Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Tag: Madagaskar

Schlange stehen am Visa-Geldautomaten der Bank of Africa in Analakely für den Einkauf zum Muttertag

Foto

Auch in Madagaskar gibt es schon einige Leute, die mit Plastikgeld in der Gegend herumlaufen. Überwiegend wird es sich dabei um einfache Kundenkarten der großen Banken handeln, aber auch Visa-Karten bieten die Banken ihren Kunden an..

Letztlich war an einem Samstag das Schlangestehen auf dem Foto zu beobachten. Die Bank of Africa (BOA) hatte in ihrer Filiale in Analakely gegenüber vom Bahnhof gerade an diesem wichtigen Wochentag, an dem viele ihre Einkäufe machen, nur einen der 3 vorhandenen Geldautomaten in Betrieb. Mindestens 30 Personen standen in der Schlange und warteten darauf, ihre Karte in den Geldautomaten stecken zu können, um sich anschließend mit Bargeld in das Verkaufsgetümmel in Analakely zu stürzen.

Da jeder Nutzer für die Benutzung des Gerätes eine gewisse Zeit braucht, kann man durchaus vermuten, daß mancher Bankkunde eine Stunde oder gar länger gewartet hat. Man fragt sich, warum gerade an einem Samstag nur einer der 3 Geldautomaten zur Nutzung offen steht.

Ein Madagasse meinte, daß es sein könne, daß den Beamten ihr Salär ausgezahlt worden ist. Es komme regelmäßig bei der BOA vor, daß sich dort dann lange Schlangen bildeten. Bei der BNI-Filiale bei der Feuerwehr in Tsaralalana um die Ecke, standen am gleichen Tag keine Leute mit Bargeldmangel in einer Schlange, lediglich ein Mann zog sich Geld aus dem Automaten. Bei der BFV-Filiale beim Autohaus Sicam standen etwa 5 Leute am Geldautomaten.

Flughafentransfer mit Airport Shuttle Bus zum Flughafen Ivato Antananarivo, sichere Fahrt ins Innenstadt-Hotel

Flughafentransfer mit Kleinbussen

Wer eine Individualreise nach Madagaskar geplant hat und in Ivato auf dem Flughafen ankommt, für den stellt sich meist die Frage, wie man den nächsten Schritt organisiert.

Raus aus dem Flugzeug, rein in den Bus.

Seit einiger Zeit gibt es nämlich schon den Bus-Pendeldienst des Flughafenbetreibers ADEMA (Aeroports de Madagascar) mit Bussen und Kleinbussen vom und zum Hotel im Stadtzentrum. Auch bei verschiedenen Hotels an der Strecke wird von dem Zubringerdienst Halt gemacht. Kleinbus und Minibus haben abweichende Routen, die sie bedienen, aber als Stadtbus fungieren alle.

Dieser Service einer Busverbindung von und zur Herberge wird zu einem für Touristen attraktiven Preis angeboten. Mit den größeren Nissan-Bussen des Modells Civilian hat der Passagier ein geräumigeres Platzangebot und muß dafür weniger tief in die Tasche greifen, der Preis für die Fahrt beträgt 6.000 Ariary. In den Minibussen, in denen es etwas enger zugeht, muß man 12.000 Ariary für den Transfer bezahlen.

Die kleineren Fahrzeuge pendeln auf folgender Route:

  • Flughafen Ivato (Busparkplatz)
  • Stadtteil Talatamaty (Hotel le Carrefour)
  • Andohatapenaka (Hotel Etoile Rouge)
  • Andavamamba (Kunsthandwerkerdorf CENAM/Hotel Nalugaro)
  • Anosy (Hotel Carlton)
  • Antaninarenina (Hotel Du Louvre und Hotel Colbert)
  • Analakely (Hotel Le Glacier)
  • Anosy (Hotel Carlton)
  • Andavamamba (Madahotel)
  • Andohatapenaka (Hotel Etoile Rouge)
  • Flughafen Ivato

Die großen Busse pendeln auf folgender Route:

  • Flughafen Ivato (Busparkplatz)
  • Stadtteil Ambodivonkely (Hotel Des Orchidees)
  • Antanimena (Hotel Astauria)
  • Analakely (Hotel Tana Plaza)
  • Tsaralalana (Hotels White Palace/Anjary und Cactus Vert)
  • Antanimena (Hotel Zina, Immeuble Deco Center)
  • Ankorondrano (Hotel Ibis)
  • Antanety Ambohimanarina (Chambre d’Hotes Au Zenith)
  • Talatamaty (Hotel Ile du Paradis)
  • Flughafen Ivato

Wie im Bürgerkrieg: Militär-Gefechte mit Granatwerfern und Automatikwaffen in Antanimora, Antananarivo

Treppe in den blauen Himmel - Centre de Conférence Internationale CCI Ivato

Dieser 20. 5. 2010 dürfte ein Novum sein für Madagaskar. Militärische Einheiten bekämpften sich gegenseitig in der Hauptstadt. Die Deutsche Botschaft informierte ihre Gemeinde schon am Morgen über heftige Schußwechsel um das Mausoleum und FIGN, sowie Rova.

Auch in Deutschland war man Dank Twitter schon informiert.

Am Abend wurden dann die Szenen von den Unruhen im Fernsehen gezeigt: Die angreifenden Truppen näherten sich an der steilen Straße, die zum Mausolee hochführt, einem Gebäudekomplex und feuerten Gewehrsalven und Granaten ab.

Der anscheinend Verantwortliche bei der Miltäraktion war ein Herr mit dem Namen Ravalomanana, Vorname nicht Marc, der mehrfach Interviews gab.

Etwa 600 treue Krieger sollen bei dem Angriff beteiligt gewesen sein und 20 Abtrünnigen gegenübergestanden haben, die dann unerkannt entkommen sein sollen!?

 

Viele Psychopathen waren wieder unterwegs. Werden die Menschen jemals kapieren, warum es immer wieder zu Kriegen kommt, obwohl die große Mehrheit eigentlich nur in Frieden leben möchte?

Es ist zu hoffen, daß man es bei den kriegerischen Handlungen dieses einen Tages bewenden läßt!

Bank mit Bankkonto im Handy: MVola von Telma – Geldtransfer und Zahlungssystem, Überweisung per Handy

Instandhaltung für das Telefonnetz auf dem Leitungsmast

Nachdem sich mobile Bezahlsysteme per Handy schon in einigen anderen Ländern etabliert haben, bietet nun auch Telma (Telecom Malagasy), der einstige Staatskonzern und Monopolist für Telekommunikation, eine solche Lösung auf dem Markt an: MVola. Damit wird es jetzt in den entlegensten Winkeln Madagaskars möglich, Bankgeschäfte zu tätigen – voruasgesetzt, es gibt dort eine Netzabdeckung durch Telma.

Um den Dienst so attraktiv wie möglich zu gestalten, ist die Kontoführung kostenlos und man braucht kein Mindestguthaben. Das Maximalguthaben ist allerdings auf 5.000.000 Ariary beschränkt, was bei einem Umtauschkurs von 2.650 Ariary pro Euro 1.886,79 Euro entspricht. Wer eine größere Summe vor externem Zugriff, zum Beispiel durch Diebe, auf einem Konto sichern will, der kann sich eine weitere SIM-Karte mit einer anderen Nummer zulegen.

Die Gebühren betragen 750% des zu überweisenden Geldbetrags – wenn man den kleinstmöglichen Betrag zur Überweisung von 100 Ariary wählt, an einen Empfänger, der kein Telefon hat. Hat der Empfänger ein Telma-Konto MVola, dann sinken diese Kosten auf 250%. Je höher man den Überweisungsbetrag wählt, um so geringer fällt die prozentuale Gebühr aus. Beim Höchstbetrag von 5.000.000 Ariary sind 3.000 Ariary Gebühr fällig, was dann 0,06% entspricht. Als Vergütungssystem hat man eine Tabelle mit festen Beträgen in einem Stufensystem festgelegt. Was das Bild der spiegelverkehrten Geldscheine auf der Tarif-Seite wohl für eine Bedeutung haben soll?

Mit dieser Finanzdienstleistung für den ‘Kleinen Mann’, bei dem man die Bankfiliale zur Hälfte schon in der Tasche hat, kann man Geldüberweisungen vornehmen, Rechnungen bezahlen und Geld sicher aufbewahren.

In Kenia ist der Mobilfunkprovider Safaricom mit seinem M-Pesa-Dienst schnell zur größten “Bank” des Landes aufgestiegen, in Madagaskar hat Telma vorsorglich vom Start ab die Partnerschaft mit einer Bank gesucht, nämlich der BFV – Société Générale. Ein weiterer Partner ist die Firma Jovenna, die ein Tankstellennetz mit 66 Tankstellen in Madagaskar betreibt.

Der Lieferant, der für Telma die Plattform mit der Technologie stellt, ist die seit 2001 in Singapur ansässige Utiba Pte.Ltd., die sich mit über 200 Millionen Nutzern laut ihrer Homepage selbst als Marktführer im Bereich der mobilen Finanztransaktionen sieht. Daher wird es in absehbarer Zeit vermutlich auch möglich sein, internationale Finanztransaktionen vorzunehmen. Dazu ist interessant, daß Western Union auch mit Utiba eine Vereinbarung getroffen hat, künftig auf deren Know-how und Services zurückzugreifen.

Jetzt müssen die Marktteilnehmer erst einmal die Nutzungsmöglichkeiten vom mobilen Zahlungssystem MVola ausloten, um die Vorteile zu erkennen, damit sich ganz neue Strukturen des Wirtschaftens bilden können. Ein Geschäftsfeld, dem die Türen jetzt geöffnet sind, sind Verkaufsplattformen im Internet.

Geldscheine aufgefächert

FIM 2010 in Ivato – Messe-Aussteller ziehen viele Besucher zum Sheraton-Hotel und Konferenzzentrum

Farbband am Messestand

Die größte Messe Madagaskars hatte ihre Pforten wieder geöffnet, diesmal wurde die FIM (Foire Internationale de Madagascar) aber nicht mehr in Andranomena, sondern in und vor dem Centre de Conférence de Madagascar in Ivato abgehalten. Im Vergleich zum letzten Jahr dürften diesmal wieder mehr Besucher da gewesen sein, allerdings läßt sich anhand der Parkplatzbelegung kein Vergleich ziehen, da die Parkplätze beim neuen Messegelände nicht so übersichtlich sind. Im Gegenteil, dort scheinen nicht wirklich Parkplätze vorgesehen zu sein. Auf dem folgenden Bild kann man das ansatzweise nachvollziehen.

Parkende Autos vor Hochhaus-Kulisse

Die Deutsche Botschaft war wieder mit einem Stand auf der Messe vertreten, aber eine deutsche Firma ist mir nicht mit einem eigenen Stand aufgefallen. Wer jetzt meint, da steht doch ein Schild von Sixt, dem sei gesagt, daß lediglich Prospekte des madagassischen Kooperationspartners dieser deutschen Autoverleih-Firma verteilt wurden. Und wen das interessiert: Ja, man kann dort Autos ohne Fahrer mieten.

Gäste am Stand der Deutschen Botschaft in Madagaskar

Bei der Messe wurde deutlich, wie stark Frankreich die Wirtschaft Madagaskars beeinflußt: Im Hauptzelt “Pavillon France” waren ausschließlich französische Firmen oder von Franzosen geführte Firmen vertreten. Auf dem Foto ist rechts der Stand der Bank BFV-SG, eine Tochtergesellschaft der Société Générale.

Messestand BFV-SG und Messebesucher gehen vorbei

Mehrere Firmen boten ihre Dienste für jene an, die jetzt wegen der vermehrten Überfälle und Einbrüche Angst um ihr Hab und Gut haben. Sicherheitstechnik ist eine Branche mit Zukunft, wenn die Kluft zwischen Arm und Reich zunimmt.

Andere Produkte für Wohlhabende, wie verschiedene Automarken aus China, wurden auf der Messe ausgestellt, aber auch solche Dinge, die man dem Segment Luxus zuordnen kann. Zum Beispiel mehrere Jet-Skis, wie man auf dem nächsten Foto mit einem Modell von einem Sea-Doo Jetboot sieht, welches mit einem Rotax 4-TEC Motor aus Österreich ausgestattet ist.

Jetboot auf der Messe

Bezüglich der Telekommunikationsunternehmen erstaunte, daß der Mobilfunk-Provider Zain fehlte, ebenso, wie Telma (Telecom Malagasy) und die auf den Internetzugang spezialisierte Tochtergesellschaft Moov. Dabei hat doch Telma kürzlich ein neues Produkt vorgestellt, welches die madagassische Wirtschaft revolutionieren könnte: MVola, ein mobiles Bezahlsystem.

Orange hatte neue Angebote zu präsentieren, nämlich den mobilen Internetzugang. Man hat lange warten müssen, nachdem das Lion-Kabel in Tamatave angeschlossen wurde, aber jetzt wird der mobile Internetzugang mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Mbit/s angeboten. Und nun stellt man vielleicht enttäuscht fest: Es gibt keine Flatrate, sondern nur volumenbegrenzte Tarife. 1 GB zu 100.000 Ariary, was bei einem Wechselkurs von 2.700 Ariary pro Euro 37,04 Euro entspricht! Ist das Limit überschritten, dann läuft der Zähler weiter und es wird richtig teuer. Für große Downloads ist diese Lösung also nicht empfehlenswert.

Respektable 0,99Mb/s erreichte die Anzeige der Geschwindigkeit bei der Vorführung am Stand von Orange bei speedtest.net. Zumindest da bewegt sich was. Nur ist dabei zu bedenken, daß derzeit noch nicht viele Kunden diese Lösung nutzen und es wahrscheinlich ist, daß sich diese Geschwindigkeit reduzieren wird, wenn viele Kunden das vorhandene Kontingent der Bandbreite gleichzeitig nutzen.

Letzte Diskussion vor der Heimfahrt

Blueline steigt in den Mobilfunk ein. Bisher war man für Privatkunden der Spezialist für den Internetzugang, jetzt erweitert man die Produktpalette durch das Angebot eines Mobilfunk-Dienstes. Laut Angaben einer Hostess am Blueline-Stand greift man auf die Netz-Infrastruktur von Telma zurück, man ist also nur Reseller.

Beim Internetzugang hat man das alte Flatrate-Produkt FreeDSL umbenannt zu ‘BOX 4G 512kbps illimité’ und die maximale Zugangsgeschwindigkeit, bei gleichbleibendem Preis von monatlich 109.000 Ariary, verdoppelt. Was man nicht geschafft hat: Die neuen Angebote und Tarife am Tag nach dem Messeende auf der Homepage erscheinen zu lassen.

Die weiteren Angebote sind ‘BOX 4G 1Mbps illimité’ zu 229.000 Ariary, ‘BOX 4G 2Mbps illimité’ zu 390.000 Ariary monatlich und ‘BOX 4G 4Mbps illimité’ zu 690.000 Ariary pro Monat.

Auf die billigen Angebote muß man also, wie schon von mir erwartet, weiter warten.

Messe-Beraterin am Messestand

Ein Unternehmer aus Indien hatte für seine Firma Sanitec einen Stand, auf dem er die geplante Herstellung von Kloschüsseln mit kleinen Modellen zur Schau stellte, die mit Lackfarbe gestricken waren. Die richtigen sollen allerdings emailliert werden. Es handelt sich bei den Produkten um die Version mit einem Loch im Boden, nicht um ein Modell auf dem man wie auf einem Thron sitzen kann, also ‘französische’ Toiletten. Wenn die Brennstraße fertig ist, dann kann man vielleicht sogar daran denken, Eß-Geschirr herzustellen?

An mehreren Ständen bot man Ätherische Öle an und informierte über die verschiedenen Produkte, die man anbaut und verarbeitet. Auch der Purgiernuß (Jatropha curcas) konnte man auf der Messe begegnen, der Pflanze, in die so viele Hoffnungen gesetzt werden, da man daraus Bio-Diesel herstellen will. Samen wurden ausgestellt und daraus gepreßtes trübes Öl.

Das moderne Hochhaus auf den Bildern ist das wegen der für 2009 geplanten Versammlung der Staatschefs der Afrikanischen Union gebaute Sheraton Hotel. Das Gebäude machte den Eindruck, derzeit nicht genutzt zu werden – oder warum gibt es innen keine Beleuchtung? Oder hat man einfach nur vergessen, an die Beleuchtung zu denken, wie beim Stand von Blueline?

Nach dem Sonnenuntergang

Abschaffung der Kommentar-Funktion beim Webauftritt der Tageszeitung Midi Madagasikara wegen Pöbeleien

Tageszeitungen mit Steinen beschwert

Von Pöbeleien oder unflätigen Ausdrucksweisen, die jeden Respekt vermissen lassen, hat man bei der Midi zwar nichts ausdrücklich erwähnt, aber man hat geschrieben, die Qualität der Debatten sei nach einigen Monaten des Versuchs nicht überzeugend gewesen.

Die Beiträge hätten nur die Meinung ihrer jeweiligen Autoren wiedergegeben, ohne, daß die Verantwortlichen der Webseite ihre Billigung oder Mißbilligung dazu ausgedrückt hätten.

Damit man sie nicht zur Verantwortung des Inhalts der Beiträge ziehen könne, von denen sie nicht die Autoren sind, habe man die Entscheidung gefällt, das Forum ab dem 14. April 2010 dauerhaft zu entfernen, da sich die gewünschten Ergebnisse nicht eingestellt hätten.

Mit der Bezeichnung Forum dürfte die Kommentar-Funktion bei den eingestellten Artikeln gemeint sein.

Man kann feststellen, daß es bei politischen Diskussionen in verschiedenen Internet-Foren unter Madagassen nicht selten ist, daß die Sachlichkeit schnell auf der Strecke bleibt. Ein Vazaha, der sich als solcher zu erkennen gibt, oder sogar ein Schreiber, hinter dem ein Vazaha vermutet wird, kann leicht zum Opfer von üblen Schimpftiraden werden.

Das ist aber kein Phänomen, das auf die Madagassen beschränkt ist, sondern es könnte wohl fast überall im Internet zu einem Erbe werden, das besonders die heutige Jugend den folgenden Generationen vermacht.

Diese Streitkultur zeigt, daß die Madagassen, die von ihrer Kultur mit asiatischer Prägung her eher zur Zurückhaltung neigen, durch die gewonnene Anonymität auch mal gerne:
Voll die Sau rauslassen.

Sainte Marie und Ile aux Nattes: Probleme für die Bewohner, statt Fortschritt und Entwicklung durch Tourismus

Segelboot vor Anker in der Lagune

Die Touristen sind laut einem Lebensmittelhändler auf Sainte Marie notwendig, denn er sagt: “Ohne Tourismus läuft hier überhaupt nichts”. Der Tourismus bringt zwar Geld, aber eben auch Probleme. Meist fühlten sich die Ausländer überlegen und ließen das die Einheimischen auch spüren. Mehr dazu lesen kann man bei der Lighthouse Foundation, der ‘Stiftung für die Ozeane und die Meere’.

Die Ausländer, die ihr Domizil auf den beiden Inseln bezogen haben, verursachen eigene Probleme. So kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit den Vazahas wegen anderer Auffassungen. Wegerechte spielen dabei beispielsweise eine Rolle. Unter Madagassen ist es üblich, daß ein schmaler Weg für die Allgemeinheit freigelassen wird, allerdings fällt es den Madagassen schwer, diese auch von den Neusiedlern zu fordern, da diese ja auf so einem hohen Sockel stehen.

Einigen Familien bringt der Tourismus, der auf Sainte Marie haupsächlich von individualreisenden Rucksacktouristen geprägt wurde, einen erhöhten Wohlstand. Das führt dazu, daß ein Konkurrenzdenken, mit all seinen negativen Folgen, einsetzt. Man will sich vielleicht, ebenso wie der Nachbar, einen großen Fernseher leisten, man will zeigen, daß man mithalten kann.

Palmen säumen die Dorfstraße in Sainte Marie

Das kann dann auch dazu führen, daß man der Verlockung des Geldes erliegt und sein Grundstück verkauft. Nach relativ kurzer Zeit ist der Reichtum dann wieder verflogen, da man nie lernte, vorausschauend mit viel Geld zu wirtschaften – das angestammte Stück Land hat aber jemand anderes.

Die Jugend orientiert sich an neuen Werten, will nicht mehr in der traditionellen Lebensweise leben, denn die Glotzkiste zeigt ja das ‘Wahre Leben’. Finanzielle Verlockungen der Prostitution sind es, denen junge Frauen und auch schon minderjährige Mädchen anheim fallen, die die wohlhabenden Touristen sogartig nähren. Das wird von den älteren Generationen zwar mit Mißfallen betrachtet, aber man sieht sich der Lage mit Ohnmacht gegenüber.

Die kulturelle Entwurzelung und die ganzen anderen Probleme bieten dem Alkoholismus dann ein Einfallstor – und dieser Teufelskreis ist überall auf unserem Globus mehr oder weniger gut bekannt.

Ansichten und Argumente der fremden Investoren findet man in der Doktorarbeit von Lutz Redecker mit dem Titel “MORA-MORA – WARUM ANDERS? TOURISMUS UND SOZIOKULTURELLER WANDEL AUF SAINTE MARIE, MADAGASKAR” ab dem Kapitel 3.3.-2.

Ein Zitat daraus:

“Es ist sehr schwierig mit den Einheimischen auszukommen. Sie verstehen nichts von Geld, sind unzuverlässig und man muß ständig hinter ihnen her sein. Vieles muß man ihnen zehnmal sagen, bis sie es begriffen haben.”

Hier wird die Kluft der Wertvorstellungen überdeutlich, es muß zwangsweise zu Konflikten kommen, denn mit moramora hat der ‘normale’ Vazaha wenig oder gar nichts am Hut. Als einer der Faktoren dieser Inkompatibilität der Wertesysteme ist natürlich ein eklatanter Unterschied im Bildungsniveau anzusehen. Das schon seit langem in den entwickelten Ländern installierte Geld- und Wirtschaftssystem mit seinem Wachstumszwang wegen des Schuldgeldes mit seinen Zinsen ist den beschaulich lebenden Menschen auf einer paradiesischen Insel schwer vermittelbar.

Das hängt auch damit zusammen, daß eine größere Vorratshaltung durch den fehlenden Winter nie zwingend notwendig war und folglich das Denken seit Generationen ganz anders, auf jeden Fall aber viel kurzfristiger ausgerichtet war und immer noch ist.

In ihrer Semesterarbeit Ethik “Tourismus in Entwicklungsländern – Am Beispiel von Burkina Faso und Madagaskar” treffen Christine Wisler und This Born folgende Aussagen:

Ich selbst habe die Insel besucht und war betroffen, wie wenig von einem “intelligenten Tourismus” hier anzutreffen war. Zwar ist die Auswahl an kleineren, einfachen, Wohn- und Essmöglichkeiten relativ gross, doch werden diese Unterkünfte fast aussschliesslich von Europäern angeboten.


Der Flugplatz liegt an der Südspitze der Insel und während die meisten Europäer einen Geländewagen besitzen und die Gäste damit am Flughafen erwarten und zur Unterkunft transferieren, müssen viele Einheimische auf ihre Gäste warten oder diese mit dem öffentlichen Bus abholen. So werden viele Besucher der Insel direkt nach ihrer Ankunft in Unterkünfte gelotst, von welchen leider zu oft nicht die Einheimischen profitieren.

Ein deutliches Konfliktpotenzial ist zu erkennen, wenn die Voraussetzungen so kraß differieren.

Als Fazit übernehme ich ein Zwischenfazit aus der Semesterarbeit Ethik:

Zu hoffen ist, dass die staatlichen und zum Teil auch privaten Tourismusprojekte zu Gunsten eines sinnvollen Tourismus Erfolg haben, und die Madagaskarbesucher einsehen, dass nicht der gebotene Komfort die “guten” Ferien ausmacht, sondern viel mehr die Verträglichkeit der Auswirkungen ihres Aufenthaltes.

Bananenstaude, Palmen und andere Pflanzen

Aktien-Empfehlung der Tantalus Rare Earths AG mit Seltene Erden-Projekt – Warnungen bei wallstreet-online

Äste im Wald - Alles grünt trotz Trockenheit

Madagaskar ist reich an Naturschätzen, aber auch an Rohstoffen. Daher setzt ein deutsches Explorationsunternehmen auf den Rohstoffreichtum der großen roten Insel im Bereich Rare Earth Elements (REE). Die Tantalus Rare Earths AG gibt an, Tantal, Niob, Zirkonium, Hafnium und andere Seltenmetalle in ihrem Konzessionsgebiet nahe Ambanja und Nosy Be, auf der Ampasindava-Halbinsel, in riesigen Mengen fördern zu wollen.

Derzeit wird der Markt der Seltenerdmetalle zu 97% von China beherrscht, welches fast schon ein Monopol hat. Für die Verarbeiter dieser Elemente wäre es folglich interessant, ein Fördergebiet außerhalb des Reichs der Mitte zu haben, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Das Problem mit den Chinesen ist, daß sie sowieso der größte Verbraucher der meisten Rohstoffe im Seltenerd-Sektor sind und bei einer Knappheit erhöhte Exportzölle verlangen könnten oder gar einen Exportstopp beschließen könnten.

Die Metalle der Seltenen Erden sind die Elemente Scandium (Ordnungszahl 21), Yttrium (39) und Lanthan (57) sowie die 14 auf das Lanthan folgenden Elemente, die Lanthanoide: Cer (58), Praseodym (59), Neodym (60), Promethium (61), Samarium (62), Europium (63), Gadolinium (64), Terbium (65), Dysprosium (66), Holmium (67), Erbium (68), Thulium (69), Ytterbium (70) und Lutetium.

Viele dieser seltenen Elemente werden für Anwendungen benötigt, ohne die ein gewisser technischer Fortschritt nicht möglich gewesen wäre. Als Technologiemetalle sind sie aufgrund ihrer zentralen Funktionen in Handys, Festplatten, Solarzellen, Elektromotoren, Displays und Windkraftturbinen gefragt. Gezielt kann man durch den Austausch des verwendeten Seltenerdmetalls Eigenschaften verändern und den Erfordernissen anpassen. Oft genügt aber der billigere Einsatz von Mischmetall, das eine Metall-Legierung aus mindestens 98% der Seltenerdmetalle darstellt. Solche Elemente ermöglichen eine Miniaturisierung, die ohne sie nicht möglich wäre – jeder iPod, jede Digitalkamera und jeder TFT-Flachbildschirm benötigt sie. Neodym wird zu besonders starken Permanentmagneten verarbeitet und das Element Tanatal, welches nicht zu den Seltenerdmetallen gehört, wird zur Herstellung von Mikro-Kondensatoren eingesetzt.

Kürzlich hat der kostenlose Börsenbrief-Newsletter Small Cap Scout aus Zürich in der Schweiz eine Empfehlung für die Aktien der Tantalus Rare Earths AG (WKN: A0SMSL) herausgegeben, die sich recht euphorisch anhört. Es wurde von Mineralgehalten von bis zu 31% geschrieben, was sensationell sei. Die Gesamtquote für alle Seltenerd-Erze und Seltenmetallerze liege bei etwa 1,52%.

Wenn man die Small Cap Scout Aktienempfehlung etwas genauer liest, dann stößt man bei dieser Publikation hinter dem Impressum auf einen Risikohinweis, der auch folgende Aussage beinhaltet: “Small Cap Scout/ISCR AG und seine Mitarbeiter werden für die Vorbereitung und elektronische Verbreitung der Veröffentlichungen sowie für andere Dienstleistungen entlohnt.” Es wäre also naheliegend, wenn die Tantalus Rare Earths AG oder deren Hauptaktionäre die Empfehlung im Newsletter beauftragt hätten.

Was auf der Homepage der Tantalus Rare Earths AG auffällt ist die Aussage: “Allein der In-Ground Wert der Erzvorkommen des Hauptprospektes von über 15 Millionen Tonnen liegt in der Größenordnung von 1,477 Mrd. USD, das zusätzliche Potenzial kann als enorm bezeichnet werden.” Wie kann man das behaupten, wenn es noch keine Bohrungen gegeben hat und die Tiefe von Vererzungen nur geschätzt werden kann? Im Konjunktiv wäre der Satz glaubwürdiger, und abgesehen davon wäre bei einer so vagen Angabe die aufgerundete Zahl 1,5 Millionen Tonnen angebrachter. Es sind ja quasi noch keine tief gehenden Arbeiten auf dem Gelände der Tantal-Lagerstätte erfolgt, außer dem Bau und Ausbau von Zufahrtswegen und einigen Gräben. Bohrungen sollen erst diesen April beginnen.

Laut Angaben von Tantalus Rare Earths liege die Quote für Tantalumpentoxid, welches bei Untersuchungsproben gewonnen wurde, bei etwa 510 Gramm pro Tonne. 510 Gramm je Tonne entspricht einem Prozentsatz von 0,051%. Dabei gibt die Firma an, daß das gesamte Vorkommen im Tagebau abbaubar sei.

Jetzt bietet TRE aber noch ein Dokument zum Download in englischer Sprache an, auf welchem der Gehalt von Tantalumoxid nur mit 210ppm angegeben wird, was nur noch 0,021% entsprechen würde. Zusätzlich soll es 1900ppm Niobiumoxid geben, was 0,19% entspräche. Wie kann es sein, daß hier so krass unterschiedliche Angaben gemacht werden?

Hinzu kommt, daß in diesem Dokument angegeben wird, daß es einen Gehalt von etwa 2% Zirconium gebe. Wir erinnern uns aber, daß die Gesamtquote der Erzvorkommen bei 1,52% liegen soll. Gehört Zirkonium nicht dazu? Warum wird hier so eine Verwirrung gestiftet? Die meisten Interessenten für ein Investment in die Aktien dürften blutige Laien sein. Warum werden die Zahlen häppchenweise über viele Seiten verstreut? Kann man nicht alle relevanten Zahlen auf einer einzigen Seite zusammenfassen, damit man sich einen klaren Überblick verschaffen kann?

Dicke Gewitterwolken in der Ferne

Wer an ein Investment in die Aktien der Tantalus Rare Earths AG denkt, der sollte die kritischen Beiträge bei diesem Forum gelesen haben. Auch bei Wallstreet-Online auf der Seite werden weitere Kritikpunkte aufgezeigt und es scheint dabei Ungereimtheiten zu geben, allerdings ist der Thread sehr lang und man benötigt einige Zeit, um alle entsprechenden Stellen zu finden.

Liest man sich zum Beipiel den Beitrag #303 dort durch und recherchiert die Fakten, dann spricht das nicht gerade für die Yalta AG, deren Vorstand ehemals ein Mathias Stüfe gewesen ist. Sollte das etwa jener Mathias Stüfe sein, der heute Aufsichtsratsvorsitzender der Tantalus Rare Earths AG ist?

“Alleine Nordamerika verbraucht jährlich Seltene Erden mit einem Wert von USD 1,5 bis 2 Billionen.”, schreibt man. Sollte man nicht besser die im amerikanischen Englisch als ‘billion’ bezeichnete Zahl zu ‘Millarde’ übersetzen? Ist das vielleicht ein Hinweis auf fehlende Fachkompetenz? Die Homepage einer frisch an der Börse notierten Aktiengesellschaft sollte doch schlüssige Informationen darstellen, damit die potentiellen Investoren auch gewillt sind die Aktien zu ordern.

Einen faden Beigeschmack hat der plötzliche Wechsel des Vorstandsvorsitzenden. Bisher war das ein Herr Peter Küsters und seit 9. April soll das ein Herr Stephen Forman sein. Bezeichnend, daß in der Unternehmensmitteilung der Name des scheidenden Posteninhabers nicht mehr erwähnt wird. Was ist da los, gibt es interne Querelen?

Bei graumarktinfo.de gibt es eine Warnung vor der Tantalus Rare Earths AG, weil es weder eine JORC-konforme Ressourcenschätzung, noch veröffentlichte Finanzberichte der Firma gebe, die an der Börse aber mit mehr als 200 Millionen Euro bewertet werde.

Ein Punkt, der bisher nirgends angesprochen wurde, ist die Zerstörung von größeren Waldflächen. Wenn man sich die Bilder ansieht, dann sieht das teilweise nach ursprünglichem Wald aus. Gibt es dazu Forschungen von Biologen, welche seltenen, eventuell bedrohten Tierarten und Pflanzenarten betroffen sind? Wird eine Umsiedlung von Tieren in Erwägung gezogen? Gibt es Pläne, nach dem Kahlschlag und der Ausbeutung der Erzlagerstätte, eine Wiederaufforstung vorzunehmen, oder will man eine Wüste hinterlassen?

Ein weiterer möglicher negativer Punkt ist die angedachte Förderung von Uran auf dem Lizenzgebiet. Welche bedrohliche Gefährdung die Uranförderung darstellen kann, deutet der Artikel von Spiegel Online an. Dazu kann angemerkt werden, daß die Tourismushochburg Madagaskars, nämlich die Insel Nosy Be, gleich um die Ecke liegt.

Vorerst sollte der geneigte Investor sein Pulver trocken halten, sofern er Zweifel an der Firma hegt und sich nicht zu den skrupellosen Zockern zählt. Dem Management sollte daran gelegen sein, vertrauensbildende Maßnahmen für die vielen potentiellen Kleinaktionäre zu ergreifen, auch im Hinblick auf die zu erwartenden Umweltschäden. Wenn die Firma sich mit dem Projekt weiterentwickeln sollte und schweres Gerät, wie Bagger und Radlader angefahren kommen, dann kann man immer noch in die Aktien investieren. Aber im nächsten Schritt sollten zunächst die Bohrungen des umfangreichen Bohrprogramms erfolgen, um greifbare Zahlen auf den Tisch zu bekommen.

In der Ausgabe vom 6. 4. 2010 wurde vom Small Cap Scout mitgeteilt:

Tantalus Rare Earths AG – Update
Verkauf
Wir hatten ihnen Tantalus Rare Earth, in der Hoffnung, dass sich die Aktie, wie viele andere unserer Empfehlungen, kurzfristig positiv entwickeln würde, bei 131 Euro zum Kauf empfohlen. Leider ist das von uns erhoffte kurzfristige positive Momentum nicht eingetreten. Wir verkaufen daher die Aktie wieder zum Einstandspreis.

Reifenprofil und andere Details einer großen Maschine

Eröffnung eines Handelszentrums im Madagaskar-Haus in Coimbatore zur Handelsförderung nach Indien

Indisches Mädchen mit Kolam in der Stadt Coimbatore

COIMBATORE: Das Madagaskar-Haus in Indien könne laut dem madagassischen Generaldirektor Tiana Soloniaina Andrianarivelo helfen, den direkten Handel zwischen Indien und Madagaskar zu fördern.

Bei der Einweihung habe er gesagt, Madagaskar sei mit seinen natürlichen Ressourcen eines der reichsten Länder der Welt. Indien sei nicht neu für Madagaskar, da einige Inder sich dort niedergelassen hätten und Unternehmen dort gegründet hätten. “Wir wollen direkten Handel mit Indien”, habe er gesagt und die Unternehmer dort aufgefordert, Chancen in Madagaskar zu nutzen.

Der ehemalige Unions-Minister R. Prabhu, der das Madagaskar-Haus in Indien eingeweiht habe, habe gesagt, Madagaskar sei reich an Ressourcen und Möglichkeiten. Coimbatore habe eine große Anzahl an Unternehmern, besonders Kleinunternehmer, welche künftig mit Madagaskar handeln könnten.

Der Vorsitzende vom Madagaskar-Haus in Indien, Arvindkumar R. Shaw, habe gesagt, Coimbatore sei eine sich schnell entwickelnde Stadt. Obwohl Madagaskar reich an natürlichen Ressourcen sei, müsse es noch entwickelt werden. Das jetzt geöffnete Zentrum könne Unterstützung geben, um Handel und Tourismus mit Madagaskar zu fördern.

Der Präsident der Indisch-Madagassischen Industrie- und Handelskammer, Azeez Arambathickal habe gesagt, die wachsenden Chancen würden Geschäfte und Kooperationen zwischen den beiden Ländern verstärken.

Quelle: Ein Artikel in englischer Sprache, der am 8. 4. 2010 bei der Online-Ausgabe der indischen Tageszeitung The Hindu, mit einem Bild der beteiligten Personen, erschien.

 

In einem anderen Artikel zu dem Ereignis, der in der Online-Ausgabe der Financial Chronicle mydigitalfc.com erschienen ist, findet man die folgenden Aussagen.

Während der Einweihung vom “House of Madagascar”, einem Handelszentrum in Coimbatore, habe Generaldirektor Tiana Soloniaina Andrianarivelo gesagt, das Zentrum könne helfen, direkten Handel und Geschäfte mit Indien zu fördern.

Er habe gesagt, der Großteil der in Madagaskar angepflanzten Gewürze würde nach Indien exportiert, um hinzuzufügen, daß sein Land die Pläne der USA zunichte gemacht habe, Gewürze zu importieren, um sie nach Indien zu reexportieren.

Coimbatore sei traditionell eine Industriestadt mit vielen Geschäftsaktivitäten, was sie zu einem idealen Standort für das Zentrum mache.

Madagaskar habe einen ambitionierten Plan aufgestellt, sich nach Singapur zu formen, habe er hinzugefügt.

 

Leider lassen die Artikel offen, wer dieser Herr Andrianarivelo ist und in wessen Auftrag er genau in Coimbatore tätig ist, denn die madagassische Presse hat laut Google nicht über diesen Herrn und sein Madagaskar-Haus berichtet.

Coimbatore, wo ist denn das? Ah, im indischen Bundesstaat Tamil Nadu in Südindien, über 900.000 Einwohner laut letzter Zählung 2001, 2,4 Millionen mit Vorstädten.

Für Handelsbeziehungen sind gewisse Infrastrukturen unverzichtbar. Die derzeit einzige Flugverbindung zwischen Indien und Madagaskar ohne Airlinewechsel besteht über Air Mauritius ab Antananarivo, es werden die Städte Mumbai (Bombay), New Delhi, Chennai (Madras) und Bengaluru (Bangalore) angeflogen. Da eine Hafenstadt eine wichtige Infrastuktur für den Handel hat, wären also Mumbai oder Chennai vielleicht eine bessere Wahl gewesen?

So, so, Madagaskar strebt dem Vorbild Singapur nach und will sich umbilden!?? Singapur und Madagaskar sind aber doch kaum zu vergleichen, die Voraussetzungen sind zu verschieden. Madagaskar ist ein Agrarland, Singapur importiert nahezu alle Agrarprodukte. Singapur liegt verkehrsgünstig an den wichtigsten Handelsrouten zwische Europa und Asien, Madagaskar liegt abgelegen im Indischen Ozean. Betrachtet man den politischen Zirkus, so mutet es an, wie eine Lachnummer.

Wenn in der fernen Zukunft Afrika im Welthandel eine herausragende Stellung einnehmen sollte, nicht nur als Rohstofflieferant, dann wäre Madagaskar in einer geographisch günstigen Lage für sich neu entwickelnde wichtige Handelsrouten nach Asien.

Man kann ja mal träumen…

Foto oben: stock.xchng / Kolam – Lights © Suresh .

Schiff im Hafen mit Lagergebäude

Flugverbindung nach Madagaskar – Touristen wollen Direktflug ab Deutschland, keinen Flug über Paris

Abflug vom Flughafen der madagassischen Hauptstadt

Die Tageszeitung Midi Madagasikara weist in einem Artikel darauf hin, daß sich bei der Teilnahme von Madagaskar auf Tourismusmessen für die Mehrzahl der Interessenten immer wieder die Frage stellt, wie man denn nach Madagaskar kommt.

Tourismusunternehmer, die sich kürzlich auf der ITB in Berlin beteiligt hätten, seien der Meinung, daß das Problem, welches die Entwicklung von Madagaskar auf dem deutschen Reisemarkt verhindere, im Flugverkehr begründet liege.

Einer dieser Unternehmer habe daran erinnert, daß, als es einen Direktflug nach Deutschland gegeben habe, nicht wenige Reisende zwischen Deutschland und Madagaskar gereist seien. Diese Luftbrücke gebe es nicht mehr und folglich sei es normal, wenn 2008 nicht mehr als 8.000 Deutsche die Große Insel besucht hätten. Air Madagascar bringe vor, daß dieses niedrige Besucherniveau aus Deutschland es nicht erlaube, eine Verbindung zwischen diesem osteuropäischen Land und Madagaskar zu eröffnen. Diese Ansicht teilten die madagassischen Reiseunternehmer nicht mit der Fluggesellschaft.

Es gebe jene, die meinten, daß die Eröffnung einer Flugverbindung zwischen Madagaskar und einem potentiellen Touristenreservoir die Besucher auf die große Insel ziehen würde. Das sei der Fall mit Italien. Ein anderer meinte, es müsse erst einmal die Nachfrage da sein, bevor man ein Produkt einführen könne. Man erinnert auch daran, daß Air Madagascar seinen Flug zwischen Antananarivo und Mailand nach einigen Monaten habe aussetzen müssen.

Deutsche, die mit der Nationalen Fluggesellschaft nach Madagaskar fliegen wollten, müßten zwangsweise über Paris reisen. Andernfalls könnten sie andere Fluggesellschaften mit Verbindungen zu deutschen Städten nutzen. Man halte fest, daß Deutschland nicht das einzige Land in Europa sei, in welchem die Touristen einen Direktflug nach Madagaskar wünschten. Das sei ebenso der Fall für Madrid oder Amsterdam oder noch die Schweiz. Eine Sache, die zu Überdenken sei.

 

Aus dem deutschen Sprachraum gibt es derzeit keine direkte Anbindung. Mit Air Mauritius kann man lediglich ab Frankfurt oder München mit dem Umweg über Mauritius nach Madagaskar gelangen, wobei in Mauritius mindestens eine Übernachtung angesagt ist. Der Standard ist aber die Flugverbindung ab Paris, wo auch das größte Platzkontingent verfügbar ist. Dorthin fliegen nämlich Air France und Air Madagasacr, beide zum Flughafen Charles de Gaulle (CDG) und Corsairfly bedient den kleineren Flughafen Orly (ORY).

Exotischere Möglichkeiten sind jene mit South African Airways über Johannesburg in Südafrika oder mit Air Austral über Réunion, die aber normalerweise auch etwas teurer sind. Wenn man die 2 Reiseziele miteinander kombinieren will würde sich das anbieten.

Wenn man es nicht so weit hat nach Mailand, oder wenn es einen billigen Zubringerflug dorthin gibt, dann kann man auch einen Flug mit Neos oder Air Italy auf die Urlaubsinsel Nosy Be in Betracht ziehen. Bei der Fluggesellschaft Neos ist es von Vorteil, Italiensch zu beherrschen, da die Homepage nur in dieser Sprache verfügbar ist. Und bei Air Italy findet man nur noch bis Anfang Mai buchbare Abflüge. Es könnte also sein, daß Neos die Flugroute von Air Italy übernommen hat, mit einigen Wochen Überschneidung.

Foto unten: Neos Boeing 737-86N-WL I-NEOS © Mario Ferioli

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