Madagaskar-Blog

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Tag: Antananarivo

Oldtimer Peugeot 404 in schwarz mit Chromleisten und Haifischflossen parkt am Straßenrand in Antananarivo

Oldtimer mit Haifischflossen

1960 wurde die Baureihe des Peugeot 404 als Nachfolger des Peugeot 403 auf den Markt gebracht. Die Antriebstechnik bei diesem Mittelklasse-Fahrzeug bedient sich eines Heckantriebs. Beim Design ließen sich die französischen Entwickler in Sochaux vom damaligen Zeitgeist in Amerika anstecken, wo in den 50er Jahren die Straßenkreuzer mit großen Haifischflossen populär waren. Auch Daimler Benz folgte 1961 mit dem Mercedes 190 (Modellreihe W110) diesem Trend und führte ein Fahrzeugmodell mit kleinen Haifischflossen in den Handel ein. In Europa hat man den gestalterischen Ausdruck dieser Modeerscheinung aber viel dezenter umgesetzt, als das bei den Ami-Schlitten, wie Cadillac und Lincoln, den Prestige-Marken von General Motors und Ford.

Die Mode ist an ihnen vorbeigegangen und noch heute gibt es in Madagaskar viele Fahrzeuge der Baureihe 404, die noch im Einsatz sind – vielfach als Arbeitstier. Das trifft besonders auf den Peugeot 404 Pick-up zu, aber auch auf die Limousine, die man in Tana gelegentlich auch als Taxi sieht. Das Kombi-Modell dient mit 3 Sitzreihen gelegentlich noch als Taxi-Brousse.

Ein Blechkleid mit edel aussehendem schwarzem Lack trifft man allerdings selten an. Das Auto auf dem Foto könnte man sich gut mit Weißwandreifen vorstellen, aber in der Regenzeit mit schlammigen Schlaglöchern und Schlammpfützen würden die Weißwandreifen oft voll mit Dreck sein. Wenn man die dann nicht nach jeder Ausfahrt reinigt, dann wären sie die längste Zeit weiß gewesen, denn der eingetrocknete Schlamm ist sogar auf den schwarzen Reifen extrem hartnäckig und nur mit einigem Aufwand wieder zu entfernen. Die Radzierkappen aber, die hier fehlen, würden der Optik des Fahrzeugs auch trotz der Schlammpackungen gut zu Gesicht stehen und zur Reinigung bedarf es da nur eines nassen Lappens und die Kiste ist wieder ansehnlich.

Auf dem unteren Foto kann man feststellen, daß ein Staubfilm auf dem Lack liegt, wie es in Tana tägliches Los ist. Über dem Dichtungsgummi der Heckscheibe ist gut ein Metallplättchen mit Nieten zu erkennen. Man hat diese Krallen deshalb dort festgenietet, damit sich nicht Unbefugte die Scheibe krallen – es dient also als Schutz vor Diebstahl. Ich meine, das dürfte heute nicht mehr üblich sein. Oft hat man in die Scheiben auch die Autonummer vom Nummernschild eingraviert, was ebenfalls als Diebstahlschutz gedacht war. Mit Nieten geht man recht spendabel um, denn auch die Chromzierleiste hat man ohne Skrupel einfach angenietet, wie man direkt neben der Rückleuchte erkennen kann.

Bilder fotografiert mit Sony Ericsson K800i

Staufschicht auf schwarzem Lack beim Oldtimer

Ausblick für Madagaskar für das neue Jahr – Was bringt die Zukunft? Wie entwickelt sich die politische Lage?

Taxi-Be Haltestelle in Antananarivo

2009 war ein trauriges Jahr in Madagaskar, in Antananarivo wurden Menschen wie Vieh auf der Straße abgeschossen.

Das Bild oben deutet schon an, daß zumindest in Teilen der Bevölkerung eine große Unzufriedenheit herrscht. Wenn jetzt wegen dem Ausschluß Madagaskars von der AGOA ungezählte Arbeitsplätze in der Textilindustrie verloren gehen werden, dann wird der Grad der Unzufriedenheit noch wachsen.

Kürzlich soll es in der Armee angeblich eine kleine Meuterei gegeben haben. Nur ist die ganze Geschichte so undurchsichtig, daß man nicht weiß, wer wen für was bezahlt hat, um wieder mal eine Lüge aufzutischen. Lügen sind in einem armen Land billig. Der Vorfall zeigt eines jedoch deutlich: Auch durch die Armee ziehen sich tiefe Gräben.

Die Voraussetzungen bieten leider wenig Hoffnung. Aber dieses bißchen Hoffnung sollte man versuchen, zu nähren!

Madagaskar und die Welt brauchen keine “Christen”, die ihr Volk opfern, in den Krieg schicken. Wo sind die Führungspersönlichkeiten, die ernsthaft daran interessiert sind, dem Allgemeinwohl zu dienen? Hört auf, den Psychopathen, die nur ihre eigenen skrupellosen Interessen verfolgen, nachzulaufen! Holt die deutschen Soldaten heim!

Frieden, Harmonie, das ist zu wünschen. Um da hin zu kommen, ist Liebe vielleicht die beste Investition.

Wenn jeder versucht, seinen kleinen Beitrag zu leisten, dann…

Auf ein gutes neues Jahr 2010!

Haus im Regen in Antananarivo

Echte Feige (Ficus carica) – Die einzige Feige am Feigenbaum ist reif: Weich, wässrig und honigsüß – ein Genuß

Feigenviertel vor dem Verzehr

Die Gattung der Feigen zählt mehrere hundert verschiedene Arten, eine davon ist die Echte Feige, die die Früchte liefert, die man aus dem Supermarkt oder vielleicht von einem Türkeiurlaub oder einem Urlaub in einem anderen Land um’s Mittelmeer kennt.

Das Eigentümliche bei den Feigen ist, daß alle Feigenarten von kleinen Wespen befruchtet werden. Viele Feigenarten sind dabei auf eine bestimmte Wespenart angewiesen, das heißt, daß das Verschwinden des einen Partners unweigerlich das Verschwinden des anderen Partners zur Folge haben wird.

Bei der Echten Feige ist die Sache mit der Bestäubung recht kompliziert, beim Artikel von Wikipedia weiß man aber in etwa, wie das ablaufen könnte. In der englischen Version erfährt man, daß die Blüte die Frucht ist, die Frucht ist also eine Scheinfrucht.

In Antananarivo habe ich auf den Märkten bisher noch keine Feige im Angebot gesehen. Da stellt sich die Frage, warum eigentlich nicht? Werden Feigen denn nicht angebaut in Madagaskar? Oder bin ich immer zum unpassenden Moment auf den Markt gegangen?

Aber es gibt sie doch, die Pflanzen, die man aus Stecklingen vermehrt und in Anosy auf dem Blumenmarkt und Pflanzenmarkt zum Kauf anbietet. Da kommt unser Baum jedenfalls her, der jetzt so 3 m hoch sein dürfte. Die Frucht hat es bis zur Reife gebracht und man könnte vermuten, daß dafür eine Parthenokarpie oder auch Jungfernfrüchtigkeit verantwortlich ist.

Jedoch ist zu beachten, was im oben verlinkten Wikipedia-Artikel steht: “Die Blütenökologie ist bei der Echten Feige noch komplizierter als bei der Gattung Feigen generell, da hier nicht nur Feige und Feigenwespen interagieren, sondern zusätzlich zwei Feigenvarietäten zusammenspielen müssen.”

Die Frucht an unserem Bäumchen sah von außen irgendwie krank oder gar faul aus und bei leichter Druckprüfung fühlte sie sich untypisch weich an für eine Feige – zumindest dann, wenn man nur die festen rot-violetten Feigen aus dem Supermarkt kennt, die innen auch recht trocken sind. Aber der Geruchstest und der gleich anschließende Geschmackstest nach dem Aufschneiden wurde voll bestanden, zuckersüß waren die extrem weichen und saftigen Frucht-Eingeweide, wobei das Aroma noch etwas intensiver hätte sein dürfen. Von der Optik allerdings erinnert das Fruchtfleisch irgendwie an Maden.

Da Feigen sehr gesund sind und auch gut schmecken, sollte es doch auch in Madagaskar möglich sein, daß sie irgendwann in der Zukunft das Angebot des lokalen Obsthandels erweitern.

Unreife Feigen-Scheinfrucht

Feige in verzehrbereitem Zustand

In der Vorschule war der Weihnachtsmann schon da – Jetzt sind Weihnachtsferien, man wartet auf Weihnachten

Knecht Ruprecht und seine Anhänger

Letzten Freitag gab es wieder ein großes Fest in vielen privaten Schulen und Vorschulen oder Kindergärten in Antananarivo und auch in anderen Städten von Madagaskar. In manchen dieser Bildungseinrichtungen war der Weihnachtsmann leibhaftig zugegen.

Einerseits freuen sich die Kleinen auf den Weihnachtsmann, aber andererseits begegnen viele diesem dann doch mit einem gehörigen Respekt oder gar Angst. Also begegnet die Anhängerschar von Knecht Ruprecht diesem durchaus mit gemischten Gefühlen.

Die Eltern der ABC-Schützen haben den Geschenksacktäger, der gar keinen Sack bei sich trug, wie man auf dem Bild sieht, erwartungsvoll empfangen, die ganze Aufmerksamkeit und alle Objektive waren auf ihn gerichtet.

Bei all der Hektik in der Weihnachtszeit mit dem Kaufrausch, mit all den Geschenken und der Schenkwut sollte man immer daran denken:

Weihnachten sollte das Fest der Liebe sein.

Könnte ein Lächeln vielleicht mehr wehrt sein, als ein Handy?

Frohe Weihnachten!

Oldtimer in zeitloser Eleganz: Der Peugeot 404 Coupé – Gefunden auf den Straßen von Antananarivo

Silberner Peugeot 404 Coupé mit Schiebedach

Irgendwie wird man beim Anblick der Karosserie des Peugeot 404 Coupé nicht gerade an diejenige des Grundmodells Peugeot 404 erinnert. Es scheinen Welten zu sein, die das Design der beiden Modelle trennen. Ähnlichkeiten sind zwar vorhanden, aber die Proportionen betimmen den Gesamteindruck.

Das Coupé wurde von 1962 bis 1968 in bescheidenen Stückzahlen ausgeliefert. Nur 6.834 dieser gefälligen Automodelle, die aus der Feder von Pininfarina stammen, sollen hergestellt worden sein. Daher ist es heute auch entsprechend rar. Von der Modellvarinte Cabrio sollen hingegen über 10.000 Stück produziert worden sein.

Mindestens eines der Coupè-Exemplare sieht man in Tana hin und wieder auf den Straßen fahren oder – besser zum Fotografieren – am Straßenrand geparkt. Eine Sonderausstattung des auf dem Foto gezeigten Coupés ist das Schiebedach. Die gelben Scheinwerfer deuten auf eine mögliche Herkunft des Wagens hin: Frankreich.

Laterne – Laterne… – Die kleinen Kinder freuen sich, alle gehen auf die Straße mit ihrem Lampion

Kinder mit Lampions

Die Bilder liefern leider nur eine Ahnung von dem Geschehen. Besonders am Vorabend des Natitionalfeiertags zur Unabhängigkeit von den französischen Kolonialherren geht man mit den kleinen Kindern auf die Straße. Die Kleinen tragen dabei natürlich eine Laterne mit einer Kerze.

Ein sehr schönes Laternen-Bild, das in Anosibe fotografiert wurde, hat der Fotograf “chronowizard” bei Flickr veröffentlicht.

Auch am 26. Juni selbst gehen noch viele mit den Kindern und ihren Lampions auf die Straße. Seit einigen Jahren halten natürlich auch bunt blinkende Produkte, die mit LED’s ausgestattet sind, Einzug bei diesen Umzügen. Wenn man zu dieser Zeit noch auf den Straßen unterwegs ist, dann ist das sehr schön anzusehen, denn überall in den Stadtteilen von Antananarivo sind die Leute auf den Beinen.

Ansonsten werden auch noch Feuerwerkskörper gezündet, kleine China-Kracher, wie man sie auch in Deutschland kennt. Feuerwerksraketen gehören aber auch zum Sortiment. In Anosy wird am 25. 6. traditionell ein richtig großes Feuerwerk abgebrannt.

Die Laternen werden direkt mit der Hand gehalten, nicht an einem Stab, wie in Deutschland. Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne, brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht. Aber da ist es schon zu spät, die Laterne brennt, wird auf den Boden geworfen. Das sind eben die Tücken des Feuers, die aber auch den Reiz an dem Spaß erhöhen.

Kinder mit Laternen

Lange Belichtung mit bunten LED's

Lampion brennt

Kleinblättriges Löwenohr – Dekorative Zierpflanze mit psychoaktiver Wirkung – Leonurin als legale Droge?

Hübsche Blüte vom Schmalblättrigen Löwenohr

Diese schöne Pflanze, die so einmalig charakteristisch aussieht, ist mir schon lange aufgefallen, sie steht in Antananarivo auch in der Stadt. Allerdings wußte ich bisher nicht, wie diese Pflanze heißt. Und wenn man kein Botaniker oder Biologe ist, dann hat man eben auch keine Ahnung, anhand welcher Merkmale man systematisch suchen könnte, um die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Pflanzen-Gattung oder Familie einzugrenzen.

Nun aber bin ich bei meinen Glücks-Recherchen im Internet, wo ich nicht mal ein bestimmtes Thema hatte, über ein Bild von einem Schmalblättrigen Löwenohr (Leonotis nepetifolia) gestoßen. Und wenn man erst mal den Namen hat, dann ist alles ganz einfach.

Die Pflanze scheint im südlichen Afrika und auch in Madagaskar heimisch zu sein. Auch dem einen oder anderen Madagaskar-Reisenden wird diese Pflanze noch von einer Reise in Madagaskar bekannt sein, vielleicht sogar namenlos in einem Foto-Archiv. Aber mit diesem Artikel wird ja auch wieder etwas Licht in das Dunkel gebracht.

Als Heilpflanze ist dieses Kleinblättrige Löwenohr in Madagaskar auch bekannt, ihm wird heilende Wirkung bei Narben und auch eine antibiotische Wirkung nachgesagt. Ansonsten soll der Wirkstoff Leonurin (ein Alkaloid), der anscheinend mit dem THC bei Cannabis verglichen wird, als Gebärmutterstimulanz Verwendung finden, bei Menstruationsbeschwerden und bei nervösen Herzbeschwerden.

Und siehe da, die Pflanze wird sogar als berauschende Droge genutzt, die (noch?) nicht verboten ist. Es sollte das Leonurin dafür verantwortlich sein. Es gibt dazu auch ein ganzes Forum, wo sich Kiffer und Anhänger des Rauchkrauts austauschen. Man berichtet von den Bemühungen und den Erfolgen beim Eigen-Anbau, wobei die Hobby-Züchter oft den Indoor-Anbau bevorzugen, wie es scheint.

Ganz freimütig wird auch berichtet, ob man es ißt oder raucht, oder wie man die Blütenblätter von Löwenohren mit Hasch kombiniert. Der begehrte Stoff für die Träume scheint sich nämlich hauptsächlich in den Blütenblättern anzusammeln. Allerdings ist nicht nur Leonotis nepetifolia Thema des Forums, sondern auch andere Pflanzen, wie die verwandte Pflanze Afrikanisches Löwenohr (Leonotis leonurus), welche als Wild Dagga (WD) bezeichnet wird.

 

Hübsche Blüte vom Schmalblättrigen Löwenohr im Gestrüpp

Air Force One 2 – Der Luxus-Langstreckenjet wartet auf sein Schicksal – Ist Air Austral noch im Gespräch?

Was wird aus diesem Luxus-Flugzeug

Letzte Woche am Donnerstag war diese ganzseitige Anzeige in mehreren Zeitungen in Antananarivo erschienen.

Es wird dargestellt, was das Fluggerät, eine Boeing 737-74U gekostet haben soll, nämlich 110,4 Milliarden Ariary. Davon habe Marc Ravalomanana 63 Milliarden Ariary in Tana bei der Staatskasse geholt und 47,4 Milliarden Ariary beim Hafen in Tamatave.

Als Kontrast werden die Bilder vom armen madagassischen Volk gezeigt.

Es reiche jetzt mit den LÜGEN. Ja, richtig: ES REICHT JETZT MIT DEN LÜGEN.

Was wird hier wirklich gespielt?

Erst sollte das Flugzeug laut Medienberichten an Air Austral verkauft worden sein. Kurz darauf habe die Afrikanische Union AU sich dazu geäußert und gemeint, man könne das Flugzeug nicht verkaufen. Seitdem hörte man nichts mehr. Bis eben zu dieser Anzeige.

Die Fluggesellschaft Air Austral, die ihren Sitz auf der Nachbarinsel von Madagaskar, Réunion, hat, ist eine Tochtergesellschaft der Air France, welche wiederum noch zu einem Teil im Staatsbesitz von Frankreich ist. 16% ist die letzte Zahl, die ich dazu gefunden habe.

Seltsam all das. Wer sollte in der derzeitigen Weltwirtschaftskrise Interesse haben, ein solches Luxusflugzeug zu kaufen? Warum eventuell Air Austral? Weil man von Regierungsseite zu einem Interesse überredet wurde?

Und jetzt? Was wird aus dem Spielzeug vom Ex-Diktator? Zu wessen Spielball wird das Fluggerät?

Vom Hausbau und anderen Bausünden in einem armen Land – Antananarivo wächst auch ohne Regeln

Bauarbeiter in Ivandry auf der Baustelle

In einem Land, in dem es eine hohe Geburtenrate gibt, gibt es unter anderem auch einen großen Bedarf an neuem Wohnraum, neuen Büros und sonstigen gewerblichen Bauwerken.

Madagaskar ist ein solches Land, in dem es einen großen Bevölkerungszuwachs gibt und daher trifft man eigentlich immer auf eine rege Bautätigkeit. Die Bauwut ist vielleicht nicht so ausgeprägt, wie in China, aber immer mehr Menschen wollen irgendwo untergebracht sein.

In Antananarivo werden in der Stadt in den Wohngebieten immer mehr freie Flächen mit Gebäuden vollgestellt. In den Garten stellt man noch ein kleineres Haus oder auch ein Häuschen. Benötigt man es nicht innerhalb der Familie, dann kann man es auch vermieten. Selbst dann, wenn es keine diesen Namen verdienende Sanitärinstallation gibt, gibt es auch dafür noch eine entsprechende Nachfrage, denn dafür ist die Miete entsprechend niedriger.

Vielfach wird illegal gebaut, das heißt, man umgeht die zuständige Gemeinde und die erforderliche Baugenehmigung. Da das Geld oft knapp ist, können sich die Leute nur winzige Grundstücke leisten und bauen ganze Viertel ohne eine Zufahrt. Lediglich schmale Gassen gibt es dann, über die man zu seinem Haus gelangen kann.

Auch wenn Straßen schon eng sind, werden trotzdem angrenzende freie Flächen auch noch zugebaut. Das wirkt sich zum Beispiel auch so aus, daß die Fußgänger dem Verkehr noch weniger ausweichen können, wie zuvor. Solche Bausünden werden sich also spätestens dann rächen, wenn es deswegen zu immer mehr Verkehrs-Staus kommt. Stadtplanung findet folglich nicht wirklich statt.

Eigentlich müßte man quer durch die Stadt entsprechende Schneisen schlagen, um einen vernünftigen Verkehr zu ermöglichen.

Heilkraut mit Tradition in der Kräuter-Küche: Krause Petersilie, Glatte Petersilie (Petroselinum crispum)

Krause Petersilie auf einem Stamm

In Antananarivo in Madagaskar wird auch die Petersilie im Kräutergarten angebaut. Das außergewöhnliche Bild zeigt eine knapp 2-jährige Pflanze, die schon einen kräftigen Stamm gebildet hat. Da Petersilie eine 2-jährige Pflanze sein soll, dürften die Pflanzen dieser Pflanzung also bald absterben?

Auf eine solche Wuchsform, wie hier bei mir bin ich bisher noch nicht bei der Petersilie gestoßen. Es gibt zwar noch die Wurzelpetersilie, aber die sieht ganz anders aus. Auch bei Google in der Bildersuche habe ich keinen solchen Stamm gesehen.

Heimisch ist Petersilie im Mittelmeerraum, wo sie wild vorkommt. Krause Petersilie hat man gezüchtet, da man bei der Glatten Petersilie die Verwechslungsgefahr mit der giftigen Hundspetersilie befürchtete.

Verwendung findet Petersilie als Gewürzkraut beim Kochen nicht nur in Deutschland, sondern auch in so mancher Mittelmeerküche. Gesund soll die Petersilie sein und viele Vitamine soll sie haben, erzählt man schon den kleinen Kindern. Dabei soll die Petersilie verdauungsfördernd sein und den Appetit anregen. Die Ätherischen Öle, die die Pflanze enthält, sind vielleicht dafür verantwortlich.

Dazu soll hier noch angemerkt sein, daß Apiol, ein Ätherisches Öl, welches vor allem in den Samen konzentriert ist, aber auch sonst überall in der Pflanze zu finden ist, giftig ist. Hohe Dosierungen führen zu Leber- und Nierenschäden und ungewollt Schwangere nutzten apiolhaltige Mittel zum Schwangerschaftsabbruch schon im Mittelalter. Und dann wird diesem Gift auch noch eine Potenzsteigerung bei Männern zugeschrieben.

Schließlich übermittelt die Tradition der Kräuterheilkunde gewisse Heilwirkungen, die man dem Kraut zuschreibt. Die Liste ist nicht kurz und hier auch nicht vollständig, aber es soll eine Linderung der Beschwerden bei Rheuma, Bronchitis, Ohrenschmerzen und Leberleiden angezeigt sein. Dann wird dem Petersilien-Tee bei Blähungen, verschiedensten Blasenleiden und sogar bei Krebs ebenso eine Heilwirkung nachgesagt.

Der Volksmund kennt Petersilie auch als Bittersilche, Kräutel, Peiterzilje, Peterchen, Peterle, Peterlein, Peterling, Petersöll, Peterle, Petersillig und Silk.

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