Madagaskar-Blog

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Tag: Frankreich

Explosionen auf dem Flughafen Paris Orly 2003 – Koffer-Sprengung testet Duldsamkeit der Flugpassagiere?

Flughafen Ivato mit Flugzeug

Es war schon im Jahr 2003, als ich auf dem Pariser Flughafen Orly auf einen Abflug mit Corsair wartete. Wir standen in der Schlange zum Einchecken und kamen an die Reihe. Kaum, daß die Dame am Schalter unsere Papiere durchgesehen hatte, gab sie uns diese zurück und sagte, wir sollten weggehen. Wie bitte, was ist ist los? Was soll denn das? Wir haben gültige Tickets und wollen einchecken!

Die Frau räumte ihr Pult und schloß die Schublade ab. Nun sah ich, daß an den anderen Schaltern nebenan die Leute auch verscheucht wurden. Uniformierte kamen mit einem Plastikband, welches sie gleich neben uns als Absperrung spannten. Wir selbst mußten nur etwa 3 m mitsamt Gepäck zurückweichen, die Leute, die an den anderen Schaltern gewartet hatten, mußten alle ihre ganzen schweren Koffer viel weiter durch die Gegend wuchten.

Jetzt konnte man etwas sehen: In etwa 20 m Entfernung machten sich Männer an einem Gepäckstück, das dort an einem Stütz-Pfeiler stand, zu schaffen. Mindestens 100 Leute waren jetzt aus dem abgesperrten Bereich gewichen. Niemand wußte, was los ist. Niemand kam, um eine Erklärung abzugeben.

Nach einigen Minuten dann ein kurzes Tröten und wenige Sekunden darauf zerriß eine Explosion die Stille. Schock. Alle Leute waren geschockt, ein Verwirrter neben mir klatschte gar. Die Wut steigt hoch, aber die französischen Sprachkenntnisse sind dann doch nicht so gut, um einen Protest herauszuschreien.

Dann wurden die Schalter zum Check-In wieder geöffnet und wir konnten einchecken, als sei nichts gewesen. Das schien ganz normaler Alltag zu sein.

Nachdem wir eingecheckt hatten, hatten wir noch Zeit und belegten ein paar Sitzplätze in der Nähe der Rolltreppe, die zu unserem Gate hochführte. Als es dann so weit war, gingen wir zur Rolltreppe. Genau in dem Moment begannen Uniformierte wieder damit, einen Schalterbereich, an dem gerade kein Check-In stattfand, gleich neben der Rolltreppe mit einem Plastikband abzusperren.

Einige Minuten später, als wir ein Stockwerk weiter oben auf den Einlaß zum Gate warteten, war wieder eine Detonation zu hören, diesmal aber nur gedämpft.

Man testet anscheinend, was die Schafherde alles erduldet, ohne aufmüpfig zu werden. Da mal ‘ne kleine Sprengung und dann da…

Wenn die Schafe, nicht nur in Frankreich, nicht aufwachen, dann könnte das in nicht allzuferner Zukunft fatal werden!

Unglaublich. Da kann man sich ernsthaft fragen, wer und wo die wahren Terroristen sind.

In einem Artikel der Bild-Zeitung wird über die Sprengung eines herrenlosen Koffers auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel durch die Polizei berichtet. Dort sollen sich gar 500 Schaulustige hinter der Absperrung gedrängt haben, außerhalb des Gebäudes aber vermutlich.

Auch in Berlin Tegel steht etwa einen Monat später ein herrenloser Koffer. Und dort wird berichtet, daß Teile des Berliner Flughafens weiträumig abgesperrt werden mußten. Wenn solche Ereignisse 2008 jeweils einen Bild-Zeitungs-Artikel in Deutschlands größter Zeitung wert waren, dann ist das dort noch nicht unbedingt eine tägliche Routine, wie es sie in Paris Orly zu sein scheint. Und die Leute werden anscheinend nach draußen geschickt.

 

 

Das Foto von dem Jumbo, der Boeing 747-422 F-HSUN der corsairfly.com entstand im Oktober 2007 auf dem Flughafen von Antananarivo in Ivato.

Wer steckt hinter dem Terrorismus und den Morden in Antananarivo, wer sind die Hintermänner?

Andry Rajoelina

Letzte Woche wurden wieder einige Menschen erschossen. Einer unbeteiligten Buchverkäuferin hat man das Gehirn aus dem Kopf geschossen. Auf der Straße konnte man das zweifelhafte Recht genießen, sich jederzeit erschießen zu lassen. In Pickups oder teuren Geländewagen sind Terroristen in zivil durch die Straßen gefahren und haben auf Passanten geschossen. Freiheiten wurden eingeschränkt. Radiosender wurden geschlossen, Journalisten wurden bedroht.

Wenn das öffentliche Morden so noch einige Zeit weiter geht, wird es schnell zu einem Bürgerkrieg ausarten. Mit Guerilla-Taktiken wird man dann auf die Gewalt vermutlich antworten.

Dann besitzt der HAT-Verteidigungsminister, Colonel Noël Rakotonandrasana, noch die Unverfrorenheit, zu behaupten, man habe nicht in die Menge geschossen? Das Video bei topmada.com beweist das Gegenteil. Wer sensibel ist, sollte sich das nicht ansehen, denn es wird der Kopf der Buchverkäuferin Haja gezeigt und die Leiche eines Mannes, dem es einen Teil des Arms herausgefetzt hat. Solche Wunden gibt es bei normaler Munition wohl kaum. Es darf vermutet werden, daß Dum-Dum-Geschosse verwendet wurden. “Die militärische Nutzung von solchen Geschossen ist bis heute geächtet und gilt als Kriegsverbrechen.

Die Übergangsregierung HAT (Haute Autorité de Transition) hatte eine Rückkehr der Exilierten AREMA-Schergen vor dem 26. Juni verboten und Monja Roindefo wollte es noch hinauszögern, aber Pierrot Rajaonarivelo ist trotzdem inzwischen in Madagaskar angekommen, frei und unbehelligt.

Andry Rajoelina scheint schon gar nicht mehr der starke Mann zu sein, wenn man die Medienpräsenz betrachtet. Da führt eher Monja Roindefo. Und wer jetzt wirklich die Macht innehat, das ist für Außenstehende nicht zu durchblicken. Wenn in zivil gekleidete Männer in Pickups oder Geländewagen durch die Straßen fahren und Jagd auf Menschen machen, ohne, daß sich jemand der sogenannten Machthaber darüber äußert, dann ist das entweder ein Zeichen der Schwäche der Regierung oder eben dafür, daß die Militärs das Zepter in der Hand haben. Man sollte hier die CAPSAT-Meuterer als die Verdächtigen betrachten.

Da paß gut der Bericht von topmada.com ins Bild, daß Soldaten jetzt beim Supermarkt Jumbo einkaufen gehen. Mit Kampfuniform und geschulterter Kalaschnikow. Also scheinen sie jetzt sehr viel mehr Geld zu haben, als vorher. Warum wohl?

Aber angeblich soll es jetzt eine Einladung der UN für Andry Rajoelina vom 1. bis 3. Juni nach New York geben, um an einer Konferenz zur Weltwirschaftskrise teilzunehmen. Das kommt doch irgendwie einer offiziellen Anerkennung gleich. Eine erste schüchterne, aber internationale Anerkennung also. Wenn man Frankreich als Unterstützer des Umsturzes vermutet, dann ist eine solche Anerkennung nur logisch. Wird sich das ausweiten? Wird das Regime um Andry Rajoelina bald auch von einzelnen Staaten anerkannt werden?

Daß das ganze Chaos gewollt ist, das erscheint naheliegend. Madagaskar ist reich an Rohstoffen und die sollen vermutlich möglichst billig ausgebeutet werden. Erdöl scheint man ja viel gefunden zu haben. Man betrachte sich die Geschichte einiger Länder in Afrika. Man betrachte sich dabei Kongo Kinshasa, das ehemalige Zaire, wo in den letzten Jahren ungezählte Menschen Opfer der internationalen Interessen und der Korruption geworden sind. Es sollen schon über 5 Millionen Tote zu beklagen sein. Und das ist eigentlich überhaupt nicht bekannt, kaum jemand weiß um die wahren Hintergründe.

Die Weltwirtschaftskrise schickt unheilverkündende Boten voraus

Polizisten mit Kampfanzug

Wie bereits im Artikel “Alle politischen Organisationen sind in Wahrheit kriminelle Organisationen” dargelegt, wird die laufende Krise sehr viel schlimmer werden, als die “Great Depression” der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. In dem Artikel wird auf ein Interview mit Gerald Celente verwiesen, der schon viele Krisen vorausgesehen hat.

Der große Crash steht noch bevor, kann man jetzt bei der Jungen Welt lesen. Die Zahlen, mit denen derzeit hantiert wird, sind nicht mehr faßbar. Daß die Unruhen in Madagaskar nur der Auftakt für weitere Aufstände weltweit sein könnten, wurde bereits angedeutet.

Die Regierungen sind wohl sehr gut über Entwicklungen informiert und wissen, was kommen wird. Und sie sind es auch, die uns das alles eingebrockt haben, sie haben es so geplant.

Daß die Lage so eingeschätzt wird, daß es zu Aufständen kommen wird, verdeutlichen die Maßnahmen, die man in Frankreich und in Italien getroffen hat. In Frankreich sollen pensionierte Polizisten zurück in den Dienst gerufen werden und in Italien hat man in einer Eilverordnung die Aufstockung der Polizei beschlossen und Bürgerwehren erlaubt.

Einen Eindruck des Potentials, welches die verarmten Menschen in den Vereinigten Staaten darstellen, kann man auf der Seite von Reuters begutachten, wo man Leute in Zelten in einer Zeltstadt vor den Toren von Sacramento in Kalifornien leben sieht.

(16. 2. 2010 Die Reuters-Seite mit den Bildern existiert nicht mehr! Als Alternative dafür der Link zu einem Artikel bei Blick.ch. Wer bewegte Bilder vorzieht: Ein Blog-Artikel, der zahlreiche Links zu Youtube-Videos von Zeltstädten aus vielen Teilen der USA gelistet hat.)

Da steht man in den USA also nicht abseits, denn aus dem Pentagon soll verlautet sein: “Die US Army bereitet sich in aller Stille auf ‘unkonventionelle strategische Schocks’ vor.” Das heißt, zur Aufstandsbekämpfung sind Einsätze durch die Armee geplant.

Die Beschaffungsstelle der US-Armee soll im Internet eine Ausschreibung für Schutz- und Kampfanzüge über 60 Millionen Dollar veröffentlicht haben. Und da steht natürlich der neue Präsident Obama dahinter. Es gibt schon erste Seiten, auf denen Barack Hussein Obama mit Hitler verglichen wird. Mindestens ein Autor meint gar, Obama werde schlimmer.
Wait and see.

Zum Abschluß der Recherchen ist noch ein sehr umfassender Artikel bei Telepolis zu dem hinzugekommen, was bevorsteht.

Foto: aboutpixel.de / abwarten © Frank Zunker

Die Ära Ravalomanana ist beendet – wird Rajoelina minderjähriger Nachfolger?

Ex-Diktator Marc Ravalomanana

Nachdem die abtrünnigen Militärs gestern Abend den alten Präsidentenpalast Ambohitsorohitra eingenommen hatten, ist Marc Ravalomanana heute zurückgetreten und hat die Regierung aufgelöst, nachdem er noch am Samstag gesagt hatte, er werde nie zurücktreten. Vielleicht auch im Hinblick auf die Ermordung des Präsidenten Joao Bernardo Vieira in Guinea Bissau hatte er jetzt vielleicht so viel Angst, selbst getötet zu werden, daß er die Möglichkeit, Schutz durch die amerikanische Botschaft gewährt zu bekommen, in Anspruch genommen hat. Es scheint offensichtlich, daß Frankreich wieder mehr Einfluß geltend machen will und wohl auch wird. Ravalomanana hat bestimmt, daß die Macht auf 4 bestimmte unter den dienstältesten Generälen übergehen soll. Andry Rajoelina hat aber eine Militärregierung abgelehnt und die abtrünnigen Militärs haben dann die entsprechenden Generäle in Gewahrsam genommen. Am Platz des 13. Mai herrschte bei der versammelten Menge ein Freudentaumel. Okay, der Diktator hat abgedankt. Aber was kommt jetzt? Eine gehörige Portion Skepsis ist angebracht, wenn man den Blick in die Zukunft von Madagaskar wagen will.

Pierrot Rajaonarivelo äußert sich in der Zeitung “La Vérité” zu Marc Ravalomanana

Grab in Antananarivo

In der heutigen Ausgabe bringt die Zeitung “La Vérité” ein Interview mit dem ehemaligen Vize-Premierminister Pierrot Rajaonarivelo, der aktuell im Exil in Paris lebt und Nationaler Sekretär der Partei AREMA ist.
Aus dem Interview mit dem Titel “Kein Nebeneinander mit Ravalomanana”:
Wegen seiner Erziehung und seiner politischen Verantwortlichkeit, die er repräsentiere, leide er, nicht physisch an der Seite all der Leute sein zu können, die wagten, sich unter Gefährdung ihres Lebens zu erheben und dem teuflischen Regime von Ravalomanana zu begegnen. Man habe alle die Fotos der barbarischen Taten gesehen, welche dieses Individuum unsere Brüder, Schwestern und Verwandten derart erleiden lasse, daß man glauben könne, daß das madagassische Blut nicht durch seine eigenen Adern fließe. Er sei wirklich traurig für sein Land, welches von einem Mann regiert werde, der beschlossen habe, den Krieg gegen sein Volk zu führen, Gott und die Ahnen mögen über ihn richten. Er erweise Andry Rajoelina seine Ehrerbietung für seinen Mut und seine Bestimmtheit…

Die Partei AREMA wurde gegründet von Didier Ratsiraka, dem letzten teuflischen Diktator, der in Madagaskar auf sein Volk hat schießen lassen. Unter jenem Mörder war Rajaonarivelo also Vize-Premierminister. Warum mußte er in’s Exil fliehen? Was ist hier geplant? Soll er als großer Politiker zurückkehren nach Madagaskar? Wer steckt dahinter? Ratsiraka? Frankreich?

Zur Zeitung “La Vérité” wird in einigen Zeilen in einem Artikel des Madagaskarkenners “ed2murrow” im Zusammenhang mit einem gewissen Patrick Rajoelina referiert.

Haben die Franzosen etwas mit der Krise in Madagaskar zu tun?

Botschaft von Frankreich in Antananarivo

Wer weiß das schon? Diejenigen, die beteiligt sind, halten lieber den Mund. Aber es gibt Dinge, die dennoch Anlaß geben, Fragen zu stellen. Schon im Blog planet.vaovaoweb.de gab es im letzten Jahr einen Hinweis, allerdings wurde dort noch die Vorgehensweise von Ravalomanana eher belächelt. Einem Madagaskarkenner, der unter dem Pseudonym “ed2murrow” schreibt, war das jetzt schon etwas verdächtiger: Gildas Le Lidec, der französischer Botschafter in Madagaskar war, wurde nach 5 Monaten im Juli 2008 zur „persona non grata“ erklärt und mußte daraufhin ausreisen. Das Büro des Präsidenten Marc Ravalomanana hatte 12 Gesuche zu einer Audienz zurückgewiesen. Unter normalen Umständen erscheint ein solches Vorgehen doch recht ungewöhnlich. Aber lesen wir weiter: Dieser Gildas Le Lidec war Botschafter in Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo, als 2001 die Leibwache den Machthaber Laurent-Désiré Kabila ermordete. Von 2002 bis 2005 war er Botschafter von Frankreich in Abidjan in der Elfenbeinküste, wo gegen den Präsidenten Laurent Koudou Gbagbo mehrfach versucht wurde, zu Putschen, was Anlaß zur Einmischung einer französischen Eingreiftruppe bot. Sollte das purer Zufall sein? Wenn man sich die kriminellen Machenschaften der Geheimdienste betrachtet, die manchmal – vermutlich als Spitze eines Eisbergs – an’s Tageslicht kommen, dann fällt einem dieser Glaube doch schwer. Man denke nur an die Versenkung des Greenpeace-Schiffes Rainbow Warrior im Hafen von Auckland durch den französischen Geheimdienst am 10. Juli 1985. Staatsterrorismus par excellence.
Jetzt fragen wir weiter: Wer hat die ganzen Aufbrecher und die Plünderer bei den jüngsten Unruhen in ganz Madagaskar, besonders aber in Antananarivo, bezahlt? Wem nutzt die Zerstörung so vieler Güter am Meisten? Hat es da jemand geschickt verstanden, den Volkszorn in die gewünschte Richtung zu entfesseln? Wir erinnern uns beiläufig daran, daß Frankreich noch immer der größte Handelspartner von Madagaskar ist.
Ein Punkt, der im Artikel des “ed2murrow” auch angeschnitten wird, ist, daß Marc Ravalomanana während seiner Amtszeit eine Abkehr von den Franzosen einleitete und lieber Geschäfte mit zum Beispiel Amerikanern, Deutschen oder Südafrikanern machte. Das dürfte den Franzosen natürlich überhaupt nicht gefallen haben, denn für ihre ehemaligen Kolonien fühlen sie sich in besonderer Weise zuständig. Da wird mit allen Mitteln hinter den Kulissen gearbeitet. Und nun bringen wir den ehemaligen Präsidenten von Madagaskar, Didier Ratsiraka, auch noch in’s Spiel, der ja ein guter Freund des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac ist und die Verhältnisse in Madagaskar daher sehr gut kennt. Und zum Schluß stellt sich die Frage: Welches Spiel spielt Andry Rajoelina? Spielt er insgeheim vielleicht eine andere Rolle, als die, die er seinen Anhängern darstellt?
Wie dem auch sei, eines muß man immer wieder feststellen: Das Madagassische Volk leidet unter all diesen Machtspielen. Man dreht sich im Kreis, es gibt keinen wirklichen Fortschritt und Madagaskar bleibt am Ende der Liste der reichsten Länder, während sich die Machthaber die Taschen vollstopfen und gut und gerne in der Forbes-Liste der reichsten Menschen auftauchen könnten, wenn sie ihren Reichtum nicht so gut verstecken würden. Welch ein Kontrast!

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