchte erkennen kann.

Bilder fotografiert mit Sony Ericsson K800i

Staubschicht auf schwarzem Lack beim Oldtimer

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