Madagaskar-Blog

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Tag: Ivato

Es wird bitter Ernst! – Geht jetzt das Licht aus in Madagaskar?

Ausgebrannte Halle von Magro, Ankorondrano

Die Beschäftigten der JIRAMA (Jiro sy Rano Malagasy – Madagassische Strom und Wasser) wollen ab morgen streiken, um damit zu Erreichen, daß der deutsche Chef der Firma geht.
Das für heute festgesetzte Treffen zwischen Marc Ravalomanana und Andry Rajoelina kam nicht zustande. Das Treffen sollte ursprünglich um 13 Uhr stattfinden. Da Ravalomanana zu der Zeit in Tamatave weilte, habe er auf eine Verschiebung auf 15 Uhr gedrängt. Anstatt aber zu dem Treffen zu kommen, sei er nach Majunga geflogen. Damit ist auch vom vermittelnden Kirchenrat Odon Razanakololona eingeräumt worden, daß die Verhandlungen gescheitert sind und er sich von den Vermittlungsbemühungen zurückzieht. Dieses Tor hat sich also geschlossen, man kann auf düstere Aussichten blicken.
Im Radiosender Ny Antsiva wurden Interviews mit Militärangehörigen gesendet, in denen die gestrige Ankunft dubioser Kisten auf dem Flughafen Ivato bezeugt wurde, die unter hohem militärischem Einsatz und im Schutze der Dunkelheit dort in Empfang genommen worden seien. Es könne sich auch um Waffen handeln. Vorgestern habe man auf der RN2 zwischen Antananarivo und Tamatave 5 von einem großen Militäraufgebot bebgleitete (vermutlich) Tieflader gesichtet, die mit Planen zugedeckte Objekte transportiert hätten. Es könne sich dabei möglicherweise um Panzer gehandelt haben.
Ein weiterer Interviewter sei ein Soldat gewesen, der ausgesagt habe, daß er bei der Aktion der Rückeroberung der 4 Ministerien am Freitag letzter Woche dabei gewesen sei. Er habe bestätigt, daß es Tote gegeben habe.
Mit Bangen kann man jetzt in die Zukunft blicken.

Ravalomanana hat nur eine Sorge: Den Gipfel der Afrikanischen Union

Demo 7. 2. 2009 Platz des 13. Mai

Zum Blutbad vom Samstag ist anzumerken, daß die Demonstranten friedlich und wehrlos waren. Es sah auch nicht so aus, als wollte die Menge versuchen, den noch etwa 20m entfernten Zaun des Staatspalastes Ambohitsorohitra zu erreichen. Wäre die Menge bis zum Zaun gelangt, wäre es ihr aber wohl kaum gelungen, auf das Innengelände vom Präsidentenpalast zu gelangen, da der Zaun ein massives Eisengitter ist. Es bestand also eigentlich keine wirkliche Gefahr für den Staatspalast. Es wurde dann ohne Vorwarnung in die Menge geschossen. Selbst als erste Helfer versuchten, die zurückgebliebenen Schwerverletzten zu bergen, wurde erneut geschossen.
Ein befragter Armeegeneral soll heute in einem Radiointerview gesagt haben, daß man die Demonstranten zuerst mit einem Megaphon hätte warnen müssen. Dann hätte eine zweite Warnung folgen müssen und als letzte Warnung hätte man in die Luft schießen müssen. Das wäre die normale Vorgehensweise.
Was man hier getan hat, ist nichts anderes, als heimtückischer Mord. Die Beteiligten der Befehlskette sollten sich dafür vor Gericht verantworten müssen, wie der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon meinte.

Marc Ravalomanana hat am Sonntag im Fernsehen in einer Ansprache ausführlich über den Gipfel der Afrikanischen Union im Juli philosophiert, der in Ivato stattfinden soll. Das scheint seine einzige Sorge, denn er spricht immer wieder davon. Dafür geht er über Leichen. Er will es auskosten, die Staatschefs der afrikanischen Staaten in Madagaskar zu empfangen. Das wird aber immer zweifelhafter, wenn man sich den Lauf der Dinge betrachtet. Heute wurde der erste Rücktritt aus seinem Kabinett bekannt, die Verteidigungsministerin Cécile Manorohanta hat ihr Amt niedergelegt.

Seeräuber im Indischen Ozean – Piraten in Antananarivo im Piratenmuseum beim Reiseveranstalter Priori

Piratenschiffsmodell in einer Glasvitrine im Piratenmuseum

Piraten in Antananarivo? Das ist doch fern der Küste, was machen die da? Nun, es sind keine echten Piraten, sondern sie wurden dort in ein kleines Museum gepackt. Seit Dezember 2008 gibt es also ein Piratenmuseum in Madagaskar. Man findet es 5 Minuten von der Rue de l’Indépendance in der Rue de Liège im Stadtteil Tsaralalana, an die Räume des Reiseveranstalters Priori angegliedert.

Man hat eine Menge Informationen zusammengetragen, was die Freibeuterei betrifft. So kann man erfahren, daß sich im 18. Jahrhundert in Piratenkreisen in der Karibik die Nachricht von einem großen Reichtum im Indischen Ozean schnell verbreitete. Da die spanischen Flotten mit Goldtransporten rar geworden und besser bewacht waren, die karibischen Gewässer mit Piratenjägern verseucht waren und nicht jeder Pirat auf dem Land seßhaft werden wollte, bot sich eine Alternative an: Ein Kreuzzug in den Indischen Ozean.

Es gab kein Problem, eine Truppe zu versammeln. William Kidd begab sich schleunigst von London nach New York und fand sofort 90 Matrosen, die daran interessiert waren, mit ihm als Freibeuter in den Indischen Ozean zu ziehen. Auf Madagaskar warteten schon hunderte untätiger Seeräuber, sich einem Führer anzuschließen. Nach einer Plünderung war es Brauch geworden, nach Sainte Marie zu segeln, um dort die Beute aufzuteilen.

Erstaunlich in der Historie der Freibeuter ist, daß sich sogar auch Frauen den Piraten angeschlossen hatten – und das in Männerkleidung, denn sonst hätte man sie diesen Job auf einem Schiff niemals ausüben lassen. In China, das eine 6.000 Jahre alte Piratentraditon hat, ist es gar der ehemaligen Prostituierten Cheng I Sao gelungen, durch Heirat in eine Piratenfamilie zu kommen und durch den Tod ihres Mannes 1807 zur Anführerin von mehreren tausend Piraten zu werden. Um die Seeräuberei zu beenden, hat sie selbst mit der chinesischen Regierung über eine Amnestie verhandelt.

Aber zurück zum Indischen Ozean und Madagaskar: Wer jetzt Lust bekommen hat, das Piratenmuseum zu besuchen, setzt sich in den nächsten Flieger und fliegt nach Ivato, dem Flughafen von Antananarivo. Bei einer solchen Reise kann man sehr gut die Insel, Land und Leute kennenlernen und auch seine private Piratenbucht finden.

Feuerwehr Tsaralalana

Feuerwehr in Tsaralalana

Der Feuerwehrstützpunkt von Antananarivo ist in Tsaralalana, wo man auf beiden Seiten der Straße Gebäude belegt hat. Die Einsatzfahrzeuge stehen teils zusammengedrängt im Hof und auch noch einige auf beiden Seiten der Straße, wobei nur ein Teil davon auf dem Bild zu sehen ist. Die Straße ist eine Einbahnstraße und führt dann an der nächsten Abzweigung nach rechts wieder in eine Einbahnstraße. Die Örtlichkeit ist verkehrstechnisch also denkbar ungünstig, da abends genau bei der Feuerwehr der tägliche Stau beginnt. Und mir ist nicht bekannt, daß es einen weiteren Stützpunkt der Feuerwehr in Tana gibt – wenn man einmal vom Flughafen in Ivato absieht.
Letzte Woche, am 23. 12., kam es auf der Baustelle eines großen Hotels in Ivato zu einem Brand. Als ich davon hörte, war mein erster Gedanke, daß es ja ewig dauert, bis die Feuerwehr aus Tsaralalana im etwa 20 km entfernten Ivato ankommt, man müßte also das Fahrzeug vom Flughafen abziehen. Vielleicht gibt es ja doch mehrere Fahrzeuge dort, die mir noch nicht zu Gesicht gekommen sind? Jedenfalls war dann dieses grüngelbe Tanklöschfahrzeug vom Flughafen im Fernsehbericht zu sehen. Die Feuerwehr in Tana sollte auf jeden Fall auf mehrere Stützpunkte verteilt werden.

Weihnachtspaket nach Madagaskar

Paketpost in Tsaralalana

Ein Paket wurde am Donnerstag, den 4. 12. 2008 in Deutschland abgeschickt. Angekommen ist es in Ivato auf dem Flughafen am Mittwoch, dem 17. 12. 2008. Am 22. 12. wurde ein Benachrichtigungszettel gestempelt, der dann vom Gemeindeamt (Fokontany) am 29. 12. 2008 beim Empfänger abgeliefert wurde. Mit diesem Zettel muß man dann nach Antaninarenina zu einem kleinen Büro der Post, um mit diesem Zettel unter Vorlage eines ausweisenden Papiers, wie zum Beispiel einem Reisepaß, andere, auf Briefformat zusammengeheftete Zettel abzuholen.
Nun kann man sich nach Tsaralalana zur Paketpost in der Nähe vom Hauptbahnhof begeben, um dort die erhaltenen Zettel zuerst beim Zoll vorzulegen. Dann geht es weiter zu den Postbeamten. Man muß wieder sein Ausweispapier vorlegen und wird dann um 11.300 Ariary erleichtert. Die Lagergebühr muß bezahlt werden, sonst erhält man das Paket nicht. Nebenan stand eine madagassische Frau, die deswegen diskutierte. Aber nochmal: Wer nicht zahlt, bekommt das Paket nicht.
Hat man die Lagerhaltung bezahlt, dann bekommt man das Paket ausgehändigt und geht nun mit dem Paket wieder an den Schalter vom Zoll. Dort bekommt man ein Teppichmesser in die Hand gedrückt, um das Paket zu öffnen. Die Zöllner sehen es sich dann stichprobenartig durch. Wenn alles ohne Beanstandung bleibt, wird das Paket wieder mit Klebeband zugeklebt. Nun kann man entweder gehen, oder es wird versucht, noch ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk herauszuschinden, da bla bla bla. Da muß man dann diskutieren.
Man stelle sich einmal vor, eine arme madagassische Familie erhält ein Weihnachtspaket aus Deutschland. Es ist eine Unverschämtheit, daß man für ein Paket, das einem jemand schickt, noch irgendwelche Gebühren bezahlen soll. Alle nötigen Gebühren wurden bereits in Deutschland von der Deutschen Post erhoben, Punkt.

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