Madagaskar-Blog

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Tag: Antaninarenina

Rücktritt in Madagaskar – Eine Mutter handelt

Demo am Platz des 13. Mai

Nach dem schlimmen Blutbad vom Samstag in Antaninarenina war die Verteidigungsministerin Cécile Ange Dominique Manorohanta von ihrem Amt zurückgetreten. Als Begründung führte sie an, daß ein Blutvergießen ihrer Mitbürger gegen ihre Erziehung sei, gegen ihren Glauben und gegen ihre Eigenschaft als Mutter. Sie habe auch daran erinnert, daß die Hauptaufgabe der Ordnungskräfte darin bestehe, Güter und Personen zu beschützen und nicht darin, die Bevölkerung zu massakrieren. Das ist menschliches Handeln, das man als vorbildlich bezeichnen muß. Darüber sollte sich jeder einmal Gedanken machen. Die Perspektive der Mutter – versetzt Euch einfach in diese Lage und denkt darüber nach. In Madagaskar und auch überall sonst.

Marc Ravalomanana zeigt seine wahre Fratze: Blutbad in Antaninarenina

Schöne Blüte vor einer Granitmauer

Dieser 7. Februar ist wieder ein rabenschwarzer Tag, den Ravalomanana der Geschichte Madagaskars hinzugefügt hat. In seinem Flugzeug, das dem Volk gehört, soll er in Majunga gewesen sein, während er in Tana auf sein Volk schießen läßt. Ein ähnliches Bild, wie während der schlimmen Plünderungen in der vergangenen Woche, als Ravalomanana sich auch in seiner Boeing nach Morondava abgesetzt hatte.
Vor dem Präsidentenpalast Ambohitsorohitra in der Oberstadt Antaninarenina haben sich die Demonstranten versammelt, geführt von Monja Roindefo, der von Andry Rajoelina zum Premierminister ernannt wurde. In einem Fernsehbericht waren Gewehrsalven von Automatikwaffen zu hören, es wurde direkt in die Menge geschossen. Die schwer Getroffenen bleiben liegen, alle suchen Deckung. Mit 50 Toten ist mindestens zu rechnen. Die Zahl der Verletzten dürfte bei über 300 liegen. Ein Journalist der französischen RFI soll unter den Toten sein, wie im Radio verbreitet wurde. Damit würde, sollte sich das bestätigen, das Gemetzel gleich eine internationale Dimension bekommen haben.
Der amerikanische Botschafter in Antananarivo, Niels Marquardt, hat am Vortag in 2 Radiointerviews mit BBC und RFI die Regierungsführung von Marc Ravalomanana kritisiert, indem er meinte, der Zeitpunkt für eine bessere Regierungsführung sei gekommen und daß wenig Aussicht auf Finanzhilfen für Madagaskar bestünde, solange die wirtschaftliche und die politische Lage nicht geregelt sei. Außerdem habe er gesagt, daß man private und staatliche Interessen nicht zu sehr vermischen solle. Ravalomanana antwortet an diesem Tag mit einem Massaker. Die Ära Ravalomanana neigt sich mit großen Schritten ihrem Ende entgegen, wie es scheint.
In den Medien ist überwiegend Trauermusik zu hören. Andry Rajoelina gibt weinend ein Interview am Telefon.

Sammlerstück oder Spielzeug?

2CV aus Holz zu verkaufen

Auf der Treppe hinauf nach Antaninarenina werden Automodelle aus Holz und Blech feilgeboten, wie auf dem Bild zu sehen ist. Als Reisemitbringsel sind diese Blechautos oder Holzautos immer willkommen bei den zahlreichen Touristen in Madagaskar. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Flugzeugmodelle und Motorradmodelle, die auf dem Bild auch noch zu sehen sind. Handwerker stellen all diese auch als Spielzeug nutzbare Modelle mit mehr oder weniger Einsatz von Maschinen her. Handarbeit ist aber ein gewichtiger Faktor dabei. Auch Fahrräder werden so aus Blech hergestellt. In einem Regal machen sich diese ganzen Modelle doch immer gut, denn sie sind dem Original meist erstaunlich gut nachempfunden. Natürlich ist das nur ein kleiner Ausschnitt aus der Palette, die der Kunsthandwerksmarkt als Mitbringsel für die Reisenden hervorbringt. Als weitere Souvenirs wird für die weiblichen Besucher der großen roten Insel so manches Schmuckstück angeboten. Auch für Musiker oder auch nur Musikliebhaber wird so manches Musikinstrument gefertigt, vom Djembe bis zur Valiha, das erste ist eine Trommel und das zweite ist ein mit Saiten bespanntes Bambusrohr.

Taxi-Phone

Taxi-Phone

Es ist schon fast eine Seuche geworden in Antananarivo: Die Stände mit den Taxi-Phone. An jeder Straßenecke stehen sie und warten auf Kundschaft – na gut nicht an jeder Ecke, aber an vielen.
Was ist eigentlich ein Taxi-Phone? Es handelt sich um einen Service, den auch eine Telefonzelle bietet: Man kann dort telefonieren, allerdings, meines Wissens nach, in ganz Madagaskar zu einem Einheitstarif. Und zwar meist billiger, als mit dem eigenen Handy, da man irgendwelche Sondertarife nutzen kann. Abgerechnet wird im Minutentakt, der auf der Anzeige des verwendeten Telefons beruht. Wo es viel Konkurrenz gibt, kostet eine Minute 200 Ariary, ansonsten 300 Ariary. Da gibt es dann die Leute, die ihre Anrufe überwiegend per Taxi-Phone abwickeln, weil es billiger ist, als mit dem eigenen Handy. Das eigene Handy ist dann hauptsächlich dazu da, um angerufen zu werden. Besonders bei Studenten dürfte diese Methode sehr beliebt sein, weil immer Geldnot herrscht. Das Foto zeigt einen Stand mit obligatorischem Schirm in Antaninarenina. Teilweise werden auch Karten mit neuem Gesprächsguthaben für die Anbieter verkauft.

Weihnachtspaket nach Madagaskar

Paketpost in Tsaralalana

Ein Paket wurde am Donnerstag, den 4. 12. 2008 in Deutschland abgeschickt. Angekommen ist es in Ivato auf dem Flughafen am Mittwoch, dem 17. 12. 2008. Am 22. 12. wurde ein Benachrichtigungszettel gestempelt, der dann vom Gemeindeamt (Fokontany) am 29. 12. 2008 beim Empfänger abgeliefert wurde. Mit diesem Zettel muß man dann nach Antaninarenina zu einem kleinen Büro der Post, um mit diesem Zettel unter Vorlage eines ausweisenden Papiers, wie zum Beispiel einem Reisepaß, andere, auf Briefformat zusammengeheftete Zettel abzuholen.
Nun kann man sich nach Tsaralalana zur Paketpost in der Nähe vom Hauptbahnhof begeben, um dort die erhaltenen Zettel zuerst beim Zoll vorzulegen. Dann geht es weiter zu den Postbeamten. Man muß wieder sein Ausweispapier vorlegen und wird dann um 11.300 Ariary erleichtert. Die Lagergebühr muß bezahlt werden, sonst erhält man das Paket nicht. Nebenan stand eine madagassische Frau, die deswegen diskutierte. Aber nochmal: Wer nicht zahlt, bekommt das Paket nicht.
Hat man die Lagerhaltung bezahlt, dann bekommt man das Paket ausgehändigt und geht nun mit dem Paket wieder an den Schalter vom Zoll. Dort bekommt man ein Teppichmesser in die Hand gedrückt, um das Paket zu öffnen. Die Zöllner sehen es sich dann stichprobenartig durch. Wenn alles ohne Beanstandung bleibt, wird das Paket wieder mit Klebeband zugeklebt. Nun kann man entweder gehen, oder es wird versucht, noch ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk herauszuschinden, da bla bla bla. Da muß man dann diskutieren.
Man stelle sich einmal vor, eine arme madagassische Familie erhält ein Weihnachtspaket aus Deutschland. Es ist eine Unverschämtheit, daß man für ein Paket, das einem jemand schickt, noch irgendwelche Gebühren bezahlen soll. Alle nötigen Gebühren wurden bereits in Deutschland von der Deutschen Post erhoben, Punkt.

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