Madagaskar-Blog

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Tag: Bild

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) in Madagaskar

Pfifferlinge (Cantharellus cibarius)

Die meisten Pilze lieben bekannterweise ein feuchtes Klima, um ihre Fruchtkörper zu entwickeln. Dazu zählt auch der Pfifferling. Und dieser sprießt derzeit in Madagaskar wegen der Regenzeit ganz gut. Es gibt mehrere Gegenden im Hochland, in denen die Pfifferlinge wachsen und auch in größeren Mengen gefunden werden, so auch in der Umgebung von Moramanga, welches an der RN2 von Antanananarivo nach Tamatave liegt. Die Pfifferlinge werden in diesen Gebieten gesammelt und nach Tana gebracht, wo sie auf der Straße und auf den Märkten angeboten und verkauft werden. Die auf dem Bild zu sehenden Pilze wurden heute Autofahrern zum Kauf angeboten. Wenn die Pfifferlinge auf dem Markt zu finden sind, dann sind sie nicht so schön geputzt.
Pfifferlinge zählen zu den Speisepilzen, die von Feinschmeckern wegen ihres Geschmacks weltweit am begehrtesten sind. Da es bisher noch nicht gelungen ist, Pfifferlinge wirtschaftlich anzubauen, ist man auf Sammler angewiesen, die sie an natürlichen Fundstellen suchen.

Andry Rajoelina “TGV” erklärt sich zum Führer von Madagaskar

Teilnehmer der Demonstration in Analakely

Bei der heutigen Demonstration in Analakely wiederholte der gewählte Bürgermeister von Antananarivo die Verfehlungen seines Gegners, Marc Ravalomanana und erklärte sich dann anschließend mit sofortiger Wirkung zum Führer von Madagaskar. Er erklärte an alle Behörden und Staatsorgane, daß er ab jetzt die Befehle erteilt und gab Anweisung, daß am Montag die Ministerien geschlossen bleiben. Auf der Seite von Ravalomanana gab es bis zum Abend nur eines dazu: Funkstille. Dann jedoch kam eine Mitteilung vom Präsidentenamt:
Der Präsident hat erklärt, daß sich am Montag jedermann wieder zur Arbeit begeben muß. Das Justizministerium sowie das Verfassungsgericht werden sich damit beschäftigen, daß der Bürgermeister sich selbst zum Präsidenten erklärt hat und werden die nötigen Maßnahmen treffen. Er hat daran erinnert, daß es in Madagaskar der Präsident der Republik ist, der der Staatschef ist. Er hat bemerkt, daß da 1546 Bürgermeister sind, die sich nicht alle zum Präsidenten proklamieren können. Er bleibt Präsident der Republik und wird sein möglichstes tun, das Land zu entwickeln.
Er hat erklärt, daß das Land im Norden, Süden, Osten und Westen ruhig ist, aber das große Problem ist der mangelnde Zugang der Bevölkerung zu den Produkten der Grundbedürfnisse. Er hat versichert, daß die Regierung und die internationalen Organisationen daran arbeiten, zu versuchen, die Bevölkerung zu versorgen. Er hat versichert, daß es dazu zahlreiche Gerüchte gegeben hat, besonders wegen des Nichtsendens von TVM in den Regionen, was große Auswirkungen auf die Bevölkerung gehabt hat. Aber die Lage ist im Allgemeinen im ganzen Land ruhig.
Er hat außerdem versichert, daß der Premierminister, von einer madagassischen Delegation begleitet, ihn bei der Versammlung der Afrikanischen Union in Addis Abeba nächste Woche repräsentieren wird. Madagaskar wird das Gipfeltreffen der Afrikanischen Union im Juli immer noch empfangen.

Das Bild zeigt die versammelte Menge der Demonstranten.

Madagassische Meteorologen erwarten schwere Zyklone

Vom Zyklon Ivan geknickte Palmen

Die International Herald Tribune hat am 13. 1. 2009 berichtet: Die durchschnittlichen Temperaturen der südlichen Hemisphäre seien wärmer, als üblicherweise, und das könne bedeuten, daß es schwerere Wirbelstürme im zyklonanfälligen Madagaskar geben werde, habe die Wettervorhersage in Madagaskar am Dienstag gesagt. Notfall-Teams hätten ihre Einsatzfähigkeit getestet. Die Temperaturen seit Mitte Dezember lägen im Schnitt 1,5 bis 2 °C über den jahreszeitlich durchschnittlichen Werten. Das sei außergewöhnlich und werde konkrete Auswirkungen auf die Intensität der Zyklone haben, nicht aber auf ihre Häufigkeit. Madagaskar liege abseits des afrikanischen Kontinents auf dem Hauptpfad der Zyklone im Becken des Indischen Ozeans. Fame, Ivan und Jokwe hätten 2008 mehr als 100 Menschen getötet und weitere 300.000 seien betroffen gewesen. Eine Flut-Notfall-Hilfe-Übung habe in der Hauptstadt Antananarivo begonnen, um sich auf die kommende Regenzeit vorzubereiten. 100 Leute hätten teilgenommen, es habe beinhaltet, Bewohner in Zelte umzusiedeln, um sie mit einer Evakuierung vertraut zu machen und es ihnen komfortabel genug zu machen, damit sie auch zustimmten, wenn die Notwendigkeit eintrete. “Überschwemmungen folgen zwangsläufig nach einem Zyklon”, habe Colonel Charles Rambolarson vom Nationalen Amt für Naturkatastrophen-Vorsorge gesagt. Antananarivo liege auf etwa 1300 Höhenmetern. Zyklone tendierten dazu, auf ihrem Zug übers Land schnell an Kraft zu verlieren, aber sie brächten schwere Regenfälle in das Hochland um die Hauptstadt. Letztes Jahr seien um die 20.000 Leute von den flach liegenden Ebenen um die Stadt umgesiedelt worden. “Ich mußte mein Haus 3 Jahre hintereinander verlassen”, habe Jean Victor Ramantoanina, ein Werkzeugmacher, der an der Übung teilgenommen habe, gesagt.

 

Der Palmenhain auf dem Bild oben wurde am 25. Juli 2008 in der Umgebung von Mahambo fotografiert. Das Foto gibt einen kleinen Eindruck von den Kräften, die so ein Zyklon entwickeln kann. In diesem Fall war es der Zyklon Ivan, der vor allem auf Sainte Marie eine Spur der Verwüstung gezogen hat. Wobei das die schwerste Schädigung war, die ich dort im Umkreis gesehen habe, beschränkt auf die Bäume, die da auf dem Bild zu sehen sind, also geknickte und umgestürzte Palmen. Die oberen Äste aller Bäume, die dem Wind voll ausgesetzt waren, sind aber auch fast alle geschädigt gewesen, was nicht nur auf die Palmen zutrifft, die die allermeisten ihrer Kokosnüsse und Blüten verloren haben, sondern vor allem auf die Laubbäume, die ihre Blätter eingebüßt haben und auch Äste verloren haben.

Arschgeweih – was ist das?

Schlampenstempel oder tramp stamp

Jeder kennt es, aber kennt auch jeder den Namen? Bis vor allzulanger Zeit wußten einige noch nicht, was ein Arschgeweih ist.

Spätestens jetzt, mit dem Bild, sollte auch dem letzten Betrachter klar sein, was es damit auf sich hat. Es gibt auch noch weitere Bezeichnungen für eine solche Tätowierung, die sich eigentlich nur Frauen über dem Steißbein haben machen lassen und wohl auch immer noch machen lassen.

Schlampenstempel ist eine Bezeichnung, die man in der Schweiz und in Teilen Österreichs verwendet, was eine direkte Übersetzung des englischen Begriffs tramp stamp ist.

Bei der Sendung Genial Daneben, die im Februar 2004 im Fernsehen lief, konnten die Kandidaten die Quizfrage “Was ist ein Arschgeweih?”, nicht beantworten. Diese Wissenslücke wird zwar immer kleiner, aber es soll nun laut ersten Berichten schon so sein, daß manche Trägerin eines Arschgeweihs dieses wieder entfernen lassen will.

Foto: aboutpixel.de © Frank Zunker

Sklaverei in Madagaskar?

Eisentor

Daß die Armut groß ist, ist allgemein bekannt. Daß die Kluft zwischen arm und reich groß ist, ist vielleicht auch noch bekannt. Wenn nun viele der Armen kein Einkommen haben, so sind sie bereit, für einen Hungerlohn zu arbeiten. So stellen die Wohlhabenden Wächter, Kindermädchen, Putzfrauen, Gärtner, Mädchen für alles ein. Da kann sich dann, wie sich immer wieder zeigt, das Problem ergeben, daß die Angestellten die internen Geheimnisse auskundschaften – wo Geld und Schmuck versteckt sind, wo die Schwachstellen von Schlössern oder wo andere Sicherheitslücken sind. Und dann kommt eine ganze Bande zum Überfall. Um das zu vermeiden, stellt man Leute ein, die möglichst aus einer anderen Stadt oder vielleicht noch besser vom Land kommen und permanent bei einem wohnen und auch mit Essen, also Reis, versorgt werden. Es unterscheidet sich wohl von Fall zu Fall, ob die Angestellten einen (kleinen) Lohn bekommen oder nicht und ob sie am Sonntag eventuell ausgehen dürfen – oder nur an großen Feiertagen, wie Weihnachten, Ostern, Famadihana. Es kommt vor, daß solche Leute Tag und Nacht an ihrer Arbeitsstelle gehalten werden. Am Schlimmsten trifft es jene, die tagsüber Mädchen für alles sind und in der Nacht noch Nachtwächter sein müssen. Da diese Armen, wenn sie niemanden in der Stadt kennen, sich mit niemandem verschwören können, ist die Gefahr eines Überfalls aus diesen Motiven stark verringert. Das dürfte aber nur einer der Gründe sein, warum Menschen unter derartigen Bedingungen arbeiten müssen.
Das Foto soll keinen Zusammenhang mit den Bewohnern dort und diesem Artikel herstellen. Es soll lediglich mit einem ansprechenden Bild gezeigt werden, wie Reiche sich verbarrikadieren.

Kokospalme und Kokosnuß

Kokosnuß mit Fraßstelle

Die Kokospalme (Cocos nucifera) ist der Inbegriff des Baumes an einem Traumstrand. Wie stellt man sich den Traumstrand vor? Mit Palmen – Kokospalmen, um genau zu sein. Mit ihren gefiederten Blattwedeln ist diese Baumart recht gut an tropische Stürme, wie Zyklone in Madagaskar oder Taifune in Thailand, angepaßt. Allerdings sind die Stürme manchmal so stark, daß auch die Palmen nicht mehr standhalten können. Zumindest die meisten Kokosnüsse fallen dann herunter, oder die Krone bricht ab oder der ganze Baum fällt um. Auf dem obigen Foto ist eine trinkreife Kokosnuß zu sehen, die allerdings ein großes Loch aufweist, welches laut den umliegenden Bewohnern von einer “Ratte” gefressen werden soll. Also da sind noch Zweifel, um welches Tier es sich nun wirklich handelt, das diese Fraßspuren erzeugt hat. Im Hintergrund von dem Bild sieht man einen Baum, der vom Zyklon Ivan im Februar 2008 umgelegt wurde.
Eine Kokosnuss ist ein absolut gesundes Nahrungsmittel, nein Lebensmittel, das den Durst löscht und auch noch sehr gut schmeckt. Man kann den Saft selbst zu einer Infusion benutzen, er ist absolut steril. Außerdem kann man auch schon ein Baby damit sehr gut ernähren, besser jedenfalls, als mit Plastikmilch aus der Chemiefabrik mit Zuckerzusatz. Die Fasern der Nuß kann man verwerten und Teppiche oder Matten daraus herstellen. Die Palmwedel werden genommen, um Dächer zu Decken, mit dem Holz kann man Hütten bauen. Und natürlich erfüllen die Kokospalmen so manche Sehnsüchte von Kranken, die an Fernweh leiden.

Sammlerstück oder Spielzeug?

2CV aus Holz zu verkaufen

Auf der Treppe hinauf nach Antaninarenina werden Automodelle aus Holz und Blech feilgeboten, wie auf dem Bild zu sehen ist. Als Reisemitbringsel sind diese Blechautos oder Holzautos immer willkommen bei den zahlreichen Touristen in Madagaskar. Nicht unerwähnt bleiben sollen die Flugzeugmodelle und Motorradmodelle, die auf dem Bild auch noch zu sehen sind. Handwerker stellen all diese auch als Spielzeug nutzbare Modelle mit mehr oder weniger Einsatz von Maschinen her. Handarbeit ist aber ein gewichtiger Faktor dabei. Auch Fahrräder werden so aus Blech hergestellt. In einem Regal machen sich diese ganzen Modelle doch immer gut, denn sie sind dem Original meist erstaunlich gut nachempfunden. Natürlich ist das nur ein kleiner Ausschnitt aus der Palette, die der Kunsthandwerksmarkt als Mitbringsel für die Reisenden hervorbringt. Als weitere Souvenirs wird für die weiblichen Besucher der großen roten Insel so manches Schmuckstück angeboten. Auch für Musiker oder auch nur Musikliebhaber wird so manches Musikinstrument gefertigt, vom Djembe bis zur Valiha, das erste ist eine Trommel und das zweite ist ein mit Saiten bespanntes Bambusrohr.

Gras – die Kuh wartet daheim

Grasschneiden am Reisfeld

Kühe gibt es in Antananarivo wohl nicht wenige. Milchkühe, um das zu präzisieren. Die Tiere werden unter unwürdigen Bedingungen in einem Verschlag, manchmal aber auch in einem richtigen Stall, mitten in den Wohngebieten, gehalten. Vorzugsweise dort, wo man mit keinem Auto mehr hinkommt, da es ja viele Viertel gibt, wo nur Fußwege zu den Häusern führen. In so einem Verhau gibt es manchmal nur winzige Ritzen, durch die das Tageslicht einfallen kann und die Tiere sind meistens in Einzelhaft. Auch die Eingesperrten wollen gefüttert werden – und dafür müssen dann die Halter sorgen. Also gehen sie jeden Tag hinaus und suchen in der Umgebung frisches Gras und andere Kräuter. Das Grünzeug wird dann mit Handsicheln geschnitten und in große Säcke gestopft. Da so eine Kuh eine ganze Menge frißt, muß man ihr auch entsprechend viel Futter besorgen und es heimschleppen. Oben beschriebene Grasschneider oder Futterschneider kann man auf dem Bild am Rande eines Reisfelds sehen. Und wozu machen die das alles? Für eine weiße Brühe, die ja ach so gesund sein soll: Milch.

Baum ohne Wurzeln gepflanzt

Maniokblätter

Der Maniok (Manihot esculenta) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und stammt aus Südamerika. Er dient den Menschen heute in vielen tropischen Ländern als Nahrungslieferant, oft sogar als Hauptnahrungsmittel. Gegessen werden die Wurzelknollen und die Blätter der Pflanze, die man meist kocht. Die gekochten Blätter nennt man dann in Madagaskar Ravitoto, wobei das gerne mit Schweinefleisch zubereitet wird. Das können sich die Meisten aber selten leisten und so gibt es nur die Blätter.
Bei einem Maniokbäumchen, das etwa 2 m hoch ist, sind die Maniokknollen groß genug, man kann sie ausgraben. Die Wurzeln der Pflanze sind hauptsächlich diese Knollen. Das heißt, der Baum hat quasi keine Wurzeln mehr, wenn man geerntet hat, es ist nur der Stamm mit einem maximal 20cm langen Anteil der Wurzel, der aber fast ebenso dick ist, wie der Stamm. Da die Pflanze schönen Schatten gespendet hatte, habe ich beschlossen, sie wieder in die Erde einzugraben. Die Blätter sind dann alle verwelkt und etwa 20 cm der Triebspitzen sind auch vertrocknet. Aber nach einigen Wochen hat das Bäumchen wieder ausgetrieben und ist weitergewachsen. Erstaunlich, wie vital Maniok ist. Wenn die Leute Maniok pflanzen, dann werden kleine Ästchen, etwa 20 cm lang, in die Erde gesteckt. Die allermeisten dieser Stöckchen bewurzeln sich und werden groß.
Das Bild zeigt übrigens das beschriebene Bäumchen, es ist jetzt schon etwa 3,5 m hoch.

Mietskaserne in 67ha

Wohnblock in 67ha

Wohnblocks lassen sich also auch in Madagaskar finden, wie man auf dem Bild sieht. Von außen jedenfalls sieht alles recht beengt aus. Mitunter bilden sich in und um solche Mietkasernen ganz eigene soziale Strukturen, ein ganz eigenes Milieu entsteht, sogar ein sozialer Brennpunkt kann sich entwickeln. Zu diesem Thema ist mir hier zwar noch nichts bekannt geworden, aber das Foto zeigt zumindest einmal, wie man sich solche Bauwerke in Antananarivo vorzustellen hat.
67ha, was das ist? Das ist ein Stadtteil von Antananarivo, der auf einer Fläche von 67 Hektar entstanden ist. Das ist sicherlich einer der ungewöhnlichsten Ortsnamen.

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