Madagaskar-Blog

Themen rund um Madagaskar und alles was interessant ist…

Tag: Madagaskar

Die Airline Neos aus Italien bietet, wie die Fluggesellschaft Air Italy, Flüge ab Mailand zur Ferieninsel Nosy Be an

Blauer Passagagierjet vor blauem Himmel

In der Online-Ausgabe der Midi Madagasikara wird berichtet, daß die Fluggesellschaft Neo ab 1. April eine Flugroute von Mailand nach Nosy Be bedienen werde. Dazu muß angemerkt werden, daß die Airline Neos heißt.

Ein verfrühter Aprilscherz scheint das Ganze allerdings dennoch nicht zu sein, denn auf der Webseite von Neos, die nur auf italienisch verfügbar ist, kann man die Destination Nosy Be (NOS) schon ausmachen. Nur gibt es momentan noch keine Möglichkeit, einen Flug zu buchen oder weitere Infos dazu zu erhalten.

Die Midi schreibt abschließend, daß Neos als Verstärkung der Air Italy hinzukommen werde. Tana ist weit weg von Nosy Be – aber tatsächlich, auf der Homepage bei Air Italy ist Nosy Be ab den Städten Rom und Mailand im Angebot. Diese Fluggesellschaft denkt schon etwas internationaler und bietet auch Englisch als Sprache an.

Für den einen oder anderen Touristen, besonders wenn man eine Reise als Individualtourist plant, könnte diese Flugstrecke eine Alternative für die Anreise auf die Insel, wo der Pfeffer wächst, sein. Für Reisende aus Österreich, aus der Schweiz oder auch aus Süddeutschland könnte die geographische Nähe zu Mailand ein Vorteil sein.

Ob es bei den beiden Fluglinien Billigtickets für Flüge nach Madagaskar zu ergattern gibt muß dann jeder von Fernweh geplagte selbst herausfinden.

Foto oben: NEOS Boeing 737-86N(WL) über Rom Fiumicino (FCO), Italien © Mario Serranò
Foto unten: Air Italy Boeing 767-304(ER) Abflug von Curaçao Hato (CUR), Niederländische Antillen © Roger Cannegieter

Italienisches Passagierflugzeug über dem Meer am Himmel

Oldtimer Peugeot 404 in schwarz mit Chromleisten und Haifischflossen parkt am Straßenrand in Antananarivo

Oldtimer mit Haifischflossen

1960 wurde die Baureihe des Peugeot 404 als Nachfolger des Peugeot 403 auf den Markt gebracht. Die Antriebstechnik bei diesem Mittelklasse-Fahrzeug bedient sich eines Heckantriebs. Beim Design ließen sich die französischen Entwickler in Sochaux vom damaligen Zeitgeist in Amerika anstecken, wo in den 50er Jahren die Straßenkreuzer mit großen Haifischflossen populär waren. Auch Daimler Benz folgte 1961 mit dem Mercedes 190 (Modellreihe W110) diesem Trend und führte ein Fahrzeugmodell mit kleinen Haifischflossen in den Handel ein. In Europa hat man den gestalterischen Ausdruck dieser Modeerscheinung aber viel dezenter umgesetzt, als das bei den Ami-Schlitten, wie Cadillac und Lincoln, den Prestige-Marken von General Motors und Ford.

Die Mode ist an ihnen vorbeigegangen und noch heute gibt es in Madagaskar viele Fahrzeuge der Baureihe 404, die noch im Einsatz sind – vielfach als Arbeitstier. Das trifft besonders auf den Peugeot 404 Pick-up zu, aber auch auf die Limousine, die man in Tana gelegentlich auch als Taxi sieht. Das Kombi-Modell dient mit 3 Sitzreihen gelegentlich noch als Taxi-Brousse.

Ein Blechkleid mit edel aussehendem schwarzem Lack trifft man allerdings selten an. Das Auto auf dem Foto könnte man sich gut mit Weißwandreifen vorstellen, aber in der Regenzeit mit schlammigen Schlaglöchern und Schlammpfützen würden die Weißwandreifen oft voll mit Dreck sein. Wenn man die dann nicht nach jeder Ausfahrt reinigt, dann wären sie die längste Zeit weiß gewesen, denn der eingetrocknete Schlamm ist sogar auf den schwarzen Reifen extrem hartnäckig und nur mit einigem Aufwand wieder zu entfernen. Die Radzierkappen aber, die hier fehlen, würden der Optik des Fahrzeugs auch trotz der Schlammpackungen gut zu Gesicht stehen und zur Reinigung bedarf es da nur eines nassen Lappens und die Kiste ist wieder ansehnlich.

Auf dem unteren Foto kann man feststellen, daß ein Staubfilm auf dem Lack liegt, wie es in Tana tägliches Los ist. Über dem Dichtungsgummi der Heckscheibe ist gut ein Metallplättchen mit Nieten zu erkennen. Man hat diese Krallen deshalb dort festgenietet, damit sich nicht Unbefugte die Scheibe krallen – es dient also als Schutz vor Diebstahl. Ich meine, das dürfte heute nicht mehr üblich sein. Oft hat man in die Scheiben auch die Autonummer vom Nummernschild eingraviert, was ebenfalls als Diebstahlschutz gedacht war. Mit Nieten geht man recht spendabel um, denn auch die Chromzierleiste hat man ohne Skrupel einfach angenietet, wie man direkt neben der Rückleuchte erkennen kann.

Bilder fotografiert mit Sony Ericsson K800i

Staufschicht auf schwarzem Lack beim Oldtimer

Forestle Betrug? Infosuche zur grünen Suchmaschine – Alternativ: ecosia.org benefind.de dofair.org ecocho.com

Mit dem Finger deuten

In den ersten Tagen des Jahres sind auffällig viele Besucher zu meinem Artikel Die Alternative – Die “grüne” Suchmaschine Forestle läßt Yahoo die Suche machen zur Forestle Suchmaschine gekommen, die mit der Suchwortkombination “forestle betrug” gesucht hatten. Auch weiterhin kommt es jetzt noch fast täglich zu solchen Zugriffen auf meine Seite. Warum plötzlich die Suche mit dieser Wortkombination?

Die erste Feststellung war, daß Forestle sich nicht aufrufen ließ. Sollte das der Grund sein, warum die Leute gleich auf den Gedanken von Betrug kommen? Vorher war die Suche nach Forestle oft mit dem Wort Lüge verknüpft. Das läßt darauf schließen, daß die Nutzer wissen wollen, ob die gemachten Versprechen auch gehalten werden, nämlich ob wirklich Regenwald gekauft und geschützt wird.

Um klärende Worte zu erhalten, schickte ich eine E-Mail an Christian Kroll, den Initiator der Suchmaschine Forestle, und bat um eine Aufklärung, um denen, die hier Betrug wittern, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Leider blieb meine Anfrage ohne Antwort. Der Vorwurf des Betrugs macht in meinen Augen bei einer nicht Aufrufbarkeit einer Suchmaschine keinen Sinn, denn wenn die Seite Offline ist, dann kann auch kein Geld gewonnen werden.

Da erscheint es vielleicht eher angebracht, eine der angeblich renommiertesten Hilfsorganisationen zu hinterfragen. Bei meinem oben genannten Artikel hat jemand einen Link als Kommentar hinterlassen, der zu der Aussage führt, daß der Ex-Chef von Goldman Sachs bei Forestle’s Partnerorganisation “The Nature Conservancy” mit dem Programm Adopt an Acre Chef war. Beschäftigt man sich etwas genauer mit der Firma Goldman Sachs und den obskuren Machenschaften mit Verstrickungen im Bereich Geld und Macht im Umfeld, dann können einem durchaus Gedanken in den Sinn kommen, die die Seriosität der Organisation stark in Zweifel ziehen. Zu dem Thema kann sich jeder seinen eigenen Reim machen.

In einem Blog bin ich auf ein Suchformular zu einer Suchmaschine mit dem Namen ecosia.org gestoßen, die mit dem Konzept arbeitet, daß für den Großteil der Werbeerlöse Regenwald gerettet werden soll. In diesem Fall soll ein Regenwaldschutzprogramm des WWF unterstützt werden. Auf der “about us”-Seite steht dann unter Address: Ecosia.ORG, Berliner Chaussee 50, 06886 Wittenberg, Germany. Bei der Who-is-Abfrage bestätigt sich die Vermutung, daß der Inhaber der gleiche Christian Kroll ist, der auch Domaininhaber der Domain forestle.org ist. ecosia.org wurde am 4. 10. 2009 registriert.

Allerdings ist gerade heute ecosia.org nicht erreichbar – anscheinend hat man jetzt da ein Problem mit dem Server. Der Vollständigkeit halber sei noch znout.org erwähnt, eine weitere Kroll-Suchmaschine, die mit Google sucht und verspricht, CO2-neutral zu sein.

Wenn man zum WWF googelt, dann steht dieser Verein auch nicht gerade im besten Licht da. Das Problem ist, wie so oft, daß an der Basis versucht wird, gute Arbeit zu leisten, aber die Köpfe der Organisation nicht immer in diesem Sinne handeln. Wenn man diese Warnung vor Psyochopathen gelesen hat, dann könnte man auf gewisse Gedanken kommen. Das bleibt aber dem Leser nun selbst überlassen.

Dazu, daß Forestle als Betrug angelegt sein könnte, gibt es nach meinen Recherchen keine Indizien. Wenn es mal technische Probleme mit einem Serverausfall gibt oder mit einem Bug in der Software oder einer Virusattacke, dann sollte man vielleicht erst mal etwas Geduld haben und einfach warten. Warum gleich das Schlechteste vermuten?

So läßt sich denn auch dazu etwas bei Utopia, der Internet-Plattform für strategischen Konsum, finden. Unter dem Pseudonym aspirinia gibt sich dort eine Jana Kroll zu erkennen, die als Schwester von Christian Kroll bei Ecosia/Forestle Pressetante ist. “Es gab ein Serverproblem welches sich leider nicht so schnell beheben ließ…” hat sie dort als Ursache der Störung angegeben.

Die Idee mit der Regenwaldrettung über die Werbeeinnahmen einer Suchmaschine ist gut; vielleicht sollten die Partner einer solchen Initiative aber so ausgewählt werden, daß man nicht so leicht zu negativen Assoziationen geführt wird, wenn man denn danach im Internet sucht. Aber man sieht wenigstens, daß man an Forestle arbeitet und so kann man jetzt einstellen, daß man 50 Suchergebnisse angezeigt bekommen möchte.

Dazu bietet die Suchmaschine benefind.de, die Bing von Microsoft suchen läßt, eine Alternative, bei der man sich entscheiden kann, welche unter zahlreichen verschiedenen gemeinnützigen Organisationen von den eigenen generierten Umsätzen profitieren soll. Auch die “German Toilet Organization e. V.” zählt zu diesen Profiteuren. Zu diesem Thema gibt es den Artikel “Pinkeln – Ein Menschenrecht“.

dofair.org ist eine Suchmaschine, die eine ausführliche Seite über die beteiligten Macher hat. Der Domaininhaber Alex Brommer in Paderborn ist der Kopf des ganzen Teams: Florian H. Dirks, Alexander Herwix, Michael Damm, Onno Horst, Jenny Martin, Alexandra Pierskalla und Katharina Vorbeck, die aber nicht mit Foto vorgestellt wird. In dieser Ausführlichkeit ist das jedenfalls schon mal eine Investition in die Vertrauensbildung. Einkommen wird nicht nur über die Suchmaschine von Google generiert, sondern auch über die Verkaufsplattformen Ebay und Amazon. Alternativ kann man auch Bing, Ask.com, Yahoo und WolframAlpha als Suchdienst wählen.

dofair.org hat keinen Regenwald im Angebot, sondern derzeit 5 einegtragene Vereine aus Deutschland, unter denen man wählen kann:

Westfälisches Kinderdorf e.V.
Studieren ohne Grenzen e.V.
Future Hope People e.V.
Deutscher Kinderschutzbund e.V.
subvenio e.V.

Der Future Hope People e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die etwas in Afrika tut und zur Zeit eine Computerschule in Ghana baut.

ecocho.com ist ein Suchgerät, welches seine Wurzeln nicht in Deutschland zu haben scheint, denn die Domain ist auf die Firma Yield Media in Bondi Junction, New South Wales Australien registriert und der Server steht in Houston, Teaxas, USA. Es scheint nur für jene gedacht, die in englischer Sprache suchen wollen. Man kann zwar deutsch als Suchsprache auswählen, bei mir kamen aber nur englische Ergebnisse. Die Erklärung der Tätigkeit erscheint etwas abwegig mit dem Erwerb von Emissionszertifikaten. Wem nutzt es, wenn man angibt, Kohlenstoff-neutral zu sein? Wo ist der Baum, der dafür gepflanzt wurde?

Das Bild unten mit der Luftaufnahme zeigt einen kleinen Teil der Ostküste von Madagaskar. Rechts von der kleinen Insel, hinter der Landzunge am Bildrand, befindet sich die Stadt Fenoarivo oder Fénérive Est. An den Buchten nach links, in Realität nach Süden, liegen Mahambo und Foulpointe (Mahavelona). Viel weiter im Norden hat man letztes Jahr aufgrund des politischen Chaos in den letzten größeren Regenwäldern gewütet und wertvolle Bäume gefällt. Hunderte von Containern wurden mit dem Tropenholz, besonders Rosenholz, in Nacht- und Nebel-Aktionen exportiert. Vermutlich sind die meisten der Abnehmer in China zu suchen. Für diese Wälder wäre auch ein echter Schutz nötig, denn man hat auch in Nationalparks wie Masoala massiv gewildert.

Foto oben: stock.xchng / look! © Niels Rameckers

Foto

ZTE S312: Solar-Handy-Angebot des Mobilfunkproviders Orange für ländliche Gebiete ohne Stromversorgung

Stück vom Handy-Cover als Müll

Auch in anderen Ländern in Afrika, zum Beispiel in Uganda, wird das mit Solarzellen ausgestattete Handy des chinesischen Herstellers ZTE vermarktet.

Dort sind die Bewohner ländlicher Gegenden ohne Anschluß an das öffentliche Stromnetz dazu gezwungen, sich ihre Handy-Akkus von Dienstleistern laden zu lassen, die speziell dazu Notstromaggregate laufen lassen. Da diese Stromgeneratoren relativ teuer im Betrieb sind und die Betreiber auch noch ihren Gewinn brauchen, sind die Kosten für die Ladekunden entsprechend hoch. Im oben verlinkten Artikel wird erwähnt, daß ein solcher Unternehmer bis zu 60.000 Shs an einem Tag an Verdienst haben kann, was heute etwa 21,60 Euro entspricht.

Für einen solchen Kleinunternehmer stellt das ZTE Solarhandy natürlich eine Bedrohung des Geschäftsmodells dar. Allerdings stellt sich die Frage, warum dort niemand auf die Idee kommt, ein externes Solar-Ladegerät anzubieten. Solche Geräte gibt es in China doch auch auf dem Markt.

Bei Orange Madagaskar wird das ZTE S312 (solaire) Solarhandy zu 39.000 Ariary angeboten, was derzeit etwa 13,55 Euro entspicht. Der Verkaufspreis für Uganda, wie er im verlinkten Artikel genannt wird, lag im September 2009 mit aktualisiertem Umtauschkurs (das Gesprächsguthaben herausgerechnet) bei etwa 27,36 Euro.

Für ein Unternehmen wie Orange kann so ein autarkes Handy natürlich ein wichtiger Baustein in der Marktdurchdringung sein. Wollen die Konkurrenten Telma und Zain gleichziehen, so müssen sie das innovative Handy auch in ihr Angebotsspektrum aufnehmen. Es ist aber auch wahrscheinlich, daß andere Handy-Hersteller, wie Huawei oder Haier künftig auch eine solche kleine Solarfabrik herstellen werden.

Grundsätzlich ist ein solches Handy mit Solarlader zu begrüßen, da es nicht nur im ländlichen Bereich Vorteile hat. Auch in den elektrifizierten Gebieten kann man den Strom der Jirama sparen. Bei großer Nutzerzahl kann das schon einiges ausmachen. Zur Einsparung eines Kraftwerks wird es vermutlich nicht reichen, aber es dürfte sich bemerkbar machen.

Auch das Solarhandy wird irgendwann den Geist aufgeben und vielleicht achtlos weggeworfen, wie es der Rest von einem Handy-Cover oben auf dem Bild verdeutlicht. Recycling von Elektronikschrott oder auch von Altbatterien ist in Madagaskar einfach (noch) nicht vorgesehen.

Ausblick für Madagaskar für das neue Jahr – Was bringt die Zukunft? Wie entwickelt sich die politische Lage?

Taxi-Be Haltestelle in Antananarivo

2009 war ein trauriges Jahr in Madagaskar, in Antananarivo wurden Menschen wie Vieh auf der Straße abgeschossen.

Das Bild oben deutet schon an, daß zumindest in Teilen der Bevölkerung eine große Unzufriedenheit herrscht. Wenn jetzt wegen dem Ausschluß Madagaskars von der AGOA ungezählte Arbeitsplätze in der Textilindustrie verloren gehen werden, dann wird der Grad der Unzufriedenheit noch wachsen.

Kürzlich soll es in der Armee angeblich eine kleine Meuterei gegeben haben. Nur ist die ganze Geschichte so undurchsichtig, daß man nicht weiß, wer wen für was bezahlt hat, um wieder mal eine Lüge aufzutischen. Lügen sind in einem armen Land billig. Der Vorfall zeigt eines jedoch deutlich: Auch durch die Armee ziehen sich tiefe Gräben.

Die Voraussetzungen bieten leider wenig Hoffnung. Aber dieses bißchen Hoffnung sollte man versuchen, zu nähren!

Madagaskar und die Welt brauchen keine “Christen”, die ihr Volk opfern, in den Krieg schicken. Wo sind die Führungspersönlichkeiten, die ernsthaft daran interessiert sind, dem Allgemeinwohl zu dienen? Hört auf, den Psychopathen, die nur ihre eigenen skrupellosen Interessen verfolgen, nachzulaufen! Holt die deutschen Soldaten heim!

Frieden, Harmonie, das ist zu wünschen. Um da hin zu kommen, ist Liebe vielleicht die beste Investition.

Wenn jeder versucht, seinen kleinen Beitrag zu leisten, dann…

Auf ein gutes neues Jahr 2010!

Haus im Regen in Antananarivo

Echte Feige (Ficus carica) – Die einzige Feige am Feigenbaum ist reif: Weich, wässrig und honigsüß – ein Genuß

Feigenviertel vor dem Verzehr

Die Gattung der Feigen zählt mehrere hundert verschiedene Arten, eine davon ist die Echte Feige, die die Früchte liefert, die man aus dem Supermarkt oder vielleicht von einem Türkeiurlaub oder einem Urlaub in einem anderen Land um’s Mittelmeer kennt.

Das Eigentümliche bei den Feigen ist, daß alle Feigenarten von kleinen Wespen befruchtet werden. Viele Feigenarten sind dabei auf eine bestimmte Wespenart angewiesen, das heißt, daß das Verschwinden des einen Partners unweigerlich das Verschwinden des anderen Partners zur Folge haben wird.

Bei der Echten Feige ist die Sache mit der Bestäubung recht kompliziert, beim Artikel von Wikipedia weiß man aber in etwa, wie das ablaufen könnte. In der englischen Version erfährt man, daß die Blüte die Frucht ist, die Frucht ist also eine Scheinfrucht.

In Antananarivo habe ich auf den Märkten bisher noch keine Feige im Angebot gesehen. Da stellt sich die Frage, warum eigentlich nicht? Werden Feigen denn nicht angebaut in Madagaskar? Oder bin ich immer zum unpassenden Moment auf den Markt gegangen?

Aber es gibt sie doch, die Pflanzen, die man aus Stecklingen vermehrt und in Anosy auf dem Blumenmarkt und Pflanzenmarkt zum Kauf anbietet. Da kommt unser Baum jedenfalls her, der jetzt so 3 m hoch sein dürfte. Die Frucht hat es bis zur Reife gebracht und man könnte vermuten, daß dafür eine Parthenokarpie oder auch Jungfernfrüchtigkeit verantwortlich ist.

Jedoch ist zu beachten, was im oben verlinkten Wikipedia-Artikel steht: “Die Blütenökologie ist bei der Echten Feige noch komplizierter als bei der Gattung Feigen generell, da hier nicht nur Feige und Feigenwespen interagieren, sondern zusätzlich zwei Feigenvarietäten zusammenspielen müssen.”

Die Frucht an unserem Bäumchen sah von außen irgendwie krank oder gar faul aus und bei leichter Druckprüfung fühlte sie sich untypisch weich an für eine Feige – zumindest dann, wenn man nur die festen rot-violetten Feigen aus dem Supermarkt kennt, die innen auch recht trocken sind. Aber der Geruchstest und der gleich anschließende Geschmackstest nach dem Aufschneiden wurde voll bestanden, zuckersüß waren die extrem weichen und saftigen Frucht-Eingeweide, wobei das Aroma noch etwas intensiver hätte sein dürfen. Von der Optik allerdings erinnert das Fruchtfleisch irgendwie an Maden.

Da Feigen sehr gesund sind und auch gut schmecken, sollte es doch auch in Madagaskar möglich sein, daß sie irgendwann in der Zukunft das Angebot des lokalen Obsthandels erweitern.

Unreife Feigen-Scheinfrucht

Feige in verzehrbereitem Zustand

In der Vorschule war der Weihnachtsmann schon da – Jetzt sind Weihnachtsferien, man wartet auf Weihnachten

Knecht Ruprecht und seine Anhänger

Letzten Freitag gab es wieder ein großes Fest in vielen privaten Schulen und Vorschulen oder Kindergärten in Antananarivo und auch in anderen Städten von Madagaskar. In manchen dieser Bildungseinrichtungen war der Weihnachtsmann leibhaftig zugegen.

Einerseits freuen sich die Kleinen auf den Weihnachtsmann, aber andererseits begegnen viele diesem dann doch mit einem gehörigen Respekt oder gar Angst. Also begegnet die Anhängerschar von Knecht Ruprecht diesem durchaus mit gemischten Gefühlen.

Die Eltern der ABC-Schützen haben den Geschenksacktäger, der gar keinen Sack bei sich trug, wie man auf dem Bild sieht, erwartungsvoll empfangen, die ganze Aufmerksamkeit und alle Objektive waren auf ihn gerichtet.

Bei all der Hektik in der Weihnachtszeit mit dem Kaufrausch, mit all den Geschenken und der Schenkwut sollte man immer daran denken:

Weihnachten sollte das Fest der Liebe sein.

Könnte ein Lächeln vielleicht mehr wehrt sein, als ein Handy?

Frohe Weihnachten!

AGF heißt jetzt in mehreren Ländern in Afrika Allianz – Neuordnung der Märkte des Versicherungskonzerns

Plakatwerbung in Antananarivo

Der weltgrößte Versicherungskonzern, die Allianz SE, übernahm im Nachbarland Frankreich schon vor längerer Zeit die Mehrheit der französischen Versicherungsgesellschaft AGF (Assurances Générales de France) in Paris. 2007 wurde die Gesellschaft komplett übernommen. Nun ist der französische Markt zum umsatzstärksten Auslandsmarkt der Versicherungsgruppe der Allianz geworden.

Zur Strategie des CEO Michael Diekmann in der Konzernzentrale in München gehört auch, weltweit unter einem einheitlichen Namen zu agieren. Dazu wird die AGF in Allianz umbenannt, um die Integration auch nach außen abzuschließen.

Die Versicherungsvertreter der Allianz France indes sind mit der Geschäftspolitik der Mannen um Chef Michael Diekmann nicht ganz einverstanden, Unmut macht sich unter ihnen breit. Verständlich, wenn man Kunden aufgrund von Preiserhöhungen verliert oder gar die Gesellschaft Bestandskunden kündigt.

Im Zuge der Vereinheitlichung wurden jetzt auch die erst 2006 in Madagaskar eröffnete Filiale der AGF in Antananarivo umbenannt, sowie die Tochterfirmen auf weiteren afrikanischen Märkten.

Das Werbeplakat in Alarobia verkündet, daß die Versicherungsaktivitäten, die zuvor unter AGF firmierten, jetzt in mehreren afrikanischen Märkten unter dem Namen Allianz ihre Geschäfte führen:
“Allianz Africa, le nouveau nom d’AGF au Bénin au Burkina Faso, au Cameroun, en Centrafrique, en Côte d’Ivoire, à Madagascar, au Mali, au Sénégal et au Togo.
Allianz, avec vous de A à Z.”
Allianz Afrika, der neue Name der AGF in Benin, Burkina Faso, Kamerun, in der Zentralafrikanischen Republik, in der Elfenbeinküste, auf Madagaskar, in Mali, im Senegal und in Togo.
Allianz, mit Ihnen von A bis Z.

Auf dem kleinen madagassischen Versicherungsmarkt konkurrieren 5 Assekuranz-Gesellschaften um die Gunst der Versicherungsnehmer. Die Allianz kennen wir inzwischen. Die Groupe Colina aus der Elfenbeinküste wagte bereits 2005 mit Colina Madagascar den Markteintritt. Außerdem gibt es noch die Firmen NY HAVANA, Aro (Assurances Réassurances Omnibranches) und MAMA (Mutuelle d’Assurances Malagasy), eine Versicherung auf Gegenseitigkeit.

Die Webseite der Allianz Madagascar ist nicht sehr informativ und so erfährt man dort nicht, in welchen Versicherungssparten der Versicherer tätig ist. Der Hinweis auf einen Kontakt für “Souscription Vie” läßt aber vermuten, daß man auch im Bereich Lebensversicherung tätig ist. An anderer Stelle war der Hinweis zu finden, daß man Schaden- und Unfallversicherungen anbietet. Was man auf jeden Fall anbietet ist die Private Haftpflichtversicherung.

Todesfall durch Tamiflu in Madagaskar? Erster Toter durch Schweinegrippe – Panikmache in den Medien

Klinikbett steht auf verstaubtem Boden

Die Grippe A/H1N1 erweise sich als bedrohlich, und eine mobile Gesundheits-Einsatzgruppe sei damit betraut, unverzüglich einzugreifen, wenn sich bei einer Person die klinischen Zeichen der Grippe A zeigten, schrieb am 16. 10. 2009 die Tageszeitung L’Express, und berichtet im gleichen Artikel von 68 neuen Fällen der Schweinegrippe in einer Woche. 33 der neuen Fälle habe man in der Eliteschule Lycée Français rgistriert.

Auch die Chinesen beteiligen sich an der Panikmache, denn am 17. 10. brachte man in der Onlineausgabe der Xinhua einen englischsprachigen Artikel und schrieb von der “tödlichen” A/H1N1-Grippe in Madagaskar, der Vorrat an Tamiflu reiche nicht mehr aus. Man habe eine Hotline eingerichtet, um A/H1N1-Fälle melden zu können.

Da fragt man sich unweigerlich, wie das funktionieren soll. Soll man die Hotline anrufen, wenn der Nachbar hustet? Und dann kommt ein Sondereinsatzkommando und verhaftet das Opfer einer saisonalen Grippeerkrankung? Und dann?

Am 19. 10. berichtet die Zeitung L’Express von der Desinfizierung der “befallenen” Schule. Allerdings wird nicht geschrieben, wie das vonstatten gehen sollte. Wird das vielleicht mit DDT gemacht? So, wie importierte Fahrzeuge im Hafen ihrer Ankunft kostenpflichtig mit DDT behandelt werden oder wie jedes Taxi, Taxi-Brousse und Taxi-Be regelmäßig damit behandelt werden muß?

“Panik in Isotry, gestern”, schrieb die Express dann am 23. Oktober. Es gebe 9 Fälle der Schweinegrippe in einer katholischen Privatschule in Isotry, in der auf Madagassisch unterrichtet werde. Insgesamt gebe es in Madagaskar damit 207 berichtete Fälle.

So wird also Panik gemacht. Man schreibt “Panik” und erzeugt echte Panik. Auch im Fernsehen gibt es einen Werbespot, der für die Panik wirbt.

Medikament in Hand gehalten

Dieses Programm zieht man konsequent durch, auch am 4. November, als man in der Express titelt: “Grippe A – Psychose im HJRA”. Diesmal wird von einer siebzigjährigen Frau berichtet, die im Hospital Joseph Ravoahangy Andrianavalona (HJRA) reanimiert werden mußte und am Folgetag gestorben war. Die Frau habe Symptome der Schweinegrippe gezeigt, wie chronischen Husten und Atemprobleme. Nach dem Ableben der Kundin habe man ihre Handtasche durchsucht und eine Schachtel Tamiflu und Tabletten, die man zur Behandlung der Grippe AH1N1 verwende, gefunden.

Geht dieser Todesfall jetzt auf das Konto von Tamiflu? Ist die Frau vielleicht der Panikmache erlegen und war zur Einnahme der schlimmen Gifte geschritten, obwohl sie schon schwer krank war? Schon ein gesunder Körper hat ja Probleme, mit Giften fertig zu werden.

Übrigens ist noch zu erwähnen, daß die gezeigten Symptome sehr gut auch auf AIDS passen würden. Da könnte man dann sarkastisch fragen, ob die Frau vielleicht AIDS gehabt hat? Es könnte durchaus vielleicht ganz lehrreich sein, wenn man sich einmal mit dem Thema AIDS und HIV auseindersetzt. Da sei hier nur kurz AZT (Retrovir) erwähnt, das kein Gesunder langfristig überleben kann!

Das Unvermeidliche: Der erste Todesfall in Madagaskar, den man der Scheinegrippe (es geht dabei um sehr viel Geld beim Verkauf von Tamiflu, Pandemrix und so weiter) anlastet, wie die Express am 20. 11. 2009 berichtete. Was nicht überrascht: Der Verstorbene war ein chronisch Kranker.

Jetzt, 10 Tage nach dem Überschreiten der Epidemie-Stufe, hätten die zuständigen Stellen im Gesundheitsministerium ihre Strategie beim Kampf mit der Scheinegrippe wieder geändert, die Austeilung von Desinfektionsmitteln an Schulen, Firmen und so weiter sei wieder eingestellt worden. Das Institut Pasteur folge dieser Tendenz, da es unmöglich sei, jeden Fall der Grippe in der Hauptstadt zu diagnostizieren. Nur schwere Fälle würden noch analysiert, wie im Krankenhaus Behandelte oder Risikogruppen, wie schwangere Frauen. Es obliege dem behandelnden Arzt, zu entscheiden, ob eine biologische Anlayse sich als unausweichlich erweise. Diese Maßnahme werde angewendet, um einen Reagens-Mangel zu vermeiden, da die gelagerten Reserven derzeit begännen, rar zu werden.

Aufgrund der Wichtigkeit der Informationen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe-Impfung hier noch ein Link zu den grundsätzlich RIESIGEN GEFAHREN des Impfens! Die Lektüre kann viel Leid ersparen.

Foto oben: stock.xchng / hand holding pills © kadri poldma
Foto unten: stock.xchng / Beelitz Heilstätten © Jascha Hoste

Die Partei der Grünen in Madagaskar heißt Hasin’i Madagasikara – Eine noch junge, unbekannte Partei

Faserige Blattoberfläche gegen Verdunstung

Auch in Madagaskar scheint es jetzt eine so starke Überzeugung zu geben, daß die Natur, die Umwelt einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, um in Harmonie darin und damit zu leben. Das hat vor wenigen Monaten zur Gründung der ersten Partei geführt, die ihr Augenmerk diesen Themen widmet. Parteivorsitzende ist eine Frau, Saraha Georget Rabeharisoa.

Die Partei Hasin’i Madagasikara ist bereits mit einer Webpräsenz im Internet vertreten, auch in französischer Sprache.

Die Prinzipien und Werte der Partei stellt man etwa so dar:

Das Hauptziel der Partei Hasin’i Madagasikara ist die Entwicklung der Madagassen in ihrem Geburtsland.

Um dies zu erreichen, wird angstrebt:

  • Den Madagassen an die Seite jeder politischen Debatte zu stellen, ihn zum Teilnehmer, Förderer und Endbegünstigten einer jeden Entwicklungsanstrengung in seinem Land zu machen;
  • Förderung einer Wirtschaft, die sich um das Wohl des Madagassen sorgt und umweltbewußt ist;
  • Priorisierung der madagassischen Kultur und madagassischer Werte;
  • Eine nachhaltige Entwicklung zu befürworten;
  • Die Verteidigung der Minderheiten und der Vielfalt;
  • Die Gleichheit vor dem Gesetz zu verteidigen;
  • Priorisierung der staatsbürgerlichen Erziehung;
  • Förderung der partizipativen Demokratie;
  • Für Pazifismus und Gewaltfreiheit zu kämpfen;
  • Die kategorische Ablehnung der Nutzung von Atomenergie für militärische Zwecke und jeder Ausbringung von nuklearen und giftigen Abfällen auf dem Boden und in den Hoheitsgewässern von Madagaskar.
  • Eine voluntaristische und ökologische Politik zum Dienst des Madagassen, die unter Berücksichtigung der Erde, des Wassers und der Umwelt Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung sein soll.

 

Beim ersten Lesen mag das zwar durchaus brauchbar erscheinen, aber wenn man weiter überlegt, dann kann man schnell zu dem Schluß kommen, daß die gemachten Aussagen viel zu allgemein sind. Hochwichtige Themen werden gar nicht angeführt, zum Beispiel das Geldsystem. Wohl deswegen, weil in dem Bereich noch überhaupt kein Problembewußtsein besteht. Die Weltwirtschaftskrise wird wohl weniger als eine Finanzkrise betrachtet?

Ein Problem, das von vornherein angesprochen gehört, ist die auf allen Ebenen allgegenwärtige Korruption, die eine echte Entwicklung untergräbt. Das hängt dann gleich wieder mit dem Geldsystem zusammen. Bei auskömmlicher Bezahlung der Beamten und sonstiger Staatsdiener wird der Korruption von vornherein der größte Antriebsgrund entzogen, nämlich die chronische Unterbezahlung.

Gesundheit und Ernährung sind Themen, die für eine “grüne” Partei ganz oben auf die Prioritätenliste gehören.

Das zum Download angebotene pdf-Dokument mit der Charta der weltweiten Grünen in französischer Sprache geht da schon weiter. Die Charta gibt es woanders auch auf deutsch. Das hört sich alles gut an, aber man denke einfach nur an die deutschen Grünen, die als Regierungspartei maßgeblich einen Angriffskrieg haben führen lassen. Einen Angriffskrieg, dessen Planung im Grundgesetz schon mit 10 Jahren Gefängnisstrafe ausgestattet ist. Wer wurde zur Verantwortung gezogen? Wen interessiert schon das Grundgesetz – das ist doch auch nur Papier.

Fraglich bleibt sowieso, ob man den Menschen in einem so armen Land verständlich machen kann, daß die Umwelt der Ast ist, auf dem man sitzt, den man also keinesfalls absägen sollte. Umweltschutz und leeren Magen, wie bekommt man das unter einen Hut?

Fazit: Derzeit ist diese Partei nicht wirklich ein Lichtblick, man kann nur darauf hoffen, daß die Macher redliche Absichten haben, entwicklungsfähig sind und nicht käuflich.

Die orange Sonne spiegelt sich im Bach und färbt die Reisfelder

Madagaskar-Blog läuft unter Wordpress 2.8.4
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates